Kell am See

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Kell am See
Kell am See
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Kell am See hervorgehoben
Koordinaten: 49° 38′ N, 6° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Kell am See
Höhe: 480 m ü. NHN
Fläche: 28,26 km2
Einwohner: 1923 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54427
Vorwahl: 06589
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 058
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausstraße 1
54427 Kell am See
Webpräsenz: www.kellamsee.de
Ortsbürgermeister: Markus Lehnen (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Kell am See im Landkreis Trier-Saarburg
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Über dieses Bild
Ehemaliger Bahnhof am heutigen Ruwer-Hochwald-Radweg

Kell am See an der Hunsrückhöhenstraße ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kell am See an und ist deren Verwaltungssitz. Kell am See ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kell am See liegt im südwestlichen Teil des Hunsrücks zwischen dem Schwarzwälder und dem Osburger Hochwald in der Keller Mulde, an der oberen Ruwer und am Keller Stausee.

Gemeindeteile von Kell am See sind Am Reichertsbruch, Farm, Fronhof, Mühlscheid und Wallerplatz.[3]

Kell am See, Luftaufnahme (2016)
Keller Stausee, Luftaufnahme (2016)
Flugplatz Kell am See, Luftaufnahme (2016)
Blick vom Staudamm über den Keller See in östliche Richtung (2016)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahre 634 erstmals urkundlich im Grimo-Testament erwähnt und um das Jahr 1220 erscheint er im Liber annalium iurium. In kurtrierischer Zeit gehörte er zum Amt Grimburg und war zentraler Ort der Pflege Kell. In französischer Zeit gab es die Mairie Kell und unter preußischer Herrschaft die Bürgermeisterei und das spätere Amt Kell, aus dem 1968 die Verbandsgemeinde Kell entstand.

Den Namensbestandteil „am See“ trägt die Gemeinde seit dem 24. März 1992.[4]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Kell am See, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 699
1835 889
1871 961
1905 1.026
1939 1.287
1950 1.385
Jahr Einwohner
1961 1.606
1970 1.709
1987 1.675
1997 1.868
2005 1.891
2015 1.923

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung ist überwiegend römisch-katholisch. Die katholische Pfarrkirche trägt das Patrozinium von St. Bartholomäus. Überörtlich bekannt ist die Keller Weihnachtskrippe in der Kirche.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsgemeinderat in Kell am See besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bei der Gemeinderatswahl 2009 hatte eine Mehrheitswahl stattgefunden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl CDU WGR Gesamt
2014 9 7 16 Sitze
2009 Mehrheitswahl 16 Sitze

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Markus Lehnen (CDU).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Kell am See
Blasonierung: „In Grün unter einem erhöhten silbernen Wellenbalken, ein goldener gestürzter keltischer Dolch.“

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bis 2013 fand jährlich im Frühjahr das Festival „Highway to Kell“ statt.
  • An Wochenenden ist das Segelfluggelände geöffnet. Der Luftsportverein bietet dann lokale Rundflüge über den Hochwald an.
  • Am letzten Wochenende im August findet die traditionelle St. Bartholomäuskirmes statt, mit großem Krammarkt und Verbandsgemeinde-Tierschau.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Hunsrückhöhenstraße liegt der Gewerbepark Hochwald.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die KOMAGE Gellner Maschinenfabrik KG ist seit 1938 in Kell am See ansässig und größter Arbeitgeber der Gemeinde. Sie stellt Pulverpressensysteme und Automationsanlagen her.
  • Sägewerk Franz Lang & Sohn

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1889 eröffnete Hochwaldbahn (TrierTürkismühle) hatte einen Bahnhof in Kell. Heute verläuft auf der ehemaligen Trasse der Ruwer-Hochwald-Radweg. Seither wurde das Gebäude zum Kulturzentrum umgestaltet.[6]

Im Osten wird Kell von der Hunsrückhöhenstraße tangiert.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1969 begannen die Planungen für den Bau des Keller Stausee mit 14 Hektar Wasserfläche für Boots- und Angelsport mit landschaftsgärtnerisch gestaltetem Umfeld am Zusammenfluss von Kreidbach, Fronbach und Lehbach. Hintergrund war die Ankurbelung des Tourismus, vorangetrieben durch den 1967 gegründeten Verein „Erholungsgebiet Hochwald“. Der See bildet das touristische Zentrum des Ortes. 1979 wurde Kell am See staatlich anerkannter Luftkurort. Eine Etappe des Saar-Hunsrück-Steigs endet in Kell am See. Am See befindet sich auch ein Landal GreenPark sowie der Kletterwald Koala.[7]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kell am See befinden sich ein Kindergarten sowie die Grund- und Realschule plus Kell am See-Zerf. Weiterhin betreibt der Landkreis seit 1989 die Jugendbildungswerkstatt Kell am See im ehemaligen Kreisjugendhaus. Das Haus steht Schulen, Vereinen, Verbänden und Kommunen für Ihre Bildungs- und Freizeitarbeit zur Verfügung und wird über die Region hinaus von Institutionen regelmäßig belegt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • August Justen (* 1923), langjähriger Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kell am See[8]
  • Manfred Lang (1930–2012), Unternehmer und Kommunalpolitiker
  • Dittmar Lauer (* 1937), Architekt und Heimatforscher
  • Werner Angsten (* 1948), langjähriger Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kell am See[9]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kell am See – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017, S. 75 (PDF; 1,9 MB).
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2016
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Dittmar Lauer: Historischer Bahnhof. 2. Januar 2010; abgerufen am 23. September 2017 (private Website).
  7. Historie des Stausees im Internetauftritt der VGV Kell am See
  8. Hans Muth: Mit Visionen und neuen Ideen. In: volksfreund.de. 17. Mai 2013; abgerufen am 4. Mai 2017.
  9. Axel Munsteiner: Die Ära Werner Angsten geht zu Ende. In: volksfreund.de. 26. August 2014; abgerufen am 4. Mai 2017.