Kernkraftwerk Akademik Lomonossow

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Kernkraftwerk Akademik Lomonossow
Modell
Modell
Lage
Kernkraftwerk Akademik Lomonossow (Region Kamtschatka)
Kernkraftwerk Akademik Lomonossow
Koordinaten 52° 55′ 13″ N, 158° 25′ 28,7″ OKoordinaten: 52° 55′ 13″ N, 158° 25′ 28,7″ O
Land: Russland
Daten
Eigentümer: Rosenergoatom
Betreiber: Rosenergoatom
Projektbeginn: 15. April 2007
Kommerzieller Betrieb: 2018 (geplant)

Reaktoren in Bau (Brutto):

2  (70 MW)
Stand: 1. Mai 2007
Die Datenquelle der jeweiligen Einträge findet sich in der Dokumentation.

Das Kernkraftwerk Akademik Lomonossow (russisch Академик Ломоносов, deutsche Übersetzung „Akademiker Lomonossow“, volle Bezeichnung russisch ПАЭС Академик Ломоносов [Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i] für schwimmendes Kernkraftwerk Akademik Lomonossow) ist ein im Bau befindliches russisches schwimmendes Kernkraftwerk. Es ist nach dem russischen Dichter und Naturwissenschaftler Michail Wassiljewitsch Lomonossow benannt und soll bei der Stadt Wiljutschinsk installiert werden. Es handelt sich um den ersten Prototyp dieser neuen Kernkraftwerksart. Die Fertigstellung sollte nach den ursprünglichen Planungen im Jahr 2012 erfolgen, [1] musste dann allerdings auf 2016[veraltet][2] und dann auf 2018[3] verschoben werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Bau des schwimmenden Kernkraftwerks wurde am 15. April 2007 in der U-Boot-Werft Sewmasch in Sewerodwinsk begonnen.[4] Ursprünglich sollte es ab 2010 die U-Boot-Werft und die Stadt Sewerodwinsk im Nordwesten Russlands mit Strom und Wärme versorgen. Am 8. August 2008 gab jedoch der Eigentümer und Betreiber Rosenergoatom bekannt, das Sewmasch die Arbeiten an dem Kernkraftwerk einstellt und der Bau durch die Sankt Petersburger Werft Baltijski Sawod (Балтийский завод) fortgesetzt wird.[5] Der zukünftige Anlegeplatz wurde nach Wiljutschinsk in die Region Kamtschatka verlegt.[6] Das schwimmende Kernkraftwerk ist am 30. Juni 2010 in Sankt Petersburg vom Stapel gelaufen und ist 144 Meter lang und 30 Meter breit.[7] Die Baukosten werden sich auf ungefähr 267 Millionen Euro belaufen.[8]

Leistung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das schwimmende Kernkraftwerk soll mit zwei zum Prototyp modifizierten KLT-40S-Reaktoren ausgestattet werden und eine Stadt mit 200.000 Einwohnern mit Strom versorgen können.[1] Jeder Reaktor soll eine elektrische Bruttoleistung von 35 MW und eine Nettoleistung von 32 MW haben sowie 73 MW Prozesswärme zur Verfügung stellen.[6][9] Beide Reaktoren sollen dabei eine thermische Leistung von 150 MW besitzen. Es handelt sich um den gleichen Reaktortyp, der sonst in russischen Atomeisbrechern der Taymyr-Klasse und in dem russischen atomgetriebenen Frachter Sevmorput zum Einsatz kommt.

Daten der Reaktorblöcke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kernkraftwerk Akademik Lomonossow soll zwei Blöcke haben:

Reaktorblock[6] Reaktortyp Netto-
leistung
Brutto-
leistung
Baubeginn Netzsyn-
chronisation
Kommer-
zieller Betrieb
Abschal-
tung
Akademik Lomonossow 1 KLT-40S 32 MW 35 MW 15.04.2007 (2018 geplant)
Akademik Lomonossow 2 KLT-40S 32 MW 35 MW 15.04.2007 (2018 geplant)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Reactors ready for floating plant, World Nuclear News vom 7. August 2009 (englisch)
  2. Reactors ready for floating plant, World Nuclear News vom 12. Dezember 2012 (englisch)
  3. http://www.atomic-energy.ru/news/2014/06/27/49824
  4. Erster schwimmender Energiereaktor Russlands wird von Sewmasch gebaut (Novosti 19. Mai 2006)
  5. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.rosenergoatom.ruRosenergoatom - 08/08/2008 - Construction of floating NPP to be continued by Baltiysky Zavod (englisch)
  6. a b c Power Reactor Information System der IAEA: „Russian Federation: Nuclear Power Reactors“ (englisch)
  7. RIA Novosti: Russland macht erstes schwimmendes AKW flott (30. Juni 2010) abgerufen am 30. Juni 2010
  8. Russland baut schwimmendes Kernkraftwerk (Spiegel, 15. Juni 2006)
  9. Kernenergie: Weltreport 2008. Deutsches Atomforum, April 2009, S. 250, archiviert vom Original am 7. Januar 2012, abgerufen am 3. März 2013.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]