Senken

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Die zwei ge­bräuch­lich­sten Formen von Senk­ungen für die Aufnahme von Schraubenköpfen in Schnitt­dar­stellung: links eine kegelförmige und rechts eine zylindrische Senkung

Das Senken ist ein spanendes Fertigungsverfahren zur Nachbearbeitung von Bohrungen.

Im einfachsten Fall wird eine Bohrung mit einem Kegelsenker entgratet, das heißt, dass ein Ende (Sackloch) oder beide Enden der zylindrischen Bohrung in einen Kegelstumpf geringer Höhe umgewandelt werden.

Die Hauptanwendung des Senkens ist aber, in einer Bohrung Platz zu schaffen für den Kopf einer eingesteckten Schraube. Für den kegeligen Kopf einer üblichen Senkschraube wird der gleiche Senker wie für das Entgraten benutzt. Der erzeugte Kegelstumpf ist höher, nämlich gerade so hoch, dass die Oberseite des Schraubenkopfes mit der Oberfläche des Werkstücks bündig ist, in dem sich die Bohrung befindet.

Für Schrauben mit zylindrischem Kopf (Zylinderkopfschraube, Innensechskantschraube u. ä.) wird ein sogenannter Flach- oder Plansenker[1] verwendet. Er hat eine rein zylindrische Form (ein Bohrer hat üblicherweise eine kegelige Spitze) und verwandelt den oberen Teil der vorhandenen zylindrischen Bohrung in einen Zylinderstumpf größeren Durchmessers. Damit Bohrung und Senkung koaxial sind, ist ein solcher Senker an seiner Vorderseite oft mit einem zylindrischen Führungsstück versehen.

Flach- oder Plansenker unterscheiden sich nicht prinzipiell von im Allgemeinen zylindrischen Schaftfräsern. Ihre Besonderheit ist die Bereitstellung von Werkzeugsätzen mit Fräserdurchmessern, die den Abmessungen der genormten Schraubenkopfdurchmesser in der Metall-Technik entsprechen. Besonders im Holzgewerbe werden für andere Zwecke als Schraubenverbindungen i. d. R. relativ große zylindrische Senker (Forstnerbohrer) verwendet. Ein Beispiel sind die zylindrischen Vertiefungen in Türen von Küchenmöbeln zur Aufnahme von Scharnieren (Topfbänder).

Leicht kegeliges Ansenken der Bohrung erleichtert auch das Einsetzen einer durchzusteckenden Schraube (kegeliger Trichter) und andrerseits auch das Gewindeschneiden (Anschnitt des Schneiders erleichtert) in das Bohrloch.

Senkwerkzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Senker, auch Versenker oder Senkbohrer genannt, zur Herstellung von Senkungen sind üblicherweise aus Schnellarbeitsstahl hergestellt, es gibt aber auch welche aus Hartmetall.

  • Kegelsenker haben eine Schneidspitze in Kegelform, deren Spitzenwinkel üblicherweise 60 Grad (zum Entgraten) oder 90 Grad (für Senkkopfschrauben) beträgt. Eher selten sind Kegelsenker mit 75° Spitzenwinkel (eignen sich für Nietkopfsenkungen) und mit 120° (eignen sich für Blechnietsenkungen). Normalerweise ist der Durchmesser des Senkkopfes größer als der Schaftdurchmesser. Um eine bessere Laufruhe beim Senken zu erreichen, ist die Schneidenanzahl üblicherweise ungerade (3 Schneiden oder 5 Schneiden).
    • Querlochsenker, eine weit verbreitete Form der Kegelsenker, weisen eine etwa 45° schräg zur Senkerachse ausgeführte Bohrung auf. Die dadurch entstandene Schnittkante an der kegelförmigen Fläche bildet zwei Schneiden – eine greift im Rechtslauf, die andere in entgegengesetzter Drehrichtung. Der Spanablauf erfolgt durch die Bohrung, was ein Verklemmen der Späne mit dem Werkstück unmöglich macht. Zudem entsteht eine grat- und ratterfreie Senkung. Sie haben eine sehr geringe Neigung festzuhaken.
  • Flachsenker, auch Plansenker genannt, haben eine gerade Schneide und erzeugen eine ebene Senkung (180 Grad). Sie können zwei, drei oder vier Schneiden haben.
  • Zapfensenker stellen eine Erweiterung der oben genannten Senker dar. Ein Zapfen (mit Einführfase) in der rotationssymmetrischen Achse führt das Werkzeug in der Bohrung und ermöglicht ein exaktes, ratterfreies Arbeiten. Der Zapfen kann bei einigen Ausführungen abgenommen werden, um ein Nachschleifen der Schneiden zu erleichtern. Zapfensenker werden verwendet, um Senkungen für Schrauben mit zylinderförmigen Köpfen (z. B. Innensechskantschrauben) herzustellen. Es gibt auch Zapfensenker, die (wie ein Kegelsenker) Senkschraubensenkungen (90 Grad oder 60 Grad) erzeugen.
  • Aufstecksenker sind Werkzeuge, die auf einen in einer Maschine eingespannten Spiralbohrer aufgesteckt und mit einer Schraube fixiert werden. Es gibt sowohl flache als auch kegelförmige Varianten. Damit können Bohrungen in einem Arbeitsgang vom Spiralbohrer gebohrt und sogleich mit dem aufgesteckten Senker angesenkt werden. Sie werden zur Bearbeitung von Holz, Holzwerkstoffen und Kunststoffen eingesetzt.
  • Spiralsenker, normalerweise Aufbohrer genannt, sind Spiralbohrer mit drei oder vier Schneiden. Mit ihnen werden vorgefertigte Bohrungen aufgebohrt. Vom Verfahren her wird mit ihnen aber (auf)gebohrt und nicht gesenkt, weshalb sie nicht zur Gruppe der Senker gehören.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Božina Perović: Spanende und abtragende Fertigungsverfahren. Expert Verlag, Renningen 2000, ISBN 3-8169-1911-1.
  • Erich Renner, Heinz Frisch, Erwin Lösch: Metalltechnik Grundstufe. 14. Auflage, Bildungsverlag Eins, Köln 2015, ISBN 978-3-8242-0423-6.
  • Manfred Kluge: Metallbau- und Fertigungstechnik. 10. Auflage, Verlag Europa Lernmittel, Haan Gruiten 2014, ISBN 978-3-8085-1170-1.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Senker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Wortteil Flach bzw. Plan bezieht sich nicht direkt auf die erzeugte geometrisch-zylindrische Form, sondern auf deren Unterseite, die ebene (und ringförmige) Fläche für den Kontakt zwischen Schraubenkopfunterseite und Werkstückmaterial. Das Kegel des Kegelsenkers hingegen bezieht sich auf beides, denn die geometrisch-kegelige Fläche ist auch kraftübertragende Kontaktfläche mit der Senkschraube.