Kettig

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur gleichnamigen Politikerin siehe Alma Kettig.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Kettig
Kettig
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Kettig hervorgehoben
50.47.466666666666767Koordinaten: 50° 24′ N, 7° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Weißenthurm
Höhe: 67 m ü. NHN
Fläche: 7,78 km²
Einwohner: 3313 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 426 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56220
Vorwahl: 02637
Kfz-Kennzeichen: MYK, MY
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 211
Webpräsenz: www.gemeinde-kettig.de
Bürgermeister: Peter Moskopp (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Kettig im Landkreis Mayen-Koblenz
Karte

Kettig ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Weißenthurm an.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Klimatisch günstig am Rand des Neuwieder Beckens gelegen, werden die landwirtschaftlichen Flächen der Gemeinde zunehmend von Sonderkulturen (insbesondere des naturnah bewirtschafteten Holunders) geprägt.

Geschichte[Bearbeiten]

Kettig wird erstmals in einer schriftlichen Quelle als Ketichi im Gau Maifeld in einer Urkunde des Klosters Echternach aus dem zweiten Viertel des 10. Jahrhunderts erwähnt. Weitere Namensformen nach 1200 waren Ketge, Ketghe, Ketige und Kettich. Vom 13. bis 16. Jahrhundert hatte die Abtei St. Thomas Landbesitz und zinspflichtige Güter in Kettig.

Schwer getroffen wurde Kettig vom Dreißigjährigen Krieg. Von 128 Häusern, die aus dem Jahr 1563 überliefert sind, standen 1648 nur noch 85. Auch die Burg, die Kurfürst Werner III. von Falkenstein zwischen 1409 und 1419 hatte errichten lassen, war zerstört worden. Ähnlich hart traf der Zweite Weltkrieg Kettig: Bei einem Bombenangriff am 29. Dezember 1944 wurden 25 Wohnhäuser, 15 landwirtschaftliche Betriebsgebäude, 1 Industrieanlage, Schule und Kirche zerstört oder schwer beschädigt.[2] Der Krieg endete für Kettig am 8. März 1945, als der Ort von amerikanischen Einheiten des Combat Command B (CCB) der 4th Armored Division eingenommen wurde.[3]

Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Kettig, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4]

Jahr Einwohner
1815 634
1835 1.050
1871 1.049
1905 1.343
1939 1.527
Jahr Einwohner
1950 1.709
1961 1.954
1970 2.577
1987 2.656
2005 3.331

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Kettig besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU FDP FWG Gesamt
2014 4 11 1 4 20 Sitze
2009 8 6 2 4 20 Sitze
2004 7 7 2 4 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Kettig e.V.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: „Geteilt; oben in Rot ein silberner, blau geständerter Adler, unten in Silber ein durchgehendes rotes Balkenkreuz“.

Das rote Kreuz erinnert an Kurtrier, zu dessen Amt Bergpflege Kettig gehörte. Der Adler ist dem Wappen der Ritter von Kettig entnommen, die ein Burghaus im Ort besaßen und deren Linie im 17. Jahrhundert ausstarb. Sie führten als Wappen in rotem Schild einen weißen Adler mit blauen Ständern.

Bildung[Bearbeiten]

Kettig ist der Standort von zwei Schulen: der Grundschule und der Anne-Frank-Schule (Förderschule).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kettig – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011). (Hilfe dazu)
  2. Gerhard Elingshäuser: Die Geschichte von Kettig im Wandel der Zeit. Hrsg. Gerhard Elingshäuser, Kettig 2000.
  3. Lt. Col. George Dyer: XII Corps, Spearhead of Patton's third Army
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen