Katrin Rönicke

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Katrin Rönicke (2011)

Katrin Rönicke (* 1982 in Wittenberg) ist eine deutsche Journalistin, Bloggerin und Podcasterin. Ihre Schwerpunktthemen sind Geschlechterdemokratie und Emanzipation.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katrin Rönicke ist die Tochter des Sachbuchautors Frank Rönicke, der 1987 aus der DDR floh. Die Mutter und Katrin Rönicke selbst konnten 1989 vor der Wende nachkommen. Sie wuchs anschließend in Baden-Württemberg auf. 2002 machte sie am Deutschorden-Gymnasium in Bad Mergentheim Abitur. Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr[1] und einem Praktikum bei den Fränkischen Nachrichten studierte sie von 2003 bis 2006 Biologie und Chemie.[2] Anschließend absolvierte sie ein Magister-Studium der Erziehungswissenschaften an der Berliner Humboldt-Universität.

Rönicke hat zwei Kinder.[3]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2001 trat Katrin Rönicke der Grünen Jugend bei und war 2002/03 sowie 2004 Mitglied des Bundesvorstandes der Grünen Jugend.[2] Ab 2005 verfasste sie bei Neon.de ein Blog. Für den Kongress KyotoPLUS gestaltete sie 2006 die Website.

Als freie Autorin schreibt Rönicke seit 2009 für die Wochenzeitung der Freitag eine wöchentliche Kolumne über Geschlechterverhältnisse im Alltag und Beiträge über Fragen der Erziehung und Bildung.[4] Neben dieser Tätigkeit war sie auch für das Magazin Cicero[5] und für die taz tätig.[6] Für FAZ Online schreibt sie seit Januar 2013 die Blog-Kolumne Wir Wostkinder.[7]

Sie wurde 2009 Stipendiatin und 2010 Mitglied des Frauenrats der Heinrich-Böll-Stiftung, welcher die frauenpolitischen Ziele der Stiftung unterstützt.[8]

Rönicke tritt in der Öffentlichkeit für eine Gleichstellungspolitik ein. So diskutierte sie mit den Bundestagsabgeordneten Katja Dörner und Dorothee Bär in der taz über Frauenpolitik der Zukunft[9] und trägt auf überregionalen öffentlichen Veranstaltungen wie der Blogger- und Social Media-Konferenz re:publica 2012[10] oder der VdK-Landesfrauenkonferenz dazu vor.[11] 2011 trat sie als Referentin der Veranstaltungsreihe Gender-Kritik am Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Leipzig auf.[12][13] Zum ersten Jahrestag des Gleichstellungsberichts der Bundesregierung nahm Rönicke an der Diskussionsveranstaltung, die von der Friedrich-Ebert-Stiftung hierzu im Juni 2012 organisiert worden war, teil. Sie thematisierte die Problematik der Vereinbarkeit von Mutterschaft und Studium bei Studentinnen.[14][15]

Rönicke war 2011 neben Alice Schwarzer, EMMA-Autorinnen Alexandra Eul und Chantal Louis sowie Missy-Magazine-Redakteurinnen Chris Köver und Stefanie Lohaus auf dem Titelblatt der EMMA abgebildet.[16] Das Treffen, welches laut Emma mit dem „medial konstruierten Gegensatz zwischen ‚neuen‘ und ‚alten Feministinnen‘ aufräumen“ sollte,[17] war zustande gekommen, nachdem Rönicke eine E-Mail an Schwarzer geschrieben hatte.[17] Julia Seeliger kritisierte demgegenüber das Umgehen möglicherweise kontroverser Themen.[17]

Netzkultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während ihrer Studienzeit kam Katrin Rönicke 2008 zum Blog Mädchenmannschaft, das anschließend 2008 mit dem Best Of Blogs-Award der Deutschen Welle ausgezeichnet und 2009 für den Grimme Online Award und den Alternativen Medienpreis nominiert war.[18] Bis 2011 war sie dort aktive Bloggerin und im Vorstand des Trägervereins von Mädchenmannschaft.[19] In ihrem eigenen Blog The Leftist Elite geht sie auf Themen wie die Männerrechtsbewegung ein, kommentiert aktuelle Politik und beschäftigt sich mit Feminismus, dem Internet, Bildung und sozialen Fragen.[20]

Zusammen mit den Autorinnen des Buches Wir Alphamädchen, Barbara Streidl und Susanne Klingner, hat sie die Webinitiative Frau Lila mischt sich ein gegründet. Um Frauen in der digitalen Gesellschaft sichtbarer zu machen, riefen sie zudem im Mai 2012 das Bloggerinnen-Magazin Die Featurette ins Leben.[21] Rönicke ist Mitbegründerin der Plattform netzfeminismus.org, die Niklas Hofmann in der Süddeutschen Zeitung als „beginnende Vernetzung“ des Netzfeminismus in Deutschland einordnet.[22] Auf der Plattform sind 70 Blogs und Webmagazine[23] von Frauen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur zusammengeschlossen, darunter die Netzauftritte von Anke Domscheit-Berg, Susanne Klingner, Kübra Gümüsay und Antje Schrupp.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bildungsbenachteiligung qua Geschlecht: Ursachen und mögliche Lösungen eines neuen alten Problems. Studienarbeit, veröffentlicht beim GRIN Verlag, München, 2009 ISBN 978-3-640-28581-5.
  • Männerbildung und ihre gesellschaftliche Rolle: Kann die Erwachsenenbildung zu mehr Geschlechterdemokratie beitragen? Studienarbeit, veröffentlicht beim GRIN Verlag, München, 2009 ISBN 978-3-640-28582-2.
  • Die Rezeption und Verbreitung Machiavellis Staatsdenkens am Beispiel Hegels 'Die Verfassung von Deutschland': Wollte Hegel ein zweiter, ein deutscher Machiavelli sein? Studienarbeit, veröffentlicht beim GRIN Verlag, 2011 ISBN 978-3-640-84463-0.
  • Vernetzt, präsent und engagiert: Feministische Netzkultur, in: Geschlechterrollen im Wandel. Schweizer Fachzeitschrift «Frauenfragen», 2011
  • Bitte Freimachen. Eine Anleitung zur Emanzipation. Metrolit Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-8493-0369-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katrin Rönicke. In: Heinrich Böll Stiftung, 24. April 2012. Abgerufen am 23. Juli 2012.
  2. a b Katrin Rönicke. In: Grüne Jugend. Abgerufen am 22. Juli 2012.
  3. Katrin Rönicke. In: die tageszeitung. Abgerufen am 22. Juli 2012.
  4. der Freitag, Autorenseite Katrin Rönicke
  5. Katrin Rönicke: Die Familie bleibt privat. Cicero. 2. Mai 2012
  6. http://www.taz.de/Debatte-Frauen-und-neues-Unterhaltsrecht/!28731/
  7. Wir Wostkinder, Frankfurter Allgemeine Blogs
  8. Heinrich-Böll-Stiftung, Jahresbericht 2011, S.65 (PDF; 3,4 MB)
  9. Heide Oestreich und Simone Schmollack: "Wir brauchen einen Arschtritt". In: die tageszeitung, 8. Februar 2010. Abgerufen am 22. Juli 2012.
  10. Ankündigung des Vortrags "Action für mehr Sichtbarkeit" auf re-publica.de
  11. Frauen, traut euch doch was! VdK-Landesfrauenkonferenz zur gesellschaftlichen Gleichstellung, auf VdK.de
  12. Katrin Rönicke: Junger Feminismus: Aktualisierung der Differenz? Veranstaltung am Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Leipzig 30. April 2011
  13. Auflistung der öffentlichen Auftritte auf dem Blog von Rönicke
  14. Information der Friedrich-Ebert-Stiftung zur Diskussionsveranstaltung anlässlich 1. Jahrestag des Gleichstellungsberichts (PDF; 253 kB)
  15. Heide Oestreich: Wenn Kinder arm machen in TAZ am 22. Juni 2012, aufgerufen am 30. Juli 2012
  16. Beate Hausbichler: Wenn die Jungen mit der EMMA. In: die Standard, 6. April 2011. Abgerufen am 22. Juli 2012.
  17. a b c Julia Seeliger: Alice und die Mädels. In: die tageszeitung, 3. April 2011. Abgerufen am 22. Juli 2012.
  18. No more digital gender gap. In: Missy Magazine, 28. November 2011. Abgerufen am 23. Juli 2012.
  19. Stellungnahme zum Ausscheiden Rönickes 2011
  20. The Leftist Elite
  21. Heinrich-Böll-Stiftung: Katrin Rönicke, April 2012
  22. Niklas Hofman: Neu, jung, selbstbewusst. Süddeutsche Zeitung, Online Ausgabe 7. November 2011
  23. Stand Juli 2012, Netzfeminismus. Tut ihr's schon? Archiviert vom Original am 23. Dezember 2014, abgerufen am 23. Dezember 2015.