Kell am See

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Kell am See
Kell am See
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Kell am See hervorgehoben

Koordinaten: 49° 38′ N, 6° 49′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Saarburg-Kell
Höhe: 480 m ü. NHN
Fläche: 28,26 km2
Einwohner: 1978 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54427
Vorwahl: 06589
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 058
Adresse der Verbandsverwaltung: Schlossberg 6
54439 Saarburg
Website: kellamsee.de
Ortsbürgermeister: Markus Lehnen (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Kell am See im Landkreis Trier-Saarburg
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Über dieses Bild
Ehemaliger Bahnhof am heutigen Ruwer-Hochwald-Radweg
Kell am See, Luftaufnahme (2016)
Keller Stausee, Luftaufnahme (2016)
Flugplatz Kell am See, Luftaufnahme (2016)
Blick vom Staudamm über den Keller See in östliche Richtung (2016)
Rathaus

Kell am See an der Hunsrückhöhenstraße ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell an, die dort einen weiteren Verwaltungssitz hat. Kell am See ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kell am See liegt im südwestlichen Teil des Hunsrücks zwischen dem Schwarzwälder und dem Osburger Hochwald in der Keller Mulde, an der oberen Ruwer und am Keller Stausee.

Kell am See bezeichnet das Messtischblatt Nr. 6306 (früher Nr. 3494) der topografischen Karte im Maßstab 1:25.000.[3][4][5]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeteile von Kell am See sind Am Reichertsbruch, Farm, Fronhof, Mühlscheid und Wallerplatz.[6]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Osburg, Reinsfeld, Grimburg, Wadern, Waldweiler, Mandern, Schillingen, Schöndorf und Holzerath.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahre 634 erstmals urkundlich im Grimo-Testament erwähnt und um das Jahr 1220 erscheint er im Liber annalium iurium. In kurtrierischer Zeit gehörte er zum Amt Grimburg und war zentraler Ort der Pflege Kell. In französischer Zeit gab es die Mairie Kell und unter preußischer Herrschaft die Bürgermeisterei Kell und das spätere Amt Kell, aus dem 1968 die Verbandsgemeinde Kell entstand.

Den Namensbestandteil „am See“ trägt die Gemeinde seit dem 24. März 1992.[7]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Kell am See, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 699
1835 889
1871 961
1905 1.026
1939 1.287
1950 1.385
1961 1.606
Jahr Einwohner
1970 1.709
1987 1.675
1997 1.868
2005 1.891
2011 1.938
2017 1.925
2020 1.978
Grafik der Einwohnerentwicklung

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung ist überwiegend römisch-katholisch. Die katholische Pfarrkirche trägt das Patrozinium von St. Bartholomäus. Überörtlich bekannt ist die Keller Weihnachtskrippe in der Kirche.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsgemeinderat in Kell am See besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bei der Gemeinderatswahl 2009 hatte eine Mehrheitswahl stattgefunden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD CDU WGR Gesamt
2019[8] 1 9 6 16 Sitze
2014 9 7 16 Sitze
2009 Mehrheitswahl 16 Sitze
2004[9] 5 11 16 Sitze
1999[9] 8 7 1 16 Sitze

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markus Lehnen (CDU) wurde im Juli 2004 Ortsbürgermeister von Kell am See.[10] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 79,85 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[11]

Lehnens Vorgänger Walter Rausch (SPD) hatte das Amt von 1989 bis 2004 ausgeübt.[10][12]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Kell am See
Blasonierung: „In Grün unter einem erhöhten silbernen Wellenbalken, ein goldener gestürzter keltischer Dolch.“

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bis 2013 fand jährlich im Frühjahr das Festival „Highway to Kell“ statt.
  • An Wochenenden ist das Segelfluggelände geöffnet. Der Luftsportverein bietet dann lokale Rundflüge über den Hochwald an.
  • Am letzten Wochenende im August findet die traditionelle St. Bartholomäuskirmes statt, mit großem Krammarkt und Verbandsgemeinde-Tierschau.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Hunsrückhöhenstraße liegt der Gewerbepark Hochwald.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die KOMAGE Gellner Maschinenfabrik KG ist seit 1938 in Kell am See ansässig und größter Arbeitgeber der Gemeinde. Sie stellt Pulverpressensysteme und Automationsanlagen her.
  • Sägewerk Franz Lang & Sohn

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1889 eröffnete Hochwaldbahn (TrierTürkismühle) hatte einen Bahnhof in Kell. Heute verläuft auf der ehemaligen Trasse der Ruwer-Hochwald-Radweg. Seither wurde das Gebäude zum Kulturzentrum umgestaltet.[13]

Im Osten wird Kell von der Hunsrückhöhenstraße tangiert.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1969 begannen die Planungen für den Bau des Keller Stausee mit 14 Hektar Wasserfläche für Boots- und Angelsport mit landschaftsgärtnerisch gestaltetem Umfeld am Zusammenfluss von Kreidbach, Fronbach und Lehbach. Hintergrund war die Ankurbelung des Tourismus, vorangetrieben durch den 1967 gegründeten Verein „Erholungsgebiet Hochwald“. Der See bildet das touristische Zentrum des Ortes. 1979 wurde Kell am See staatlich anerkannter Luftkurort. Eine Etappe des Saar-Hunsrück-Steigs endet in Kell am See. Am See befindet sich auch ein Landal GreenPark sowie der Kletterwald Koala.[14]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kell am See befinden sich ein Kindergarten sowie die Realschule plus Kell am See. Weiterhin betreibt der Landkreis seit 1989 die Jugendbildungswerkstatt Kell am See im ehemaligen Kreisjugendhaus. Das Haus steht Schulen, Vereinen, Verbänden und Kommunen für Ihre Bildungs- und Freizeitarbeit zur Verfügung und wird über die Region hinaus von Institutionen regelmäßig belegt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Lang (1888–1961), Jurist und führender Repräsentant des deutschen Genossenschaftswesens
  • August Justen (* 1923), langjähriger Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kell am See[15]
  • Manfred Lang (1930–2012), Unternehmer und Kommunalpolitiker
  • Dittmar Lauer (* 1937), Architekt und Heimatforscher
  • Werner Angsten (* 1948), langjähriger Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kell am See[16]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 15, Abt. 2. L. Schwann, Düsseldorf 1936 (Die Kunstdenkmäler des Landkreises Trier), Nachdruck vom Verlag der Akademischen Buchhandlung Interbook, Trier 1981, S. 181–182.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kell am See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2020, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Mein Dorf, meine Stadt. Abgerufen am 17. Juli 2019.
  3. Deutsche Fotothek: Messtischblatt Nr. 3494: Kell, 1887
  4. landkartenarchiv.de: Messtischblatt Nr. 6306: Kell, 1939
  5. Karte Kell am See, Ausgabe 2019, DNB 1179808541
  6. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2021. S. 119 (PDF; 2,6 MB).
  7. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 186 (PDF; 2,8 MB).
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  9. a b Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2004 Kell am See. Abgerufen am 29. April 2021.
  10. a b Lehnen mit großem Gefolge. In: Trierischer Volksfreund. Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch GmbH, Trier, 11. Juli 2004, abgerufen am 29. April 2021 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
  11. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Saarburg-Kell, Verbandsgemeinde, zehnte Ergebniszeile. Abgerufen am 29. April 2021.
  12. Kell am See: SPD schickt Edgar Thielen ins Bürgermeister-Rennen. In: Trierischer Volksfreund. Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch GmbH, Trier, 3. Mai 2004, abgerufen am 29. April 2021 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
  13. Dittmar Lauer: Historischer Bahnhof. 2. Januar 2010, abgerufen am 23. September 2017 (private Website).
  14. Historie des Stausees im Internetauftritt der VGV Kell am See
  15. Hans Muth: Mit Visionen und neuen Ideen. In: volksfreund.de. 17. Mai 2013, abgerufen am 4. Mai 2017.
  16. Axel Munsteiner: Die Ära Werner Angsten geht zu Ende. In: volksfreund.de. 26. August 2014, abgerufen am 4. Mai 2017.