Kaysersberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Gemeinde in Frankreich; zum deutschen Prediger des Mittelalters siehe Johann Geiler von Kaysersberg.
Kaysersberg
Wappen von Kaysersberg
Kaysersberg (Frankreich)
Kaysersberg
Gemeinde Kaysersberg-Vignoble
Region Grand Est
Département Haut-Rhin
Arrondissement Colmar-Ribeauvillé
Koordinaten 48° 8′ N, 7° 16′ OKoordinaten: 48° 8′ N, 7° 16′ O
Postleitzahl 68240
ehemaliger INSEE-Code 68162
Eingemeindung 1. Januar 2016
Status commune déléguée
Website www.ville-kaysersberg.fr

Blick auf Kaysersberg

Kaysersberg (im Ortsdialekt Kaisersbari [1], welsch Kèysprè) ist eine ehemalige französische Gemeinde mit zuletzt 2.701 Einwohnern (Stand 2013) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est. Sie gehörte zum Colmar-Ribeauvillé (Rappoltsweiler) und zum Kanton Sainte-Marie-aux-Mines.

Mit Wirkung vom 1. Januar 2016 wurden die früheren Gemeinden Kaysersberg, Kientzheim und Sigolsheim zu einer Commune nouvelle mit dem Namen Kaysersberg-Vignoble zusammengelegt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaysersberg liegt im Tal des Flusses Weiss, nordwestlich von Colmar an der Elsässer Weinstraße. Das Gebiet gehört zum Regionalen Naturpark Ballons des Vosges.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild von Kaysersberg, 1916

Das Tal der Weiss wurde im Mittelalter als Verbindungsweg zwischen der Rheinebene und Lothringen genutzt. Als Castrum Keisersberg wurde die Siedlung 1227 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Zum Schutz dieser Wegstrecke ließ der Stauferkaiser Friedrich II. den günstig gelegenen Platz, an dem vermutlich bereits eine Burg gestanden hatte, vom kaiserlichen Schultheiß Wölflin erwerben und (erneut?) befestigen. 1293 erhielt Kaysersberg das Stadtrecht, nahm einen raschen Aufschwung und trat 1353 als Freie Reichsstadt dem Zehnstädtebund bei. Von dem hier ansässigen kaiserlichen Vogt Lazarus von Schwendi (1522–1584) wird erzählt, dass dieser, als Heerführer gegen die anrückenden Türken in Ungarn dienend, von dort die Tokajerrebe mitgebracht haben soll. Im Westfälischen Frieden 1648 fiel die Stadt an Frankreich und blieb fortan, außer zwischen 1871 und 1918, französisch. Seiner Privilegien beraubt, fiel Kaysersberg in weitgehende Bedeutungslosigkeit. Nach der Französischen Revolution hieß der Ort vorübergehend Mont-Libre. Heute ist die kleine Stadt mit ihrem Altstadtkern ein beliebtes Ausflugsziel.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 2821 2979 2949 2707 2755 2676 2720

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf vielen Häusern, hohen Masten und Kirchen sieht man Storchennester, sitzende, an- und abfliegende Störche. Dies ist besonders im Frühjahr während der Paarungszeit und Aufzucht der Jungvögel ein Spektakel.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die im Mittelalter entstandene Stauferburg ist noch als mächtige Burgruine erhalten geblieben, zu der von der Stadt zwei Fußwege führen. In den Bergfried wurde eine neue Treppe aus Beton eingebaut; die Turmspitze ist über diese frei zugänglich.
  • In der Kirche Sainte-Croix (Heilig Kreuz) findet sich eine übergroße Christusfigur und ein Schnitzaltar von Hans Bongart aus dem Jahr 1518.[2]
  • Das ehemalige Rathaus (Hôtel de ville) ist ein sehenswerter Renaissancebau (1604) mit Innenhof.
  • In der Altstadt finden sich weiterhin viele reich verzierte Fachwerkhäuser.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das örtliche historische Museum (frz.: Musée local historique) ist in einem Steinhaus aus dem Jahre 1521 untergebracht und zeugt von der Geschichte der Region.
  • Das Albert-Schweitzer-Museum (frz.: Musée Albert Schweitzer) bietet Ausstellungsstücke aus dem Leben des 1875 in Kaysersberg geborenen Missionsarztes Albert Schweitzer.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaysersberg pflegte eine Partnerschaft mit Lambaréné in Gabun (Afrika), wo der in Kaysersberg geborene Albert Schweitzer in dem von ihm gegründeten Urwaldhospital gewirkt hatte. Seit 2008 bestand auch eine Partnerschaft zur belgischen Gemeinde Perwez in Wallonien.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Foto von zwei Ortsschildern mit den beiden Schreibweisen des Stadtnamens.
  2. Inneneinrichtung der Pfarrkirche Unserer Lieben Frau, mitte-sued-ka.de, abgerufen am 5. Januar 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kaysersberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien