Kawasaki 500 H1

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Kawasaki
Kawasaki 500 H1 White MACH.jpg
500 H1 MACH III von 1969
Kawasaki 500 H1
Hersteller: Kawasaki Heavy Industries, Ltd
Produktionszeitraum 1969 bis 1976
Bauart Sportler
Motordaten
luftgekühlter Dreizylinder-Zweitaktmotor mit Getrenntschmierung
Hubraum (cm³) 498
Leistung (kW, PS) 60 bei 7.500 min−1
Drehmoment (N m) 57,3 bei 7.000 min−1
Höchst­ge­schwin­dig­keit (km/h) 201[1]
Getriebe 5-Gang
Antrieb Kette
Bremsen Trommelbremsen vorne Ø 206 mm, hinten Ø 180 mm
Radstand (mm) 1400
Maße (L × B × H, mm): 2095 × 840 × 1080
Sitzhöhe (cm) ca. 78
Leergewicht (kg) 174

Vorlage:Infobox Motorrad/Wartung/Parameter

Die Kawasaki 500 H1 war ein Motorrad des japanischen Herstellers Kawasaki, das auch MACH III genannt und von 1969 bis 1976 gebaut wurde.[2] Die Kawasaki H1 war mit einer Höchstgeschwindigkeit von 201 km/h die schnellste Serienmaschine der damaligen Zeit. Abgeleitet von der H1 wurde die Kawasaki H1R, eine käufliche Rennmaschine.

Kawasaki 500 H-1A
Kawasaki 500 H-1B

Geschichte und Technik[Bearbeiten]

Bereits Ende 1968 erschien die H1 auf dem Markt. Die H1 bot Leistung, die damals kein anderes Modell bieten konnte. Ein luftgekühlter Dreizylinder-Reihenmotor der 1967 unter Leitung von Yikio Otsuki entwickelt wurde und nur wenig mehr Gewicht hatte als ein Twin-Motor.[3] Die Bauweise ließ nur die Einlasssteuerung mittels Kolbenkanten zu. Um eine Überhitzung des mittleren Zylinders vorzubeugen wurden die äußeren Kühlrippen so geformt, dass zusätzliche Luft diesen erreichten. Eine kontaktlose elektronische Zündung sowie drei 28-mm-Mikuni-Vergaser sorgten für die Verbrennung. Ein schmaler Rückgratrohrrahmen mit zwei Unterzügen bildete die Basis des Motorradrahmens, eine – aus heutiger Sicht – dünne Teleskopgabel und eine zweiarmige Hinterradschwinge nahmen die Reifen in der Dimension 3.25–19 (vorne) und 4.00–18 (hinten) auf.[4] Verzögert wurde das Vorderrad mit einer 206 mm-Duplex-Trommelbremse, hinten mit einer 180 mm Simplex-Bremse. 1972 wurde vorn eine 292–mm–Scheibenbremse eingeführt.

Durch den Erfolg der 500 H1 entwickelte Kawasaki die 750 H2 Mach IV als neues Topmodell, das ab 1972 Maßstäbe in Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit setzen sollte. Auch in den kleineren Klassen rundete man das Angebot 1972 mit der 250 S1 Mach I, und 350 S2 Mach II (350-SS), sowie 1974 mit der 400 S3 Mach II (400-SS) ab. Strenger werdene Emissionsvorschriften bedeutenden das Produktionsende der Kawasaki Mach III, von der etwa 110.000 Exemplare gefertigt wurden.[5] Gut erhaltene Exemplare werden heute für über 7.000 Euro angeboten, der Einstiegspreis betrug damals (1969) 4.200 DM.[6]

Modellversionen[Bearbeiten]

  • 1969 H-1 (Farbe: Mitternachts Weiß mit blauen Streifen, später auch Peacock Grau mit schwarzen Streifen auf dem Tank), Trommelbremse (vorne), die Peacock Graue-Version hatte den Tank waagerecht montiert.
  • 1970 H-1 (Farbe: Candy Rot mit weißen Streifen auf dem Tank)
  • 1971 H-1A (Farbe: Candy Blau mit hellblauen Fläche und Streifen auf dem Tank), verchromte Lampenschale
  • 1972 H-1B (Farbe: Pearl Candy Orange mit weißen Streifen auf dem Tank), Scheibenbremse (vorne)
  • 1973 H-1D (Farbe: Candy Lime mit weiß/schwarzen Streifen oder Candy Green mit hellgrüner Seitenfläche auf dem Tank), 58 PS bei 8.000 min−1
  • 1974 H-1E (Farbe: Candy Lime mit weiß/schwarzen Streifen oder Candy rot mit weißen Streifen), Design angelehnt an die Kawasaki Z1
  • 1975 H-1F (Farbe: Candy (Sky) Blau mit hellblauer Seitenfläche oder Candy Gold (Braun) mit gelber Seitenfläche)
  • 1976 H-2 KH-500 (A8) (Farbe: Deep Burgundy oder Kupfer mit gelben Streifen auf dem Tank), die Motorräder tragen ab diesem Zeitpunkt die Bezeichnung KH 500 (Kawasaki Highway), Leistung reduziert auf 52 PS bei 7.000 min−1. Dieses Modell wurde noch 1977 zum Preis von 5.200 DM angeboten.[7]

Mythos und Legende[Bearbeiten]

Die H1 machte mit dem Erscheinen den Hersteller Kawasaki zu einem „Synonym für Leistung“. Die Mach III hatte eine „gewisse Brutalität und faszinierende Ungezähmheit,“[8] die der Hersteller insbesondere bei der Vermarktung betonte.[9][10] Das Fahrwerk war dabei der Motorleistung nicht gewachsen: Als „Wackelpudding erster Güte“ wurde die Kawasaki bezeichnet.[11] Der hohe Schwerpunkt und die ungünstige Gewichtsverteilung von 57 Prozent auf dem Hinterrad trug dazu bei, dass bei voller Beschleunigung (4,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h; die Viertelmeile in 12,8 Sekunden) das Vorderrad vom Boden abheben konnte. Im anglikanischen Bereich wurde daraus der Name „Rodeo-Bike“.[12] Urban legends sind „Witwenmacher“ und „der mittlere Zylinder bekam durch die Lage hinter dem Vorderrad weniger Fahrtwindkühlung ab, weshalb er dazu neigte festzufressen“.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ian Falloon: Die Kawasaki Story. Heel Verlag, 1. Auflage 2001. ISBN 3-89365-924-2.
  • Andi Seiler: Kawasaki, Motorräder seit 1965, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-613-02727-5 (Typenkompass)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kawasaki H1 – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Test der Zeitschrift "Cycle" vom April 1969
  2. Falloon (2001), S. 164.
  3. Falloon (2001), S. 24.
  4. Falloon (2001), S. 26.
  5. Falloon (2001), S. 27.
  6. Oldtimer Markt: Motorrad-Spezial Nr. 8, 2014, S. 75.
  7. Motorrad Katalog 1977, S. 165.
  8. Falloon (2001), S. 24.
  9. Mach III Werbung (1971)
  10. Mach III Werbung (1969)
  11. Werner Koch: motorradonline.de, Kawasaki 500 Mach III (abgerufen am 5 August 2015)
  12. Falloon (2001), S. 24.