Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin

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Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin
Logo
Gründung 1991
Trägerschaft kirchlich
Ort Berlin
Land Deutschland
Präsident Ralf-Bruno Zimmermann
Studenten 1.372 WS 2014/15[1]
Professoren 45, 96 Lehrbeauftragte
Website www.khsb-berlin.de
Blick auf den Eingangsbereich

Die Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) ist eine kirchliche, staatlich anerkannte Fachhochschule in Berlin. Sie befindet sich in der Trägerschaft des Erzbistums Berlin und hat ihren Sitz in der Köpenicker Allee 39–57 im Ortsteil Karlshorst des Berliner Bezirks Lichtenberg.

Im Wintersemester 2014/2015 waren an der KHSB ca. 1300 Studenten immatrikuliert, der Lehrkörper umfasste 45 Professoren und 96 Lehrbeauftragte.[2]

Lehre und Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Studienschwerpunkten Soziale Arbeit, Heilpädagogik, Klinische Sozialarbeit, Bildung und Erziehung, Schulische Religionspädagogik, Soziale Gerontologie (berufsbegleitend) und Gestaltungstherapie/Klinische Kunsttherapie (berufsbegleitend) werden Bachelor- bzw. Master-Programme bereitgehalten. Fort- und Weiterbildungsangebote wenden sich an Absolventen der Hochschule und Professionelle in sozialen Berufsfeldern. Fakultativ können Studierende an einem Studium Generale Theologie und Theologie des Sozialen teilnehmen.

Die KHSB betreibt in bestimmten Profilbereichen gezielte Forschung. Sie soll die Problemwahrnehmung und Problemlösungskompetenzen der fachlichen und politischen Praxis fördern. In den 2010er Jahren konzentriert sich die Forschung auf die Kompetenzfelder

Durch eine interne Forschungsförderung sollen Drittmittelanträge und Beiträge zur Bündelung, Ergänzung und Weiterentwicklung der bisherigen Forschungsaktivitäten unterstützt werden.[3]

Der Hochschule sind angegliedert:

  • Berliner Institut für christliche Ethik und Politik (ICEP)[4]
  • Deutsches Institut für Community Organizing (DICO)[5]
  • Institut für Soziale Gesundheit (ISG)[6]
  • Institut für Gender und Diversity (IGD).[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel, Köpenicker Allee 39, in Berlin-Karlshorst

Die Hochschule befindet sich in einem denkmalgeschützten Gebäudekomplex, der ab 1928 nach Plänen und unter Leitung des Architekten Felix Angelo Pollak als St.-Antonius-Krankenhaus im Stile des Bauhauses errichtet wurde. Ein solcher Bau war angesichts der wachsenden Einwohnerzahlen und auch der mit dem Ende des Ersten Weltkriegs entstandenen Versorgungsprobleme dringend nötig.[8] Weder Geld noch Baukapazitäten waren jedoch ausreichend vorhanden, so dass im Jahr 1917 vorerst ein Krankenwagen angeschafft wurde, damit die Einlieferung in Krankenhäuser schneller erfolgen konnte. In einer zeitgenössischen Veröffentlichung heißt es dazu :„Karlshorst erhält ein Krankenautomobil!. Evangelischer Hilfsverein und Feuerwehr übernehmen die Anschaffung.“[9]

Es war zu seiner Entstehungszeit das modernste Krankenhaus Berlins. Die Finanzierung des Hospital-Baus erfolgte über eine Auslandsanleihe der Marienschwestern von der Unbefleckten Empfängnis in Breslau. Große Teile des benötigten Grundbesitzes erwarben die Christen von Sigismund von Treskow. Der gesamte Grunderwerb für das Hospital kostete 260.000 Mark.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Köpenicker Allee zum sowjetisch besetzten Sperrgebiet, in dem sich die SMAD ansiedelte. Die Bauten dienten nun als Verwaltungssitz der SMAD und teilweise auch als Gefängnis.[10] Als das Sperrgebiet in den 1950er Jahren verkleinert wurde, gelangte die Immobilie des ehemaligen Krankenhauses an die DDR-Regierung. Von November 1955 bis zu seiner Auflösung im Februar 1958 hatte das Ministerium für Berg- und Hüttenwesen hier seinen Sitz. Im Jahr 1963 bezog das DDR-Ministerium für Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft die Gebäude. Nach Auflösung der DDR und damit all ihrer Ministerien fielen die Gebäude in das Eigentum der Katholischen Kirche zurück.

Rückansicht des Hochschulgebäudes

Die KHSB wurde 1991 unter der Bezeichnung Katholische Fachhochschule Berlin (KFB) gegründet. Gründungsrektorin war die langjährige Vizepräsidentin des Deutschen Caritasverbandes und Vorsitzende – später Ehrenmitglied – des Deutschen Vereins, Teresa Bock. In den Folgejahren konnten viele Teile des Bauensembles saniert und teilweise neuen Nutzungen zugeführt werden: Die frühere Kesselanlage wurde zu einer Cafeteria umgebaut, aus der ehemaligen Kapelle wurde ein Hör- und Veranstaltungssaal.[9]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2014/15, S. 92 (PDF) Statistisches Bundesamt; abgerufen am 14. Dezember 2015.
  2. Jahresbericht der Katholischen Hochschule für Sozialwesen und Angaben auf der Homepage der Hochschule, Stand 2014.
  3. Forschungsschwerpunkte der KHSB Leitlinien, Kompetenzfelder und strategische Ziele. Verabschiedet vom Akademischen Senat am 13. Juli 2011
  4. Website ICEP
  5. Website DICO
  6. Website ISG
  7. Website IGD
  8. Köpenicker Allee 72. In: Berliner Adreßbuch, 1931, IV, Karlshorst, S. 2071. „St. Antonius Krankenhaus“.
  9. a b Vom Hospital zur Hochschule. In: Rathausnachrichten (Lichtenberg), 2. April 2011, S. 7.
  10. Karlshorster Erzählkreis (PDF) abgerufen im Mai 2006.

Koordinaten: 52° 29′ 17″ N, 13° 32′ 3″ O