Kersti Kaljulaid

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Kersti Kaljulaid (2016)

Kersti Kaljulaid (* 30. Dezember 1969 in Tartu, Estland) ist eine estnische Wirtschaftswissenschaftlerin und Politikerin. Seit dem 10. Oktober 2016 ist sie Staatspräsidentin der Republik Estland.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kersti Kaljulaid schloss 1987 die Schule im Tallinner Stadtteil Mustamäe ab. Von 1987 bis 1992 studierte sie Biologie mit Schwerpunkt Genetik an der Universität Tartu (Abschluss als B.Sc.). Diesem folgte, ebenfalls in Tartu, ein Studium der Wirtschaftswissenschaften, das sie 2001 mit einem Master of Business Administration (MBA) beendete. Von 2012 bis 2016 war sie Vorsitzende des Universitätsrats ihrer Alma Mater.[1]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1994 bis 1997 arbeitete Kaljulaid bei dem Telekommunikationsunternehmen Eesti Telefon. 1997/98 war sie bei der estnischen Bank Hoiupank beschäftigt. 1998/99 arbeitete Kaljulaid als Projektleiterin bei dem Nachfolgeunternehmen, der Hansapank.[2]

1999 wurde sie wirtschaftspolitische Beraterin des damaligen estnischen Ministerpräsidenten Mart Laar. Im Februar 2002 wechselte sie als Abteilungsleiterin zum Energiekonzern Eesti Energia. Im selben Jahr wurde sie Direktorin des zu Eesti Energia gehörenden Elektrizitätswerks von Iru. Gleichzeitig moderierte sie im estnischen Kuku Raadio eine beliebte politische Sendung. Von 2001 bis 2004 vertrat Kaljulaid die estnische Regierung im Aufsichtsrat der Estnischen Genomstiftung (Eesti Geenivaramu).

Europäischer Rechnungshof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Beitritt Estlands zur Europäischen Union wurde Kersti Kaljulaid im Mai 2004 zur estnischen Vertreterin beim Europäischen Rechnungshof mit Sitz in Luxemburg ernannt. Sie war dort bis zu ihrer Wahl zur Staatspräsidentin im Oktober 2016 tätig.

2009 wurde Kaljulaid in Estland zur „Europäerin des Jahres“ gewählt.

Estnische Staatspräsidentin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtsübernahme (10. Oktober 2016). Von links nach rechts: Staatspräsidentin Kersti Kaljulaid, Georgi-Rene Maksimovski, Staatspräsident a.D. Toomas Hendrik Ilves, Ieva Ilves

Am 3. Oktober 2016 wählte das estnische Parlament (Riigikogu) Kersti Kaljulaid im insgesamt sechsten Wahlgang als Nachfolgerin von Toomas Hendrik Ilves zur neuen Staatspräsidentin. Zuvor hatte sich weder in den ersten drei Wahlgängen im Parlament, noch den beiden Wahlgängen in der Wahlmännerversammlung (Valimiskogu) ein Kandidat durchsetzen können. Daraufhin war Kaljulaid als Kompromisskandidatin ohne Gegner für den sechsten Wahlgang nominiert worden.

Kersti Kaljulaid trat ihr neues Amt am 10. Oktober 2016 an. Sie ist das vierte estnische Staatsoberhaupt seit der Wiedererlangung der Unabhängigkeit 1991 und die erste Frau in diesem Amt seit der Staatsgründung 1918.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kersti Kaljulaid ist in zweiter Ehe mit dem Telekommunikationsingenieur Georgi-Rene Maksimovski verheiratet.[3] Sie hat eine Tochter und drei Söhne.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kersti Kaljulaid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Lebenslauf auf der Homepage des Estnischen Präsidenten (englisch)
  • Lebenslauf. In: Europäischer Rechnungshof (PDF; 192 kB; deutsch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ratsmitglieder der Universität Tartu. Website der Universität Tartu, abgerufen am 28. September 2016 (englisch).
  2. Priit Pullerits: Kersti Kaljulaid – elu Euroopas, kodu Eestis. In: Postimees. 7. Mai 2011, abgerufen am 4. Oktober 2016 (estnisch).
  3. Liis Velsker: Suur saladus paljastatud: Kersti Kaljulaidi abikaasa töötas RIKSis. In: Postimees. 29. September 2016, abgerufen am 4. Oktober 2016 (estnisch).