Kathedrale von Monreale

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Kathedrale Santa Maria Nuova von Monreale
UNESCO-Welterbe
UNESCO-Welterbe-Emblem

Monreale Cathedral exterior BW 2012-10-09 10-23-10.jpg
Kathedrale Santa Maria Nuova
Staatsgebiet: ItalienItalien Italien
Typ: Kultur
Kriterien: (ii)(iv)
Referenz-Nr.: 1487
UNESCO-Region: Europa und Nordamerika
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung: 2015  (Sitzung 39)

Die Kathedrale Santa Maria Nuova in Monreale ist die Kathedrale des Erzbistums Monreale auf Sizilien. Sie trägt den Titel einer päpstlichen Basilica minor und ist der Muttergottes geweiht. Berühmt ist die Kathedrale für die byzantinischen Mosaiken und den Kreuzgang. Zusammen mit dem arabisch-normannischen Palermo und der Kathedrale von Cefalù wurde die Kirche 2015 von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt.

Baustil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arabeske Fassadendetails

Der Bau der Kathedrale, zunächst als Klosterkirche und Memorialbau konzipiert, erfolgte in den Jahren 1172 bis 1176. Auftraggeber war König Wilhelm II. von Sizilien. Die Kathedrale zeigt in besonders eindrucksvoller Weise den normannisch-arabisch-byzantinischen Baustil, der zu dieser Zeit in Sizilien verbreitet war und eine Symbiose dreier verschiedener Kulturen darstellte. Normannisch/romanisch ist dabei vor allem der massive Baukörper als Ganzes, arabische Stilelemente zeigen sich in den Blendbögen und Intarsien an den Außenmauern, besonders den Apsiden, und byzantinisch sind die Goldgrundmosaiken an den Innenwänden der Kathedrale.

Äußeres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bronzeportal des Bonannus
Außenansicht der linken Seitenapsis

Die Kathedrale ist 102 Meter lang, 40 Meter breit und 35 Meter hoch. Ihre Fassade ist seitlich von zwei Wehrtürmen flankiert, wobei der linke Turm unvollendet blieb und die Kuppel des rechten Turms im 16. Jahrhundert von einem Blitz zerstört wurde.

Der Fassade wurde im 18. Jahrhundert ein klassizistischer Portikus vorgebaut, der den ursprünglichen Eindruck der Fassade zunichtemacht. Oberhalb des Portikus sind noch Teile des aus sich überschneidenden Blendbögen mit Einlegearbeiten bestehenden Dekors im arabischen Stil zu erkennen.

Das Westportal war mit einer Größe von 7,8 Meter mal 3,7 Meter das größte Portal seiner Zeit. Die Bronzetüren wurden 1186 von Bonannus von Pisa hergestellt. Sie zeigen 42 Darstellungen von Szenen aus der Bibel.

Auch der Nordseite ist ein Portikus vorgelagert. Hier befindet sich das Seitenportal, dessen ebenfalls aus Bronze bestehenden Türflügel 1179 von Barisanus von Trani hergestellt wurden.

An den Apsiden der Kathedrale ist der ursprüngliche Dekor am besten zu erkennen. Spitzbogige Blendbögen überschneiden sich und sind mit Einlegearbeiten aus schwarzem, weißem und gelbem Stein versehen.

Inneres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenansicht

Bauaufteilung, Wände, Fußboden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vorhalle der Kathedrale wurde von Fazio Gaggini gestaltet.

Das Innere der Kathedrale ist durch Säulen mit korinthischen Kapitellen in drei Schiffe unterteilt, wobei das Mittelschiff mehr als doppelt so breit ist wie die Seitenschiffe. Baulich besonders hervorgehoben ist der Chorraum in der Vierung, dem Schnittbereich von Längsschiff und Querschiff.

Die Wände der Kathedrale sind in ihrem unteren Teil mit Marmor verkleidet, der ebenso wie der Fußboden auf islamische Vorbilder zurückgeht. Die oberen Teile der Wände sind vollständig mit byzantinischen Goldgrund-Mosaiken bedeckt. Die Mosaiken wurden in der Zeit von 1179 bis 1182 von einheimischen und Künstlern aus Konstantinopel geschaffen und bedecken insgesamt eine Fläche von 6.340 m².

Apsiden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Hauptapsis ist Christus als Pantokrator (Weltenherrscher) dargestellt, das goldene Mosaik beherrscht den gesamten Innenraum. In den Medaillons des rahmenden Bogens sind Christus, Emanuel, David, Salomon, Elias, Samuel, Daniel, Gedun, Nathan und Eliseus abgebildet. Darunter befinden sich Maria mit dem Jesuskind, neben ihr die Erzengel Gabriel und Michael, die Apostel Petrus und Paulus und die anderen Apostel. In der Reihe darunter sind vierzehn Heilige dargestellt.

Die südliche Apsis – zugleich Diakonikon – zeigt den heiligen Petrus in verschiedenen Lebenssituationen. In der nördlichen Apsis – zugleich Prothesis – sind Paulus in verschiedenen Situationen, Saul und Ananias zu finden.

Goldgrund-Mosaiken
Säule mit verziertem Kapitell und Mosaiken

Mosaiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Goldgrund-Mosaiken des Mittelschiffs und der Westwand zeigen in zwei Reihen Szenen aus dem Buch Genesis, dem ersten Buch des Alten Testaments: in der oberen Reihe die Schöpfungsgeschichte von dem Sechstagewerk bis zur Vertreibung aus dem Paradies, in der unteren Reihe Szenen aus dem Leben der Stammväter Noach, Abraham, Isaak und Jakob.

Blick ins nördliche Querschiff

Die Mosaiken des Chorraums und der Querschiffe (Zyklus des Lebens) stellen Szenen aus dem Leben Jesu dar von der Verkündigung bis zur Himmelfahrt und der Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten. An den Wänden der Seitenschiffe sind die Wunder Jesu dargestellt.

Weitere Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem südlichen Querschiff stehen die Sarkophage der Könige Wilhelm I. und Wilhelm II., in dem nördlichen die der Margarete von Navarra (der Gattin Wilhelms I.) und ihrer Söhne Roger und Heinrich sowie der leere Sarkophag König Ludwigs IX. von Frankreich.

Die Kirche verfügt über eine größere Orgel, die beidseitig der Vierung eingebaut wurde.

Kapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Süden schließt sich die Kapelle des heiligen Benedikt an, die 1569 an die Kathedrale angebaut wurde und heute als Sakramentskapelle dient.

Kreuzgang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreuzgang und Innenhof
Brunnenhof im Kreuzgang

Der Kreuzgang ist der einzige noch verbliebene Rest des zu dem Gebäudekomplex der Kathedrale gehörenden Benediktinerklosters. Er hat eine Größe von 47 m x 47 m.

Auf jeder der vier Seiten des Kreuzgangs befinden sich 26 spitzbogige Arkaden an jeder Seite. Die Spitzbogen werden von Doppelsäulen getragen. Diese Säulen sind sehr unterschiedlich ausgeführt. Die einen sind einfach glatt, andere haben schrauben- oder zickzackförmige Kanneluren, wieder andere sind mit Einlegearbeiten aus Mosaik geschmückt. Auch die Kapitelle sind alle unterschiedlich gestaltet, sie zeigen als Reliefs Szenen aus der Bibel oder symbolische christliche und islamische Darstellungen.

In einer Ecke des Kreuzgangs ist ein quadratischer Brunnenhof aus 3 × 3 Arkaden gebildet, in dessen Mitte auf einer Säule eine kreisförmige Brunnenschale ruht. Aus dieser Schale steigt eine weitere Säule auf, die mit zickzackförmigen Kanneluren versehen ist und in einer Kugelform endet, aus der das Wasser entlang der Säule herunterrieselt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Giuseppe Schirò: Der Dom von Monreale: Die Stadt des Goldenen Gotteshauses. Casa Ed. Mistretta, Palermo 2007.
  • Brigit Carnabuci: Sizilien. Griechische Tempel, römische Villen, normannische Dome und barocke Städte im Zentrum des Mittelmeeres (= DuMont Kunst-Reiseführer). 6., aktualisierte Auflage. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2011, ISBN 978-3-7701-4385-6.
  • Rainer Straub: Die singenden Steine von Monreale: Über die Geheimnisse des sizilianischen Kreuzgangs. Verlag Anton Pustet, Salzburg 2012, ISBN 978-3-7025-0678-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kathedrale von Monreale – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 38° 4′ 55″ N, 13° 17′ 31″ O