Katwijk

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Gemeinde Katwijk
Flagge der Gemeinde Katwijk
Flagge
Wappen der Gemeinde Katwijk
Wappen
Provinz Südholland Südholland
Bürgermeister Cornelis Visser (CDA)
Sitz der Gemeinde Katwijk
Fläche
 – Land
 – Wasser
31,15 km2
24,61 km2
6,54 km2
CBS-Code 0537
Einwohner 65.220 (30. Sep. 2018[1])
Bevölkerungsdichte 2094 Einwohner/km2
Koordinaten 52° 12′ N, 4° 24′ OKoordinaten: 52° 12′ N, 4° 24′ O
Bedeutender Verkehrsweg A44 N206 N441
Vorwahl 071
Postleitzahlen 2221–2225, 2231–2232, 2235, 2242
Website Homepage von Katwijk
Locatie Katwijk.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte

Katwijk (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) ist eine Stadt und Gemeinde in den Niederlanden, Provinz Südholland. Sie hat 65.220 Einwohner (Stand 30. September 2018), die auf einer Landfläche von 24,61 km² leben.[2] Sie gehört damit zu einer der dichter besiedelten Gemeinden des Landes. Seit dem 1. Januar 2006 gehören die Nachbargemeinden Valkenburg und Rijnsburg zu Katwijk.

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strand Katwijk

Katwijk liegt an der ehemaligen Mündung des Oude Rijn in die Nordsee, etwa fünf Kilometer westlich von Leiden. Der Ort ist ein beliebtes Seebad mit einem breiten Sandstrand, was den Tourismus zu einer der Haupterwerbsquellen der Gemeinde macht.

Prins Hendrikkanaal
Am 3. Februar 1598 strandete dieser zwanzig Meter lange Wal an der Küste zwischen Scheveningen und Katwijk.

Katwijk verfügt über eine Hochseefischereiflotte und einige fischverarbeitende Betriebe. Im Ortsteil Valkenburg befindet sich die Hauptverwaltung des Fischereikonzerns Parlevliet & Van der Plas. Der Ort besteht ursprünglich aus zwei Kernen, dem alten Katwijk aan den Rijn mit dem Hafen, und Katwijk aan Zee, unmittelbar am Strand gelegen. Beide Ortsteile wuchsen jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg immer mehr zusammen, so dass sich der Ort heute mit einer geschlossenen Bebauung präsentiert. Das Zentrum des heutigen Katwijk liegt im Ortsteil aan Zee, da sich dort die für die Touristen wichtige Infrastruktur entwickelt hat.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Stelle wo Katwijk liegt, soll der germanische Stamm der Chatten oder Catten gelebt haben. Das römische Kastell und Hafen Lugdunum Batavorum (Brittenburg) am Oude Rijn, lag zwischen Katwijk aan Zee und Noordwijk aan Zee und ist in der römischen Tabula Peutingeriana verzeichnet. Auch wurden in Katwijk vereinzelte Münzfunde aus römischer Zeit gefunden. Archäologische Fundstücke aus dem heutigen Katwijk sind im Museum für das Altertum (Rijksmuseum van Oudheden) in Leiden ausgestellt. Die Rheinmündung war schon zu römischen Zeiten im Versanden begriffen. Als die Bildung von Dünen im 11. Jahrhundert schnell voranging, war Katwijk nicht länger mehr ein Hafen. Der Oude Rijn blieb aber noch eine Schifffahrtsroute. Heute ist der Oude Rijn durch einen Damm vom offenen Meer abgetrennt, so dass Schiffe und Boote aus dem Hafen die offene See nur über Umwege erreichen können.

Bis zum 19. Jahrhundert blieb der Ort ein ärmliches Fischerdorf mit einer in kirchlicher Hinsicht ziemlich orthodoxen Bevölkerung. Letzteres ist zum Teil immer noch der Fall. Die Kirchenfusion der Niederländisch Reformierten Kirche im Jahre 2004 führte in Katwijk zu einer Kirchenspaltung und religiöser Verunsicherung vieler gläubiger Christen.

Um 1900 wurde Katwijk Ziel zahlreicher impressionistischer und anderer Maler, unter anderem Max Liebermann und Jan Toorop. Dessen Tochter Charley Toorop wurde in Katwijk geboren.

Katwijk litt im Zweiten Weltkrieg erheblich unter den deutschen Besatzern, die für den Bau des Atlantikwalls Teile des alten Ortskerns abrissen. Diese Baulücken wurden in den 1950er Jahren durch moderne Bauten geschlossen, die dem Ortsteil aan Zee ein modernes Stadtbild geben. Die gemütliche Atmosphäre des alten Fischerdorfes war jedoch verloren.

Katwijk ist die größte niederländische Stadt ohne Bahnanschluss.

Künstlerkolonie Katwijk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernard Blommers: Fischerleben am Strand mit Bomschuijt.

Das erste bekannte Gemälde von Katwijk aus der Zeit des 1. Goldenen Zeitalters der niederländischen Malerei wurde von dem Haarlemer Maler Jacob van Ruisdael angefertigt,[3] sein Titel lautet: Blick auf den Turm von Katwijk.[4] Dies belegt, seit jener Zeit war Katwijk als Motiv der Landschaftsmalerei beliebt.

In der Zeit von 1870 bis 1914 existierte in Katwijk eine Künstlerkolonie. Sie ist Teil der internationalen Bewegung des Impressionismus und ist der Haager Schule zuzurechnen. Hieraus ist das Katwijks Museum entstanden. Es nennt eine Dauerausstellung zum alten Leben um das Fischerdorf Katwijk aan Zee sein eigen – dieser Teil mag als Heimatmuseum gelten. Darüber hinaus finden, an die Tradition der dort gelebten Kunst um die Strömung des Impressionismus anknüpfend, jährlich wechselnde Kunstausstellungen statt. Die jeweils gewählten Themen haben einen direkten Bezug zum Impressionismus und den Künstlern, die um Katwijk aan Zee tätig waren bzw. in das Umland ausgeströmt waren – ein Hauptthema war das Leben der Fischer und ihrer Familien und ihre berühmten Schiffe, die Bomschuiten. Es fallen solche Namen wie Adolph Artz, Bernard Blommers,[5] Hans von Bartels, Eugéne Dücker,[6] Wilhelm Hambüchen,[7] Thomas Bush Hardy,[8] Jozef Israëls, Hendrik Willebrord Jansen, Johannes Hermanus Koekkoek, Max Liebermann.[9] German Grobe, ebenfalls ein Maler der Düsseldorfer Malerschule, orientierte sich stark an den Arbeiten Liebermanns, so dass er den Beinamen "Düsseldorfer Liebermann" erhielt. Grobe verbrachte fast 50 aufeinanderfolgende Sommer in Katwijk, um dort zu malen und schuf ein umfangreiches Werk.[10] Weiterhin sind Jan Toorop und Jan Hillebrand Wijsmuller[11] zu nennen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Katwijk sind trotz aller Verwüstungen des Krieges noch viele alte Häuser und Kirchen übrig geblieben. Auch das Heimatmuseum Katwijker Museum ist sehenswert, so wie der Leuchtturm. Im Ortsteil Katwijk an Zee befindet sich die spätgotische Andreaskerk.

Interessante Ausflugsziele für Touristen sind der Nordseestrand, die Museumsbahn und das Eisenbahnmuseum der Dampfeisenbahn am Valkenburger See sowie über die Radwege die Nachbarorte Scheveningen und Zandvoort.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahlen 2018[12]
 %
20
10
0
19,0
13,8
13,2
9,9
9,8
9,4
8,6
6,7
3,4
6,0
GB
HVK
DURF
KK
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-1,4
-4,2
-3,4
-1,4
+0,7
+9,4
+2,2
+0,9
-0,9
-2,1
GB
HVK
DURF
KK
Sonst.

Die Kommunalwahlen vom 21. März 2018 ergaben folgende Sitzverteilung:

Partei Sitze[13]
2002 2005a 2010 2014 2018
CDA 7 10 8 7 7
ChristenUnie 5 6 6 6 5
SGP 4 5 5 6 5
Gemeentebelangen 5 7 7 4 3
Hart Voor Katwijk 3 3
DURF 3
VVD 2 3 5 2 3
PvdA 2 2 2 2 2
Kies Katwijk 2 1
D66 1 1
De Lokalen 0
Jezus Leeft 0 0
OPA Katwijk 0
Democratisch Onafhankelijk En Lokaal 0 0
Christelijk Sociaal Katwijk 0
Bakens Verzetten Katwijk 1 0
GroenLinks 0 0
Liberaal Burgerbelang 0
Protestants-Christelijk Katwijk 1 0
Gesamt 27 33 33 33 33
a Aufgrund der Eingemeindungen von Rijnsburg und Valkenburg zum 1. Januar 2006 fanden die Gemeinderatswahlen bereits im Jahr 2005 statt.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 18. Mai 2017 ist Cornelis Visser (CDA) amtierender Bürgermeister der Gemeinde.[14] Zu seinem Kollegium zählen die Beigeordneten Krijn van der Spijk (CDA), Gerard Mostert (ChristenUnie), Jacco Knape (SGP), Klaas Jan van der Bent (ChristenUnie) sowie der Gemeindesekretär Wilfred Goedmakers.[15]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmal: Erinnerung an Abriss und Evakuierung des Dorfes für den Bau des Atlantikwalls (von F. Nix, 1990).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vuurbaakplein-Leuchtturm zu Katwijk aan Zee
  • A. E. van Balen-Chavannes (1972): Bibliographie van de Geschiedenis van Zuid-Holland tot 1966, Publisher Culturele Raad van Zuid-Holland, Delft.
  • J. van der Hucht (1969): Bibliographie en iconographie van beide Katwijken en't Zand, Publisher Katwijk, Katwijk.
  • John Silveris, J. P. van Brakel, R. Siebelhoff: Katwijk in de Schilderkunst. Museum Katwijk, 1995, ISBN 90-800304-4-9.
  • E. W. Petrejus: De bomschuit : een verdwenen scheepstype. (= Museum voor Land- en Volkerkunde en het Maritiern Museum „Prins Hendrik“. Nr. 2). Rotterdam 1954, OCLC 23088615.
  • Kees Stal: De storm van 1894, de ramp die Scheveningen een nieuw gezicht gaf. Museum Scheveningen, 1994, ISBN 90-389-0282-4.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Katwijk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand. In: StatLine. Centraal Bureau voor de Statistiek, 30. Oktober 2018 (niederländisch)
  2. Kerncijfers wijken en buurten 2017 Centraal Bureau voor de Statistiek, abgerufen am 2. Juni 2018 (niederländisch)
  3. Jacob van Ruisdael (1628-1682) ist bekannt für seine weitreichende Motivvielfalt der Landschaftsmalerei, die vom Seestück, Strandszenen, Binnenlandschaften und dem Panorama reicht.
  4. Walter Bernt: Die Niederländischen Maler und Zeichner des 17. Jahrhunderts. Bd. 3, Tafel 1057, Bruckmann Verlag, München 1980, überarbeitete 4. Auflage, ISBN 3-7654 1767 X.
  5. Bernardus Johannes Blommers, kurz Bernard Blommers, gehört der ersten Generation der Haager Schule an und ist bekannt für seine Sittengemälde.
  6. Eugen Dücker war an der Düsseldorfer Malerschule für Landschaftsmalerei zuständig. Er hatte mit seiner weltoffenen Anschauung zur persönlichen Entwicklung des Kunststudenten den Weg zum Impressionismus und letztendlich zur Moderne an dieser Akademie geöffnet. Kunsthistorisch spricht man auch von der Dücker-Linie.
  7. Wilhelm Hambüchen ist ein Maler der Düsseldorfer Malerschule und bekannt für seine Landschaftsmalerei und Seestücke.
  8. Thomas Bush Hardy (1842–1897) war ein englischer Marinemaler, der sich der Technik der Aquarellkunst und der Ölmalerei verschrieben hatte.
  9. Max Liebermann zählt zu den bedeutendsten Vertretern der deutschen Impressionismus.
  10. Siehe Kat.: German Grobe und die Düsseldorfer Malerschule in Katwijk, Museum Kunstpalast Düsseldorf 2016
  11. Jan Hillebrand Wijsmuller hatte sich mit dem Maler Ludolph Berkemeier aus Noordwijk angefreundet und war mit ihm gemeinsam von hier aus zur Freiluftmalerei ausgeschwärmt.
  12. Ergebnis der Kommunalwahlen: 2014 2018, abgerufen am 2. Juni 2018 (niederländisch)
  13. Sitzverteilung im Gemeinderat: 2002–2005 2010 2014 2018, abgerufen am 2. Juni 2018 (niederländisch)
  14. Cornelis Visser nieuwe burgemeester van Katwijk. In: Omroep West. 20. März 2017, abgerufen am 2. Juni 2018 (niederländisch).
  15. Samenstelling Gemeente Katwijk, abgerufen am 2. Juni 2018 (niederländisch)