Kelibia

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Kelibia
Kelibia – Festungshügel und Stadt
Kelibia – Festungshügel und Stadt
Verwaltung
Staat TunesienTunesien Tunesien
Gouvernement Nabeul
Postleitzahl 8090
Demographie
Bevölkerung 58.491 Einw. (2014[1])
Bevölkerungsdichte 457 Einw./km²
Geographie
Höhe 10 m
Fläche 128 km²
Kelibia (Tunesien)
Kelibia
Kelibia
Koordinaten 36° 51′ N, 11° 5′ O36.84861111111111.09027777777810Koordinaten: 36° 51′ N, 11° 5′ O
Blick vom Fort auf die Stadt

Kelibia (arabisch ‏قليبية‎) ist eine Küstenstadt und eine Delegation mit etwa 60.000 Einwohnern im Nordosten Tunesiens. Ein Titularbistum der Römisch-Katholischen Kirche ist nach ihr benannt.

Lage[Bearbeiten]

Die Hafenstadt Kelibia liegt im Nordosten der Halbinsel Kap Bon und ist etwa 110 km (Fahrtstrecke) von Tunis entfernt. Kelibia ist die drittgrößte Stadt des Gouvernement Nabeul nach Nabeul (ca. 62 km südwestlich) und Hammamet (ca. 77 km südwestlich).

Wirtschaft[Bearbeiten]

Kelibia ist Verwaltungssitz einer Delegation und ist ferner ein wichtiger Fischereihafen mit einem Jahresaufkommen von etwa 15.000 Tonnen, was etwa 15 % des tunesischen Fischfangs ausmacht. Dank seiner Strände, insbesondere dem von La Mansoura, ist Kelibia ein beliebtes touristisches Reiseziel. In der Gegend um Kelibia wird darüber hinaus ein fruchtiger und trockener Muskatwein produziert.

Geschichte[Bearbeiten]

Baptisterium von Kelibia

Kelibia geht zurück auf die unter phönizischer bzw. karthagischer Kontrolle stehende Siedlung Aspis. Während des Ersten Punischen Krieges wurde die Stadt nach kurzer Belagerung im Jahr 255 v. Chr. von den Römern eingenommen und in Clupea oder Clypia umbenannt. Im 6. Jahrhundert n. Chr. von Byzanz erobert, geriet es im 17. Jahrhundert unter osmanischen Einfluss.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Bereits aus phönizischer und römischer Zeit wurden auf dem Burgberg Spuren entdeckt. Das heutige, die Stadt überragende Fort (auch ‚Zitadelle‘ genannt) stammt ursprünglich aus spätrömisch-byzantinischer Zeit, es wurde jedoch von den Ziriden und Hafsiden, die es als Wehrkloster (Ribat) nutzten, später dann von den Osmanen ausgebaut und teilweise erneuert. Die nahezu trapezförmige Anlage ist von eckigen Wehrtürmen umgeben. Bei Ausgrabungen wurden die Strukturen eines islamischen Gebetsraumes freigelegt. Bei klarer Sicht kann man von hier aus die etwa 60 km östlich liegende und zu Italien gehörende, Insel Pantelleria sehen.
  • Etwas außerhalb der Stadt wurde ein frühchristliches Baptisterium in Vierpassform mit außergewöhnlich gut erhaltenem Mosaikschmuck entdeckt; es gehört heute zu den Schätzen des Bardo-Museums in Tunis.
  • Die von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannte phönizische Ausgrabungsstätte Kerkouane befindet sich etwa 12 km nördlich.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kelibia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkszählung 2014