Kemel

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Kemel
Gemeinde Heidenrod
Wappen von Kemel
Koordinaten: 50° 9′ 54″ N, 8° 1′ 0″ O
Höhe: 516 m ü. NHN
Einwohner: 1216 (11. Feb. 2014)[1]
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 65321
Vorwahl: 06124
Kemel von Südwesten (bei Hausen vor der Höhe)
Kemel von Südwesten (bei Hausen vor der Höhe)

Kemel ist ein Ortsteil der Flächengemeinde Heidenrod im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen. Der Ort liegt direkt an der B 260 (Bäderstraße). Mit 517 m ü. NN ist Kemel die höchstgelegene Ortschaft im westlichen Taunus.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kemel liegt im westlichen Hintertaunus, im Süden der Kemeler Heide die zur Zorner Hochfläche gehört, auf dem Kemeler Rücken, einer Wasserscheide zwischen Rhein und Lahn.[2] Etwa zwei Kilometer nordwestlich der Ortslage, bei Mappershain, erhebt sich der Mappershainer Kopf, mit 548 Meter der höchste Berg des westlichen Hintertaunus.[3]

Südlich von Kemel fließt der Aulbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kemel wurde zuerst im Jahre 812 urkundlich erwähnt. 983 schenkte Kaiser Otto II. einen Königshof in Kemel dem Bistum Mainz. Der Ort liegt an einer schon in vorgeschichtlicher Zeit benutzten Straße vom Rhein zur Lahn, die hier den Taunus überquert. In der Römerzeit befand sich hier ein Kastell, und der Limes verlief in der Nähe. Im Mittelalter war der Taunusübergang Teil der wichtigen Handelsstraße von Aachen nach Nürnberg. Als Mainzer Vögte herrschten die Grafen von Katzenelnbogen. Nach deren Aussterben kam der Ort 1479 zur Landgrafschaft Hessen, 1815, nach einigen Jahren französischer Herrschaft, zum Herzogtum Nassau und wurde 1866 preußisch. Viele kleine Dörfer in der Umgebung teilten das Schicksal Kemels.

Am 31. Dezember 1971 bildete Kemel durch den Zusammenschluss mit 15 weiteren Gemeinden die neue Gemeinde Heidenrod.[4]

Zur römischen Vergangenheit des Gebiets von Kemel siehe auch die separaten Artikel Kleinkastelle „Auf dem Pohl bei Kemel“ und Kastell Kemel.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl auf der Kemeler Heide als auch im Wispertal und seinen Seitentälern ist Kemel von viel Wald umgeben. Zudem ist die Region Teil des Naturpark Rhein-Taunus, der den Menschen eine naturnahe Erholung ermöglichen will. Auch die Kurstadt Bad Schwalbach ist gut zu erreichen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den Höhenzug der Kemeler Heide verläuft in Nordwest-Südost-Richtung die Bundesstraße 260, direkt an der Ortslage vorbei. Kemel ist an diese Hauptverkehrsader des westlichen Hintertaunus angeschlossen. Die Landstraße L3455 führt in Richtung Nordosten über Huppert nach Laufenselden, dem zentralen Ortsteil von Heidenrod. In südlicher Richtung wird auf der Bundesstraße die Kreisstadt Bad Schwalbach sowie Wiesbaden und das Rhein-Main-Gebiet erreicht.[3]

Die Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft (RTV) ist die lokale Nahverkehrsgesellschaft des Rheingau-Taunus-Kreis. Sie ist Gesellschafterin des Rhein-Main-Verkehrsverbundes.

Durch den Ort führt der Deutsche Limes-Radweg. Dieser folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.

Taunus-Kaserne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die leerstehende Taunus-Kaserne 2007

Bis 2002 waren in der Taunus-Kaserne in Kemel Teile der Flugabwehrraketengruppe 42 (Luftwaffe) stationiert. Zum Gelände gehörten neben dem Haupt-Kasernenbereich ein Funkturm im Ort Kemel selbst, der Feuerleitbereich oberhalb des Kemeler Sportplatzes und das Raketengelände, östlich der Kaserne. Die Hauptliegenschaft an der Bäderstraße steht bis heute (2012) leer, im Mai 2009 wurde das Kasernengelände und der ehemalige Feuerleitbereich schließlich verkauft. Das ehemalige Raketengelände wird schon länger von einem Abfallentsorgungsunternehmen weitergenutzt.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ortsteile der Gemeinde Heidenrod Einwohnerzahl HW, abgerufen im April 2016
  2. Westlicher Aartaunus, Zorner Hochfläche, Katzenelnbogener Hochfläche, Nastätter Mulde und Unterlahnhöhen
  3. a b Topografische Karte 1:25.000
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 378.
  5. Wiesbadener Tagblatt vom 30. Januar 2007: Keiner hat Interesse an Taunuskaserne

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]