Kaulitz

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Kaulitz
Wappen von Kaulitz
Koordinaten: 52° 52′ 52″ N, 11° 23′ 31″ O
Höhe: 26 m ü. NHN
Fläche: 11,49 km²
Einwohner: 182 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39619
Vorwahl: 039036
Kaulitz (Sachsen-Anhalt)
Kaulitz
Kaulitz
Lage von Kaulitz in Sachsen-Anhalt

Kaulitz ist eine Ortschaft und ein Ortsteil der Stadt Arendsee (Altmark) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Kirchdorf Kaulitz liegt sechs Kilometer westlich der Stadt Arendsee (Altmark) unmittelbar an der Landesgrenze zu Niedersachsen und grenzt an das Wendland. Im Osten fließt der Mahnsteingraben, der in den Landgraben mündet. Im Süden liegt der Haltepunkt Binde-Kaulitz der Bahnstrecke Salzwedel–Geestgottberg.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaulitz wurde 1184 erstmals als ein slawisches Dorf namens Kaulitz oder Kawlitz urkundlich erwähnt, als Markgraf Otto einige Dörfer dem Nonnenkloster Arendsee überlässt.[3][4]

Im Norden des Dorfes lag das Vorwerk Kaulitz, kurz davor liegt der ca. 21 Meter hohe Klosterhorst. Nordwestlich des Ortes lag eine alte Burgstelle. Südlich des Dorfes am Waldrand stand eine Windmühle.[5]

In einem Waldstück in der Nähe des Ortes befindet sich das Grab eines unbekannten sowjetischen Kriegsgefangenen, der während des Zweiten Weltkrieges ein Opfer von Zwangsarbeit wurde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurde die Gemeinde vom Landkreis Osterburg in den Kreis Salzwedel umgegliedert.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Kaulitz am 19. Mai 2009, dass die Gemeinde Kaulitz in die Stadt Arendsee (Altmark) eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[6][7]

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Kaulitz wurde Kaulitz Ortsteil der Stadt Arendsee (Altmark). Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Kaulitz und künftige Ortsteil Kaulitz wurde zur Ortschaft der aufnehmenden Stadt Arendsee (Altmark). In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Kaulitz wurde ein Ortschaftsrat mit fünf Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1801 268
1818 212
1840 268
Jahr Einwohner
1885 295
1892 292
1900 255
Jahr Einwohner
1910 227
1925 283
1939 274
Jahr Einwohner
1946 466
2011 209
2012 208
Jahr Einwohner
2013 195
2014 193
2015 202
Jahr Einwohner
2016 200
2017 182

Ab 2011 Stand 31. Dezember des jeweiligen Jahres

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde war Horst Bretschneider. Ortsbürgermeister ist Heiner Schulz.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Geviert von Silber und Blau; Feld 1: ein linksgekehrter roter Kuhrumpf; Feld 2: drei steigende goldene Ähren balkenweise; Feld 3: drei goldene Kugeln (2:1); Feld 4: ein roter Pferderumpf.“

Das Wappen wurde von dem Heraldiker Uwe Reipert gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der ehemaligen Gemeinde Kaulitz ist Gelb - Blau gestreift mit mittig aufgelegtem Wappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Feldsteinkirche in Kaulitz ist in der Mitte des 13. Jahrhunderts entstanden.[8]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Kaulitz gehört zur Pfarrei Binde[9] im Pfarrbereich Fleetmark-Jeetze des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.[10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, S. 179.
  • J. A. F. Hermes, M. J. Weigelt: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Topographischer Teil. Hrsg.: Verlag Heinrichshofen. Band 2, 1842, S. 374 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DHB4_AAAAcAAJ%26pg%3DPA374~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  • Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. In: Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Statistik des Deutschen Reichs. 2. Auflage. Band 550. Verlag für Sozialpolitik, Wirtschaft und Statistik, Paul Schmidt, 1941, ZDB-ID 223601-1, S. 99.
  • Regierung der Deutschen Demokratischen Republik, Statistisches Zentralamt (Hrsg.): Systematisches und alphabetisches Verzeichnis der Gemeinden der Deutschen Demokratischen Republik (Gebietsstand 1. Januar 1952). Berlin 1952, S. 30.
  • Einheitsgemeinde Stadt Arendsee (Altmark): Einwohnerdaten der Jahre 2011 bis 2017. 12. Januar 2018.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hauptsatzung der Stadt Arendsee (Altmark). 2. September 2014, § 1 (4), S. 1 (stadt-arendsee.eu [PDF; 45 kB; abgerufen am 3. Februar 2017]).
  2. Top50-CD Sachsen-Anhalt, 1.50000, Landesamt für Landesvermessung und Geoinformation, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2003
  3. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 17, 1859, S. 1 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000995_00009~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  4. Anmerkung: Der Historiker Hans K. Schulze interpretiert die Urkunde als Gründungsurkunde des Klosters und datiert sie auf das Jahr 1183. Siehe: Hans K. Schulze: Siedlung, Wirtschaft und Verfassung im Mittelalter. Böhlau Verlag, 2006, ISBN 978-3-412-15602-2, S. 106.
  5. Karte des Deutschen Reiches, 1:100 000, Teil II/IV: Blatt 240: Wittenberge. Preußisches Statistisches Landesamt, 1906, abgerufen am 3. Januar 2018.
  6. Amtsblatt des Landkreises Nr. 8/2009 S. 222–225 (PDF; 315 kB)
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  8. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 244.
  9. Haase, Hilbert: Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 26 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 6. Januar 2018]).
  10. Pfarrbereich Fleetmark-Jeetze. Abgerufen am 12. Januar 2018.