Katzenfloh

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Katzenfloh
Katzenfloh (Ctenocephalides felis)

Katzenfloh (Ctenocephalides felis)

Systematik
Unterklasse: Fluginsekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Flöhe (Siphonaptera)
Familie: Pulicidae
Gattung: Ctenocephalides
Art: Katzenfloh
Wissenschaftlicher Name
Ctenocephalides felis
Bouché, 1835

Der Katzenfloh (Ctenocephalides felis) ist ein parasitierendes flügelloses Insekt der Ordnung der Flöhe (Siphonaptera). Weibchen sind 2 bis 3 mm, Männchen etwa 1 mm lang und braun bis rot-braun gefärbt. Der Katzenfloh hält sich vorwiegend auf befallenen Tieren auf und ernährt sich vom Blut des Wirtes, seine Entwicklungsstadien sind dagegen vorwiegend in Verstecken anzutreffen. Durch sein weites Wirtspektrum ist der Katzenfloh eine sehr häufige Flohart. Er befällt auch den Menschen und spielt auch als Krankheitsüberträger eine Rolle.

Morphologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schema des Kopfes eines Katzenflohs

Wie alle Flöhe ist der Katzenfloh ein flügelloses Insekt mit drei Beinpaaren, von denen das letzte zu kräftigen Sprungbeinen umgebildet ist, sowie mit einem kombinierten Stech- und Saugrüssel als Mundwerkzeug. Er ist braun bis rot-braun gefärbt. Weibchen sind 2 bis 3 mm, Männchen etwa 1 mm lang.

Der Katzenfloh besitzt einen länglichen Kopf, der etwa doppelt so lang wie hoch ist. Er lässt sich anhand der aus Chitindornen bestehenden Stachelkämme (Ctenidien) von anderen Floharten unterscheiden. Der Kopfstachelkamm (Genalctenidium) trägt sieben bis acht Dornen, wobei der erste und zweite Dorn etwa gleich lang sind. Der Stachelkamm des Prothorax (Pronotalctenidium) trägt etwa 16 Dornen.

Der fußrückenseitige Rand des Sprungbeins hat sechs Einkerbungen, aus denen Borsten entspringen.

Vermehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flohlarve

Befruchtete Weibchen legen 24 Stunden nach der Begattung etwa 30 Eier in das Fell befallener Tiere. Die etwa 0,5 mm großen Eier fallen jedoch bald vom Tier ab und verteilen sich, meist in der direkten Umgebung der Schlafstätten.[1] Nach 4–5 Tagen schlüpft die Larve 1, die sich vor allem von verdautem Blut adulter Flöhe und von organischem Material aus der Umgebung ernährt. Da die Larven sehr empfindlich gegen Austrocknung sind, leben sie meist versteckt im Gras, Sand, Teppichböden und Ritzen. Nach Häutung zur Larve 2 und 3 folgt die Verpuppung in einem 5 mm großen Kokon.

Im Puppenstadium sind die Parasiten weitgehend resistent gegenüber Austrocknung, Licht und auch den meisten Insektiziden. Der Schlupf des adulten Flohs (Imago) erfolgt durch verschiedene Reize wie Wärme, Kohlenstoffdioxid-Gehalt oder Vibrationen. Der gesamte Entwicklungszyklus dauert unter günstigen Bedingungen etwa einen Monat, kann aber bei niedriger Umgebungstemperatur mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Unmittelbar nach dem Schlupf sucht er springend einen neuen Wirt. Ab dieser Phase leben Flöhe gewöhnlich permanent auf ihren Wirten, bei starkem Befall wechseln sie auch auf andere vorbeikommende Wirte. Die Lebensdauer der Imago beträgt etwa einen, in Ausnahmefällen bis zu drei Monate.

Den Winter können nur die adulten Flöhe auf ihren Wirten und die Puppen überleben, in beheizten Räumen kann der Entwicklungszyklus allerdings ganzjährig erfolgen.

Flohbefall[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flohbiss und ausgekämmter Flohkot bei einer Katze

Durch sein weites Wirtspektrum ist der Katzenfloh eine der am weitesten verbreiteten Floharten. Trotz des Einsatzes vorbeugender Flohmittel gehen Schätzungen davon aus, dass bis zu 20 % der Hunde und Katzen einen Flohbefall aufweisen, wobei das Befallsmaximum im Spätsommer auftritt. In urbanen Gebieten ist der Katzenfloh auch bei Haushunden der häufigste Parasit, der stärker spezialisierte Hundefloh ist eher in ländlichen Gebieten anzutreffen. Auch andere Tiere und Menschen werden vom Katzenfloh nicht verschont.

Ausgewachsene (adulte) Flöhe ernähren sich durch ihre saugend-stechenden Mundwerkzeuge vom Blut ihres Wirtes. Sie nehmen pro Tag etwa 13 µl Blut auf. Der Flohkot besteht vorwiegend aus unverdauten Blutbestandteilen und ist schwarz und krümelig. Bringt man ihn auf ein angefeuchtetes Stück Papier, so färbt er sich rötlich-bräunlich, was ein wichtiger Nachweis für einen geringgradigen Befall ist, da insbesondere Katzen sehr effektiv in der Flohbeseitigung sind, so dass man unter Umständen keine adulten Flöhe auf dem Wirt findet.

Haarausfall bei einer Katze mit Flohallergie: Das Deckhaar ist bis auf die Rückenpartie vollständig ausgefallen.

Durch den Flohstich entsteht eine punktförmige Rötung mit hellem Hof, unter Umständen eine Papel. Bei stärkerem Befall kann sich eine ausgedehntere Hautentzündung (Dermatitis) entwickeln. Häufiger und klinisch auffälliger sind jedoch allergische Reaktionen (Flohallergie), die auch bei nur geringem Befall zu schweren Hautveränderungen führen können.

Auch bei der indirekten Krankheitsübertragung spielt dieser Floh eine Rolle, denn er ist beispielsweise ein wichtiger Zwischenwirt für den Gurkenkernbandwurm. Auch andere Krankheitserreger wie Mykoplasmen (Erreger der felinen infektiösen Anämie), Bartonella henselae (Erreger der Katzenkratzkrankheit) oder Rickettsia felis werden durch den Katzenfloh verbreitet.

Bekämpfung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegen adulte Flöhe können Insektizide wie Afoxolaner, Fipronil, Imidacloprid, Metaflumizon, Nitenpyram, Selamectin, Fluralaner oder Spinosad eingesetzt werden. Zur Verhinderung der Larvenentwicklung eignen sich Chitininhibitoren wie Lufenuron. Zur chemischen Umgebungsbehandlung werden Chlorpyrifos, Permethrin, Propoxur, Fenoxycarb, Pyrethrine, Methopren bzw. Kombinationen dieser Wirkstoffe eingesetzt. Permethrin ist für Katzen giftig.[2]

Piperonylbutoxid ist ein häufiger Synergist, der die Wirkung von Insektiziden wie z.B.Pyrethrine verstärkt. Allerdings behindert es auch "den Entgiftungsmechanismus im menschlichen Körper, vergrößert daher die Gefahr anderer Insektizide".[3]

Haben Haushalte mit Haustieren Flöhe, sollten gleichzeitig die Umgebung und die Tiere selbst behandelt werden. Zur Behandlung von Katzen gibt es Halsbänder, Pulver, Spotons und Medikamente gegen Flöhe.[4]

Hausmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirkung von Hausmitteln ist oft nicht wissenschaftlich belegt.[5] Sie helfen am besten in Kombination und teilweise mit individueller Anpassung nach der Trial-and-error-Methode.

  • Tiere regelmäßig mit einem Flohkamm kämmen, dabei den Kamm häufig in eine Schale mit Wasser und etwas Spülmittel oder Seife tauchen.[6]
  • Täglich Teppiche, Betten und Polstermöbel saugen. Beutel in Plastiktüte stecken und direkt in den Hausmüll geben oder im Eisfach aufbewahren.[7] Vorbeugend kann in den Staubsaugerbeutel ein Tropfen Teebaumöl gegeben werden (Achtung, Teebaumöl ist wie viele ätherische Öle für Katzen giftig.[8])
  • Böden regelmäßig wischen.
  • Alles Waschbare, vor allem in der Nähe der Haustiere/Schlafkörbe/Schlafplätze, so heiß wie möglich und regelmäßig waschen.[6]
  • Nachts eine Flohfalle aufstellen: Einen Teller mit Seifenwasser füllen und in die Mitte eine brennende Kerze stellen. (Die Flöhe werden durch Wärme, Licht und CO2 der Kerze angezogen, fallen ins Wasser und ertrinken, weil sie in Seifenwasser nicht schwimmen können.)[9]

Um die Vermehrung zu unterbrechen, sollten sowohl die Hausmittel und die Behandlung von Tieren im Haushalt als auch chemische Bekämpfungsmaßnahmen je nach Befallsstärke über mehrere Wochen aufrechterhalten werden, da noch vorhandene Floheier in dieser Zeit neue Populationen hervorbringen können.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Epe, Monika Linek: Flohbefall und FAD bei Hund und Katze. In: Der praktische Tierarzt. Nr. 88, 2007, Supplement 1, S. 8–14.
  • Ch. Noli und F. Scarampella: Praktische Dermatologie bei Hund und Katze. 2. unveränderte Auflage, Schlütersche Verlagsanstalt, Hannover 2005, ISBN 3-87706-713-1.
  • Thomas Schnieder (Hrsg.): Veterinärmedizinische Parasitologie. 6., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, Parey, Stuttgart 2006, ISBN 3-8304-4135-5.
  • Anneliese Strenger: Zur Ernährungsbiologie der Larve von „Ctenocephalides felis“. In: Zoologische Jahrbücher. Abteilung für Systematik, Geographie und Biologie der Tiere. (Zool. Jb. Syst.) Bd. 100, 1973, G. Fischer, Jena/ Stuttgart u.a., ISSN 0044-5193, S. 64–80.
  • Merkblatt der Beratungsstelle Schädlingsbekämpfung der Stadt Zürich: Katzen- und Hundeflöhe. PDF-Datei, 126 kB.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Flohplage – Gesundheitsrisiko! Auf: merial.com ; zuletzt abgerufen am 11. Januar 2016.
  2. Für Samtpfoten ungeeignet: Einige Zeckenmittel können Katzen vergiften. Auf: focus.de vom 6. Juni 2012, zuletzt abgerufen am 11. Januar 2016.
  3. Schädlinge in Haus und Garten: Das große Krabbeln. Auf: test.de vom 28. August 2002, zuletzt abgerufen am 11. Januar 2016.
  4. L. J. Fourie u.a.: Control of immature stages of the flea Ctenocephalides felis (Bouche) in carpets exposed to cats treated with imidacloprid. In: Journal of the South African Veterinary Association. (J S Afr Vet Assoc.) Dezember 2000, Band 7, Nummer 4, S. 219-221, PMID 11212931.
  5. Test Hundeflohmittel/Katzenflohmittel. Auf:oekotest.de (Öko-Test) vom Juni 2011; abgerufen am 27. Januar 2016.
  6. a b c Karin Born: Flohplage: Flöhe in der Wohnung bekämpfen. Philognosie, 10. Juli 2012, abgerufen am 26. Januar 2016.
  7. Stefanie Vogt: Was hilft gegen Flöhe bei Hunden und Katzen? Auf haustiermagazin.com vom 2. Juli 2015; abgerufen am 26. Januar 2016.
  8. Vergiftungen bei der Katze. Auf: haustier-anzeiger.de/Magazin. Ausgabe 12/ 2006, abgerufen am 11. Januar 2016.
  9. Katzenflöhe bekämpfen: Hausmittel. Auf: hausgarten.net (Hausgarten Magazin) vom 30. Oktober 2011; abgerufen am 26. Januar 2016.