Kerien

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Kerien
Kerien-Boulvriag
Kerien (Frankreich)
Kerien
Region Bretagne
Département Côtes-d’Armor
Arrondissement Guingamp
Kanton Callac
Gemeindeverband Guingamp Paimpol Armor Argoat Agglomération
Koordinaten 48° 23′ N, 3° 13′ WKoordinaten: 48° 23′ N, 3° 13′ W
Höhe 223–309 m
Fläche 21,88 km2
Einwohner 262 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 12 Einw./km2
Postleitzahl 22480
INSEE-Code

Kerien (bretonisch Kerien-Boulvriag) ist eine französische Gemeinde mit 262 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Côtes-d’Armor in der Bretagne. Sie gehört zum Arrondissement Guingamp und zum 2016 gegründeten Gemeindeverband Guingamp Paimpol Armor Argoat Agglomération.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Kerien liegt 20 Kilometer südlich von Guingamp und 85 Kilometer nördlich von Lorient im Inneren der bretonischen Halbinsel. Das 21,88 km² umfassende Gemeindegebiet ist Teil des Einzugsgebietes des Küstenflusses Blavet (bretonisch: Blavezh), der die westliche Gemeindegrenze markiert.

Die Gemeinde Kerien besteht aus folgenden Dörfern und Ortsteilen:

  • Coatantiec
  • Cosquer Jehan
  • Crec’h Quenez Bihan
  • Crec’h Quenez Braz
  • Guerguingiou
  • Kerligan
  • Kerlouët
  • Keropars
  • Kersaliou Traou
  • La Salle
  • La Villeneuve
  • Roc’h an Bley
  • Roc’h Glaz Braz
  • Saint-Norgant

sowie aus zahlreichen namenlosen kleinen Weilern und Einzelhöfen. Das Dorf Kerien mit Rathaus und Kirche befindet sich im äußersten Südosten der Gemeinde.

Die Landschaft um Kerien ist durch Acker- und Grünlandflächen geprägt, die durch die für die Umgebung typischen Hecken voneinander getrennt sind. Abgesehen von den Hängen an steilen Flussabschnitten ist das Gebiet waldarm; lediglich im Norden hat die Gemeinde Anteile an kleineren Waldgebieten. Im Norden erreichen die Hügel Höhen von knapp über 300 m; auf 301 m steht nahe dem Weiler Roc’h Glaz Bihan ein Funkturm.

Nachbargemeinden von Kerien sind Bourbriac im Norden, Magoar im Osten, Saint-Gilles-Pligeaux im Osten, Lanrivain im Süden, Peumerit-Quintin im Südwesten sowie Maël-Pestivien im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kerien und die umliegenden Orte entstanden Mitte des 12. Jahrhunderts in der Zeit der Gründung der Abtei Coëtmaloën. Das Gemeindegebiet von Kerien (1793 Querien, 1801 Querrien genannt) besteht seit 1793 unverändert.

Kérien heißt wörtlich übersetzt „kalte Stadt“. Es wird aber vermutet, dass es sich um eine Verballhornung von Ker Jan handelt, was so viel wie Ort des Jean (John, Johannes) bedeutet. Hintergrund dieser Annahme ist die Existenz einer kleinen Kapelle namens Saint-Jean in der Frühphase der Besiedlung des heutigen Gemeindegebietes. Bis zur Errichtung einer eigenen Pfarrei in Kerien im Jahr 1879 fanden die Gottesdienste in der Kapelle St. Norgant statt.[1]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
Einwohner 566 499 453 342 287 218 262 274

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche Saint-Pierre[2]
  • Kapelle Saint-Jean du Pénity mit einem Brunnen aus dem Jahr 1733, Monument historique[3]
  • Menhire in den Ortsteilen Cosquer Jehan und Saint-Norgant
  • Calvaire im Ortsteil Kerligan aus dem 16. Jahrhundert mit Kreuzigungsskulptur und Pietà auf grauem Steinsockel, Monument historique[4]
  • Kapelle im Ortsteil Saint-Norgant
  • Lavoir und diverse Brunnen
Pfarrkirche Saint-Pierre
Calvaire de Kerligan
Kapelle Saint-Jean du Pénity

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptwirtschaftszweig der Gemeinde ist nach wie vor die Landwirtschaft, insbesondere die Geflügelhaltung und die Milchproduktion.

Kerien liegt abseits der überregional bedeutenden Verkehrswege. Durch die Gemeinde führt die Fernstraße von Guingamp nach Gouarec (D 8). In Gouarec besteht Anschluss an die teilweise autobahnartig ausgebaute Route nationale 164. Der nächste Bahnhof befindet sich im 20 Kilometer entfernten Guingamp.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Patrimoine des Communes des Côtes-d’Armor. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-017-5, S. 78–79.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kerien auf der Präsentation des Gemeindeverbandes (pdf-Datei, französisch)
  2. Eintrag in der Base Mérimée des Kulturministeriums. Abgerufen am 20. Juni 2015 (französisch).
  3. Eintrag in der Base Mérimée des Kulturministeriums. Abgerufen am 20. Juni 2015 (französisch).
  4. Eintrag in der Base Mérimée des Kulturministeriums. Abgerufen am 20. Juni 2015 (französisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kerien – Sammlung von Bildern