Kempten am Rhein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 49° 57′ 59″ N, 7° 56′ 17″ O

Kempten
Höhe: 83 m ü. NN
Einwohner: 1899 (1. Mrz. 2011)
Eingemeindung: 1939
Postleitzahl: 55411
Vorwahl: 06721
Katholische Pfarrkirche Hl. Dreikönige
Katholische Pfarrkirche Hl. Dreikönige

Kempten am Rhein ist ein Stadtteil der Stadt Bingen am Rhein in Rheinland-Pfalz, in die es 1939 eingemeindet wurde, und hat etwa 1900 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Besiedlung im Bereich von Kempten seit der Römerzeit ist durch die Entdeckung und teilweise Ausgrabung der Villa Rustica Kempten belegt. Funde aus der Hallstattzeit deuten jedoch auf eine ältere Besiedlung hin. Die Römer nannten das Dorf „Caput Montis“ (lat.: Haupt des Berges), da der Ort am Fuße des Rochusberges liegt. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch. Eine nicht näher bekannte Wohltäterin namens Imma (Emma) schenkte ein Gut zu Bingen an der „Chamunder Mark“ (in Binga ad Chamunder marca) an das Kloster. Die Urkunde ist ohne Jahresbezeichnung, fällt aber in die Regierung Karls des Großen, also in das Ende des 8. Jahrhunderts. In einer Urkunde des Jahres 1032 lautet der Name „Camutin“ oder „Chamunder Mark“.[1] Seit 1462 trägt Kempten seinen heutigen Namen. In diesem Jahr wurde Kempten von Erzbischof Adolf zusammen mit Dromersheim und Ockenheim an den Markgrafen Karl von Baden verpfändet. Der Mainzer Erzbischof Diether von Isenburg kaufte 1480 das Pfandgut zurück. Das Mainzer Domkapitel gelangte durch Tauschhandel in Besitz des Ortes. Mit den Dörfern Weiler, Trechtingshausen und Niederheimbach war Kempten dem Vizedomamt Bingen zugehörig.[2] Die Gemeinde blieb bis zum Ende des 18. Jahrhunderts im Besitz des Domkapitels.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerichtssiegel von 1462

Das Wappen entstammt dem ältesten dokumentierten Gerichtssiegel der Gemeinde Kempten und zeigt einen silbernen doppelseitigen Kamm auf rotem Grund.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dreikönigskirche mit romanischem Turm, erbaut ca. 1100. In der Taufkirche ist der frühchristliche Grabstein einer hiesigen fränkischen Adeligen zu besichtigen, der Bertichilde-Grabstein. Ebenfalls findet sich an der Südseite des Baus eine römische Spolie, ein sogenannter „Viergötterstein“, der Reliefs unter anderen des Herkules und des Äskulap zeigt.
  • Ruine der Rheinbrücke „Hindenburgbrücke“, die in den letzten Kriegstagen 1945 von deutschen Truppen auf dem Rückzug gesprengt wurde.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Bingen-Kempten lag an der Bahnstrecke Worms–Bingen Stadt. Er wurde aufgegeben; Züge passieren den Ort ohne Halt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande Vorläufertitel der Bonner Jahrbücher, Heft LXXIV, Adolph Marcus (Hrsg.), Bonn 1882, S. 157, en ligne
  2. Neue Sammlung geographisch-historisch-statistischer Schriften, Band 3, erschienen bei Johann Georg Friedrich Jacobi, 1784, S. 293