Katzenfutter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Trockenfutter
Cat and Cat Foods.jpg
Nassfutter in der Dose

Als Katzenfutter wird zumeist industriell hergestellte Tiernahrung bezeichnet, die der Ernährung von Hauskatzen dient. Unterschieden wird bei den konventionellen Fertigfuttermittel je nach Zusammensetzung zwischen Alleinfuttermittel und Ergänzungsfuttermittel sowie, entsprechend der Konsistenz, zwischen Trocken- und Nassfuttermittel.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als "reine" oder "wahre" Fleischfresser[1] und wegen ihres hohen Bedarfs an Proteinen beziehen Katzen einen Großteil ihres Nährstoffbedarfs aus Quellen tierischer Herkunft. Ihr Stoffwechsel weist in diesem Zusammenhang einige Besonderheiten auf. Es besteht die Unfähigkeit, die pflanzliche Vorstufe des Vitamin A (beta-Karotin) in das funktionsfähige Vitamin A umzuwandeln. Die Aminosulfonsäure Taurin und die Aminosäuren Methionin und Arginin sind für den Katzenorganismus essentiell. Es besteht außerdem ein hoher Bedarf an Nicotinsäure. Weibliche Katzen und kastrierte Kater sind nicht in der Lage, Linolsäure in Arachidonsäure umzuwandeln. Zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels benötigen sie keine Kohlenhydrate, vielmehr kann Glukose über die Desaminierung spezieller Aminosäuren aus dem Futter gebildet werden.

Entsprechend ihrem natürlichen Nahrungsverhalten (Fangen kleiner Beutetiere) nehmen Katzen bei ständigem Angebot von Futter täglich 10 bis 20 mal Nahrung auf. Der tägliche Energiebedarf einer normalgroßen Hauskatze von knapp vier Kilogramm Gewicht beträgt etwa 1.250 kJ (= 300 kcal) an umsetzbarer Energie. Auf starke Veränderungen sowohl der angebotenen Ration als auch der Futtersorte reagieren Katzen unberechenbar, was zur Nahrungsverweigerung über mehrere Tage führen kann. Speziell bei adipösen Tieren besteht die Gefahr eines Fettmobilisationssyndroms mit lebensgefährlichen Stoffwechselstörungen aufgrund entgleisender Leberwerte bis hin zum Leberversagen.

Industrielle Katzenfertigfuttermittel werden entweder als Trockenfutter oder als Feuchtfuttermittel angeboten; sie unterscheiden sich im Wassergehalt. Dieser liegt bei den Trockenfuttermitteln im Bereich von 10 Prozent, bei Feuchtfuttermitteln um 75 Prozent. Trockenfuttermittel haben dadurch eine wesentlich höhere Energiedichte und müssen folglich in wesentlich kleineren Rationen verfüttert werden. Bei der Fütterung von Trockenfuttermitteln muss vor allem bei Wohnungskatzen darauf geachtet werden, dass die Möglichkeit zu genügender Wasseraufnahme besteht (z. B. mehrere Wassernäpfe).

Während Trockenfutter zumeist in Plastiktüten oder Kartons verpackt sind, wird Nassfutter in Dosen, Aluminiumschalen oder Kunststoffbeuteln angeboten, z.T. in eine Verpackungseinheit pro Portion.

Futterzusammensetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kohlenhydrate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Obwohl Katzen an sich keine Kohlenhydrate benötigen, sind sie doch den meisten Futtermitteln zugesetzt. Katzen haben als Carnivore (Fleischfresser) ein kürzeres Verdauungssystem, das primär auf das Verdauen von Fleisch ausgerichtet ist.[2] Der Anteil von Kohlenhydraten beträgt bei handelsüblichen Feuchtfuttermitteln 0 bis 30 Prozent, Trockenfutter enthält zwischen 50 und 86 Prozent. Den größten Anteil macht hierbei Stärke aus. Daneben liegen auch unverdauliche Kohlenhydrate in geringen Mengen im Futter vor, welche als Ballaststoffe Bedeutung haben und die Darmmotorik unterstützen. Hauptquelle der verdaulichen Kohlenhydrate – sie vergären und tragen zum Schutz der Darmwände bei – sind Bestandteile von Mais, Reis, Weizen, Hafer, Gerste, Möhren, Melasse, Erbsen und Kartoffeln.

Die im Futter vorliegenden unverdaulichen Faserstoffe werden aus Rübenschnitzeln, Reiskleie, Apfel- und Tomatentrester, Erdnussschalen, Zitrustrester, Hafer- und Weizenkleie oder Zellulose gewonnen.

Fette[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Katzen ist der benötigte Anteil essentieller Fettsäuren zu beachten. Etwa 5 bis 7 Prozent der Energie des Futters soll hierbei durch Linolsäure gedeckt werden. 0,04 bis 0,1 Prozent der Energie soll auf Arachidonsäure entfallen. Am häufigsten sind Hühner- und Geflügelfette im Katzenfutter enthalten. Pflanzliche Fettquellen stellen Mais-, Distel- und Sojaöl dar. Üblicherweise liegt der Fettanteil eines Katzenfutters zwischen 5 und 15 Prozent. Infolge der hohen Energiedichte der Fette macht dieser Nahrungsbestandteil etwa 40 Prozent des physiologischen Brennwerts des Futters aus.

Proteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fütterung einer Hauskatze mit Eigelb

Katzen benötigen wesentlich mehr Proteine als andere domestizierte Haussäugetiere. Experimentell wurde nachgewiesen, dass bei Jungkatzen ein befriedigendes Wachstum erst ab einem Proteingehalt möglich ist, der bei 30 Prozent der Trockensubstanz des Futters liegt. Für erwachsene Tiere liegt dieser Wert etwa bei 26 Prozent. Die in das Futter eingearbeiteten Proteine können sowohl tierischen als auch pflanzlichen Ursprungs sein, wobei die tierischen Proteine als höherwertig eingestuft werden. Häufige tierische Proteinquellen sind Rind, Huhn, Geflügelnebenprodukte, Geflügelmehl, getrocknete Eier, Fisch, Fischmehl, Fleischmehl, Knochenmehl und sonstige Nebenprodukte.

Als „tierische Nebenprodukte“ werden in der Tierkörperverwertung und gem. der EU-Verordnung 1069/2009 ganze Tierkörper oder Teile von Tieren oder Erzeugnisse tierischen Ursprungs beziehungsweise andere von Tieren gewonnene Erzeugnisse, die nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, einschließlich Eizellen, Embryonen und Samen bezeichnet. Zum Zwecke der Verwertung als Tierfutter müssen sie der Kategorie 3 entsprechen.

Als pflanzliche Proteinquellen werden verwendet: Maiskleber, Sojaprodukte, Luzernegrünmehl, getrocknete Bierhefe, Leinsamenmehl und Weizenkeime.

Bedarf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arginin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aminosäure Arginin ist für Katzen lebenslang essentiell, da sie vom Organismus nicht in ausreichendem Maße synthetisiert werden kann. Neben ihrer Bedeutung für die Neubildung von Proteinen ist sie ein unentbehrlicher Bestandteil des Harnstoffzyklus, der bei Katzen infolge der mit der hohen Proteinverwertung anfallenden großen Menge an Ammoniak ein besonders wichtiger Stoffwechselweg ist. Bereits auf eine einzige argininfreie Mahlzeit reagiert der Katzenorganismus mit einer schweren Hyperammonämie, die über die Symptome Erbrechen, Ataxie, Hyperästhesie und tetanische Krämpfe bis hin zum Koma und Tod führen können. Der Argininbedarf einer jungen Katze beträgt 1,1 Prozent der Trockensubstanz des Futters.

Taurin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katzen sind nur zur Synthese kleiner Mengen an Taurin in der Lage. Diese niedrige de-novo-Synthese ist auch für Menschen, einige Affenarten, Kaninchen und Meerschweinchen bekannt. Dass es bei diesen Arten nicht zu einem Mangel kommt, liegt in ihrem vergleichsweise niedrigen Bedarf begründet. Katzen benötigen infolge der Tatsache, dass ihre Gallensalze ausschließlich mit Taurin gebildet werden, einen wesentlich höheren Anteil dieser Aminosulfonsäure, um den Verlust mit der Fäzes auszugleichen. Mangelzustände äußern sich im Wesentlichen in zwei klinischen Syndromen. Neben der Möglichkeit der Ausbildung einer dilatativen Kardiomyopathie (DCM oder DKMP) ist dies die zentrale Retinadegeneration der Katze (feline central retinal degeneration, FCRD). Der empfohlene Gehalt an Taurin beträgt 1000 mg pro Kilogramm Trockenfutter und 2000 mg pro Kilogramm Naßfutter, wobei sich die unterschiedlichen Angaben im bei Fütterung mit Feuchtfutter erhöhten Bedarf der Tiere begründen.

Methionin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aminosäure Methionin kann von Katzen nicht synthetisiert werden und ist daher zum Aufbau von Körperproteinen und zur Phospholipidsynthese im Zuge der Fettverdauung essentiell. Der Bedarf liegt bei etwa 1,6 g pro 1000 kcal verdauliche Energie.

Nicotinsäure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht ein hoher Bedarf an Nicotinsäure, da dieses Vitamin durch einen hohen Bedarf an Tryptophan zur Synthese von Picolinsäure sonst nicht ausreichend gebildet werden kann. Praktisch tritt hier jedoch kein Mangel auf, da tierische Gewebe ausreichende Mengen enthalten.

Weitere Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie jedes Säugetier benötigen Katzen zur dauerhaften Aufrechterhaltung der Gesundheit Vitamine, Mengenelemente und Spurenelemente. In industriell hergestellten Futtermitteln werden daneben Konservierungsstoffe eingesetzt, um die Haltbarkeit des Produktes zu gewährleisten. Karamelisierter Zucker dient der – ausschließlich für den Katzenhalter oft bedeutsamen – optischen Präsentation des Futters und als Weichmacher.

Alternative Futtermittel bzw. Ernährungsformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BARF[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Barf

Unter dem Begriff BARF wird die Fütterung mit Rohfutter, bestehend überwiegend aus Fleisch und in geringerem Anteil pflanzlichen Bestandteile und ggf. Supplementen bezeichnet. BARF steht als Akronym für Biologically appropriate raw food, was im Deutschen mit dem Backronym „Biologisches Artgerechtes Rohes Futter“ übersetzt wurde.

Vegetarisches bzw. veganes Futter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Ende des 20. Jahrhunderts lassen sich Fälle finden, in denen Halter ihre Katzen bewusst vegetarisch bzw. vegan ernährt haben,[3] während kommerziell hergestelltes vegetarisches bzw. veganes Futter erst gegen Anfang des 21. Jahrhunderts auf den Markt kam. Die Stiftung Warentest prüfte im Jahre 2008 erstmals auch ein vegetarisches Produkt, das als Alleinfutter für „völlig ungeeignet“ befunden wurde.[4]

Eine rein vegetarische Ernährung für Katzen wird von Tierärzten und vom Deutschen Tierschutzbund wegen der Gefahr von Mangelernährung strikt abgelehnt.[5][6][7][8] Wissenschaftliche Untersuchungen zur vegetarischen bzw. veganen Katzenernährung sind bislang kaum vorhanden. Eine deutsche Studie aus dem Jahre 1999 kam zu dem Ergebnis, dass eine vegetarische Ernährung mit Supplementen bedarfsdeckend sein könnte, jedoch in der Praxis keine der untersuchten acht Katzen tatsächlich bedarfsdeckend ernährt wurde.[3] Die Forscherin und heutige niedergelassene Tierärztin hat diese Einschätzung im Jahre 2014 nochmals bestätigt.[6] In einer US-Studie bis zum Jahr 2006 wurde das Blut von Katzen auf die Taurin- und Vitamin B12-Konzentration untersucht, die vegetarisch gefüttert und durch die Halter überwiegend auch mit weiteren Nährstoffen supplementiert wurden. Jedenfalls in Bezug auf diese Nährstoffe wurden ganz überwiegend Werte im Referenzbereich festgestellt.[9] Das National Research Council (Vereinigte Staaten) warnt ebenfalls vor Mangelversorgungen,[10] hält eine strikte vegetarische Ernährung bei ausreichender Supplementierung jedoch für möglich.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cat food – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma
 Wiktionary: Katzenfutter – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael S. Hand: Klinische Diätetik für Kleintiere.. Schlütersche, 2002, ISBN 978-3-87706-893-9, S. 379–.
  2. Michael S. Hand: Klinische Diätetik für Kleintiere.. Schlütersche, 2002, ISBN 978-3-87706-893-9.
  3. a b Radka Engelhard: Feldstudie zur vegetarischen Ernährung von Hunden und Katzen, München, Univ., Diss., 1999 Abstract bei www.vetmed.uni-muenchen.de
  4. Stiftung Warentest vom 27. August 2008: Katzenfutter: Weniger ist mehr
  5. Der Deutsche Tierschutzbund über eine vegetarische Ernährung von Katzen, aufgerufen am 30. März 2016.
  6. a b zeo2 3/2014 (abrufbar über taz.de): Veganes Futter: Ein ungenehmigter Tierversuch
  7. Michael S. Hand: Klinische Diätetik für Kleintiere.. Schlütersche, 2002, ISBN 978-3-87706-893-9.
  8. Jens Lubbadeh: Tierernährung: "Katzen vegan zu ernähren, lehne ich ab", Interview mit der Fachtierärztin Ellen Kienzle, Der Spiegel, 2. Mai 2014
  9. LA Wakefield, FS Shofer, KE Michel: Evaluation of cats fed vegetarian diets and attitudes of their caregivers. In: Journal of the American Veterinary Medical Association. 229, Nr. 1, 2006, S. 70–3. doi:10.2460/javma.229.1.70.
  10. Nutrient Requirements of Cats.. National Academies, 1986, S. 30ff., NAP:14564.
  11. Strict vegetarian diets are not appropriate for cats unless supplemented with nutrients essential for cats that are not found in plants (dt.: Strikte vegetarische Ernährungsformen sind für Katzen nicht geeignet, sofern nicht essentielle Nährstoffe hinzugefügt werden, die Katzen benötigen, die jedoch nicht in Pflanzen enthalten sind.), in: National Research Council: YOUR CAT’S NUTRITIONAL NEEDS; A Science-Based Guide For Pet Owners, 2006