Kathedrale von Mogadischu

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Blick auf die Ruinen der Kathedrale

Die Kathedrale von Mogadischu (italienisch Cattedrale di Mogadiscio) ist eine zerstörte römisch-katholische Kathedrale in Mogadischu, Somalia. Von 1928 bis 1991 diente sie als Sitz des römisch-katholischen Bistums Mogadischu.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche wurde 1928 von italienischen Kolonialbehörden in gotischen Formen nach dem Vorbild der Kathedrale von Cefalù erbaut. Architekt war Antonio Vandone di Cortemilia. Die Kathedrale war damals die größte Afrikas. Die beiden Türme, die die Fassade flankierten, waren 37 Meter hoch und prägten das Stadtbild. Um 1950 gab es in der Region Mogadischu etwa 8.500 Katholiken überwiegend italienischer Abstammung.

Schon bei Errichtung der Diözese 1975 befand sich die Katholikenzahl durch Wegzug in starkem Rückgang und beträgt derzeit nur noch wenige Dutzend. Die wachsende Unsicherheit illustrierte das Kidnapping des französischen Botschafters 1975 während der Kathedralmesse. Am 9. Juli 1989 wurde während eines Gottesdienstes in der Kathedrale der Bischof von Mogadischu, Pietro Salvatore Colombo, von Islamisten getötet. Er wurde später wie auch die Bischöfe Bernardino Bigi und Fulgenzio Lazzati in der Basilika St. Antonius von Padua in Mailand beigesetzt. Der Bischofssitz blieb seither unbesetzt und das Bistum existiert nur noch kirchenrechtlich. Die Kathedrale wurde ab 1991 nicht mehr genutzt und 2008 von al-Shabaab-Milizen zerstört. Gelegentlich geäußerte Pläne, das Gebäude wiederherzustellen, setzen eine grundlegende Änderung der politischen Situation voraus.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kathedrale von Mogadischu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. aleteia.org

Koordinaten: 2° 2′ 9,5″ N, 45° 20′ 29,9″ O