Kerpen (Adelsgeschlecht)

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Wappen derer von Kerpen (Eifel)

Kerpen ist der Name eines rheinischen, vermutlich ursprünglich edelfreien Uradelsgeschlechts, das in Kerpen an der Erft mit dem Burggrafenamt der Reichsfestung belehnt war[1] und mit dem Reichsministerialen Warnerus de Kerpene[2] zwischen 1065 und 1071 zum ersten Mal Erwähnung findet. Nach dem Verkauf am 2. August 1276 der aus Königsgut schließlich in deren Besitz übergegangenen Burg und Herrschaft Kerpen nannten sich die männlichen Nachkommen des letzten Reichsministerialen von Kerpen an der Erft nur noch gelegentlich "von Kerpen", sondern nach ihren jeweiligen neuen Wohnsitzen "von Buschfeld" und "von Liblar". Beide sind im Mannesstamm erloschen[3].

Aus dem Haus Kerpen gingen mehrere Geschlechter hervor:

  • Haus Wolkenburg[4], 1125 erstmals urkundlich erwähnt – Mitte des 14. Jahrhunderts erloschen
  • Haus Merode[5], 1174 erstmals urkundlich erwähnt
  • Haus Bell[6], 1183 erstmals urkundlich erwähnt
  • Haus Bergerhausen[7], 1250 erstmals urkundlich erwähnt – erloschen
  • Haus Dorne[8], erscheint urkundlich seit Mitte des 13. Jahrhunderts - erloschen
  • Haus Leutesdorf[9], erscheint urkundlich seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts - 1460 erloschen

Das mit Sigibertus de Kerpene 1136 erstmals urkundlich erwähnte[10], ursprünglich edelfreie Ministerialengeschlecht Kerpen aus der Eifel, ist vermutlich aus dem älteren Haus Kerpen an der Erft hervorgegangen und gab wohl der Burg und dem Ort in der Eifel seinen Namen[11][12]. Das Genealogische Handbuch des Adels beginnt die sichere Stammreihe dieses Hauses mit Heinrich von Kerpena, liber homo (1142–1177), dem Sohn von Sigibertus. Sie reicht bis 1864 und 1866[13]. Diesem Haus entstammten der zweite Hochmeister und Mitbegründer des Deutschen Ordens Otto von Kerpen, sowie der Ordensritter des Ordens vom Heiligen Johannes von Jerusalem Johann Walter von Kerpen.

Die Burg Kerpen in Illingen im Saarland hatte Dietrich V. von Kerpen aus der Eifel 1359 von den Grafen von Saarwerden zu Lehen. Sie wurde bis 1748 von der Familie bewohnt. 1794 verlor Freiherr Franz Georg von Kerpen durch den Einmarsch französischer Revolutionstruppen seine Hoheitsrechte als Landesherr und 1830 wurde die Burg, nachdem er ohne männliche Nachkommen gestorben war, von seinen Töchtern verkauft.

Wappen derer von Kerpen (Eifel)

Die Herrschaft Manderscheid fiel nach dem Aussterben des edelfreien Hauses Manderscheid im Mannesstamm Anfang des 13. Jahrhunderts durch Vererbung an die Herren von Kerpen aus der Eifel, die sich nun von Kerpen und Manderscheid nannten. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde der Besitz geteilt. Theoderich II. erhielt Kerpen, Wilhelm (Willekin) II. erhielt Manderscheid[14]. 1461 wurde die Linie Manderscheid in den Reichsgrafenstand erhoben. 1488 teilte sich das Haus in drei Linien, die sich später durch Erbschaft wieder vereinigten. 1780 heiratete die letzte dieses Hauses, Gräfin Augusta von Manderscheid-Blankenheim, den böhmischen Grafen Philipp Christian von Sternberg. Der Zweig dieser Familie nannte sich daraufhin Sternberg-Manderscheid.

Das hier gezeigte Wappen ist das des Hauses Kerpen in der Eifel. Das Wappen des Hauses Kerpen an der Erft entsprach wohl dem des Hauses Merode[15].

Blasonierung des Wappens der Herren von Kerpen in der Eifel: In Silber ein roter Zickzackbalken. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein wie der Schild bezeichneter Flug[16].

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Severin Corsten: Kerpen in Geschichte und Gegenwart, Kerpen und das Reich, S. 63
  2. Hans J. Domsta: Geschichte der Fürsten von Merode im Mittelalter, Bd. 1, S. 26
  3. Hans Elmar Onnau: Kerpener Heimatblätter Bd. 40 (2002), S. 146
  4. Hans J. Domsta: Geschichte der Fürsten von Merode im Mittelalter, Bd. 1, S. 29
  5. Hans J. Domsta: Geschichte der Fürsten von Merode im Mittelalter, Bd. 1, S. 23
  6. Hans J. Domsta: Geschichte der Fürsten von Merode im Mittelalter, Bd. 1, S. 29
  7. Hans Elmar Onnau: Kerpener Heimatblätter Bd. 40 (2002), S. 148
  8. Hans J. Domsta: Geschichte der Fürsten von Merode im Mittelalter, Bd. 1, S. 30
  9. Hans J. Domsta: Geschichte der Fürsten von Merode im Mittelalter, Bd. 1, S. 29
  10. Rheinische Kunststätten, Heft 233, S. 5
  11. Hans J. Domsta: Geschichte der Fürsten von Merode im Mittelalter, Bd. 1, S. 27, Anlagen 19
  12. Severin Corsten: Kerpen in Geschichte und Gegenwart, Kerpen und das Reich, Anmerkung 42, S. 66
  13. Geneal. Handbuch des Adels, Band 91, Adelslexikon VI, S. 186
  14. Rheinische Kunststätten: Kerpen (Hohe Eifel) von Herbert Wagner, S. 5
  15. Hans J. Domsta: Geschichte der Fürsten von Merode im Mittelalter, Bd. 1, S. 29
  16. Geneal. Handbuch des Adels, Band 91, Adelslexikon VI, S. 186