Katja Hessel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Katja Hessel (2016)

Katja Hessel (* 5. Mai 1972 in Nürnberg) ist eine bayerische Politikerin der FDP. Von 2008 bis 2013 war sie Staatssekretärin im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie und vertrat ihre Partei als Abgeordnete im Bayerischen Landtag. Seit 2017 ist sie Mitglied des 19. Deutschen Bundestags. Zudem ist sie seit Februar 2020 Vorsitzende des Finanzausschusses.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft, Ausbildung und beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katja Hessel wurde 1972 in Nürnberg geboren. Von 1977 bis 1982 besuchte sie die Grundschule Georg-Ledebour-Str. in Nürnberg und legte 1991 das Abitur am Johannes-Scharrer-Gymnasium Nürnberg ab.[1] Anschließend studierte sie bis 1996 Rechtswissenschaften in Erlangen. 1996 legte sie ihre erste, 1998 ihre zweite juristische Staatsprüfung ab. Ab 1999 arbeitete sie als Rechtsanwältin in eigener Kanzlei, im selben Jahr trat sie in die FDP ein. 2002 wurde Hessel als Steuerberaterin tätig.

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebenfalls 2002 wurde Hessel zur Schatzmeisterin des Bezirksverbandes Mittelfranken ihrer Partei gewählt. Von 1999 bis 2006 war sie Ortsvorsitzende des Ortsverbandes Feucht der Liberalen und zugleich bis 2007 Mitglied des Kreisvorstandes Nürnberger Land. Im Kreistag des Nürnberger Lands saß sie von 2002 bis 2007 als Abgeordnete.

Nach einem Umzug wechselte sie 2007 in den Kreisvorstand der FDP Nürnberg. Im gleichen Jahr erfolgte die Wahl ins Präsidium des bayerischen FDP-Landesverbandes. Bei der Landtagswahl 2008 in Bayern errang sie ein Mandat im Landtag; ihre Partei ging eine Regierungskoalition mit der CSU ein. Hessel wurde am 30. Oktober 2008 Staatssekretärin im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie unter Martin Zeil und ließ ihre Zulassung als Rechtsanwältin ruhen.

Nachdem der FDP bei den Wahlen 2013 der Wiedereinzug in den Landtag nicht gelang, schied Hessel aus dem Landtag und aus der Staatsregierung aus. Von Januar 2014 bis Oktober 2018 war sie als Nachfolgerin von Jörg Rohde Vorsitzende des FDP-Bezirksverbands Mittelfranken.[2] Im Mai 2018 wurde sie Vorsitzende des FDP-Kreisverbandes Nürnberg.[3] Seit April 2019 ist Hessel Mitglied des Bundesvorstandes der Freien Demokraten und seit November 2019 stellvertretende Vorsitzende der FDP Bayern.[4][5]

Am 15. Oktober 2016 wurde Katja Hessel zur Spitzenkandidatin der FDP-Mittelfranken für die Bundestagswahl 2017 gewählt und stellt sich zudem im Wahlkreis 244 (Nürnberg Nord) als Direktkandidatin zur Wahl. Bei der Wahl wurde sie über die Landesliste in den Bundestag gewählt. Sie ist ordentliches Mitglied im Finanzausschuss und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur.[6] Am 12. Februar 2020 wurde sie vom Finanzausschuss als Nachfolgerin von Bettina Stark-Watzinger zur Vorsitzenden gewählt.[7] Am 20. August 2019 wurde Hessel erneut als Direktkandidatin zur Bundestagswahl für den Wahlkreis 244 (Nürnberg Nord) aufgestellt.

Hessel ist stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Japanischen Parlamentariergruppe.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hessels Zeit als Ausschussvorsitzende fiel der Bilanzskandal um die Firma Wirecard. Sie leitete zwei Sondersitzungen des Finanzausschusses und die Befragungen der Minister Olaf Scholz und Peter Altmaier, wie auch Finanzstaatssekretär Jörg Kukies und dem Chef der BaFin, Felix Hufeld. Nachdem dieser sich in der ersten Sondersitzung in widersprüchlichen Aussagen[8] verstrickte, warf im Hessel das Anlügen der Abgeordneten vor und forderte ihm zum Rücktritt auf.[9] Am 1. September 2020 entschieden sich die Grünen im Bundestag, nach den Sondersitzungen einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss einzusetzen und somit den Forderungen der FDP mit Katja Hessel und der Linkspartei zu folgen.[10]

Zudem setzt sich Hessel für Tourismuspolitik ein, Verkehrspolitik und Ehrenamt. Ein Rettungsschiff der DLRG Nürnberg ist nach ihr benannt.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katja Hessel ist verheiratet und evangelischer Konfession.[11]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Holzapfel (Hrsg.): Bayerischer Landtag. 16. Wahlperiode. Volkshandbuch. 3. Auflage. Neue Darmstädter Verlagsanstalt, Rheinbreitbach 2011, ISBN 978-3-87576-698-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Katja Hessel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutscher Bundestag - Katja Hessel. Abgerufen am 3. September 2020.
  2. FDP-Mittelfranken: Bezirksvorstand (Memento des Originals vom 21. Juli 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fdp-mittelfranken.de, abgerufen am 28. Oktober 2015
  3. Pressemitteilung: Neuer Vorstand. Abgerufen am 3. September 2020.
  4. Wahlergebnisse des 70. Bundesparteitages. In: fdp.de. Freie Demokratische Partei, abgerufen am 14. September 2019.
  5. FDP Bayern geht gestärkt in die Kommunalwahlen 2020. Abgerufen am 3. September 2020.
  6. Abgeordnetenseite. In: Seite des deutschen Bundestages. Abgerufen am 14. September 2019.
  7. Deutscher Bundestag - Finanzausschuss. Abgerufen am 15. April 2020.
  8. Christian Ramthun: Wirecard-Skandal: Scholz hält (noch) an BaFin-Chef Hufeld fest. Abgerufen am 3. September 2020.
  9. Tobias Kisling: Wirecard-Skandal: Was der Untersuchungsausschuss bringen soll. 1. September 2020, abgerufen am 3. September 2020 (deutsch).
  10. Bundestag: Untersuchungsausschuss zu Wirecard kommt. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 3. September 2020]).
  11. Deutscher Bundestag - Biografien. Abgerufen am 27. Juni 2020.