Kendrick Lamar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Kendrick Lamar (2018)

Kendrick Lamar (* 17. Juni 1987 in Compton, Kalifornien; bürgerlich Kendrick Lamar Duckworth[1]), auch bekannt unter seinen Pseudonymen "K.Dot"[2], "Cornrow Kenny"[3] und "Kung Fu Kenny"[4], ist ein US-amerikanischer Rapper und Songschreiber.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kendrick Lamars Eltern zogen vor seiner Geburt nach Compton, da sein Vater Kenny Duckworth in Chicago seiner Vergangenheit bei der berüchtigten Streetgang Gangster Disciples entfliehen wollte. Seine Mutter fand zwar einen Job bei McDonald's und sein Vater arbeitete bei KFC, dennoch fiel es dem Paar schwer, in der neuen Umgebung Fuß zu fassen. Seine Kindheit verbrachte Lamar in prekären Verhältnissen; als kleiner Junge bekam er mit, dass sein Vater weiterhin „auf der Straße“ arbeitete, um für die kleine Familie sorgen zu können, und einige seiner Onkel mütterlicherseits gehörten zu den Compton Crips. Die Nachbarschaft, in der er aufwuchs, war wie ganz Compton geprägt von Ganggewalt. So gehörten einige seiner Freunde sowohl zu den Bloods, als auch zu den konkurrierenden Crips. Er selbst wurde nie Mitglied einer Gang.

Mit neun Jahren verfolgte Lamar die Videoaufnahmen zu California Love, einem Titel von Dr. Dre und Tupac Shakur, was ihn dazu brachte, sich intensiver mit Rap zu beschäftigen. An der Centennial High School, die Lamar besuchte, war Jahre zuvor auch schon André Romell Young – alias Dr. Dre, mit dem er später mehrfach zusammenarbeiten sollte. [5]

2009 schloss er sich mit seinen Rap-Kollegen und Freunden Schoolboy Q, Jay Rock und Ab-Soul zur Hip-Hop-Gruppe Black Hippy zusammen, die alle beim Label Top Dawg Entertainment unter Vertrag standen, jedoch vorerst kein Album aufnahmen.

Erstmals rückte er nach der Veröffentlichung des Mixtapes Overly Dedicated im Jahr 2010 ins Blickfeld der Szene. 2011 wurde sein Album Section.80, das exklusiv auf iTunes veröffentlicht wurde, eines der erfolgreichsten Hip-Hop-Alben des Jahres. Er arbeitete unter anderem mit Snoop Dogg, Dr. Dre, Emeli Sandé, Wiz Khalifa, Eminem, The Game, Drake, Busta Rhymes, Lady Gaga[6] und Tech N9ne zusammen.

Am 22. Oktober 2012 erschien sein zweites Studioalbum Good Kid, M.a.a.d. City. Es enthält unter anderem Produktionen von Dr. Dre, Just Blaze, Pharrell Williams, Hit-Boy, Scoop DeVille und T-Minus. Das Album erreichte Platz 2 in den USA und konnte sich auch international in den Charts platzieren. Es erhielt viele positive Kritiken und wurde vielfach als Meisterwerk bezeichnet.[7] Bei den Grammy Awards 2014 erhielt Lamar insgesamt 7 Nominierungen.[8]

Nach einer längeren Pause ohne eigene Veröffentlichungen erschien im September 2014 die Single i. In den USA war sie nur durchschnittlich erfolgreich, international war sie aber Lamars bisher größter Erfolg, unter anderem mit Top-40-Platzierungen in Großbritannien, Neuseeland und Dänemark. Bei den Grammy Awards 2015 erhielt er dafür die Auszeichnung für die beste Rap-Darbietung des Jahres. Sein drittes Album To Pimp a Butterfly wurde am 16. März 2015 eine Woche vor dem geplanten Termin veröffentlicht.[9] Es erhielt überwältigenden Beifall, speziell für seine sozialkritischen Texte über Themen wie Rassismus, Polizeigewalt, Depression und Selbstliebe. Lamar selbst wurde als Poet gefeiert.[10] Bei den Grammy Awards 2016 erhielt er insgesamt vier Auszeichnungen: für die beste Zusammenarbeit – Rap/Gesang des Jahres, für die beste Rap-Darbietung des Jahres, das beste Rap-Album und für den besten Rap-Song des Jahres. Er war insgesamt in elf unterschiedlichen Kategorien nominiert worden.[11]

Am 23. März 2017 erschien das Lied The Heart Part 4 (vorerst exklusiv auf Apple Music), mit dem er sein neues Album ankündigte. Eine Woche später erschien mit Humble die erste Single seines kommenden Albums, deren Musikvideo 30 Millionen Aufrufe nach nur einer Woche erreichte. Humble war Lamars erster Nummer-eins-Hit in den USA und damit seine bisher erfolgreichste Single.[12] Am 14. April 2017 erschien das vierte Studioalbum Damn.[13] Erneut erntete Lamar viele positive Kritiken.[14] So erschien das Album, ebenso wie seine Vorgänger, an der Spitze oder zumindest in den Top 5 zahlreicher Bestenlisten des Jahres.[15] Am 13. Juli wurde bekanntgegeben, dass Damn. Doppelplatin in den USA erreicht hat, was für Kendrick Lamar seinen bisher größten kommerziellen Erfolg darstellt.[16] Bei den Grammy Awards 2018 gewann er mit dem Album und den darauf enthaltenen Songs Humble und Loyalty alle vier Auszeichnungen in der Sparte Rap sowie einen fünften Grammy für das Video zu Humble.[17]

2017 brachte er seine eigene Schuh-Kollektion in Kollaboration mit Reebok heraus.[18]

Lamar gewann den Pulitzer-Preis für Musik 2018.[19] Im selben Jahr wurde er in die Academy of Motion Picture Arts and Sciences berufen, die jährlich die Oscars vergibt.[20]

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kendrick Lamar ist Cousin des NBA-Spielers Nick Young.[21] 2015 verlobte er sich mit seiner langjährigen Freundin Whitney Alford.[22] Seit einer schlechten Erfahrung als Teenager hat er aufgehört, Cannabis zu konsumieren, und trinkt außerdem keinen Alkohol mehr.[23]

Er ist gläubiger Christ, was sowohl in Interviews, als auch in zahlreichen Songs zum Ausdruck kommt.[24] In seinem Studioalbum Damn sind Glaube und Gottesfürchtigkeit zentrale Motive. Er konvertierte nach dem gewaltsamen Tod eines Freundes, was er unter anderem in dem Song Sing About Me, I’m Dying of Thirst thematisiert.[25] Im Jahr 2013 ließ er sich taufen.[26]

Im Januar 2016 traf sich Kendrick Lamar mit dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama im Weißen Haus, um dessen Initiative My Brother’s Keeper zu diskutieren.[27] Sie sprachen außerdem über soziale Probleme in vernachlässigten städtischen Regionen und deren mögliche Lösungsansätze.[28] Obama hatte Lamars How Much a Dollar Cost zuvor seinen Lieblingssong des Jahres 2015 genannt.[29]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Kendrick Lamar/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[30] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
2011 Section.80 113 Gold
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. Juli 2011
Verkäufe: + 500.000 (US)[31]
2012 Good Kid, M.a.a.d. City 74
(1 Wo.)
38
(3 Wo.)
16 Gold
(23 Wo.)
2 3-fach-Platin
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. Oktober 2012
Verkäufe: + 3.540.000
2015 To Pimp a Butterfly 7
(10 Wo.)
15
(8 Wo.)
3
(18 Wo.)
1 Gold
(40 Wo.)
1 Platin
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 16. März 2015
Verkäufe: + 1.535.000
2017 DAMN. 6
(35 Wo.)
6 Gold
(20 Wo.)
3
(17 Wo.)
2 Gold
(… Wo.)
1 3-fach-Platin
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. April 2017
Verkäufe: + 3.675.000
[32]

Musikvideos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2010: Ignorance Is Bliss (aus seinem Mixtape Overly Dedicated)
  • 2011: Turn Me Up (aus Ab-Souls Mixtape Long Term 2)
  • 2011: Rigamortis (aus seinem Album Section.80)
  • 2011: A.D.H.D. (aus seinem Album Section.80)
  • 2011: HiiiPower (aus seinem Album Section.80)
  • 2012: Swimming Pools (Drank) (aus seinem Album good kid, m.A.A.d. city)
  • 2013: Poetic Justice (aus seinem Album good kid, m.A.A.d. city)
  • 2013: Bitch, Don't Kill My Vibe (aus seinem Album good kid, m.A.A.d. city)
  • 2015: Bad Blood (aus Taylor Swifts Album 1989)
  • 2015: i (aus seinem Album To Pimp a Butterfly)
  • 2015: Alright (aus seinem Album To Pimp a Butterfly)
  • 2015: For Free? (Interlude) (aus seinem Album To Pimp a Butterfly)
  • 2016: God is Gangsta - Kurzfilm mit den Songs u und For Sale? (Interlude) (aus seinem Album To Pimp a Butterfly)
  • 2017: Humble (aus seinem Album Damn)
  • 2017: DNA (aus seinem Album Damn)
  • 2017: Element (aus seinem Album Damn)
  • 2017: Loyalty (featuring Rihanna; aus seinem Album Damn)
  • 2017: Love (featuring Zacari; aus seinem Album Damn)
  • 2018: All the Stars (featuring SZA; aus dem Album Black Panther)
  • 2018: King's Dead (featuring Jay Rock, Future, James Blake; aus dem Album Black Panther)

Auszeichnungen für Musikverkäufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Künstlerauszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BET Awards
    • 2012: in der Kategorie Lyricist of the Year
    • 2013: in der Kategorie Best New Artist
    • 2013: in der Kategorie Best Male Hip-Hop Artist
    • 2013: in der Kategorie MVP of the Year
    • 2013: in der Kategorie Beste Zusammenarbeit für „Fuckin’ Problems“
    • 2013: in der Kategorie Album of the Year für "good kid, m.A.A.d. city"
    • 2013: in der Kategorie Lyricist of the Year
    • 2014: in der Kategorie Lyricist of the Year
    • 2014: in der Kategorie Sweet 16 für "Control"
    • 2015: in der Kategorie Lyricist of the Year
    • 2015: in der Kategorie Best Live Performer
    • 2015: in der Kategorie Best Hip-Hop Video für "Alright"
    • 2015: in der Kategorie Impact Track für "Alright"
    • 2015: in der Kategorie Best Male Hip-Hop Artist
    • 2016: in der Kategorie Lyricist of the Year
    • 2016: in der Kategorie Sweet 16 für "Freedom"
    • 2017: in der Kategorie Best Male Hip-Hop Artist
  • Brit Awards
    • 2018: in der Kategorie International Male Solo Artist
  • MTV Video Music Awards
    • 2015: in der Kategorie Video of the Year
    • 2015: in der Kategorie Best Collaboration
    • 2015: in der Kategorie Best Direction für „Alright“
    • 2015: in der Kategorie Best Cinematography für „Never Catch Me“
    • 2017: in der Kategorie Video of the Year für "Humble"[33]
    • 2017: in der Kategorie Best Hip Hop für "Humble"
    • 2017: in der Kategorie Best Cinematography für "Humble"
    • 2017: in der Kategorie Best Direction für "Humble"
    • 2017: in der Kategorie Best Art Direction für "Humble"
    • 2017: in der Kategorie Best Video Effects für "Humble"

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kendrick Lamar Duckworth auf allmusic.com
  2. Kendrick Lamar Talks Fame, Jay-Z & "K.Dot" With Bullet Magazine. In: HotNewHipHop. (hotnewhiphop.com [abgerufen am 2. September 2017]).
  3. From Untitled To Titled: Decoding Kendrick Lamar’s ‘untitled unmastered.’ Abgerufen am 6. Februar 2018 (englisch).
  4. Das Geheimnis um "Kung Fu Kenny" ist gelüftet | 16BARS.DE. Abgerufen am 2. September 2017 (deutsch).
  5. K. Wilson, M. Usinger, J. Lucas: All You Need to Know About: Kendrick Lamar in Vancouver. Auf straight.com 1. August 2017; abgerufen am 5. Januar 2018
  6. Lady Gaga on LittleMonsters.com
  7. Clinton Yates: good kid, m.A.A.d city: Instant masterpiece. In: Washington Post. 30. Oktober 2012, abgerufen am 6. Februar 2018 (amerikanisches Englisch).
  8. Grammys Nominations 2014 List: Jay Z Leads Pack, Macklemore, Lorde, Kendrick Lamar Score Too. In: Huffington Post. 7. Dezember 2013 (huffingtonpost.com [abgerufen am 6. Februar 2018]).
  9. Pitchfork: Kendrick Lamar's To Pimp a Butterfly is Out Now, 16. März 2015
  10. Felix Zwinzscher: So gut ist Kendrick Lamars Rap-Album To Pimp A Butterfly. In: DIE WELT. 22. März 2015 (welt.de [abgerufen am 6. Februar 2018]).
  11. WELT :"Kendrick Lamar gibt dem Rap die Verletzlichkeit wieder", 16. Februar 2016
  12. Kendrick Lamar's 'Humble.' Hits No. 1 on Billboard Hot 100. In: Billboard. (billboard.com [abgerufen am 6. Februar 2018]).
  13. http://rap.de/news/102620-kendrick-lamar-veroeffentlicht-cover-und-tracklist-von-damn/
  14. Kendrick Lamar: Ein Album für die Community. In: Die Zeit. 18. April 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 6. Februar 2018]).
  15. Mark Savage: Who made the best album of 2017? In: BBC News. 22. Dezember 2017 (bbc.com [abgerufen am 6. Februar 2018]).
  16. Zwei Mal Platin für Kendrick Lamar und sein "DAMN." · Boutblank.com. Abgerufen am 14. Juli 2017.
  17. Bruno Mars, Kendrick Lamar Dominate 2018 Grammy Awards. In: Rolling Stone. (rollingstone.com [abgerufen am 6. Februar 2018]).
  18. REEBOK CLASSIC Club C 85. In: Schuheliebe.de. 5. Mai 2018 (schuheliebe.de [abgerufen am 16. Mai 2018]).
  19. http://www.pulitzer.org/prize-winners-by-year/2018
  20. Academy invites 928 to Membersphip. In: oscars.org (abgerufen am 26. Juni 2018).
  21. Alex Torres: Lakers News: Nick Young Discusses His Swaggy Fashion and Kendrick Lamar - Lakers Nation. In: Lakers Nation. 24. Januar 2014 (lakersnation.com [abgerufen am 6. Februar 2018]).
  22. Kendrick Lamar Engaged to Whitney Alford. In: PEOPLE.com. (people.com [abgerufen am 6. Februar 2018]).
  23. Kendrick Lamar: "The One Thing I Will NEVER Do…" In: BlackDoctor. 16. Oktober 2013 (blackdoctor.org [abgerufen am 6. Februar 2018]).
  24. The Book of K. Dot: Exploring the religious themes tucked in Kendrick Lamar's catalog. Abgerufen am 6. Februar 2018 (englisch).
  25. Kendrick Lamar Tells Tragic Story Behind 'Sing About Me'. In: MTV News. (mtv.com [abgerufen am 6. Februar 2018]).
  26. Hat auch einen Traum. Abgerufen am 6. Februar 2018.
  27. Kendrick Lamar Opens Up About Meeting President Obama: 'No Matter How High-Ranking You Get, You're Human'. In: Billboard. (billboard.com [abgerufen am 6. Februar 2018]).
  28. Kendrick Lamar Talks Oval Office Meeting With Barack Obama. In: Rolling Stone. (rollingstone.com [abgerufen am 6. Februar 2018]).
  29. President Obama's Favorite Song of 2015 Is... In: Billboard. (billboard.com [abgerufen am 6. Februar 2018]).
  30. Chartquellen: DE AT CH UK US
  31. By The Numbers: Kendrick Lamar's "Section.80" 5 Years Later. In: Hot New HipHop. 2. Juli 2016. Archiviert vom Original am 5. Januar 2018. Abgerufen am 5. Januar 2018.
  32. Ed Sheeran's 'Divide' Is Nielsen Music's Top Album of 2017 in U.S. In: Billboard. (billboard.com [abgerufen am 17. Januar 2018]).
  33. MTV VMA 2017: Die Gewinner. Abgerufen am 1. September 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kendrick Lamar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien