Katzem

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Katzem
Stadt Erkelenz
Koordinaten: 51° 2′ 4″ N, 6° 21′ 18″ O
Höhe: ca. 95 m
Einwohner: 1132 (31. Dez. 2016)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 41812
Vorwahl: 02435
Katzem (Nordrhein-Westfalen)
Katzem

Lage von Katzem in Nordrhein-Westfalen

Katzem ist ein Dorf im südlichen Stadtgebiet von Erkelenz im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Zu Katzem gehören auch die Einzelhöfe Hauerhof und Eichhof. Der ländliche Ort bildet mit den benachbarten Ortschaften Lövenich und Kleinbouslar einen Stadtbezirk. Im Volksmund nennen sich die Katzemer „Katzeköpp“ (= Katzenköpfe).

Blick auf Katzem

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katzem liegt in der Erkelenzer Börde, nördlich des Nysterbaches, welcher nicht mehr existiert.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Mairie de Loevenich“ mit Katzem und Bucholzbusch um 1803

Im Westen liegt Lövenich, im Norden Kückhoven und der Wahnenbusch, im Nordosten der Hauerhof und Holzweiler, im Süden der Eichhof und Kleinbouslar. Jenseits dieser letzten beiden Siedlungen beginnt die Gemeinde Titz mit den Ortschaften Ralshoven und Gevelsdorf und der Kreis Düren.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der ursprünglichen Planung reichte der Braunkohletagebau Garzweiler II mit seinem zukünftigen Abbaufeld bis östlich des Dorfes. Der Hauerhof sollte ebenfalls abgebaggert werden. Diese Planungen sind nach aktueller Entscheidung der Landesregierung verworfen.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Nysterbach entspringt bei Katzem und fließt in ost-westlicher Richtung durch ein kleines Tal nach Lövenich, durch Baal und mündet, nunmehr Mühlenbach genannt, in die Rur.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Beweis für die römische Besiedlung der hiesigen Landschaft ist der Fund eines provinzialrömischen Friedhofes bei Katzem. Eine Belegung ist bis zur Mitte des 5. Jahrhunderts nachzuweisen.[2]

Katzem gehörte bis 1794 jahrhundertelang zum Herzogtum Furbinge. Gelegen im Amt Kaster, war der Nachbarort Lövenich Gerichtsort für die Orte Katzem, Boslar und Gevelsdorf.

Von 1816 bis 1935 gehörte es mit den einzelliegenden Gutshöfen Hauerhof und Eichhof zur Bürgermeisterei Lövenich. Ab 1935 wurde diese Bürgermeisterei dem Amt Baal zugeschlagen. Seit dem 1. Januar 1972 ist Katzem ein Ortsteil der Stadt Erkelenz.[3]

Bis in die 1850er Jahre lag südlich des Dorfes der Buchholzbusch, ein großer Wald, der in Ost-West-Erstreckung eine Länge von ca. 7,5 km hatte. Seit dem Mittelalter wurde er von den sogenannten Erbberechtigten der umliegenden Dörfer als Gemeinschaftswald genutzt. Ab 1850 wurde er gerodet und sein fruchtbarer Lössboden als Acker genutzt. Der Eichhof wurde nach 1860 im Bereich dieses ehemaligen Waldes erbaut.

Der Hauerhof wurde erstmals 1467 in einer Urkunde erwähnt und zom Hauw genannt. Der Name bedeutet: Holzschlag im Wald.

Am 25. Februar 1945 wurde Katzem und der Eichhof von amerikanischen Soldaten der 102. Infanteriedivision der 9. US-Armee im Zuge der Operation Grenade eingenommen.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katzem gehört zur Gruppe der "-heim"-Ortsnamen. Diese wurden in der Zeit der fränkischen Landnahme und frühen Ausbauzeit gebildet.

1369 wurde der Ort erstmals als Katzheym urkundlich erwähnt, 1470 als Katthem und 1560 als Katzem.

Bürgersaal und Pfarrkirche in Katzem

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung ist mehrheitlich katholisch. Jahrhundertelang gehörte Katzem zur Pfarre Lövenich. Im Jahre 1864 wurde Katzem zur Pfarrei erhoben, die Kirche St. Maria-Empfängnis erbaut und ein Friedhof angelegt. Am 1. Januar 2010 wurde die Kirchengemeinde mit zehn anderen Kirchengemeinden zur Pfarrgemeinde St. Maria und Elisabeth Erkelenz zusammengeschlossen.

Im Ort sind seit der Reformation evangelische Familien ansässig, die zur evangelischen Gemeinde Lövenich gehören.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die katholische Filialkirche St. Mariä Empfängnis
  • Kreuzigungsgruppe an der Kirche
  • Ehemaliger Grabstein von 1679 vom Lövenicher Friedhof am Garten des Pfarrhauses
  • Hof- und Wegekreuz an Hauerhof

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Vereinsgemeinschaft Katzem umfasst alle Vereine des Dorfes.
  • Brieftaubenzuchtverein „Bleib Hier“ Katzem, Verein 0 44 37
  • Karnevalsgesellschaft „KG Katzeköpp 1857 e.V.“ Katzem
  • Kirchenchor „Cäcilia“
  • Musikverein von 1920
  • Taubenverein „Luftpost“
  • Trommler- und Pfeiferkorps Katzem 1925
  • SSV Viktoria Katzem
  • VdK Ortsverband Katzem
  • Freiwillige Feuerwehr Löschgruppe Katzem
  • Knallbonbons Katzem 2008 e.V

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bürgersaal
  • Katholischer Kindergarten Katzem
  • Löschgruppe Katzem der Freiwilligen Feuerwehr Erkelenz
  • Raiffeisenbank Erkelenz e.G.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fortschreibung Bevölkerungstand am 31.12.2016 (PDF). In: Internetseite der Stadt Erkelenz. Abgerufen am 25. Januar 2017.
  2. Horst Wolfgang Böhme: Germanische Grabfunde des 4. bis 5. Jahrhunderts zwischen unterer Elbe und Loire. Münchner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 19. München 1974, S. 276. - Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1989, 323
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 307.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Kahlau, Geschichte aus Lövenich, Katzem und Kleinbouslar betrachtet, Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande Nr. 10, Erkelenz 1990
  • Theo Schläger, Katzem und der Wesenswandel eines Dorfes seit 1900, in: Heimatkalender der Erkelenzer Lande 1964, S. 91
  • Schmitz, „Die Vorstadt“ von Katzem, in: Heimatblätter. Monatsschrift für Heimatkunde 1930, Nr. 1
  • Firschgens, Der letzte Leinenweber in Katzem, in: Heimatblätter. Monatsschrift für Heimatkunde 1928, Nr. 49

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]