Katharina Kost-Tolmein

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Katharina Kost-Tolmein (* 1973 in Ludwigshafen am Rhein) ist eine deutsche Dramaturgin. Sie ist seit 2013/14 Operndirektorin am Theater Lübeck im Rahmen eines Direktoriums.[1] Ab 2022 wird sie Generalintendantin am Theater Münster.[2]

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kost-Tolmein studierte Klavier an der Hochschule für Musik Karlsruhe sowie am Königlichen Konservatorium Brüssel und schloss 1996 mit dem Diplom ab. Anschließend studierte sie Musikwissenschaften und Philosophie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Erste Engagements führten sie ab 1997/98 als Assistentin in die Operndramaturgie des Nationaltheaters Mannheim (Intendanz Ulrich Schwab) und 2002/03 als Musikdramaturgin ans Theater Heidelberg (Intendanz Günther Beelitz). In Heidelberg arbeitete sie mit dem Oberspielleiter der Oper Wolf Widder, der Leiterin der Tanzsparte Irina Pauls und u. a. den Regisseuren Wolfram Mehring und Thomas Schulte-Michels zusammen.

2005 promovierte sie mit einer Arbeit über »Das tragico fine auf venezianischen Opernbühnen des späten 18. Jahrhunderts« bei Silke Leopold an der Universität Heidelberg. 2004 bis 2006 war sie Stipendiatin der Akademie Musiktheater heute der Deutsche Bank Stiftung.[3]

2005 ging sie als Musikdramaturgin ans Theater Lübeck, wo sie seit der Spielzeit 2007/08 als Leitende Musikdramaturgin und Stellvertreterin des Operndirektors arbeitete. Zwischen 2007 und 2011 betreute sie als Dramaturgin die unter der musikalischen Leitung von Roman Brogli-Sacher in der Inszenierung von Anthony Pilavachi entstandene, mehrfach prämierte[4] Produktion »Der Ring des Nibelungen« im Rahmen des sparten- und institutionenübergreifenden Projektes »Wagner-trifft-Mann«. 2007 war sie an der Gründung des von der Lübecker Possehl-Stiftung geförderten Internationalen Opernelitestudios des Theater Lübeck und der Musikhochschule Lübeck beteiligt.

Seit 2013/14 leitet sie das Lübecker Musiktheater als Operndirektorin.[5] Sie holte in dieser Zeit u. a. die Regisseure und Regisseurinnen Jochen Biganzoli, Cordula Däuper, Tilman Knabe, Peter Konwitschny, Sandra Leupold, Florian Lutz und Tom Ryser ans Theater Lübeck. 2014 erhielt Sandra Leupold für die von Kost-Tolmein in Lübeck dramaturgisch betreute Inszenierung „Don Carlo“ den Regiepreis DER FAUST.[6][7] 2016 wurde Jochen Biganzolis unter Kost-Tolmeins Operndirektion in Lübeck entstandene Inszenierung „Lady Macbeth von Mzensk“ für den Theaterpreis DER FAUST nominiert[8][9]

Kost-Tolmein pflegt am Theater Lübeck seit 2013 u. a. Kooperationen mit dem Theater an der Wien, der Volksoper Wien, dem Staatstheater Nürnberg, der Oper Halle, dem Theater Orchester Biel Solothurn, dem Theater Kiel, dem Theater Hagen, der Oper Göteborg und der Fondazione Arena di Verona sowie mit Lübecker Museen, Schulen und Hochschulen. Sie spielte erstmals regelmäßig Opern des Barock und der vorklassischen Zeit am Theater Lübeck, „erreichte ein breites Publikum durch populäre Produktionen wie Bernsteins ‚West Side Story‘“,[10] und steht für „zeitgenössisches und experimentierfreudiges Musiktheater“.[11] Besondere überregionale Aufmerksamkeit erregten zwischen 2013 und 2020 in Lübeck spartenübergreifende Produktionen wie Bernsteins „Mass“[12] oder Purcells „The Fairy Queen“[13] (beide: Musikalische Leitung: Andreas Wolf, Regie: Tom Ryser, Bühne und Kostüme: Stefan Rieckhoff, Choreographie: Lillian Stillwell) sowie Inszenierungen, die neue performative und diskursive Formaten entwickelten, wie Wagners „Tannhäuser“[14] (Musikalische Leitung: Ryusuke Numajiri, Regie: Florian Lutz, Bühne: Christoph Ernst (Bühnenbildner), Kostüme: Mechthild Feuerstein, Dramaturgie: Katharina Kost-Tolmein) oder Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“[15] (Musikalische Leitung: Ryusuke Numajiri, Regie: Florian Lutz, Bühne: Martin Kukulies, Kostüme: Mechthild Feuerstein, Dramaturgie: Katharina Kost-Tolmein), Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“[16] Schrekers „Der ferne Klang“[17] und Webers „Freischütz“[18][19] (jeweils: Musikalische Leitung: Andreas Wolf, Regie: Jochen Biganzoli, Bühne: Wolf Gutjahr, Kostüme: Katharina Weissenborn (Kostümbildnerin), Dramaturgie: Francis Hüsers).

Im August 2019 hat Kost-Tolmein ihren Abschied vom Theater Lübeck zum Ende der Spielzeit 2019/20 angekündigt.[20][21]

Im Rahmen des vom Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes geförderten Kooperationsprojektes „I like Africa and Africa likes me – I like Europe and Europe likes me“ mit dem Künstlerkollektiv Angermayr/Goerge/Somé/Traoré/van Schoor und der Oper Halle brachte sie am Theater Lübeck am 6. März 2020 die Uraufführung „L’Européenne“ (Konzept von Thomas Goerge und Lionel Poutiaire Somé, Musik von Richard van Schoor, Libretto von Thomas Goerge frei nach Motiven des Kurzfilms »Die falsche Seite« von Lionel Poutiaire Somé) heraus.[22][23][24]

Kost-Tolmein ist verheiratet mit dem Rechtsanwalt und Journalisten Oliver Tolmein und hat mit ihm eine Tochter. Sie leben in Hamburg.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2014: Auszeichnung des Theater Lübeck mit dem Rudolf Stilcken Preis für Kultur-Kommunikation in der Kategorie „Kontinuität und Marke“ in der Metropolregion Hamburg für das Projekt „Wagner-trifft-Mann“
  • 2014: DER FAUST für Sandra Leupolds Inszenierung „Don Carlo“

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katharina Kost: Art. Nasolini, Sebastiano in: MGG Online, hrsg. von Laurenz Lütteken, Kassel, Stuttgart, New York 2016ff., zuerst veröffentlicht 2004, online veröffentlicht 2016, https://www.mgg-online.com/mgg/stable/52839
  • Katharina Kost: Artikel „Il Don Chisciotte“, „I Cinesi“, „Amor vincitore“, „L’Endimione“, „L’Arcadia conservata“, in: Silke Leopold, Bärbel Pelker (Hrsg.): Hofoper in Schwetzingen. Musik, Bühnenkunst, Architektur, Heidelberg 2004
  • Katharina Kost: Das tragico fine auf venezianischen Opernbühnen des späten 18. Jahrhunderts, Diss. Heidelberg 2006, https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/6611/
  • Sidney Smith, Katharina Kost: Theater Lübeck. Geschichte, Räume, Höhepunkte, Menschen. Die 100. Spielzeit in Martin Dülfers Jugendstilbau. Hrsg.: Theater Lübeck. Schmidt-Römhild, Lübeck 2008, ISBN 978-3-7950-1288-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. theaterluebeck.de
  2. Stadt Münster, Pressemitteilung vom 25. Juni 2020
  3. akademie-musiktheater-heute.de
  4. schallplattenkritik.de
  5. professionals.klassik.com
  6. buehnenverein.de
  7. szeneluebeck.de
  8. kn-online.de
  9. buehnenverein.de
  10. ln-online.de
  11. ln-online.de
  12. nmz.de
  13. hamburger-feuilleton.de
  14. die-deutsche-buehne.de
  15. die-deutsche-buehne.de
  16. taz.de
  17. hamburger-feuilleton.de
  18. kn-online.de
  19. Detlev Brandenburg: Es gilt das gesungene Wort, Schwerpunkt: Wir müssen reden, in: Die deutsche Bühne, Dezember 2019.
  20. hl-live.de
  21. ln-online.de
  22. theaterluebeck.de
  23. ndr.de
  24. kulturstiftung-des-bundes.de