Kauernhofen

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Kauernhofen
Koordinaten: 49° 46′ 4″ N, 11° 4′ 50″ O
Höhe: 310 m ü. NN
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 91330
Vorwahl: 09545
Kauernhofen
Kauernhofen

Kauernhofen ist eine Ortschaft mit ca. 500 Einwohnern am Fuße der Langen Meile im oberfränkischen Landkreis Forchheim. Im Rahmen der Gebietsreform 1972 wurde Kauernhofen nach Eggolsheim eingemeindet und ist seitdem einer von 13 Ortsteilen des Marktes.

Chronik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundlich erwähnt wurde Kauernhofen erstmals im Jahr 1062 unter dem Namen „Echeleicheshofe“ (der Hof bei Eggolsheim). 1479 wurde das Dorf, damals im Besitz des Herrn von Bibra, an das Stift St. Jakob in Bamberg verpfändet. Einer Sage nach soll 1310 ein Bauer namens Kauer alleine die Steine für den oberen Stock des Kirchturms in Eggolshein herbeigeschafft haben. Danach sei ihm zu Ehren der Ort „Kauernhofen“ benannt worden. 1384 erschien urkundlich „Kawrenhouwen“ als Dorf mit 24 Herdstätten. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Kauernhofen 1632 fast völlig zerstört. Durch einen schweren Hagelschlag im Jahr 1750 wurde der größte Teil der Fluren zerstört. Die Wallfahrt nach Gößweinstein erinnert noch an dieses Geschehen. 9 Häuser und 21 Scheunen fielen am 29. August 1760 bei der bisher größten Brandkatastrophe den Flammen zum Opfer. Der Brauch des Passionsingens, den einige Dorfbewohner alljährlich am Gründonnerstag pflegen, scheint davon seinen Ursprung zu haben. Gesungen wird dabei die Leidensgeschichte Jesu. Nach der Zerstörung der alten Bergkapelle (erbaut 1868/69) durch ein Feuer im Jahr 1954, das von brennenden Kerzen verursacht worden war, errichtete man 1955 eine neue Kapelle. Alljährlich findet dort bei schönem Wetter am Sonntag nach Pfingsten (Trinitatis) ein Gottesdienst für die Gefallenen der beiden Weltkriege statt. Die Bergkapelle in Kauernhofen ist ein beliebter Zwischenstopp für Wanderer. Ein steiler Fußweg entlang der sieben Stationen führt direkt zur Kapelle. Die restlichen sieben Stationen der Passion Christi sind als Bilder in der Kapelle zu sehen.

Verlässt man nach der zweiten Station linker Hand den Weg, so gelangt man nach ca. 60 Metern zu einem größeren Felsen, auf dem sich ein früher als Jagdsitz benutzter eiserner Drehstuhl befindet. Er wurde Anfang des 20. Jahrhunderts dort angebracht und lässt sich noch drehen. Am Ortsausgang von Kauernhofen in Richtung Eggolsheim befindet sich links die 1735 errichtete Kapelle Zur schwarzen Muttergottes. Im Inneren befindet sich eine schwarze Madonna und ein kleines Barockaltärchen. Am anderen Ortsende steht die am 18. Mai 1891 eingeweihte Lourdeskapelle. Darin befinden sich die Lourdesgrotte (Madonna) und das Heilige Grab (Christusfigur) aus Tuffstein. Beide sind in Privatbesitz. Alljährlich finden dort Maiandachten statt. Im Ortskern befindet sich die am 16. Oktober 1966 geweihte Filialkirche Peter und Paul.

Am 1. Juli 1972 wurde Kauernhofen in den Markt Eggolsheim eingegliedert.[1]

Bilder aus Kauernhofen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 462.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kauernhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien