Katzenfurt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Katzenfurt
Gemeinde Ehringshausen
Koordinaten: 50° 37′ 5″ N, 8° 20′ 54″ O
Höhe: 186 m ü. NHN
Fläche: 7,17 km²[1]
Einwohner: 1910 (30. Jun. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 266 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 35630
Vorwahl: 06449
Karte
Lage von Katzenfurt in Ehringshausen
Katzenfurt
Katzenfurt

Katzenfurt ist ein Ortsteil der Gemeinde Ehringshausen im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt im östlichen Teil des Westerwaldes, genauer im Unteren Dilltal. Im Süden grenzt Daubhausen und im Westen Greifenthal an Katzenfurt. Im Norden ist das Dorf von Wald umgeben. Nächste größere Stadt ist die Kreisstadt Wetzlar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname leitet sich nicht von der Katze ab, sondern von den Chatten, einem germanischen Volksstamm. Die Furt durch die Dill hatte schon früh Bedeutung als Teil eines Handelsweges zur Burg Greifenstein.

Durch Heinrich von Kaczenfurt wird der Ort im Jahr 1233 erstmals urkundlich erwähnt, 1255 folgte eine Erwähnung der Mark Kaczenfurt selbst.

Katzenfurt war dem Centgericht im nahegelegenen Dillheim zugeordnet, auch gehörte es als Filiale zu dessen Pfarrei. Nachdem im Jahr 1390 die Linie zu Solms-Greifenstein, zu deren Besitzungen auch Katzenfurt gehört, ausstarb, fiel der Ort den Grafen zu Solms-Burgsolms und 1436 schließlich den Grafen von Solms-Braunfels zu.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf mehrfach überfallen und ausgeplündert. Daher flüchteten auch einige Bewohner aus Katzenfurt nach Greifenstein.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Ortschaft Teil der Bürgermeisterei in Aßlar. 1932 wurden die Amtsbürgermeistereien im Kreis Wetzlar aufgelöst, Katzenfurt wurde zu einer selbstständigen Gemeinde.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden zum 1. Januar 1977 die Gemeinden Ehringshausen, Breitenbach, Daubhausen, Katzenfurt, Kölschhausen und Niederlemp kraft Landesgesetz zur neuen Großgemeinde Ehringshausen zusammengeschlossen.[2][3] Für Katzenfurt wurde wie für alle nach Ehringshausen eingegliederten Gemeinden ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet. Sitz der Gemeindeverwaltung blieb Ehringshausen.

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In erhaltenen Urkunden wurde Katzenfurt unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[4]

  • Kaczenfurt, de (1233) [Urkundenbuch der Stadt Wetzlar 1, S. 6–7 Nr. 19]
  • Kazenvůrt, de (1239) [Urkundenbuch der Stadt Wetzlar 1, S. 9 Nr. 29]
  • Caczevort, de (1245) [Urkundenbuch der Stadt Wetzlar 1, S. 11 Nr. 7]
  • Kazzynvort, de (1245) [Urkundenbuch der Stadt Wetzlar 1, S. 12 Nr. 41]
  • Caczenfurt, de (1248) [Urkundenbuch der Stadt Wetzlar 1, S. 14 Nr. 47]
  • Kaczenfurt (1255) [Urkundenbuch der Stadt Wetzlar 1, S. 25 Nr. 75 (unvollständiges Regest)]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Katzenfurt lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[4][5]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katzenfurt: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2017
Jahr  Einwohner
1834
  
554
1840
  
656
1846
  
697
1852
  
661
1858
  
691
1864
  
738
1871
  
714
1875
  
736
1885
  
708
1895
  
763
1905
  
938
1910
  
978
1925
  
1.025
1939
  
1.208
1946
  
1.577
1950
  
1.691
1956
  
1.688
1961
  
1.809
1967
  
1.919
1970
  
1.988
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
1.860
2014
  
1.900
2017
  
1.910
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: bis 1970[4]; Gemeinde Ehringshausen[1]; Zensus 2011[7]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[4]

• 1834: 508 evangelische Einwohner, 12 Katholiken, 36 Juden
• 1961: 1487 evangelische (= 82,20 %), 304 katholische (= 16,80 %) Einwohner

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe Liste der Kulturdenkmäler in Katzenfurt

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtige und große Arbeitgeber in Katzenfurt sind die Hedrich GmbH als Maschinenbauunternehmen im Bereich Elektroindustrie sowie die GIM & Lütticke Getränke GmbH.

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort befindet sich neben einem Backhaus, Dorfgemeinschaftshaus auch eine Turnhalle. Katzenfurt verfügt außerdem über eine Freiwillige Feuerwehr, einen Kindergarten und eine Grundschule. Im Dorf sind des Weiteren das Schiedsamt sowie das Ortsgericht angesiedelt. In Katzenfurt gibt es eine Geschäftsstelle der Volksbank Mittelhessen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt die Bundesstraße 277. Im Dorf zweigt von der Bundesstraße die L 3282 in Richtung Greifenstein-Holzhausen ab. Außerdem führt die K 64 von Sinn-Edingen kommend über Katzenfurt und Daubhausen nach Dillheim.

Die Ortschaft verfügt des Weiteren über einen Haltepunkt an der Dillstrecke und wird im Schienenpersonennahverkehr bedient.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Katzenfurt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Gemeinde Ehringshausen und Ortsteile. In: ehringshausen.de. Gemeinde Ehringshausen, archiviert vom Original; abgerufen im Februar 2019.
  2. Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen (GVBl. II 330–28) vom 13. Mai 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 17, S. 237 ff., § 18 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  3. Karl-Heinz Gerstemeier, Karl Reinhard Hinkel: Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Hrsg.: Hessischer Minister des Inneren. Bernecker, Melsungen 1977, DNB 770396321, OCLC 180532844, S. 290.
  4. a b c d Katzenfurt, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 25. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, OCLC 165696316, S. 249 (Online bei google books).
  7. Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt;