Kevin – Allein zu Haus

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Filmdaten
Deutscher Titel Kevin – Allein zu Haus
Originaltitel Home Alone
Home Alone House.jpg
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1990
Länge 103 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Stab
Regie Chris Columbus
Drehbuch John Hughes
Produktion John Hughes
Musik John Williams
Kamera Julio Macat
Schnitt Raja Gosnell
Besetzung
Synchronisation

Kevin – Allein zu Haus (Originaltitel: Home Alone) ist eine Komödie von John Hughes aus dem Jahr 1990, bei der Chris Columbus Regie führte. Der Film handelt von einem 8-jährigen Jungen namens Kevin, der mit seinen Eltern und vier Geschwistern in einer Vorstadt von Chicago lebt, zu Weihnachten daheim vergessen wird und das elterliche Haus gegen zwei Einbrecher verteidigt. Der Film gilt gemeinsam mit seinem Nachfolger Kevin – Allein in New York von 1992 als größter Erfolg von Hauptdarsteller Macaulay Culkin, der an diesen seither nicht mehr anknüpfen konnte.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Tag vor der Abreise in den Weihnachtsurlaub nach Paris kommt es zu einem Streit zwischen dem achtjährigen Kevin McCallister und seinem großen Bruder Buzz. Kevin, der sich von seiner Familie ungerecht behandelt fühlt, verursacht beim Abendessen ein Riesenchaos und wird zur Strafe zum Schlafen auf den Dachboden geschickt. Wütend äußert er seiner Mutter gegenüber den Wunsch, seine Familie nie mehr wieder sehen zu wollen.

In der Nacht wütet ein heftiger Sturm. Ein umstürzender Baum beschädigt neben der Telefonleitung auch die Stromleitung zum Haus, sodass der für den Abreisetag gestellte Wecker nicht funktioniert und die McCallisters verschlafen. In der Hektik wird versehentlich der zufällig anwesende Nachbarsjunge Mitch Murphy mitgezählt, und die vermeintlich vollzählige Familie hastet zum Flughafen. Erst während des Fluges bemerkt Kevins Mutter sein Fehlen. Währenddessen wacht dieser allein daheim auf und stellt fest, dass seine Familie „verschwunden ist“. Zunächst ist die Freude darüber groß, da er sich an die Schikanen durch seine Geschwister erinnert.

Kaum in Frankreich gelandet, setzt Kevins Mutter alle Hebel in Bewegung, umgehend wieder nach Hause zu ihrem Sohn zu kommen, was durch die beschädigte Telefonverbindung eine große Schwierigkeit darstellt. Einstweilen soll ein Polizist nach ihm sehen, doch versteckt sich Kevin zu diesem Zeitpunkt gerade im Haus, da er sich vor seinem Nachbarn Marley aufgrund der über diesen kursierenden Gerüchte fürchtet und im letzten Moment ein Einbrecherpaar durch Einschalten des Kellerlichts abschrecken konnte. Als er sich am nächsten Tag schließlich doch nach draußen wagt und sogar einkaufen geht, erkennt er auf dem Heimweg den in einem Lieferwagen sitzenden Gauner Harry wieder, der sich am Tag vor der Abreise seiner Familie noch als Polizist verkleidet zum Schein nach dem Wohlergehen der Nachbarschaft während der Feiertage informierte. Er war es auch, der am Vorabend mit seinem Kumpanen Marvin, genannt Marv, versuchte bei ihm einzubrechen. Dummerweise haben die beiden beim Ausplündern das Nachbarhauses per Anrufbeantworter mitbekommen, dass das Haus der McCallisters, auf das sie ein besonderes Auge geworfen haben, leer sein müsste. In der Folge kann Kevin nochmals verhindern, dass die beiden Gangster in sein Haus einsteigen, wobei diese schließlich misstrauisch werden und dahinterkommen, dass sie „von einem Kindergartenkind verarscht“ wurden. Die beiden sprechen daraufhin ihr weiteres Vorgehen in Hörweite Kevins ab: Sie haben vor, zu Heiligabend so gegen neun Uhr ins Haus einzubrechen.

Immer mehr wünscht sich Kevin nun doch seine Familie wieder zurück, wofür er auch auf seine anderen Wünsche verzichten würde. Auf dem Heimweg von einem Weihnachtsmann und dessen Elfe, dem er seine Bitte überbringt betritt er eine Kirche, um ein Konzert zu hören. Dort trifft er auf den ihm unheimlichen Marley, welcher sich in einem kurzen folgenden Gespräch als freundlicher Mann entpuppt. Marley zerstritt sich vor einer ganzen Weile mit seinem Sohn. Beide unterhalten sich über ihren Kummer und geben sich auch gegenseitig Ratschläge, um die aktuelle Situation des anderen verbessern zu können. Alarmiert vom Läuten der Kirchenglocke eilt Kevin nach Hause, um rechtzeitig vor den Einbrechern dort zu sein, fest entschlossen "sein" Haus gegen die beiden zu verteidigen. Als sich diese zum vereinbarten Zeitpunkt Zutritt zum Haus verschaffen wollen, ist Kevin schließlich gewappnet: Mit Hilfe zahlreicher Fallen kann er den Einbrechern Paroli bieten. Diese haben daraufhin immer mehr den Wunsch, es dem kleinen Kevin heimzuzahlen, und verwerfen ihren ursprünglichen Plan, das Haus zu plündern. Stattdessen verfolgen sie Kevin immer weiter durchs Haus und tappen in eine Falle um die andere, wobei sie körperlich einiges einstecken müssen. Unterdessen verständigt Kevin die Polizei - allerdings nennt er ein Nachbarhaus als Schauplatz des Einbruchs, da er die zwei Ganoven zum Abschluss dorthin locken will. Diese folgen ihm auch, allerdings quälen sie sich nicht durch den Keller, sondern fangen ihn in der Wohnung ab, wo sich das Blatt gewendet zu haben scheint.

Da betritt plötzlich Marley das Haus und setzt beide Halunken mit seiner Schneeschaufel außer Gefecht, während diese laut planen, was sie jetzt mit Kevin tun wollen. Danach trifft die Polizei ein und nimmt die „veuchten Banditen“ (Wie Marv in der deutschen Fassung zu buchstabieren versucht) fest. Am nächsten Morgen trifft schließlich zunächst Kevins Mutter daheim ein, die eine wahre Odyssee hinter sich hat, und wenig später auch der Rest der Familie, welche einfach den nächsten verfügbaren Flug genommen hat. Die Familienmitglieder bekommen nichts davon zu hören, was in ihrer Abwesenheit im Haus passiert war. Auf die Frage, was Kevin denn die ganze Zeit über gemacht habe, antwortet dieser lapidar, er habe sich „nur gelangweilt“. Durch ein Fenster kann Kevin beobachten, wie Marley Besuch von seiner Familie bekommt; offenbar hat er Kevins Vorschlag beherzigt, seinen Sohn anzurufen. Sie winken einander zu, als Buzz Kevin aus seinem Zimmer anschreit, was dieser dort gemacht hat.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Soundtrack zum Film zeichnet der amerikanische Komponist John Williams verantwortlich. Neben dem bekannten Hauptthema namens Somewhere in my Memory, welches zu Beginn und auch während des Films in Fragmenten vorkommt, zeichnet sich der Score vor allem durch eine Auswahl von verschiedenen Weihnachtsliedern aus. Die Filmmusik war 1991 für den Oscar nominiert.

Drehorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drehorte des Filmes waren u. a. die Stadt Winnetka in Illinois, der Chicago O’Hare International Airport und der Flughafen Paris-Orly.

Der Film spielte bei Kosten von 15 Millionen US-Dollar weltweit rund 476,7 Millionen US-Dollar ein und gilt als einer der erfolgreichsten Comedy-Filme aller Zeiten.

Running Gags und Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Running Gag im Film ist die Statue vor dem Eingang des Hauses, welche von mehreren anhaltenden Fahrzeugen gerammt und umgestoßen wird.
  • Sowohl in Kevin - Allein zu Haus als auch in der Fortsetzung Kevin – Allein in New York sehen sich die übrigen Familienmitglieder in ihrem jeweiligen Urlaubsdomizil Ist das Leben nicht schön? im Fernsehen an, der in Paris auf Französisch und im zweiten Teil in Miami auf Spanisch läuft.
  • Beide Teile enden damit, dass jemand Kevin anschreit, weil er etwas angestellt hat. Im ersten Teil ist Buzz' Zimmer verwüstet, im zweiten hat er $ 967,43 für den Zimmerservice ausgegeben, was Peter McCallister begleichen muss.
  • Die Schwarz-Weiß-Filme, die Kevin sich in beiden Teilen ansieht, heißen Angels with Filthy Souls bzw. in der Fortsetzung Angels with Even Filthier Souls. Das Filmmaterial wurde eigens zur Verwendung als Film im Film gedreht und soll eine Anspielung auf den Film Angels with Dirty Faces von 1938 sein.
  • In beiden Teilen zwinkert Kevin mit den Augenbrauen, als er zunächst merkt, dass er allein ist, und ihm anschließend einfällt, dass er machen kann, was er will.
  • Die von Joe Pesci verkörperte Figur namens Harry Lime ist eine Anspielung auf Der dritte Mann (1949), in dem eine wichtige Figur diesen Namen trägt.
  • Jeffrey Wiseman, der die Rolle des Nachbarjungen spielt, mit dem Kevin bei der Zählung verwechselt wird, sprach für die Rolle des Kevin vor.
  • Robert de Niro lehnte die Rolle des Harry ab.
  • Little Nero’s ist eine Anspielung auf die Pizzakette Little Caesars.
  • Daniel Stern willigte ein, sich die Tarantel genau für einen Take ins Gesicht setzen zu lassen.
  • Mehrere Familienmitglieder von Regisseur Chris Columbus haben kurze Auftritte im Film: Seine Tochter, seine Schwiegermutter, seine Frau und sein Schwiegervater.

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolle Schauspieler Deutscher Synchronsprecher[2]
Kevin McCallister Macaulay Culkin Gabor Gomberg
Harry Lime Joe Pesci Mogens von Gadow
Marv Merchants Daniel Stern Michael Schwarzmaier
Peter McCallister John Heard Elmar Wepper
Kate McCallister Catherine O’Hara Christina Hoeltel
Der alte Marley Roberts Blossom Christian Marschall
Linnie McCallister Angela Goethals Sabine Bohlmann
Megan McCallister Hillary Wolf Natascha Schaff
Georgette McCallister Virginia Smith Barbara Wittow
Buzz McCallister Devin Ratray Marc Stachel
Rod McCallister Jedidiah Cohen Mario Liberatore
Fuller McCallister Kieran Culkin Alexander Fischer
Onkel Frank McCallister Gerry Bamman Horst Sachtleben
Tante Leslie McCallister Terrie Snell Marion Hartmann
Sergeant Larry Balzak Larry Hankin Norbert Gastell
Gus Polinski John Candy Ekkehardt Belle
Flughafenangestellte Dianne B. Shaw Michele Sterr
Weihnachtsmann Ken Hudson Campbell Walter von Hauff
Gangster Johnny Ralph Foody Thomas Rau
Gangster Schlange Michael Guido Willi Röbke

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roger Ebert kritisierte die Handlung des Films als so unplausibel, dass es als Zuschauer schwer falle, sich in die Notlage des Kindes zu versetzen. Hingegen zeuge Culkins Leistung von außergewöhnlicher Begabung.[3] Caryn James von der New York Times beurteilte die erste Hälfte des Films als vorhersehbar, die zweite als haarsträubend.[4]

„Die Zuschauer liebten den kleinen Kevin und seine Abenteuer, die er erlebte. Und der Knirps Macaulay Culkin avancierte, inzwischen Dollar-Millionär, zum erfolgreichsten Kinderstar Hollywoods. Heute allerdings kräht kein Hahn mehr nach ihm. Chris Columbus' Film allerdings sprüht vor Tempo, Witz und Einfallsreichtum.“

„Eine ereignisreiche Komödie mit etlichen Anleihen beim Zeichentrick-Slapstick; Tempo und Witz stellen sich jedoch erst gegen Ende ein, vor der unvermeidlichen Familienversöhnung.“

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kevin – Allein zu Haus erhielt im Jahre 1991 Oscar-Nominierungen für John Williams (Musik) und für den Song „Somewhere In My Memory“. Im selben Jahr war der Film für den Golden Globe in den Kategorien Bester Hauptdarsteller (Macaulay Culkin) und Bester Film nominiert. Macaulay Culkin erhielt den Young Artist Award.

Fortsetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bisher folgten vier Fortsetzungen. Bei Teil zwei übernahm erneut Chris Columbus die Regie, Teil drei inszenierte Raja Gosnell. Kevin – Allein gegen alle wurde direkt für das US-amerikanische Fernsehen produziert, Rod Daniel übernahm die Regie. Während in Teil drei der Charakter Kevin gar nicht auftaucht, ist dieser in Teil vier wieder die Hauptperson. Der fünfte Film wurde von Peter Hewitt direkt für das Fernsehen inszeniert. Hier spielt der Charakter des Kevin erneut keine Rolle. Der Film Career Opportunities von 1991 erweckt durch seinen deutschen Titel Kevins Cousin allein im Supermarkt den Eindruck, Teil der Reihe zu sein. Tatsächlich findet sich darin kein Bezug zu Kevin – Allein zu Haus.

Parodie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romanadaption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Kevin – Allein zu Haus. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Oktober 2008 (PDF; Prüf­nummer: 65 080 V/DVD).
  2. Kevin – Allein zu Haus in der Deutschen Synchronkartei; abgerufen am 17. Oktober 2008
  3. Roger Ebert: Home Alone, RogerEbert.com, 16. Nov. 1990, abgerufen am 11. Dez. 2016
  4. Caryn James: Holiday Black Comedy For Modern Children, in: The New York Times vom 16. Nov. 1990, abgerufen am 11. Dez. 2016
  5. Kevin – Allein zu Haus, in: Prisma-Online
  6. Kevin – Allein zu Haus im Lexikon des internationalen Films