Keolis

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Keolis S.A.
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2001
Sitz Paris, Frankreich
Leitung Jean-Pierre Farandou[1]
Mitarbeiter 60.000
Umsatz 5,6 Mrd. Euro (2014)[2]
Branche Verkehr
Website www.keolis.com

Die Keolis S.A. mit Sitz in Paris ist eine international im Personenverkehr tätige Tochtergesellschaft der SNCF. Die deutsche Tochter der Keolis ist in Düsseldorf ansässig und besitzt den Status eines Eisenbahnverkehrsunternehmens. Unter dem Markennamen eurobahn betreibt sie als größter privater Anbieter in Nordrhein-Westfalen Schienenpersonennahverkehr. Zudem betreibt Keolis Deutschland einen Streckenabschnitt in Hessen sowie in den Niederlanden.[3]

Kennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Keolis-Gruppe beschäftigt über 60.000 Mitarbeiter in zehn europäischen Ländern (Belgien, Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweden) sowie in Australien, China, Indien, den USA, Kanada und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie betreibt U-Bahnen, Straßenbahnen, Züge und insgesamt 24.000 Busse.[4] In Frankreich ist Keolis mit dem Betrieb von 88 Stadtverkehrsnetzen größter Anbieter des öffentlichem Personennahverkehrs. Mit der Fusion von Keolis und Effia – dem drittgrößten Betreiber von Parkhäusern in Frankreich – im Jahr 2010 wurde die Position als vollintegrierter Verkehrsdienstleister beispielsweise mit der Vermietung von Parkplätzen für Fahrräder und Autos weiter ausgebaut.[5]

Der Umsatz des Unternehmens liegt bei 5,6 Mrd. Euro weltweit (2014)[6], davon wurden 50 Prozent außerhalb Frankreichs erzielt. Schienenpersonenverkehr betreibt die Keolis-Gruppe auf 5754 Streckenkilometern in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, den USA und den Niederlanden.[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Keolis entstand im Jahr 2001 durch den Zusammenschluss der französischen Nahverkehrskonzerne VIA-GTI, der zum damaligen Zeitpunkt von BNP Paribas kontrolliert war, und Cariane, einer Tochter der SNCF. Nach der Fusion hielt die SNCF 43,5 Prozent der Anteile. 2004 kaufte der Finanzinvestor SNCF die Mehrheitsanteile von BNP Paribas und gab 2007 einen Anteil an die Finanzinvestoren Caisse de dépôt et placement du Québec, Axa Private Equity und Pragma ab. Im Februar 2010 erhöhte die SNCF durch die Fusion von Keolis und dem französischen Verkehrsdienstleister EFFIA ihren Anteil von 45,4 auf 56,7 Prozent.[8]

Seit April 2012 ist Keolis zu 70 Prozent im Besitz der französischen Staatsbahn SNCF, nachdem sie die Anteile von Axa und Pragma übernommen hatte. Die Caisse de dépôt et placement du Québec bleibt mit nun 30 Prozent weiter beteiligt.[9]

Die US-Tochter erhielt 2014 den Zuschlag der Massachusetts Bay Transportation Authority für einen Vertrag im Wert von 2,7 Mrd. US$ über acht Jahre.[10]

Keolis USA bewirbt sich auch um den Bau einer neuen Strecke für die Washington Metro und stieß dabei auf den Widerstand von Holocaust-Überlebenden, die vom Mutterkonzern SNCF Entschädigungen fordern.[11]

2015 ATE, Australiens wichtigstes Busunternehmen wird von Keolis S.A. übernommen.[12]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Keolis USA bewarb sich 2014 um den Bau einer neuen Strecke für die Washington Metro und stieß dabei auf den Widerstand von Holocaust-Überlebenden, die vom Mutterkonzern SNCF Entschädigungen wegen dessen Beteiligung an der Deportation von Juden in die Vernichtungslager in Polen forderten.[13][14]

Tochterunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerd Wolff: Deutsche Klein-und Privatbahnen. Band 11: Niedersachsen 3 – Südlich des Mittellandkanals. EK-Verlag, Freiburg 2009, ISBN 978-3-88255-670-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Keolis / Farandou remplace Azéma. Ville Rail & Transports, 2. August 2012, abgerufen am 27. März 2013 (französisch).
  2. Internetauftritt der Keolis (Zugriff 12. Mai 2016)
  3. Unternehmen – eurobahn. In: www.eurobahn.de. Abgerufen am 13. Mai 2016.
  4. Keolis: Figures. In: www.keolis.com. Abgerufen am 13. Mai 2016.
  5. Unternehmen – eurobahn. In: www.eurobahn.de. Abgerufen am 13. Mai 2016.
  6. Keolis: Keolis : acteur majeur du transport public de voyageurs. In: www.keolis.com. Abgerufen am 13. Mai 2016.
  7. Unternehmen – eurobahn. In: www.eurobahn.de. Abgerufen am 13. Mai 2016.
  8. Fusion von Keolis und Effia abgeschlossen. SNCF ist nun Mehrheitsgesellschafterin von Keolis. 8. Februar 2010, abgerufen am 18. April 2012.
  9. La SNCF se renforce dans sa filiale Keolis. Le Figaro, 18. April 2012, abgerufen am 3. Mai 2013 (französisch).
  10. https://www.bostonglobe.com/metro/2014/03/06/losing-company-sues-block-commuter-rail-contract-with-mbta/9OySq4fC1ll3S1QeZaoW9O/story.html
  11. French railway firm finally set to pay reparations in the U.S. for transporting 76,000 Jews to Nazi death camps as it seeks to secure billion dollar contract
  12. Keolis: History. In: www.keolis.com. Abgerufen am 13. Mai 2016.
  13. French railway firm finally set to pay reparations in the U.S. for transporting 76,000 Jews to Nazi death camps as it seeks to secure billion dollar contract
  14. https://www.washingtonpost.com/local/trafficandcommuting/us-french-talks-begin-on-compensation-for-holocaust-victims-deported-on-sncf-trains/2014/02/20/ace89634-9a4d-11e3-b931-0204122c514b_story.html

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 48° 52′ 15″ N, 2° 19′ 41″ O