Khandwa (Distrikt)

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Distrikt Khandwa
(Hindi खंडवा जिला)
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Madhya Pradesh
Division: Indore
Verwaltungssitz: Khandwa
Fläche: 7350 km²
Einwohner: 1.309.443 (2011)
Bevölkerungsdichte: 178 Ew./km²
Website: Khandwa-Distrikt

Der Distrikt Khandwa (Hindi खंडवा जिला – auch als East Nimar District bezeichnet) ist ein Distrikt des zentralindischen Bundesstaats Madhya Pradesh. Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum ist die etwa 220.000 Einwohner zählende Stadt Khandwa.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Distrikt Khandwa befindet sich im Süden des Bundesstaats Madhya Pradesh und grenzt im Südosten an den Distrikt Amaravati im Bundesstaat Maharashtra. Nach Süden wird der Distrikt begrenzt durch den Distrikt Burhanpur; nach Westen grenzt der Distrikt Khargone an, nach Norden der Distrikt Dewas und im Osten der Distrikt Harda.[1]

Der Distrikt Khandwa gliedert sich in fünf Verwaltungsbezirke (Tehsils oder Subdivisions): Harsud, Khalwa, Khandwa, Pandhana, und Punasa/Mundi mit insgesamt mehr als 700 Dörfern und – neben der Stadt Khandwa – nur vier mittelgroßen bzw. kleineren Städten: Chhanera (ca. 25.000), Mundi (ca. 15.000), Omkareshwar (ca. 13.000) und Pandhana (ca. 15.000 Einwohner).[2][3]

Der nördliche Teil des zwischen 250 und 350 m hoch gelegenen Distrikts mit der heiligen Stadt Omkareshwar grenzt an den Fluss Narmada. Im Osten werden die Narmada und mehrere Nebenflüsse zum Indira-Gandhi-Stausee aufgestaut, der mit einem maximalen Fassungsvermögen von 12,2 Milliarden Kubikmetern der größte Stausee Indiens ist. Im Süden erhebt sich das Satpuragebirge.[4] Die jährlichen Niederschlagsmengen liegen bei ca. 950 mm/Jahr, wovon jedoch ca. 90 % auf die sommerlichen Monsunmonate entfallen.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das anhaltende Bevölkerungswachstum Indiens und durch Zuwanderung ist die Einwohnerzahl des Distrikts in den letzten Jahrzehnten enorm angestiegen:[6]

Jahr 1991 2001 2011
Einwohner 898.596 1.078.251 1.310.061

Hindus dominieren in den Dörfern auf dem Lande (etwa 98 %); etwa 15 bis 20 % der städtischen Bevölkerung sind Moslems. In der Dekade zwischen 2001 und 2011 wuchs die Bevölkerung um gut 20 % auf etwa 1,31 Millionen an, wobei der männliche Bevölkerungsanteil den weiblichen um etwa 5 % übersteigt. Etwa 80 % der Bevölkerung lebt in den Dörfern auf dem Lande; mehr als ein Drittel der Menschen (zumeist Frauen) gelten als Analphabeten. Man spricht Hindi und den regionalen Dialekt Nimadi, eine Bhil-Sprache.[7]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Distrikt Khandwa gehört nach offizieller Statistik zu den 250 rückständigsten von insgesamt 640 Distrikten Indiens. Er ist in sehr hohem Maße landwirtschaftlich geprägt, wobei auch Wanderarbeiter bis in die heutige Zeit eine nicht unwichtige Rolle spielen. Lediglich in den wenigen Städten gibt es einige größere Geschäfte und Handwerksbetriebe sowie Banken und weiterführende Schulen. Khandwa ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Die Dörfer sind über Buslinien an das regionale Verkehrsnetz angeschlossen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tempelstadt Omkareshwar am Fluss Narmada

Die alte Region Nimar wurde seit der Antike von fremden Mächten dominiert (Mauryas, Shungas, Shatavahanas, Kardamakas, Abhiras, Vakatakas, Guptas, Kalachuris, Vardhanas, Chalukyas, Rashtrakutas, Paramaras etc.) Raja Ali Khan (reg. 1576–1596) aus der Faruqi-Dynastie regierte in der westlich benachbarten Region Khandesh, zu der jedoch auch die südlich von Khandwa gelegene Stadt Burhanpur gehörte, und unterwarf sich im Jahr 1577 dem Großmogul Akbar I.; sein Sohn Bahadur Khan (reg. 1596–1600) erkannte die Oberhoheit des Mogulreichs jedoch nicht an und wurde im Jahr 1600 von der Mogularmee nahezu kampflos geschlagen. Nach dem Tod des letzten großen Mogulherrschers Aurangzeb (1707) zerfiel das Mogulreich; die Region um Burhanpur und Khandwa kam im Jahr 1740 zum Marathen-Reich. Seit dem Jahr 1818 stand das Gebiet unter britischer Kontrolle. Nach der Unabhängigkeit Indiens (1947) kam die Region in Form des Distrikts East Nimar (alter Name) zum neu geschaffenen Bundesstaat Madhya Pradesh. Am 11. August 2003 wurde der Distrikt East Nimar in die beiden Distrikte Burhanpur und Khandwa aufgeteilt.[8][9]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet des ansonsten touristisch kaum erschlossenen Distrikts Kandwa befindet sich die Tempelstadt Omkareshwar, die insbesondere den Anhängern des Hindu-Gottes Shiva heilig ist, weil hier einer von 12 Jyotirlingas verehrt wird. Ausflüge nach Indore oder nach Burhanpur sind empfehlenswert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Khandwa district – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Distrikt Khandwa – Karte etc.
  2. Distrikt Khandwa – Städte
  3. Distrikt Khandwa – Dörfer
  4. Distrikt Khandwa – Karte mit Höhenangaben
  5. Khandwa – Klimadiagramme
  6. Distrikt Khandwa – Einwohnerzahlen 1991–2011
  7. Distrikt Khandwa – Bevölkerung
  8. Distrikt Khandwa – Geschichte
  9. District Census Handbook Burhanpur. (PDF) Census of India 2011, abgerufen am 25. Dezember 2017 (englisch).