Kefalari

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ortsgemeinschaft Kefalari
Τοπική Κοινότητα Κεφαλαρίου (Κεφαλάρι)
Kefalari (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat Griechenland
Region Peloponnes
Regionalbezirk Argolis
Gemeinde Argos-Mykene
Gemeindebezirk Mykines
Geographische Koordinaten 37° 36′ N, 22° 42′ OKoordinaten: 37° 36′ N, 22° 42′ O
Höhe ü. d. M. 83 m
(Durchschnitt)
Fläche 10,198 km²
Einwohner 800 (2011[1])
Bevölkerungsdichte 78,45 Ew./km²
LAU-1-Code-Nr. 41020106
Ortsgliederung 2

Kefalari (griechisch Κεφαλάρι (n. sg.) ‚Quelle‘) ist eine Ortsgemeinschaft im Gemeindebezirk Argos der griechischen Gemeinde Argos-Mykene. Sie besteht aus dem eigentlichen Dorf Kefalari (677 Einwohner) und dem Dorf Magoula (123 Einwohner).

Kefalari befindet sich knapp sechs Kilometer südwestlich von Argos am östlichen Ende des Berges Chaon, von dem das Dorf in der Antike seinen Namen hatte. Hier entspringt dem Fels der Fluss Kefalari oder Erasinos (altgriechisch Ἐρασῖνος), einer der wenigen ganzjährig Wasser führenden Flüsse der Ebene von Argos, der nach etwa fünf Kilometer langem Lauf in Nea Kios in den Argolischen Golf mündet. In der Antike galt die Quelle des Erasinos als Abfluss der Wasser des Stymphalischen Sees, die rund 35 km nordöstlich in Katavothren versickern und nachgewiesenerweise tatsächlich teils südlich von Kefalari wieder ans Tageslicht treten. Der Erasinos ist im Dorf in einen platanenumstandenen See baulich gefasst.

Oberhalb der Quelle befindet sich eine Karsthöhle, die rund 60 Meter weit in den Berg führt. In dieser Höhle wurden Spuren von Menschen bereits aus dem Paläolithikum gefunden. Votivgaben, die man in der Höhle fand, belegen die kultische Nutzung der Höhle in der Antike; hier wurden damals Dionysos und Pan verehrt. Heute ist die Höhle der Muttergottes geweiht, eine Kirche der Lebensspendenen Quelle am Höhleneingang prägt das Landschaftsbild und ist zusammen mit der Höhle das Ziel zahlreicher Pilger, besonders aus dem nahe gelegenen Nea Kios.

Rund zwei Kilometer westlich des Dorfes befinden sich die Reste eines antiken Bauwerks aus hellenistischer Zeit, der so genannten Pyramide von Kefalari. Es handelt sich um den Stumpf einer Pyramide aus Polygonalmauerwerk, der die Basis eines Gebäudes bildete, das im oberen Bereich aus Lehm oder Holz gebaut war. Die Annahme, es handele sich um einen Grabbau, ist heute veraltet, man geht davon aus, dass das Gebäude als Wach- und Wehrturm diente, wie ähnliche Bauten am Rand der Argolis nahelegen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • William Smith: Dictionary of Greek and Roman Geography, London (Walton and Maberly) 1854 (online)
  • Richard Speich: Südgriechenland. Kunst- und Reiseführer, Band 2 Peloponnes, Stuttgart u. a. (Kohlhammer) 1980, ISBN 3-17-005395-7, S. 119
  • Lambert Schneider: Peloponnes. Mykenische Paläste, antike Heiligtümer und venezianische Kastelle in Griechenlands Süden, Köln (DuMont) 2001, ISBN 3-7701-4599-2, S. 178

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ergebnisse der Volkszählung 2011 beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Memento vom 27. Juni 2015 im Internet Archive) (Excel-Dokument, 2,6 MB)