Kemmental

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Kemmental
Wappen von Kemmental
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Kreuzlingen
BFS-Nr.: 4666i1f3f4
Postleitzahl: 8565 Hugelshofen
8566 Dotnacht
8566 Ellighausen
8566 Lippoldswilen
8566 Neuwilen
8573 Alterswilen
8573 Altishausen
8573 Siegershausen
Koordinaten: 729908 / 275429Koordinaten: 47° 37′ 0″ N, 9° 10′ 0″ O; CH1903: 729908 / 275429
Höhe: 548 m ü. M.
Fläche: 25,04 km²[1]
Einwohner: 2545 (31. Dezember 2018)[2]
Einwohnerdichte: 102 Einw. pro km²
Website: www.kemmental.ch
Lage der Gemeinde
Mühlweiher (BW)Bommer WeierEmerzer WeierBiessenhofer WeierUntersee (Bodensee)BodenseeMainauBodenseeDeutschlandBezirk ArbonBezirk FrauenfeldBezirk WeinfeldenAltnauBottighofenErmatingenGottliebenGüttingenKemmentalKreuzlingenLangrickenbachLengwilMünsterlingenRaperswilenSalensteinTägerwilenTägermoosWäldiKarte von Kemmental
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Kemmental ist eine Politische Gemeinde im Bezirk Kreuzlingen des Kantons Thurgau in der Schweiz. Die seit 1996 bestehende politische Gemeinde ging aus der Fusion der ehemaligen Munizipalgemeinden Alterswilen und Hugelshofen mit ihren Ortsgemeinden hervor.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kemmental liegt zwischen dem Ottenberg und dem Seerücken. Kemmental zählt mit einer Fläche von 28,4 km² zu den grössten Gemeinden im Kanton Thurgau. Der Name Kemmental ist eine Neuschöpfung und bezieht sich auf den Kemmenbach,[3] der die Gemeinde von Osten nach Westen durchfliesst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nordhälfte des Kemmentals war ursprünglich Teil der Konstanzer Bischofshöri. Gemäss einer Urkunde des Kaisers Friedrich Barbarossa aus dem Jahre 1155 reichte die Bischofshöri bis zur Mannenmühle Welt-Icon und zur Dütschenmühle Welt-Icon. Aus der Bischofshöri ging die Vogtei Eggen hervor, deren Besitzer im Verlaufe der nächsten Jahrhunderte mehrmals wechselten. Am 11. April 1499 kommt es in der Gegend von Triboltingen zur denkwürdigen Schlacht im Schwaderloh. Zur gleichen Zeit hat in Siegershausen Jacob Nufer den ersten Kaiserschnitt durchgeführt, bei dem die Mutter überlebt hat.[4]

Per 1. Januar 1996 schlossen sich die Munizipalgemeinden Alterswilen und Hugelshofen sowie die Ortsgemeinden Alterswilen, Altishausen, Ellighausen, Lippoldswilen, Neuwilen, Siegershausen, Dotnacht und Hugelshofen zur politischen Gemeinde Kemmental zusammen.[5] Zur Gemeinde Kemmental gehören zudem die Ortschaften Bommen mit dem Bommer Weiher, Engelswilen und Schwaderloh.

→ siehe auch: Abschnitte Geschichte in den Artikeln über die einzelnen früheren Ortsgemeinden (Links im Abschnitt oben)

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung im Gebiet der heutigen Gemeinde Kemmental[6]
Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Gemeinden
1850 1900 1950 1990 2000 2010 2018
Einheitsgemeinde[6] 2189 2285 2537
Munizipalgemeinde Alterswilen[7] 1281 1230 1200 1295
Munizipalgemeinde Hugelshofen[8] 769 641 662 569

Von den insgesamt 2537 Einwohnern der Gemeinde Kemmental im Jahr 2018 waren 473 bzw. 18,6 % ausländische Staatsbürger. 1200 (47,3 %) waren evangelisch-reformiert und 570 (22,5 %) römisch-katholisch. Die Ortschaft Alterswilen (Munizipalgemeinde) zählte zu diesem Zeitpunkt 0 Bewohner.[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kemmental-blazon.svg

Blasonierung: Über gelbem Schildfuss von Schwarz und Gelb bis zur Nabelstelle zu neun Plätzen geständert, überdeckt von erniedrigtem blauen Wellenbalken mit weissem Saum.[10]

Nachdem 1996 die neue politische Gemeinde Kemmental entstanden war, wurde 2001 ein neues Gemeindewappen geschaffen. Die obere Wappenfläche ist in neun Streifen eingeteilt und erinnert symbolhaft an die aufgehende Sonne über dem Kemmental. Der Kemmenbach nimmt eine dominante Position ein.[10]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2016 bot Kemmental 526 Personen Arbeit (umgerechnet auf Vollzeitstellen). Davon waren 28,1 % in der Land- und Forstwirtschaft, 37,0 % in Industrie, Gewerbe und Bau sowie 34,9 % im Dienstleistungssektor tätig.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weiler Bommen ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgeführt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • René Back (* 1982), Schweizer Eishockeyspieler
  • Jacob Nufer (* 15. Jh.), Schweizer Schweineschneider, machte den ersten Kaiserschnitt, den die operierte Frau überlebte

Mit Kemmental verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sebastian Vettel (* 1987), deutscher Formel-1-Rennfahrer und Weltmeister 2010, 2011, 2012 und 2013, lebt seit 2009 in Kemmental.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kemmental – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Thurgau in Zahlen 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (PDF-Datei; 1,8 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  2. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  3. Verena Rothenbühler: Kemmental. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  4. Aus der Geschichte des Kemmentals. Auf der Webseite der Gemeinde Kemmental, abgerufen am 8. Dezember 2019
  5. Mutation Nr. 44d zum Amtlichen Gemeindeverzeichnis der Schweiz, 1986
  6. a b Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden. Kanton Thurgau, 1850–2000 und Wohnbevölkerung der Gemeinden und Vorjahresveränderung. Kanton Thurgau, 1990–2018. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabellen; jeweils 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  7. André Salathé: Alterswilen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  8. Verena Rothenbühler: Hugelshofen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  9. Ortschaften und ihre Wohnbevölkerung. Ausgabe 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabelle; 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  10. a b Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019