Kernkraftwerk Saporischschja

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
f1
Kernkraftwerk Saporischschja
Kernkraftwerk Saporischschja
Kernkraftwerk Saporischschja
Lage
Kernkraftwerk Saporischschja (Ukraine)
Kernkraftwerk Saporischschja
Koordinaten 47° 30′ 44″ N, 34° 35′ 9″ OKoordinaten: 47° 30′ 44″ N, 34° 35′ 9″ O
Land: UkraineUkraine Ukraine
Daten
Eigentümer: National Nuclear Energy Generating Company Energoatom
Betreiber: National Nuclear Energy Generating Company Energoatom
Kommerzieller Betrieb: 25. Dez. 1985

Aktive Reaktoren (Brutto):

6  (6000 MW)
Eingespeiste Energie im Jahr 2010: 39.061,1 GWh
Eingespeiste Energie seit Inbetriebnahme: 753.403 GWh
Website: www.npp.zp.ua (Betreiber)
Stand: 6. Juni 2011
Die Datenquelle der jeweiligen Einträge findet sich in der Dokumentation.

Das Kernkraftwerk Saporischschja (ukrainisch Запорізька атомна електростанція, russisch Запорожская атомная электростанция) befindet sich direkt am Fluss Dnepr nahe der Stadt Enerhodar im Südosten der Ukraine und ist das leistungsstärkste Kernkraftwerk Europas. Es ist etwa 50 Kilometer von der Großstadt Saporischschja entfernt. Direkt neben dem Kernkraftwerk steht das konventionelle Wärmekraftwerk Saporischschja.

Leistung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kernkraftwerk hat insgesamt sechs Blöcke vom Typ WWER-1000/320. Diese haben eine elektrische Leistung von jeweils 1.000 Megawatt und eine thermische Leistung von je 3.200 Megawatt. Die thermische Gesamtleistung der Anlage von fast 20 Gigawatt erfordert enorme Mengen Kühlwasser, die dem Fluss Dnepr, welcher an dieser Stelle extra verbreitert wurde, entnommen werden. Die Leichtwasserreaktoren haben eine elektrische Gesamtleistung von 6.000 Megawatt brutto (5.700 MW netto) und bilden somit zusammengerechnet die leistungsstärkste Kernkraftwerksanlage Europas.

Das Kernkraftwerk versorgt fast den gesamten Süden der Ukraine und ist durch den Wegfall aller vier Blöcke des Kernkraftwerks Tschernobyl essenziell für die Energieversorgung der Ukraine.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kernkraftwerk Saporischschja, 2011.

Mit dem Bau des ersten Reaktors wurde im Jahr 1980 begonnen. Mit der Inbetriebnahme des ersten Reaktorblocks am 10. Dezember 1984 wurde der erste Reaktor der russischen Standard-Baureihe WWER-1000/320 in Betrieb genommen. In den Jahren 1981, 1982 und 1983 folgte der Baubeginn der Blöcke zwei bis vier. Diese gingen jeweils nach einer Bauzeit von ungefähr vier Jahren und acht Monaten in Betrieb. Der Block 5 wurde von 1985 bis 1989 errichtet. Der Baubeginn des sechsten Blocks war am 1. Juni 1986. Er ging schließlich nach über neunjähriger Bauzeit am 19. Oktober 1995 in Betrieb.

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Kernkraftwerk wurden wiederholt Störfälle gemeldet. Im April 1993 wurden einige Teile der Anlage durch Wasser, welches aus einem Primärkreislauf ausgetreten war, stark radioaktiv kontaminiert. In den Jahren 1994 bis 1997 wurden wegen finanzieller Engpässe nur zwei Millionen Dollar investiert.

Das Forschungszentrum Dresden-Rossendorf arbeitete an der Verbesserung der Sicherheitsstandards der Überwachungssysteme der Kraftwerke in der Ukraine. 1992 starteten die ersten Untersuchungen des Forschungszentrums zur Verbesserung der Sicherheit. 1995 ging das erste Überwachungssystem im 5. Block in den Probebetrieb. Heute sind alle sechs Reaktoren damit ausgestattet.

Am 28. November 2014 kam es zu einem Kurzschluss in der Umspannanlage, also außerhalb des Reaktorbereichs, woraufhin Block 3 vorübergehend heruntergefahren wurde,[1] und es zu Stromknappheit in der Region kam.[2][3] Die IAEA bewertete die Abschaltung mit Stufe 0 der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse ("Below scale – No safety significance").[4] Trotz dieser Bewertung erregte diese Störung aufgrund der Nähe zum ukrainischen Krisenherd und der Tatsache, dass sich Аварія (Awarija), das ukrainische Wort für Störung, auch mit Unfall übersetzen lässt, eine gewisse mediale Aufmerksamkeit.[5]

Infolge der Sprengung mehrerer Hochspannungsmasten im Oblast Cherson am 21. November 2015[6] kam es zu einem Lastabwurf von 500 MW, der durch die staatliche Betreiberfirma Ukrenergo als sehr gefährlich eingestuft wurde.[7][8]

Daten der Reaktorblöcke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kernkraftwerk Saporischschja hat sechs Blöcke:

Reaktorblock[9] Reaktortyp Netto-
leistung
Brutto-
leistung
Baubeginn Netzsyn-
chronisation
Kommer-
zieller Betrieb
Abschal-
tung
Saporischschja-1 WWER-1000/320 950 MW 1.000 MW 1. April 1980 10. Dezember 1984 25. Dezember 1985 (2015 geplant)[veraltet][10]
Saporischschja-2 WWER-1000/320 950 MW 1.000 MW 1. Januar 1981 22. Juli 1985 15. Februar 1986 (2015 geplant)[veraltet][10]
Saporischschja-3 WWER-1000/320 950 MW 1.000 MW 1. April 1982 10. Dezember 1986 5. März 1987 (2017 geplant)[10]
Saporischschja-4 WWER-1000/320 950 MW 1.000 MW 1. April 1983 18. Dezember 1987 14. April 1988 (2018 geplant)Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren[10]
Saporischschja-5 WWER-1000/320 950 MW 1.000 MW 1. November 1985 14. August 1989 27. Oktober 1989 (2019 geplant)Vorlage:Zukunft/In 3 Jahren[10]
Saporischschja-6 WWER-1000/320 950 MW 1.000 MW 1. Juni 1986 19. Oktober 1995 16. September 1996 (2026 geplant)Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. APA: Saporischschja: Dritter Reaktor geht wieder in Betrieb. DiePresse.com, 6. Dezember 2014, abgerufen am 8. Dezember 2014.
  2. {{Internetquelle der-ukraine-13300070.html | titel= Zwischenfall in Atomkraftwerk | url= http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/eilmeldung-jazenjuk-atomunfall-im-suedosten- | zugriff= 2014-12-04 }}
  3. Ukraine energy minister says 'no threat' from accident at nuclear plant. Reuters, 3. Dezember 2014, abgerufen am 4. Dezember 2014 (englisch).
  4. IAEA Informed by Ukraine That a Nuclear Power Reactor Remains Safely Shut Down Following Short Circuit. International Atomic Energy Agency. Abgerufen am 8. Dezember 2014.
  5. MDR aktuell: Die Meldung vom Atomunfall. Mitteldeutscher Rundfunk, 3. Dezember 2014, abgerufen am 8. Dezember 2014.
  6. "Blackout" auf Halbinsel Krim auf mdr
  7. Gefährliches Spiel mit dem Strom auf taz
  8. Ukraine nuclear power plants ‘dangerously’ without power as towers feeding energy to Crimea blown up auf rt.com
  9. Power Reactor Information System der IAEA: „Ukraine: Nuclear Power Reactors“ (englisch)
  10. a b c d e Review of Existing and Future Requirements for Decommissioning Nuclear Facilities in the CIS (A report produced for The European Commission, Directorate General XI, January 1999). Abgerufen am 8. Dezember 2014.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kernkraftwerk Saporischschja – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien