Kepler-10c

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Exoplanet
Kepler-10c
Sternbild Drache
Position
Äquinoktium: J2000.0
Rektaszension 19h 02m 43s
Deklination +50° 14′ 29″
Orbitdaten
Zentralstern Kepler-10
Umlaufdauer 45 Tage
Weitere Daten
Radius 2,4 ± 0,1 RE
Masse 17 ± 2 ME
Geschichte
Entdeckung Kepler-Mission
Datum der Entdeckung 2011[1]
Folgende Teile scheinen seit 2017 nicht mehr aktuell zu sein: Angaben zur Masse (die Masse scheint nach neueren Veröffentlichungen wesentlich geringer und damit der Status „Mega-Erde“ in Frage gestellt zu sein, siehe englische Wikipedia)
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Kepler-10c ist ein Exoplanet und umkreist Kepler-10 im Sternbild Drache am Nordhimmel. Er ist der bislang (Stand Juni 2014) größte bekannte Gesteinsplanet und wurde 2011 mit Hilfe des Weltraumteleskops Kepler entdeckt.[2] Mit einer Masse von rund 17 Erdmassen und einem Radius von etwas über 2 Erdradien ergibt sich für das Objekt eine Dichte von etwa 7 g/cm3. Damit scheint Kepler-10c ein erster starker Hinweis zu sein auf eine zuvor unbekannte Klasse von massereichen Exoplaneten hoher Dichte.[3]

Umlauf und Masse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kepler-10c umrundet seinen Zentralstern Kepler-10, der 560 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt ist, etwa alle 45 Tage. Im gleichen System befindet sich auch Kepler-10b, der erste außerhalb unseres Sonnensystems nachgewiesene Gesteinsplanet.

Entdeckung und Klassifizierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutlich höhere Masse, als aufgrund der vorherigen Entdeckungen von Exoplaneten ähnlichen Durchmessers zu erwarten gewesen wäre, wurde mit der Radialgeschwindigkeitsmethode ermittelt.[3] Mit dem Präzisionsspektrographen HARPS-North des Telescopio Nazionale Galileo konnte die Masse des Planeten abgeschätzt werden. Angesichts seiner sich aus Radius und Masse ergebenden mittleren Dichte von 7,1 ± 1,0 g/cm³[3] (zum Vergleich: Erde: 5,515 g/cm³) muss davon ausgegangen werden, dass Kepler-10c größtenteils aus Gestein und anderen dichten Stoffen besteht. Der Planet sei so massereich, dass er eine Atmosphäre – wenn es je eine gab – dauerhaft gehalten haben könnte.[3] Die Massebestimmung wird von neueren Arbeiten angezweifelt,[4] weswegen die Dichte aktuell umstritten ist.

Neue Klasse von Planeten?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Exoplanet ist deutlich massereicher und größer als bisher entdeckte Supererden; ein Planet mit der Masse von Kepler-10c hätte sich gemäß aktuellen (Stand: Juni 2014) Erkenntnissen der Astronomen eigentlich zu einem Gasriesen entwickeln müssen. Kepler-10c wurde daher von seinen Entdeckern als Prototyp für die neue Klasse von Planeten mit dem Namen Mega-Erde präsentiert: „Wir waren sehr überrascht, als uns klar wurde, was wir da genau entdeckt hatten“, meinte Xavier Dumusque vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, der die Analyse der Daten leitete und den Planeten entdeckt hat.[5] Vorgestellt wurde der Fund am 1. Juni 2014 anlässlich einer Tagung der American Astronomical Society.

Alter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das System Kepler-10 ist etwa elf Milliarden Jahre alt, es entstand also weniger als drei Milliarden Jahre nach dem Urknall. Daher könnten Gesteinsplaneten bereits viel früher in der Geschichte des Universums in Erscheinung getreten sein als bis dahin vermutet: „Wenn Gestein entstehen kann, kann auch Leben entstehen.“ Demgemäß gehen Astronomen davon aus, dass die Entdeckung eines so alten Gesteinsplaneten weitreichende Konsequenzen für die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit von Leben im Universum haben wird.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kepler-10c and a New Method to Validate Planets. kepler.nasa.gov, 23. Mai 2011, abgerufen am 4. Juni 2014 (englisch).
  2. Fressin et al.: "Kepler-10c, a 2.2-Earth radius transiting planet in a multiple system" (2011, arxiv:1105.4647)
  3. a b c d e Dumusque et al.: "The Kepler-10 planetary system revisited by HARPS-N: A hot rocky world and a solid Neptune-mass planet" (2014, arxiv:1405.7881)
  4. V. Rajpaul: Pinning down the mass of Kepler-10c: the importance of sampling and model comparison. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. 471, Nr. 1, July 2017, S. L25-L130. arxiv:1707.06192. bibcode:2017MNRAS.471L.125R. doi:10.1093/mnrasl/slx116.
  5. Astronomen entdecken erste Mega-Erde. Scinexx, 3. Juni 2014, abgerufen am 24. Januar 2016.