Katrin Suder

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Katrin Suder (* 27. September 1971 in Mainz[1]) ist eine deutsche Unternehmensberaterin und seit 2014 beamtete Staatssekretärin im Bundesministerium der Verteidigung.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katrin Suder studierte Physik an der RWTH Aachen. 2000 promovierte sie in theoretischer Physik an der Ruhr-Universität Bochum. Dort erwarb Suder auch einen Bachelor in Theater- und Sprachwissenschaften. Sie war Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes.

2000 begann Suder, für die Unternehmensberatung McKinsey zu arbeiten und übernahm 2007 das Berliner Büro der Firma.[3] Sie machte Karriere als Beraterin der deutschen und internationalen IT-Industrie und wurde 2010 als einzige Frau Direktorin bei McKinsey,[4] wo sie sich unter anderem mit Diversity Management befasste.[5] Von 2009 bis 2014 verantwortete sie die Aktivitäten der Firma im öffentlichen Sektor. Suder arbeitete einige Jahre als Managerin an der Schnittstelle zwischen Verwaltung und Privatwirtschaft,[6] so leitete sie für die Bundesagentur für Arbeit Reformprojekte, für das Land Berlin erarbeitete sie eine Konzeption zur Verbesserung der Gründungskultur.[7][8] Bei McKinsey setzte sie sich für einen aufgeschlossenen Umgang mit sexueller Orientierung (LGBT Diversity Management) ein.[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Suder ist parteilos,[4] nach Zeitungsberichten soll sie jedoch nicht der CDU, sondern der Partei Bündnis90/Die Grünen politisch nahestehen.[10] Sie wurde am 1. August 2014 als beamtete Staatssekretärin im Bundesministerium der Verteidigung vereidigt und trat damit die Nachfolge von Stéphane Beemelmans an, der im Februar 2014 in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden war.[11] Zu ihrem Verantwortungsbereich gehören u. a. die Abteilungen Planung und Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung, die ihr unmittelbar unterstellt ist.[12]

Suder wurde im Mai 2015 von der Russischen Föderation mit einem Einreiseverbot belegt.[13][14]

Der Spiegel schrieb zwei Jahre nach Amtsantritt von Suder: „Die Verteidigungsministerin knüpft ihre eigene Karriere an die ihrer wichtigsten Mitarbeiterin. Hat Suder Erfolg, kann auch von der Leyen Erfolg melden. Scheitert sie, ist die politische Zukunft der Ministerin in Gefahr.“ Schon bei ihrem ersten Besuch beim Wehrbeschaffungsamt der Bundeswehr verfügte Suder, dass Projektleiter von Rüstungsaufträgen sich bei Problemen sofort direkt an sie wenden können. Vorher musste bei Meldungen an den zuständigen Staatssekretär der Dienstweg über bis zu zehn Zwischenstationen eingehalten werden. Zu Ihrer Ernennung sagte sie laut Der Spiegel: „Wenn jemand mit meiner Biografie Staatssekretärin im Verteidigungsministerium wird, ist allein das schon ein Grund, sein Land zu verteidigen.“[15]

Vom 11. bis 14. Juni 2015 nahm sie an der 63. Bilderberg-Konferenz in Telfs-Buchen in Österreich teil.[16]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Suder lebt mit ihrer Partnerin Katja Kraus in Berlin und hat drei Kinder.[17][18] Anfang März 2017 ließen sie und Kraus eine Lebenspartnerschaft eintragen.[19] Ehrenamtlich ist sie für die Kinderrechtsorganisation Save the Children aktiv.[20] Des Weiteren engagiert sie sich für den Verein Lesbenfrühling e.V.[21]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • State dependent information processing in the early visual system. Aachen: Shaker 2000 (Bochum, Univ., Diss., 2000)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sabine Rennefanz: „Berlin hat andere Kinderkrankheiten“. In: Berliner Zeitung. 4. November 2013, abgerufen am 22. März 2015 (Interview mit Suder).
  2. Ulrike Jenssen: „Natürlich ist das etwas Besonderes“: Staatssekretärin Dr. Katrin Suder vereidigt. Bundesministerium der Verteidigung, 1. August 2014, abgerufen am 3. August 2014.
  3. Melanie Grell: „Raus aus dem Labor“ – Naturwissenschaftler bei McKinsey. In: e-fellows.net. Abgerufen am 22. März 2015.
  4. a b Dietmar Student: Berater im Überlebenskampf – McKinsey gegen den Rest der Welt. In: managermagazin. Archiviert vom Original am 24. Mai 2014, abgerufen am 28. Dezember 2015.
  5. Lesbische Frau wird von der Leyens Staatssekretärin. queer.de vom 26. Mai 2014
  6. Matthias Gebauer, Gordon Repinski, Gerald Traufetter: Verteidigungsministerium: Von der Leyen holt McKinsey-Frau als Staatssekretärin. In: Spiegel Online. 23. Mai 2014, abgerufen am 22. März 2015.
  7. Corinna Visser: „Berlin soll spitze werden.“ In: tagesspiegel online. 8. Oktober 2013, abgerufen am 22. März 2015.
  8. Katrin Suder. In: The European. 23. Mai 2014, abgerufen am 22. März 2015.
  9. Peter Dausend, Elisabeth Niejahr: Katrin Suder: Gewollte Provokation. In: Zeit online. 19. März 2015, abgerufen am 17. August 2016.
  10. http://www.rp-online.de/politik/katrin-suder-mckinsey-frau-soll-bundeswehr-umbauen-aid-1.4266908
  11. Christoph Hickmann: Von der Leyen plant Aufrüstung. In: Süddeutsche Zeitung. 23. Mai 2014, abgerufen am 22. März 2015.
  12. Die Verantwortungsbereiche der Staatssekretäre. In: Ministerium. Bundesministerium der Verteidigung, 13. Januar 2014, abgerufen am 8. März 2016.
  13. Andreas Borcholte: Einreise-Verbote: Russland wirft EU-Politikern Show-Gehabe vor. In: Spiegel Online. 31. Mai 2015, abgerufen am 1. Juni 2015.
  14. RUS: Russische Visasperrliste. In: yle.fi. 26. Mai 2015, abgerufen am 1. Juni 2015 (PDF 23 KB).
  15. Konstantin von Hammerstein: Belgisch Block. Der Spiegel 31/2016, S. 40–44.
  16. Bilderberg: 2015 Participants. In: bilderbergmeetings.org. Bilderberg Meetings, Juni 2015, abgerufen am 20. Juli 2015 (englisch).
  17. Katrin Suder - 2 nach 1. Abgerufen am 31. März 2017.
  18. Hamburger Abendblatt - Hamburg: Katja Kraus heiratet von der Leyens Staatssekretärin. Abgerufen am 3. April 2017.
  19. Von der Leyens „beste Frau“. Ex-HSV-Managerin heiratet Freundin. In: Bild.de. 29. März 2017, abgerufen am 30. März 2017.
  20. Organisationsstruktur. savethechildren, abgerufen am 22. März 2015.
  21. http://www.rp-online.de/politik/katrin-suder-mckinsey-frau-soll-bundeswehr-umbauen-aid-1.4266908