Kesselberg (Bayern)

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Kesselberg
Kesselberg Bavaria 1.jpg
Himmelsrichtung Nord Süd
Passhöhe 858 m ü. NN
Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, Bayern
Talorte Kochel am See Urfeld am Walchensee
Ausbau B11
Motorradsperre Wochenendfahrverbot in Richtung Walchensee
Gebirge Bayerische Voralpen
Profil
Ø-Steigung  % (253 m / ? km)  % (56 m / ? km)
Karte
Kesselberg (Bayern) (Bayern)
Kesselberg (Bayern)
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Koordinaten 47° 37′ 51″ N, 11° 21′ 15″ OKoordinaten: 47° 37′ 51″ N, 11° 21′ 15″ O

Als Kesselberg werden sowohl die Passhöhe zwischen Kochelsee und Walchensee bzw. zwischen Herzogstand und Jochberg als auch der dort hinüberführende Abschnitt der Bundesstraße 11 bezeichnet. Die Passhöhe liegt auf 858 m ü. NN.

Kesselberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kesselberg war während der Würmeiszeit ein Alpentor; hier floss ein Nebenarm des Isargletschers, der wiederum ein Nebenarm des Inntalgletschers war, mit einer Höhe von ca. 1.400 m über NN hindurch.

„Der Kesselberg wird so genannt, weil alldort ein Felsen von einem herabfallenden Wasser ausgeholet als wie ein Kessel.“[1] Dieses Zitat wird sich auf eine der markanten Gumpen im Kesselbach beziehen, der vom Kesselberg herab in den Kochelsee fließt.

Vom Kesselberg aus führen bekannte und leichte Anstiege auf die beiden umliegenden Berge, den Jochberg im Osten und den Herzogstand im Westen. Beide sind beliebte Ausflugsziele. In etwa unter dem Kesselberg hindurch führen die Leitungen des Walchenseekraftwerkes, einem der größten und ältesten Wasserkraftwerke Deutschlands.

Kesselbergstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marmortafel von 1492 an der alten Kesselbergstraße

Die Kesselbergstraße führt mit ca. 9 km Länge von Kochel am See nach Urfeld am Walchensee und überwindet bis zum Pass einen Höhenunterschied von 240 m. Die erste Kesselbergstraße wurde 1492 unter Herzog Albrecht IV. von Bayern gebaut. Zu diesem Anlass wurde eine große Marmortafel angebracht, die noch heute an der alten Kesselbergstraße – allerdings als Replik, das Original liegt im Bayerischen Nationalmuseum in München – zu bewundern ist. Von 1893 bis 1897 wurde die Straße unter Luitpold von Bayern durch das Königliche Straßen- und Wasserbauamt Weilheim weitgehend auf neuer Trasse angelegt. Zwischen 1962 und 1994 wurde die B 11 schrittweise ausgebaut und durch das Straßenbauamt Weilheim permanent erneuert.

Kesselbergstraße zwischen Kochel- und Walchensee

Die Kesselbergstraße ist eine stark befahrene und gut ausgebaute Verbindungsstraße und führt in zahlreichen Kehren zum Pass hinauf. Unterwegs gibt es mehrere gern besuchte Aussichtspunkte mit schönem Blick über den Kochelsee und Teile des Alpenvorlands. In der Vergangenheit gab es auf dieser Strecke durch illegale Rennen und überhöhte Geschwindigkeit zahlreiche Todesopfer. Als Konsequenz gilt nun am Wochenende und an Feiertagen in Richtung Walchensee eine Sperrung für Motorräder, eine durchgehende Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h sowie ein Überholverbot auf der gesamten Passstrecke. Für Motorradfahrer ist die Straße nach wie vor ein beliebtes Ausflugsziel.

Kesselbergrennen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1905 und 1907 fanden die ersten Straßenrennen auf der Kesselbergstraße statt, an welchen sowohl Automobile als auch Motorräder teilnahmen. Die weiten Kurven am Scheitel des Passes erlaubten für damalige Verhältnisse hohe Geschwindigkeiten. So nahmen am ersten Rennen 60 Motorräder und 80 Touren- und Rennwagen teil.

Nach einer einundzwanzigjährigen Pause wurden in den Jahren 1928 bis 1935 nochmals Rennen durchgeführt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kesselberg (Bavaria) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zitat unbekannter Herkunft im Tölzer Kurier vom 3. Februar 1924