Kehraus (Filmtrilogie)

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Filmdaten
OriginaltitelKehraus
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1990
Länge30 Minuten
AltersfreigabeFSK 0[1]
Stab
RegieGerd Kroske
DrehbuchGerd Kroske
ProduktionKatrin Schlösser
Peter Planitzer
MusikThorsten Ratheischak
KameraSebastian Richter
SchnittAngelika Arnold
Besetzung
  • Gabi Koch
  • Stefan Seide
  • Henry Rande
  • Arnolf Hempel
  • Gerd Thiersch
Filmdaten
OriginaltitelKehrein, Kehraus
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1997
Länge70 Minuten
Stab
RegieGerd Kroske
DrehbuchGerd Kroske
Manuela Martinson
ProduktionGerd Kroske
MusikTodenhöfer & Mette
KameraDieter Chill
SchnittKarin Gerda Schöning
Besetzung
  • Stefan Seide
  • Gabi Koch
  • Henry Radney
  • Gerd Thiersch
  • Marlen Dietze
  • Rainer König
  • Marion Richter
Filmdaten
Deutscher TitelKehraus, wieder
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2006
Länge100 Minuten
Stab
RegieGerd Kroske
DrehbuchGerd Kroske
Manuela Martinson
ProduktionGerd Kroske
MusikKlaus Janek
KameraDieter Chill
SchnittKarin Gerda Schöning
Besetzung
  • Gabriele Koch
  • Marion Richter
  • Marlen Dietze (†)
  • Stefan Seide (†)
  • Caterina Koch
  • Ingo Koch
  • Peggy Ranfeld
  • Dieter Tinibel
  • Annelies Herbert
  • Werner Hartkopf

Kehraus ist eine Dokumentarfilm-Trilogie von Gerd Kroske, die in einer Langzeitbeobachtung den Lebensläufen von Leipziger Straßenreinigern zwischen 1989 und 2006 folgt.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Film Kehraus entstand im März 1990 in Schwarz-weiß und wurde vom DEFA-Studio für Dokumentarfilme, Gruppe Kinobox, produziert. Darin räumen Straßenkehrer der Leipziger Stadtreinigung weg, was keiner mehr braucht. Sie beseitigen unter anderem den Müll, der nach einer Helmut-Kohl-Wahlkampfveranstaltung kurz nach der Wende zurückbleibt. Die Zukunft scheint vielversprechend, aber noch niemand weiß, was sie wirklich bringen wird. Die drei Straßenkehrer Gabi, Henry und Stefan, die Gelegenheitsarbeiten bei der Stadtreinigung ausführen, haben Lebensläufe zwischen Kinderheim und Knast. Uraufführung des Films war am 4. November 1990, der deutsche Kinostart am 26. April 1991.

Der zweite Film Kehrein, Kehraus wurde im Oktober 1996 gedreht. Zu diesem Zeitpunkt arbeiten alle Drei schon nicht mehr als Straßenkehrer. Sie bewegen sich inzwischen nur noch zwischen Wohnung, Kneipe und Sozialamt hin und her. Die Uraufführung des zweiten Films war am 7. Mai 1997, die Erstsendung im Fernsehen am 5. Oktober 1997 in 3sat.

Im dritten Film Kehraus, wieder aus dem Jahr 2006 sind nach weiteren zehn Jahren Stefan und Marlen schon nicht mehr am Leben. Die anderen „leben so dahin“. Uraufführung des letzten Films war am 3. November 2006 in Leipzig, der Kinostart erfolgte am 8. Mai 2008.

Gerd Kroske selbst bezeichnet die Trilogie als „eine ‚unbeabsichtigte‘ – nie tatsächlich vorgehabte – Langzeitbeobachtung […], da ich mir mit jedem Film einen glücklichen Ausgang wünschte. Die Wirklichkeit hat in 16 Jahren diesen Stoff produziert.“[2] Die Kehraus-Trilogie erschien bei absolutmedien in der DVD-Box Zeitzustände erstmals komplett im Jahr 2013.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Die ‚Kehraus‘-Trilogie ist trotz ungeheuer anrührender Einblicke in fremde Enttäuschungen und Wohnstuben frei von jeder Larmoyanz. Sie zeigt, wie klein und grau Arbeitslosigkeit die Menschen machen kann. Aber auch, mit welchen Anstrengungen, welcher Würde und Selbstkritik sich Kroskes Protagonisten gegen die drohende Verwahrlosung und Vereinsamung stemmen.“

Birgit Glombitza: Katalog zur Filmreihe Deutschland, revisited II.

„Das Dokument negativ veränderten Lebens, dessen drei Protagonisten sich mit Gelegenheitsjobs durchschlagen und Probleme mit dem Alkohol haben.“

Lexikon des internationalen Films über Kehrein, kehraus[3]

„Ein intensiver, bitterer Film über soziale Kälte und Chancenlosigkeit, der sich mit drei Menschen auseinander setzt, deren (seelische) Not sich in ihre Gesichter eingeschrieben hat.“

Lexikon des internationalen Films über Kehraus, wieder[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Kehraus. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, August 2010 (PDF; Prüf­nummer: 124 006 K).
  2. Gerd Kroske: Kehraus, wieder. Der Film.
  3. Kehrein, kehraus im Lexikon des internationalen Films
  4. Kehraus, wieder im Lexikon des internationalen Films

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Birgit Glombitza: Deutschland, revisited II. (Katalog zur gleichnamigen Filmreihe im Kommunalen Kino Metropolis, September 2007), Kinemathek Hamburg e. V., Hamburg 2007.
  • Dietmar Kammerer: Schicksalsverwaltung. Interview mit Gerd Kroske. In: Die Tageszeitung vom 16. Mai 2008.

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerd Kroske-Zeitzustände-Filme 1990–2012. ISBN 978-3-89848-397-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]