Kerkenna-Inseln

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Kerkenna-Inseln
NASA-Satellitenbild
NASA-Satellitenbild
Gewässer Mittelmeer
Geographische Lage 34° 43′ N, 11° 11′ OKoordinaten: 34° 43′ N, 11° 11′ O
Kerkenna-Inseln (Tunesien)
Kerkenna-Inseln
Anzahl der Inseln 6
Hauptinsel Chergui und Garbi
Gesamte Landfläche 159,7 km²
Einwohner 15.501 (2014-04-23)
Kerkenna
Kerkenna
Übersichtskarte

Die Kerkenna-Inseln, früher Kyrannis (griech.) genannt, später Cercina (lat.), dann Kerkenah (arabisch جزر قرقنة, DMG Ǧuzur Qarqanna), sind eine Inselgruppe vor der Ostküste Tunesiens im Golf von Gabès, ca. 20 km vor dem Festland (Sfax) gelegen. Die Inselgruppe bildet eine von 16 Gemeinden (Delegation) des Gouvernement Sfax. Sie besteht aus den beiden etwa 300 m auseinander gelegenen und durch einen Fahrdamm verbundenen Hauptinseln Chergui, auch Sharki, oder Sharqi, (von arabisch شرقي, DMG šarqī ‚östlich‘) und Garbi (von arabisch غربي ‚westlich‘) sowie mehreren kleineren unbewohnten Eilanden. Der Hauptort Remla ist etwa 16 km von Kerkennas Verbindungshafen zum Festland (Port de Sidi Youssef) entfernt. Die Inseln sind durch eine regelmäßige Fährverbindung mit dem tunesischen Festland (Sfax) verbunden.

Demografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Kerkenna-Inseln wird Kerkennis genannt. Ihre Herkunft leitet man von Griechen ab, die aus dem nahen Malta kommend, arabisiert und zum Islam übergetreten sind. Die Kerkennis haben eine eigene Kultur entwickelt und sind wegen ihrer typischen Folklore bekannt. Gesprochen wird Tunesisch-Arabisch mit lokalem Akzent, der viele Ausdrücke aus dem Französischen ableitet.

Die Inseln werden von etwa 15.500 Einwohnern (Zensus 2014) bevölkert. Während der Sommermonate kann die Bevölkerungszahl allerdings auf bis zu 120.000 ansteigen, infolge meist europäischer Touristen und Kerkennis, die ansonsten in anderen Teilen Tunesiens oder im Ausland leben.

Dörfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abbassia
  • Ouled Ezzeddine
  • Ouled Kacem
  • Ouled Yaneg
  • Chergui
  • El-Attaya
  • El-Jouaber
  • Kellabine
  • Kraten
  • Mellita
  • Ouled Bou Ali
  • Remla (Hauptort)
  • Sidi Fredj
  • Sidi Youssef
  • Krayab (innajat)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 600 bis 200 v. Chr. von den Puniern entdeckt
  • 500 bis 200 v. Chr. karthagische Epoche
  • ab 200 v. Chr. römische Epoche. Nach seiner Flucht aus Rom (vor Lucius Cornelius Sulla) soll sich der römische Feldherr Gaius Marius laut Plutarch im Jahr 88 v. Chr. auf Cercina versteckt gehalten haben, weil er einigen seiner Veteranen hier Land geschenkt hatte. Er kehrte 87 v. Chr. nach Rom zurück, wo er blutige Rache an Sullas Anhängern verübte.
  • ab 697 n. Chr. islamische Epoche
  • ab 1212 spanische Epoche
  • ab 1451–1851 osmanische Epoche
  • ab 1851 moderne Epoche

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kerkenna-Inseln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien