Katrin Rönicke

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Katrin Rönicke (2011)

Katrin Rönicke (* 27. September 1982 in Wittenberg) ist eine deutsche Journalistin, Bloggerin und Podcasterin. Ihre Schwerpunktthemen sind Geschlechterdemokratie und Emanzipation.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katrin Rönicke ist die Tochter des Sachbuchautors Frank Rönicke, der 1987 aus der DDR floh. Die Mutter und Katrin Rönicke selbst konnten 1989 vor der Wende nachkommen. Sie wuchs anschließend in Baden-Württemberg auf. 2002 machte sie am Deutschorden-Gymnasium Bad Mergentheim ihr Abitur. Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr[1] und einem Praktikum bei den Fränkischen Nachrichten studierte sie von 2003 bis 2006 Biologie und Chemie.[2] Ihr anschließendes Bachelor-Studium der Erziehungswissenschaften an der Berliner Humboldt-Universität schloss sie im September 2011 ab.[3]

Rönicke hat zwei Kinder.[4][5]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2001 trat Katrin Rönicke der Grünen Jugend bei und war 2002/03 sowie 2004 Mitglied des Bundesvorstandes der Grünen Jugend.[2] Ab 2005 verfasste sie bei Neon.de ein Blog. Für den Kongress KyotoPLUS gestaltete sie 2006 die Website.[6]

Als freie Autorin schrieb Rönicke seit 2009 für die Wochenzeitung der Freitag eine Kolumne über Geschlechterverhältnisse im Alltag und Beiträge über Fragen der Erziehung und Bildung.[7] Neben dieser Tätigkeit war sie auch für das Magazin Cicero[8] und für die taz tätig.[9] Sie sowie Marco Herack schrieben von Januar 2013 bis Januar 2015 für FAZ Online die Blog-Kolumne Wir Wostkinder.[10][11]

Sie war seit 2009 Stipendiatin und von 2010[12] bis 2017 Mitglied des Frauenrats der Heinrich-Böll-Stiftung,[3] welcher die frauenpolitischen Ziele der Stiftung unterstützt.

Rönicke betrieb den Blog The Leftist Elite mit Themen wie aktueller Politik, der Männerrechtsbewegung, Feminismus, dem Internet, Bildung und sozialen Fragen. Sie war Mitbegründerin der inzwischen eingestellten[13] Plattform netzfeminismus.org, die Niklas Hofmann in der Süddeutschen Zeitung als „beginnende Vernetzung“ des Netzfeminismus in Deutschland einordnete.[14] Auf der Plattform waren 70 Blogs und Webmagazine[15] von Frauen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur zusammengeschlossen, darunter die Netzauftritte von Anke Domscheit-Berg, Susanne Klingner, Kübra Gümüşay und Antje Schrupp.

Rönicke tritt in der Öffentlichkeit für eine Gleichstellungspolitik ein. So diskutierte sie mit den Bundestagsabgeordneten Katja Dörner und Dorothee Bär in der taz über Frauenpolitik der Zukunft[16] und trägt auf überregionalen öffentlichen Veranstaltungen wie der Blogger- und Social-Media-Konferenz re:publica 2012[17] oder der VdK-Landesfrauenkonferenz dazu vor.[18] 2011 trat sie als Referentin der Veranstaltungsreihe Gender-Kritik am Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Leipzig auf.[19][20] Zum ersten Jahrestag des Gleichstellungsberichts der Bundesregierung nahm Rönicke an der Diskussionsveranstaltung, die von der Friedrich-Ebert-Stiftung hierzu im Juni 2012 organisiert worden war, teil. Sie thematisierte die Problematik der Vereinbarkeit von Mutterschaft und Studium bei Studentinnen.[21][22]

Rönicke war 2011 neben Alice Schwarzer, EMMA-Autorinnen Alexandra Eul und Chantal Louis sowie Missy-Magazine-Redakteurinnen Chris Köver und Stefanie Lohaus auf dem Titelblatt der EMMA abgebildet.[23] Das Treffen, welches laut Emma mit dem „medial konstruierten Gegensatz zwischen ‚neuen‘ und ‚alten Feministinnen‘ aufräumen“ sollte,[24] war zustande gekommen, nachdem Rönicke eine E-Mail an Schwarzer geschrieben hatte.[24] Julia Seeliger kritisierte demgegenüber das Umgehen möglicherweise kontroverser Themen.[24]

2019 veröffentlichte Rönicke eine Biographie über Beate Uhse.

Digitale Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während ihrer Studienzeit kam Katrin Rönicke 2008 zum Blog Mädchenmannschaft, das anschließend 2008 mit dem Best Of Blogs-Award der Deutschen Welle ausgezeichnet und 2009 für den Grimme Online Award und den Alternativen Medienpreis nominiert war.[25] Bis 2011 war sie dort aktive Bloggerin und im Vorstand des Trägervereins von Mädchenmannschaft.[26]

Zusammen mit den Autorinnen des Buches Wir Alphamädchen, Barbara Streidl und Susanne Klingner, hat sie die Webinitiative Frau Lila mischt sich ein gegründet. Um Frauen in der digitalen Gesellschaft sichtbarer zu machen, riefen sie zudem im Mai 2012 das Bloggerinnen-Magazin Die Featurette ins Leben.[27] Beide Projekte wurden mittlerweile beendet, mündeten jedoch in den Lila Podcast, den Rönicke zusammen mit Susanne Klingner 2013 startete und der von Judith Langowski in ze.tt als "der Klassiker unter feministischen Podcasts in Deutschland" bezeichnet wurde.[28]

Im September 2017 gründete sie gemeinsam mit Susanne Klingner das Podcast-Label hauseins.fm. Hier führt sie eigene Projekte spenden- und werbefinanziert fort, darüber hinaus produzieren Klingner und Rönicke Auftragspodcasts unter anderem für Greenpeace, die Süddeutsche Zeitung und Deezer.[29]

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit ihrem Konzept für "Maschallah!", einem Podcast, der muslimische Deutsche porträtiert, gewann sie zusammen mit der Moderatorin Merve Kayikci 2019 den Podcast-Wettbewerb der re:publica in Kooperation mit Deezer, "Originals gesucht".[30]

Seit 2015 moderiert sie zusammen mit Holger Klein den wöchentlichen Podcast "Die Wochendämmerung", der im März 2020 bei der Preisverleihung der von "Die Goldenen Blogger" als "Bester Podcast 2019" hervorging.[31]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katrin Rönicke. In: Heinrich Böll-Stiftung, 24. April 2012. Abgerufen am 23. Juli 2012.
  2. a b Katrin Rönicke (Memento vom 17. Januar 2012 im Internet Archive). Abgerufen am 20. April 2018.
  3. a b Katrin Rönicke. In: Heinrich-Böll-Stiftung. Abgerufen am 28. April 2018.
  4. „Wir brauchen einen Arschtritt!“. In: die tageszeitung. Abgerufen am 22. Juli 2012.
  5. Katrin Rönicke: Ohren auf und rein. In: CCB Magazin, 20. März 2018.
  6. Katrin Rönicke, Website der Heinrich-Böll-Stiftung, abgerufen am 27. April 2020.
  7. der Freitag, Autorenseite Katrin Rönicke
  8. Katrin Rönicke: Die Familie bleibt privat. Cicero. 2. Mai 2012 (Memento des Originals vom 12. Juli 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cicero.de
  9. http://www.taz.de/Debatte-Frauen-und-neues-Unterhaltsrecht/!28731/
  10. Katrin Rönicke in: Wir Wostkinder, Frankfurter Allgemeine Blogs
  11. Marco Herack: Das Ende der Wostkinder. In: blogs.faz.net. 27. Dezember 2014, abgerufen am 29. April 2018.
  12. Heinrich-Böll-Stiftung, Jahresbericht 2011, S. 65 (Memento des Originals vom 19. September 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.boell.de (PDF; 3,4 MB)
  13. Tweet von Katrin Rönicke, Twitter, 27. April 2020.
  14. Niklas Hofman: Neu, jung, selbstbewusst. Süddeutsche Zeitung, Online-Ausgabe 7. November 2011
  15. Stand Juli 2012, Netzfeminismus. Tut ihr's schon? Archiviert vom Original am 23. Dezember 2014; abgerufen am 23. Dezember 2015.
  16. Heide Oestreich und Simone Schmollack: „Wir brauchen einen Arschtritt“. In: Die Tageszeitung, 8. Februar 2010. Abgerufen am 22. Juli 2012.
  17. Ankündigung des Vortrags „Action für mehr Sichtbarkeit“ auf re-publica.de (Memento des Originals vom 4. Mai 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/re-publica.de
  18. Frauen, traut euch doch was! VdK-Landesfrauenkonferenz zur gesellschaftlichen Gleichstellung, auf VdK.de@1@2Vorlage:Toter Link/vdk.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  19. Katrin Rönicke: Junger Feminismus: Aktualisierung der Differenz? Veranstaltung am Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Leipzig 30. April 2011
  20. Auflistung der öffentlichen Auftritte auf dem Blog von Rönicke
  21. Information der Friedrich-Ebert-Stiftung zur Diskussionsveranstaltung anlässlich 1. Jahrestag des Gleichstellungsberichts (PDF; 253 kB)
  22. Heide Oestreich: Wenn Kinder arm machen in TAZ am 22. Juni 2012, aufgerufen am 30. Juli 2012
  23. Beate Hausbichler: Wenn die Jungen mit der EMMA. In: die Standard, 6. April 2011. Abgerufen am 22. Juli 2012.
  24. a b c Julia Seeliger: Alice und die Mädels. In: die tageszeitung, 3. April 2011. Abgerufen am 22. Juli 2012.
  25. No more digital gender gap. In: Missy Magazine, 28. November 2011. Abgerufen am 23. Juli 2012.
  26. Stellungnahme zum Ausscheiden Rönickes 2011
  27. Heinrich-Böll-Stiftung: Katrin Rönicke, April 2012
  28. Judith Langowski: Hier sind zehn gute Podcasts über Feminismus. In: ze.tt. Abgerufen am 27. April 2020 (deutsch).
  29. Über – hauseins.fm. Abgerufen am 18. November 2017.
  30. Deezer und re:publica: Der Gewinner-Podcast 2019 Maschallah! In: Originals gesucht. Originals gefunden! Deezer, 6. Mai 2019, abgerufen am 27. April 2020.
  31. Das sind die Preisträger*innen der Goldenen Blogger 2019. In: Die Goldenen Blogger. 9. März 2020, abgerufen am 27. April 2020 (deutsch).