Katy Karrenbauer

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Katy Karrenbauer bei Markus Lanz 2011

Katy Nina Karrenbauer (* 31. Dezember 1962 in Duisburg) ist eine deutsche Schauspielerin, Sängerin und Autorin. Dem breiten Publikum bekannt wurde sie durch die Rolle der Christine „Walter“ Walter in der Fernsehserie Hinter Gittern – Der Frauenknast.

Leben[Bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten]

Katy Karrenbauer wuchs in Kiel auf. Im Alter von zwölf Jahren sang sie bereits im Schulchor; mit 15 begann sie eine klassische Gesangsausbildung zur Mezzosopranistin und erlernte das Gitarrespiel. Außerdem sang Karrenbauer in diversen Kieler Rockbands und schrieb schon ab 14 Jahren eigene Songs. Mit 17 Jahren verließ Karrenbauer die Schule, begann eine Ausbildung an der Schauspielschule Kiel und nahm Schauspielunterricht bei Uta Grabowski. Im Rahmen der Diskussion zu den Themen Jugendgewalt und Häusliche Gewalt sprach Karrenbauer erstmals im März 2010 öffentlich darüber, dass sie als Jugendliche von ihrem damaligen Freund verprügelt und mit einem Gewehr beschossen wurde.[1]

Musikkarriere[Bearbeiten]

1995 veröffentlichte Katy Karrenbauer ihre erste CD mit dem Titel Vorhang auf mit Coverversionen bekannter Lieder. Auf der Serien-CD zu Hinter Gittern – Der Frauenknast aus dem Jahr 2002 singt Karrenbauer, die die CD mitproduzierte, acht Lieder. Das Album stieg bis auf Platz 4 der deutschen LP-Charts und konnte sich mehrere Wochen in den Top Ten halten. Es erreichte binnen drei Wochen Goldstatus. In Österreich konnte sich die Platte bis auf Platz 36 platzieren.[2]

Im selben Jahr erschien ihr zweites Solo-Album mit dem Titel Trau dich. Es erreichte Platz 43 der deutschen Musik-Charts und verkaufte sich bis 2006 etwa 50.000 mal. 2004 erschien die zweite Hinter Gittern – Der Frauenknast-CD, zu der Karrenbauer drei Lieder beisteuerte. Das Album erreichte Platz 28 Der Deutschen LP-Charts. Parallel nahm sie an dem Musikprojekt Zeichen der Zeit teil und stand beim ersten Berliner Wannseekonzert mit Xavier Naidoo und der Band Zeichen der Zeit vor über 30.000 Zuschauern auf der Bühne.

Ende 2005 und Sommer 2006 ging Katy Karrenbauer mit der Band Silly auf Tournee. 2011, unmittelbar vor Karrenbauers Teilnahme am so genannten RTL-Dschungelcamp erschien ihre Single Ich komme durch.

Karrenbauers ursprünglich in Mezzosopran ausgebildete Stimme bildete sich inzwischen um zum prägnanten Kontra-Alt.

Schauspielkarriere[Bearbeiten]

Von 1985 bis 1986 spielte Katy Karrenbauer am Urania Theater, Kölns erstem Stadtteiltheater; danach hatte sie Engagements an diversen deutschen Bühnen.

Ihre schauspielerische Laufbahn vor der Kamera begann 1994 mit der 13teiligen RTL-Serie Notaufnahme (in den Niederlanden: Casualty) an der Seite von Andreas Hoppe. Als durchgehende Hauptrolle verkörperte Katy Karrenbauer die Rettungssanitäterin Karo Kaiser.

Es folgten Gastauftritte in Fernsehserien wie Verbotene Liebe (1995), Balko (1995), Die Wache (1996) und Nikola (1996). 1997 war sie in Das erste Semester in ihrer ersten Kinorolle zu sehen. Der Durchbruch gelang 1997 mit der Rolle der Gefängnisinsassin Christine Walter in der RTL-Serie Hinter Gittern – Der Frauenknast. 1999 wurde Katy Karrenbauer als beste Schauspielerin in der Kategorie Beste Schauspielerin in einer Serie für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Karrenbauer verkörperte die Rolle bis 2007 in insgesamt 16 Staffeln. Ihre Interpretation der dominanten Lesbe, verurteilt wegen bewaffneten Raubüberfalls, gelang derart überzeugend, dass die Schauspielerin lange auf diesen Typus fixiert wurde. Nur allmählich war es Karrenbauer möglich, ihr tatsächliches und künstlerisch weitaus größeres Spektrum durchzusetzen.

Neben ihrem Mitwirken in Hinter Gittern – Der Frauenknast war sie vor allem in Fernsehfilmen zu sehen. So spielte sie unter anderem Rollen in Pest – Die Rückkehrer (2002) sowie Hai-Alarm auf Mallorca (2004) und war in der Crazy Race-Reihe (2002–2007) zu sehen.

2005 spielte Karrenbauer in den Kinofilmen Max und Moritz Reloaded sowie 2006 in 7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug. 2008 tourte sie für die NDR-Sendung Länder, Menschen, Abenteuer mit einer Harley Davidson von Los Angeles nach San Francisco.

Zwischen den Filmen stand sie auf Theater- und Musicalbühnen unter anderem in Kiel, Köln, Salzburg, Gelsenkirchen, Karlsruhe, Berlin, Saarbrücken, Basel. In Trier „kämpfte“ sie 2011 als Amazonenkönigin auf dem Open Air Festival Brot & Spiele; im folgenden Jahr war sie in der Rolle der Kaiserin Faustina besetzt. Zudem spricht Karrenbauer seit 2011 die Rolle Shannon Beiste in der US-amerikanischen Fernsehserie Glee; in der Kinderserie Löwenzahn (2011) spielte sie eine Kommissarin. In Helmut Dietls satirisch-ironischem Kinofilm Zettl (2012) ist sie in der Rolle der russischen Pflegerin Svetlana zu sehen, in der internationalen Romanverfilmung Cloud Atlas (2012), unter dem Regietrio Tom Tykwer, Lana und Andy Wachowski, als Axe Woman.

Im Februar 2013 spielte Katy Karrenbauer am Schlosstheater Celle in der deutschen Erstaufführung von Jessica, 30 von Marlene Streeruwitz und feierte zugleich ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum.[3] Die Karl-May-Festspiele Elspe haben sie für die Sommersaison 2013 als Auswanderin Rosalie Ebersbach für die Inszenierung des Ölprinz engagiert.[4]

Im März 2014 stand Karrenbauer für drei Monate für Alles was zählt vor der Kamera, in der sie die russische Ballettlehrerin Ludmilla Petrova verkörperte.[5] Von Juni bis September 2014 wirkt sie auch in einer Hauptrolle als Capt’n C.C. Roberts beim Piraten Open Air in Grevesmühlen mit. Im Sommer 2015 übernimmt Karrenbauer diese Rolle erneut.

In dem auf der Autobiografie von Andreas Marquardt basierenden Film Härte spielt Karrenbauer dessen Mutter, die ihn jahrelang sexuell missbrauchte. Der Film hatte seine Premiere am 6. Februar 2015 bei der Berlinale.[6]

2015 wird Karrenbauer neben Jiří Lábus, Eva Habermann und Helmut Krauss für den Film Goblin 2 vor der Kamera stehen.[7][8]

Persönliches[Bearbeiten]

Neben ihrer Tätigkeit als Schauspielerin und Musikerin machte Karrenbauer auch als Autorin auf sich aufmerksam. Nach dem Gedichtband Was geht, bleibt – über eine, die auszog das Finden zu suchen (1999), erschienen zehn Jahre später 36 autobiografische Kurzgeschichten in Das Leben ist kein Fischfurz. In ihrem dritten Buch Die Freiheit nehm ich mir. (2010) erzählt Karrenbauer in 15 zum Teil selbstironischen und mit schwarzem Humor gewürzten Lebensgeschichten über Erfolg und Scheitern, vom Durchkämpfen und von dem, was letztlich für sie zählt.

Zwei der Kurzgeschichten in Das Leben ist kein Fischfurz[9] handeln davon, wie sich die Schauspielerin durch Investitionen in eine mobile Veranstaltungshalle finanziell ruinierte. Ihr Bekenntnis griff neben Anne Will und Brisant auch Günther Jauch in dem Interview zum Thema „Promis in der Schuldenfalle“ für stern TV (2009) auf.[10] Karrenbauer gab damit auch im Fernsehen bekannt, dass sie aufgrund privater Investitionen in die damals weltweit größte Traglufthalle insolvent wurde.[11]

Bis 2007 wohnte Katy Karrenbauer hauptsächlich in Köln; seitdem lebt sie in Berlin.

Im Januar 2011 nahm Karrenbauer an der RTL-Reality Show Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! teil und wurde Zweite. Mit der Gage gelang ihr der Weg aus der Privatinsolvenz.[12]

Katy Karrenbauer ist mit dem italienischen Stuntman Danilo Lazzarini liiert.[13]

Im Jahr 2013 war Katy Karrenbauer Kandidatin in der VOX Serie Promi Shopping Queen. Ausgestrahlt wurde die Sendung am 24. Februar 2013.

Soziales Engagement[Bearbeiten]

In ihrem Buch Was geht, bleibt erklärt Karrenbauer: „Wer nicht bereit ist, verantwortlich mit dem Leben anderer umzugehen, verdient keinen Respekt.“[14] 1999 war sie Botschafterin der Christiane-Herzog-Stiftung für Mukoviszidose-Kranke, zudem setzt sie sich für die Berliner AIDS-Hilfe ein. Daneben ist sie Botschafterin für das Kinderhospiz Sonnenhof in Berlin und engagiert sich für Dunkelziffer e. V. gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern.

Für die 2005 von Isabella Schmid in der Schweiz gegründete Initiative Cinema for Life, ist Karrenbauer regelmäßig mit Schauspielkollegen, u. a. Hannes Jaenicke, Ursela Monn, Gerit Kling oder Leonard Lansink, in Krankenhäusern unterwegs, um Texte und Theaterstücke für Patienten vorzutragen.

Diskografie[Bearbeiten]

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Alben[Bearbeiten]

  • 1995: Vorhang auf, DE
  • 2002: Hinter Gittern DE #4, 12 Wo., AT # 36, 5 Wo.
  • 2002: Trau dich! DE #43, 5 Wo. Verkäufe: + 50.000
  • 2004: Hinter Gittern Vol.2 DE #28, 6 Wo.

Singles[Bearbeiten]

  • 2002: Hand aufs Herz DE #39, 4 Wo.
  • 2002: Trau dich!, Promo
  • 2002: Prinzen gibt’s, Promo
  • 2003: Das ist mein Tag, DE #68, 2 Wo.
  • 2003: Wenn du mich wirklich willst, Promo
  • 2004: Ein weiterer Morgen, DE #33, 9 Wo.
  • 2011: Ich komme durch, DE

Weitere Songs auf CD[Bearbeiten]

  • 2004: Zeichen der Zeit mit dem Song Ein weiterer Morgen
  • 2004: Best of Mania mit dem Song Jailhouse Rock
  • 2006: Silly und Gäste mit den Songs Instandbesetzt und Hurensöhne

Hörbücher[Bearbeiten]

  • 2005: Hinter Gittern – der Frauenknast, die Geschichte der Christine Walter
  • 2005: Buch ohne Worte
  • 2009: Kinder Geschichten mit dem Bamberger Kasperl

Theater und Musical[Bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten]

Fernsehfilme[Bearbeiten]

Kino[Bearbeiten]

Fernsehserien[Bearbeiten]

Reality-Formate[Bearbeiten]

Fernsehshows, Spiel-Shows, TV-Gast[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1999: Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Schauspielerin in einer Serie für Hinter Gittern – Der Frauenknast
  • 2002: Goldene Schallplatte für das Album Hinter Gittern
  • 2002: RSH Gold für das Album Hinter Gittern
  • 2003: Unter der Regie von Christina Fürneisen und Daniel Texter gewann Katy Karrenbauer zusammen mit anderen Schauspielern die „ProSieben First Cut“-Nachwuchsförderung für den Film Traumtänzer

Werke[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Katy Karrenbauer – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. bz-berlin.de
  2. charts.de
  3. nachtkritik.de
  4. „Der Ölprinz“ in Elspe: Katy Karrenbauer spielt Rosalie Ebersbach, Homepage des Elspe Festival, Aufruf am 5. Februar 2013
  5. Katy Karrenbauer steigt bei „Alles was zählt“ ein. abgerufen am 26. Februar 2014
  6. Härte. Internationale Filmfestspiele Berlin, abgerufen am 2. Februar 2015.
  7. Erfolgreiches Crowdfunding startnext.de
  8. Katy Karrenbauer in GOBLIN 2 gamona.de
  9. Seite 116 ff.
  10. stern.de
  11. 1,5 Mio verloren – pleite!. In: Berliner Kurier, 6. Mai 2009
  12. bz-berlin.de
  13. Schauspielerin Katy Karrenbauer verliebt sich in einen Gladiator. In: Trierischer Volksfreund, 8. September 2011.
  14. Was geht, bleibt, S. 50
  15. amazon.de