Kellmünz an der Iller

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Kellmünz a.d.Iller
Kellmünz an der Iller
Deutschlandkarte, Position des Marktes Kellmünz a.d.Iller hervorgehoben

Koordinaten: 48° 7′ N, 10° 8′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Neu-Ulm
Verwaltungs­gemeinschaft: Altenstadt (Schwaben)
Höhe: 541 m ü. NHN
Fläche: 8,53 km2
Einwohner: 1406 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 165 Einwohner je km2
Postleitzahl: 89293
Vorwahl: 08337
Kfz-Kennzeichen: NU, ILL
Gemeindeschlüssel: 09 7 75 132
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktstrasse 7
89293 Kellmünz a.d. Iller
Website: www.kellmuenz.de
Bürgermeister: Michael Obst
Lage des Marktes Kellmünz a.d.Iller im Landkreis Neu-Ulm
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Kellmünz an der Iller (amtlich Kellmünz a.d.Iller) ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Neu-Ulm und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt liegt in Oberschwaben an der Iller, etwa auf halber Strecke zwischen Illertissen und Memmingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter den vielen Siedlungen im und am Rande des Illertales fällt Kellmünz durch seinen ungewöhnlichen Namen auf. Er weist auf eine vorgermanische Vergangenheit hin. Der Name leitet sich ab von Caelius Mons, zu deutsch Himmelsberg. Im Jahre 15 v. Chr. hatten die Römer das Land zwischen Alpen und Donau besetzt und die Provinz Rätien eingerichtet. Die Legionäre formten wohl einen ursprünglich keltischen Ortsnamen, erschlossen als *Kalamantia, zu caelius mons um, vermutlich in Anlehnung an einen der sieben Hügel Roms der Caelius heißt. Sicherlich stand auf dem Berg auch ein Heiligtum. Nach dem Fall des Limes durch die Alemannen änderten die Römer die Strategie zur Sicherung der Alpenvorlandes. Statt eines festen Grenzwalls bauten sie Kastelle im Hinterland. Eines der bedeutendsten entstand um 300 n. Chr. auf dem Caelius Mons. Es war umschlossen von einer mächtigen Steinmauer im Geviert, 100 m lang und 100 m breit, mit vielen Türmen. Das Kastell beherbergte ca. 300 Mann. Dort, wo heute die Kirche steht, befand sich ein ähnlich großer Hallenbau mit Apsis und Säulenhalle. Allerdings war der römische Bau nach Süden ausgerichtet, während die Kirche nach Osten zeigt. Die repräsentative römische Aula diente wohl der Verwaltung, der Rechtsprechung und dem Kult.

Die Burg Kellmünz gehörte den Pfalzgrafen von Tübingen bis zum Tode des Pfalzgrafen Gottfried I. am 30. Januar 1316. Gottfried I. hatte eine Tochter namens Agnes, die mit Ulrich von Rechberg dem Älteren verheiratet war und als väterliches Erbe Kellmünz erhielt.[2]

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegen Ende des Krieges am 25. April 1945 wurde die Illerbrücke von der Wehrmacht gesprengt, um den anrückenden Alliierten den Übergang nach Bayern zu verwehren. Daraufhin kam es zu zweitägigen Kampfhandlungen um die gesprengte Brücke. Panzer der amerikanischen Landstreitkräfte schossen dabei die Ortschaft in Brand. Dabei wurden dreiunddreißig Anwesen vernichtet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat hat zwölf Mitglieder. Alle Mandate werden von der Wählergemeinschaft Kellmünz eingenommen. (Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 wurde Wolfgang Huber zum Bürgermeister gewählt, er wurde 2008 im Amt bestätigt. Seit Mai 2014 ist Michael Obst (* 1970) der Bürgermeister, er wurde im März 2014 gewählt.[3]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Gold über einem aus dem unteren Schildrand wachsenden blau bewehrten roten Löwen eine dreilatzige rote Sturmfahne mit drei silbernen Ringen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Kellmünz liegt an der Bahnstrecke Neu-Ulm–Kempten. Früher zweigte hier die Bahnstrecke Kellmünz–Babenhausen ab. Die Staatsstraße St 2031 durchquert den Ort. Davon zweigt die Staatsstraße St 1264 nach Dettingen ab. Etwa 1,5 km westlich verläuft auf der gegenüberliegenden Illerseite die Autobahn A 7 mit den Anschlussstellen Altenstadt (AS 125) und Dettingen a. d. Iller (AS 126).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kellmünz an der Iller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Johann Daniel Georg von Memminger: Beschreibung des Oberamts Biberach: Mit einer Karte des Oberamts, einer Ansicht von Biberach und vier Tabellen. Cotta, 1837, Seite 173 von 211 Seiten
  3. http://www.swp.de/ulm/lokales/kreis_neu_ulm/obst-gewaehlt_-glatter-uebergang-in-kellmuenz-7716438.html