Kemmern

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Wappen Deutschlandkarte
Kemmern
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kemmern hervorgehoben

Koordinaten: 49° 57′ N, 10° 53′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bamberg
Höhe: 238 m ü. NHN
Fläche: 8,27 km2
Einwohner: 2552 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 309 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96164
Vorwahl: 09544
Kfz-Kennzeichen: BA
Gemeindeschlüssel: 09 4 71 150
Gemeindegliederung: 1 Gemeindeteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 2
96164 Kemmern
Website: www.kemmern.de
Erster Bürgermeister: Rüdiger Gerst (CSU)
Lage der Gemeinde Kemmern im Landkreis Bamberg
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Über dieses Bild
Ortsansicht

Kemmern ist eine Gemeinde und ein Pfarrdorf im oberfränkischen Landkreis Bamberg sechs Kilometer nördlich der alten Bischofsstadt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt bei einer durchschnittlichen Höhenlage von 236 bis 250 Metern etwa sieben Kilometer nördlich von Bamberg, direkt am Main zu Füßen der Ausläufer der Haßberge. Sie gehört zur Region Oberfranken-West im oberen Maintal. Eingebettet ist Kemmern in eine historische Kulturlandschaft mit hochmittelalterlichem Wegesystem und Spitzgewannfluren. Zahlreiche Geh- und Radwege binden Kemmern an touristisch interessante Räume (z. B. Maintal, Haßberge, Steigerwald, Fränkische Schweiz und Weltkulturerbestadt Bamberg) an.

Die Gemeinde ist an das überregionale Straßennetz (B 4 und A 73) angebunden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt nur das Pfarrdorf Kemmern als amtlich benannten Gemeindeteil[2][3] und nur die Gemarkung Kemmern.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Breitengüßbach, Gundelsheim, Hallstadt und Baunach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kemmern ist seit 1710 eigenständige Pfarrei. Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde in den Jahren 1978 bis 1980 erweitert.

Da Kemmern, wie insbesondere die Naturereignisse im Februar 1909 und Dezember 1967 zeigten, durch seine Lage am Main immer wieder vom Hochwasser bedroht war, erhielt es in den Jahren 1978 bis 1980 eine umfangreiche Hochwasserfreilegung. Seit 1995 wird im Rahmen der Städtebauförderung mit staatlicher Hilfe und finanziellen Zuwendungen der Europäischen Union (EU) die Ortskernsanierung durchgeführt. Als deren Herzstück wurde 2010 der neugestaltete Kirchplatz fertiggestellt.

Die Erhaltung einer historischen Kulturlandschaft mit dem hochmittelalterlichen Wegesystem und den kleinparzellierten Spitzgewannfluren ermöglichte das Überleben seltener schutzwürdiger Tierarten, so der Knoblauchkröten und der Mohnbienen. Bei der Mohnbienenpopulation (Osmia papaveris) bei Kemmern handelt es sich um das weltweit größte bekannte Vorkommen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum von 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 2202 auf 2561 um 359 Einwohner bzw. um 16,3 %.

  • 1970: 1923 Einwohner
  • 1987: 2188 Einwohner
  • 1991: 2299 Einwohner
  • 1995: 2442 Einwohner
  • 2000: 2565 Einwohner
  • 2005: 2597 Einwohner
  • 2010: 2578 Einwohner
  • 2015: 2595 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Rüdiger Gerst (CSU).[4] Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Alois Förtsch (CSU), 2008 mit fast 90 %, 2014 mit 66,73 % bei einer Gegenkandidatin und 2020 bei zwei Gegenkandidaten mit 57,29 % der Stimmen im Amt bestätigt.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinderatswahlen seit 2002 ergaben folgende Sitzverteilungen:

Partei/Liste Sitze
2020[5] 2014 2008 2002
CSU 6 6 9 8
Zukunft für Kemmern (ZfK) 4 4
Unabhängiger Bürgerblock Kemmern (UBB) 2 3 4 5
SPD 1 1 1 1
GRÜNE 1

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Gde. Kemmern
Blasonierung: „In Rot über gekreuztem silbernen Schwert und silbernem Schlüssel eine goldene Traube.“[6]

Wappengeschichte: Die Abbildungen im Gemeindewappen sind von einem Ortssiegel aus dem 17. Jahrhundert abgeleitet, dessen Stempel erhalten ist. Die Gemeinde stellte 1836 im Zuge der Bestandsaufnahme von alten Wappen keinen Antrag auf Weiterverwendung. Das Wappen geriet in Vergessenheit und tauchte erst wieder bei der Wappenannahme 1958 auf. Schwert und Schlüssel sind die Attribute der Apostel Paulus und Petrus, denen die Kirche von Kemmern geweiht ist. Die Traube stellt den ehemals bedeutenden Weinanbau im oberen Maintal dar.[7] Dieses Wappen wird seit 1958 geführt.[8]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Peter und Paul

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aktuellen gemeindesteuerlichen Hebesätze betragen:

  • Grundsteuer A: 340 v. H.
  • Grundsteuer B: 340 v. H.
  • Gewerbesteuer: 330 v. H.

Das Haushaltsvolumen 2019 betrug 8.268.000 Euro.

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 65 und im Bereich Handel und Verkehr 33 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 50 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 949. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 19 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 219 Hektar, davon waren 171 Ackerfläche.

Brauereien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute besteht in Kemmern noch eine Brauerei, und zwar die Wagner-Bräu. Bis 1985 braute zudem die Brauerei Leicht selbst.

Freiwillige Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2018):

  • Kindergärten: katholische Kindertagesstätte St. Maria mit Kinderkrippe und Schulkindbetreuung, insges. 126 Kinder
  • Volksschulen: Grundschule mit neun Lehrern und 91 Schülern
  • Gemeindebibliothek St. Peter und Paul im Rathaus

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Silberhorn (* 1968), Politiker (CSU), MdB und Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Verteidigung

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Konrad Schrott: Kemmern. Ortsgeschichte eines ehemaligen bambergisch-domkapitelischen Obleidorfes. Kemmern 1986
  • Peter Ring: Die Dillinger Franziskanerinnen in Kemmern. Ein Konvent im Wandel. Bonn 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kemmern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Kemmern – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Kemmern in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek
  3. Gemeinde Kemmern, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 5. September 2020.
  4. Der Gemeinderat. Gemeinde Kemmern, abgerufen am 29. August 2020.
  5. Gemeinde Kemmern. Abgerufen am 29. November 2020.
  6. Eintrag zum Wappen von Kemmern in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  7. Zitat Eintrag zum Wappen von Kemmern in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  8. Eintrag zum Wappen von Kemmern in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte m.w.N.