Kellerassel

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Kellerassel

Kellerassel

Systematik
Überordnung: Ranzenkrebse (Peracarida)
Ordnung: Asseln (Isopoda)
Unterordnung: Landasseln (Oniscidea)
Familie: Porcellionidae
Gattung: Porcellio
Art: Kellerassel
Wissenschaftlicher Name
Porcellio scaber
Latreille, 1804

Die Kellerassel (Porcellio scaber) gehört zu den Landasseln. Sie ist meist schiefergrau bis gelbgrau, es gibt aber auch rote Tiere mit schwarzen Flecken.[1] Sie besitzt einen fein gezackten, halbringförmig gegliederten Rückenpanzer, bestehend aus Chitin[2], 7 Paar Schreitbeine gefolgt von 5 Paar Blattbeinen und einem Paar zweiästiger Uropoden, die (anders als bei anderen Höheren Krebsen) zusammen mit der Schwanzplatte (Telson) keinen Schwanzfächer bilden. Die Fühlergeißel ist zweigliedrig und die Körperlänge beträgt 9–13,5 Millimeter.[3]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung Assel kommt aus dem lateinischen asellus = das Eselchen[4], Porcellio aus lat. porcella = das Schweinchen, scaber (lat.) = rau, unsauber.

Ernährung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kellerasseln ernähren sich vom Detritus (abgestorbene organische Substanz) ihrer Lebensräume und gehören damit zu den Saprophagen. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Zersetzung organischen Materials. Aber auch in erntereife Kartoffeln fressen sie sich Gänge. Eine so betroffene Kartoffel hat dann nur ein Eingangs-/Ausgangsloch von ca. 3 mm Durchmesser. Auch gelagertes Obst und Gemüse wird befallen.[5]

Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kellerassel lebt im direkten Einzugsgebiet der für sie typischen Nahrung. Ein häufiges Vorkommen befindet sich unter Steinen, in der Streuschicht feuchter Laubwälder und Gebüsche sowie in Kellern, Gärten, Ställen, Gewächshäusern, Komposthaufen und besonders in der Nähe von Totholz.[6]

Anatomie und biologische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kellerassel besitzt, wie andere Landasseln auch, Pseudotracheen, mit denen sie Sauerstoff aus der Luft aufnehmen kann. Diese sind weiß gefärbt und liegen unter den Außenästen der Hinterleibfüße. Man sieht sie, wenn man die Bauchseite betrachtet.

Bei Gefahr stellt sie sich tot (Schreckstarre), kann sich aber, anders als Vertreter der Familie Armadillidiidae wie der Gemeinen Rollassel, nicht zu einer geschlossenen Kugel einrollen.[3]

Die befruchteten 25 bis 90 Eier und die Larven werden in einer flüssigkeitsgefüllten Blase an der Bauchseite vom Weibchen etwa 40 bis 50 Tage getragen. Nach 14 Häutungen sind die Tiere geschlechtsreif, jedoch kommen auch dann gelegentlich noch Häutungen vor, nach ca. drei Monaten sind sie ausgewachsen. Sie haben eine Lebenserwartung von zwei Jahren.[7][8]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heiko Bellmann, Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, Kosmos, 2006, ISBN 3440107469.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kellerassel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Adolf Herfs: Über die Körperfärbung der Kellerassel, Porcellio scaber Latr. In: Anzeiger für Schädlingskunde, Pflanzen- und Umweltschutz. 46, 1973, S. 83–86, doi:10.1007/BF02006470.
  2. Anke Braun: Der Kinderbrockhaus. 3. Auflage. F.A.Brockhaus, Gütersloh/München 2013, ISBN 978-3-577-07616-6, S. 13.
  3. a b M.P. Berg, H. Wijnhofen: Landpissebedden: Een tabel voor de landpissebedden (Crustacea; Oniscidae) van Nederland en België. KNNV Uitgeverij, Utrecht 1997, S. 80.
  4. Kluge/Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, Berlin 1951.
  5. Birgit Mehlhorn, Heinz Mehlhorn: Zecken, Milben, Fliegen, Schaben: Schach dem Ungeziefer. Springer Verlag, 2013, S. 189 (Online).
  6. Ungebetene Gäste: Kellerasseln, Mauerasseln (PDF; 1,5 MB).
  7. Merkblatt der Beratungsstelle Schädlingsbekämpfung der Stadt Zürich: Die Kellerassel (Memento vom 12. August 2017 im Internet Archive), PDF-Datei, 148 kB.
  8. Googlebooks: Steckbriefe der wichtigsten Lebensmittelschädlinge: Aussehen, Vorkommen und Bekämpfung, S. 12 / 13.