Keltenwelt am Glauberg

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Die Keltenwelt am Glauberg ist ein archäologisches Museum und Forschungszentrum mit dem Schwerpunkt in der keltischen Zeit in der Gemeinde Glauburg im Wetteraukreis in Hessen.

Museumsgebäude und Forschungszentrum am Glauberg

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Keltenfürst vom Glauberg
Präsentation der Statue des Keltenfürsten in der Ausstellung
Ruine einer mittelalterlichen Befestigung im Außengelände

Die Keltenwelt am Glauberg liegt am Südwest-Hang des weithin sichtbaren Glaubergs, einem 270 m hohen, flachen Bergrücken aus Basalt. Er war über viele urgeschichtliche Epochen bis ins Mittelalter besiedelt und trug in vorrömischer Zeit eine befestigte keltische Höhensiedlung. Die sensationellen Funde reich ausgestatteter „Fürstengräber“ dreier keltischer Krieger aus dem späten 5. Jahrhundert v. Chr. und vor allem die bis auf die Füße vollständig erhaltene Stele (Statue) eines Kriegers, des Keltenfürsten vom Glauberg, waren Ausgangspunkt der Entscheidung, hier ein Museum und Forschungszentrum zu errichten. Der Standort wurde gewählt, um die Originalfunde inmitten der weiträumigen, 37 Hektar großen keltischen Anlage in einer Einheit aus Museum und Archäologischem Park präsentieren zu können.

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Bau des Museums ging ein Architekturwettbewerb voran. Das Büro kadawittfeldarchitektur der Architekten um Professor Klaus Kada und Gerhard Wittfeld und zusammen mit dem Büro Club L94 Landschaftsarchitekten überzeugte die Preisrichter. Der Entwurf wurde 2009–2011 verwirklicht und mehrfach ausgezeichnet. So erhielt er die „Auszeichnung vorbildlicher Bauten im Land Hessen 2011“ des Hessischen Finanzministeriums und der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, die unter dem Thema „Qualitätvolle Lösungen für Tourismus, Freizeit und Erholung“ stand,[1] und einen Preis des Deutschen Stahlbaus 2012.[2] Die Planung der Ausstellungsarchitektur wurde als Wettbewerb ausgeschrieben. Mit deren Durchführung wurde letztlich ebenfalls das Büro kadawittfeldarchitektur beauftragt, wodurch eine Einheit aus Bau und Gestaltung der Ausstellungsmodule gewährleistet war.

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum wurde am 5. Mai 2011 mit seiner Dauerausstellung eröffnet. Es präsentiert Originalfunde aus den Grabungen der hessischen Landesarchäologie in ihrem historischen und wissenschaftlichen Kontext. Im Mittelpunkt stehen die herausragenden Funde vom Glauberg,[3] insbesondere die 1,86 Meter große vollplastische Figur des „Keltenfürsten“, die beim Freilegen des Kreisgrabens um den großen Grabhügel ans Tageslicht kam. Sie zeigt Schmuck und Waffen, die ganz ähnlich denen sind, mit denen der Krieger in Grab 1 ausgestattet war, das im Bereich unmittelbar vor dem Museum ausgegraben wurde. Die Ausstellung zeigt auf der Basis des aktuellen Forschungsstandes zur keltischen Epoche und zum Glauberg Einblicke in verschiedene Facetten keltischer Kultur. Ziel der Keltenwelt am Glauberg ist es, einen keltischen Herrschersitz des 5. Jahrhunderts v. Chr. umfassend erfahrbar zu machen. Auch für Sonderausstellungen bietet das Museum Raum.

Archäologischer Park[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Archäologische Park ist ein direkt ans Museum anschließendes, 370.000 m² großes Außengelände. Er nimmt zum einen die 20 Hektar große Kuppe des Glaubergs ein, den Bereich, der die keltische Höhensiedlung und die mittelalterliche Stadtanlage trug. Die sichtbaren und verborgenen archäologischen Relikte werden auf einem archäologisch-kulturhistorischen Rundwanderweg erklärt.

Zum anderen erstreckt sich das Freigelände unterhalb des Museums, dessen große Glasfassade auf den in seiner ursprünglichen Lage rekonstruierten großen keltischen Grabhügel 1 mit der anschließenden von Gräben begleiteten sogenannten „Prozessionsstraße“ gerichtet ist. 1987 waren hier die Spuren einer kreisrunden Grabenanlage, Relikte des Grabhügels, bei einem Überflug entdeckt worden. Ein zweiter, ebenfalls freigelegter Grabhügel mit der Bestattung eines keltischen Kriegers wurde durch geomagnetische Forschungen ermittelt, die im weiten Umfeld des Glaubergs erfolgten.

Forschungszentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das noch im Aufbau begriffene Forschungszentrum bildet das dritte Standbein der „Keltenwelt am Glauberg“. Seine Anbindung an das Museum macht die Einrichtung mit dem Schwerpunkt in der vorrömischen Eisenzeit einzigartig in der deutschen Museumslandschaft. Eine Aufgabe des Forschungszentrums besteht darin, den Glauberg und sein Umfeld zu erforschen und die gewonnenen Erkenntnisse im Museum zeitnah zu präsentieren. Zudem umfasst sein Auftrag auch die Vernetzung, Akquise und Betreuung regionaler und internationaler Forschungsprojekte zur vorrömischen Eisenzeit. Die Leitung des Forschungszentrums hatte bis Ende 2015 Dr. Ines Balzer inne. Nach Ihrem Wechsel an das Deutsche Archäologische Institut Rom würde die Leitung am 1. Mai 2016 von Dr. Axel Posluschny übernommen, der sich bereits zwischen 2004 und 2010 im Rahmen des DFG-geförderten Projektes "Frühe Zentralisierungs- und Urbanisierungsprozesse. Zur Genese und Entwicklung frühkeltischer Fürstensitze und ihres territorialen Umlandes" unter anderem mit Forschungen zum Umfeld des Glaubergs beschäftigt hatte[4].

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Keltenwelt am Glauberg ist Teil des Dezentralen archäologischen Landesmuseums von Hessen. In diesem Verbund repräsentiert es die Eisenzeit. Ein weiterer Bestandteil des Dezentralen archäologischen Landesmuseums ist das Saalburgmuseum in Bad Homburg vor der Höhe für die römische Zeit. Darüber hinaus befindet sich der archäologische Park „Zeitinsel“ in Weimar (Lahn) für die übrigen Zeitstufen der Urgeschichte in Planung. Die Keltenwelt am Glauberg gehört organisatorisch zur „hessenARCHÄOLOGIE“, einer Abteilung des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. Direktorin des Museums und des Archäologischen Parks ist die stellvertretende Landesarchäologin Vera Rupp,[5] die bis 2002 Kreisarchäologin des Wetteraukreises war.

Detail am Rand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Ausstellungseröffnung war ein Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens im Einsatz, der den Holocaust geleugnet haben soll.[6][7] Dies führte zu einer Umbesetzung in der damaligen Museumsleitung.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ralf Ferdinand Broekman und Olaf Winkler: Das Keltenmuseum am Glauberg / The Celtic Museum at the Glauberg. Wuppertal 2012, ISBN 978-3-928766-99-9.
  • Eveline Grönke: Keltenmuseum am Glauberg erhält Auszeichnung im Rahmen des Preises des Deutschen Stahlbaus 2012. In: Denkmalpflege und Kulturgeschichte 1/2013, S. 38.
  • Katharina von Kurzynski: Die Keltenwelt am Glauberg. Ein archäologisches Museum in Hessen. In: Archäologisches Nachrichtenblatt 17 / 3 (2012), S. 274–279.
  • Katharina von Kurzynski u. Ines Balzer: Die Keltenwelt am Glauberg. Museum – Archäologischer Park – Forschungszentrum. In: Antike Welt 3 (2011), S. 46–49.
  • Ines Balzer: Erforschen – vernetzen – vermitteln. Das Forschungszentrum der „Keltenwelt am Glauberg“. In: Egon Schallmayer (Hrsg.): Neustart. Hessische Landesarchäologie 2001-2011: Konzeption – Themen – Perspektiven. In: HessenARCHÄOLOGIE, Sonderband 2 (2012), S. 121–126.
  • Keltenwelt am Glauberg (Hrsg.): 2500 Jahre später. Das Glauberg-Projekt = Glauberg-Schriften 1. Glauburg-Glauberg 2012.
  • Egon Schallmayer u. Katharina von Kurzynski (Hrsg.): Archäologie und Politik. Archäologische Ausgrabungen der 30er und 40er Jahre des 20. Jahrhunderts im zeitgeschichtlichen Kontext. Internationale Tagung anlässlich „75 Jahre Ausgrabungen auf dem Glauberg“ 16.–17. Oktober 2008 in Nidda-Bad Salzhausen. Glauberg-Forschungen 1 = Fundberichte aus Hessen Beiheft 7. Wiesbaden 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Keltenfürst vom Glauberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Keltenmuseum am Glauberg, Glauburg, Auszeichnung vorbildlicher Bauten im Land Hessen 2011.
  2. Eveline Grönke: Keltenmuseum am Glauberg erhält Auszeichnung im Rahmen des Preises des Deutschen Stahlbaus 2012. In: Denkmalpflege und Kulturgeschichte 1/2013, S. 38.
  3. Eine Heimstatt für die Wetterauer Kelten. FAZ.NET. Abgerufen am 5. Mai 2011.
  4. Neuer Leiter des Forschungszentrums der Keltenwelt am Glauberg. In: articles.hessen-archaeologie.de. Abgerufen am 30. Mai 2016.
  5. Glauberg : Vorschusslorbeer für neue Leiterin der Keltenwelt. (Memento vom 9. März 2014 im Internet Archive) FAZ.net. Abgerufen am 29. Mai 2011.
  6. Neonazis bewachen Figur des Fürsten im neuen Keltenmuseum. nh24.de. Abgerufen am 29. Mai 2011.
  7. Skandal am Glauberg : Hessen lässt Keltenschatz von Neonazis bewachen. Bild.de. Abgerufen am 29. Mai 2011.
  8. Keltenwelt-Direktorin nach Skandal um Wachmänner versetzt. nh24.de. Abgerufen am 29. Mai 2011.

Koordinaten: 50° 18′ 22,5″ N, 9° 0′ 26,1″ O