Kenterschäkel

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Der Kenterschäkel ist ein spezieller Schäkel, der in eine Ankerkette eingepasst wird und dazu dient, die Kette an dieser Stelle bei Bedarf trennen zu können. Die Erfindung dieses Schäkels wird einem Ingenieur der Marine im Admiralsrang namens Kenter zugeschrieben, nach dem der Kenterschäkel benannt sein soll.

Kenterschäkel

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Risszeichnung eines Kenterschäkels. Aus: „Militärische Enzyklopädie“ (1913)

Der Kenterschäkel unterscheidet sich äußerlich nur bei näherem Hinsehen von einem normalen Glied der Ankerkette. Er besteht aus vier Teilen. Zwei davon bilden zwei unregelmäßige Hälften des Kettengliedovals, die so konstruiert sind, dass sie beim Zusammenfügen ineinandergreifen. Dazwischen ist der Steg eingepasst. Genau in der Höhe des Stegs wird das Ganze von einem konisch zulaufenden Loch durchbohrt, welches alle vier Teile berührt. Der Steg ist also in seiner Längsachse durchbohrt.

Durch das ganze Loch hindurch wird mit starken Hammerschlägen ein ebenfalls konischer, genau passender Bolzen eingetrieben, welcher in der Endposition festgekeilt das Ganze kompakt und unlösbar zusammenhält. Es bleiben beiderseits außen jeweils angemessen tiefe Löcher, die zum Schutz gegen das Seewasser und als zusätzliche Sicherung gegen ein Herausfallen des Bolzens mit mehrfach gefalteten hinein geschlagenem Blei fest versiegelt werden. Durch die Konstruktion ist der Kenterschäkel um ein Geringes dicker als die üblichen Kettenglieder.

Der Vorteil dieser Konstruktion ist der, dass sich der Kenterschäkel besser an die Kettennuss auf der Ankerwinde anpasst als die früher für Ankerketten übliche Schäkelform. Kenterschäkel sind in Abständen von jeweils 15 Fadenlängen (27,5 m) in die Kette eingesetzt. Sie sind farblich besonders markiert. Beim Ankerwerfen werden beispielsweise vier Schäkel an die Brücke gemeldet. Damit ist gemeint, dass vier Kettenabschnittslängen (= 110 Meter) zu Wasser gelassen sind. Bei Bedarf kann der Kenterschäkel mit Hilfe von Maker und Bolzentreiber problemlos wieder auseinander gebaut werden, was bei der alten Schäkelform nur mit erheblich größerem Aufwand möglich war.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • K. Schwitalla, U. Scharnow: Lexikon der Seefahrt. diverse Jahrgänge, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin, ISBN 3-344-00190-6, Seite 476