Khasi

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Khasi
Khasia Woman-03, Srimongol, Moulvibazar, Bangladesh, (C) Biplob Rahman 2012
Khasia Man-00, Khasia Hill, Srimongol, Moulvibazar, Bangladesh, (C) Biplob Rahman 2012

Aufnahmen aus Moulvibazar (Khasi-Berge, Division Sylhet, Bangladesch, 2012)

Bevölkerung
Khasi in Meghalaya (2011)[1]

1.412.000 von 2.964.000 Einwohn. = 48 %
0f717.000 Frauen  (50,8 %) 00000 = 49 %
0f695.000 Männer (49,2 %) 00000 = 47 %

≈ 260.000 Khasi-Haushalte (ab 1 Person)

78 % wohnen ländlich, städtisch 22 %

61 % = 860.000 Khasi lesen/schreiben
0f63 % der Frauen  (52,2 %)
0f59 % der Männer (47,8 %)

40 % = 568.000 Khasi arbeiten
0f45 % der Männer (56,5 %)
0f34 % der Frauen  (43,5 %)
60 % = 844.000 arbeiten nicht
0f66 % der Frauen  (55,7 %)
0f54 % der Männer (44,3 %)

55 % der Stammesvölker Meghalayas

70 % Christen (verschiedene Kirchen)

Religion:  Niam Khasi  (Eier-Orakel)

Historische
Khasi-Bevölkerungsentwicklung:[1]
1901: 0. 176.600  (Assam: Gurdon 1907)
1951: 0. 363.600  (Assam: Volkszählung)
1971: 0. 463.900  (Assam: ohne Angabe)
1981: 000000 (Meghalaya: 1.336.000)
1991: 000000 (Meghalaya: 1.775.000)
2001:  1.124.000  (56,0 % von  2.306.000)
2011:  1.412.000  (47,6 % von 2.964.000)

Meghalaya
Meghalaya 2012

Meghalayas 11 Verwaltungs­distrikte:
Khasi siedeln östlich und mittig in den 6 Dis­trik­ten
East Jaintia Hills (ab 2012)[2]
West Jaintia Hills (ab 2012)[2]
Ri Bhoi [3]
East Khasi Hills [4]
West Khasi Hills [5]
South West Khasi Hills (ab 2012)[6]

Khasi in Meghalaya

Die Khasi – Eigenname Ki Khasi („Die von einer Frau Geborenen“) oder Ki Khun U Hynniewtrep („Die Kinder der Sieben Hütten“) – sind ein großes indigenes Volk im Nordosten von Indien mit über 1,4 Millionen Angehörigen im kleinen Bundesstaat Meghalaya in den Vorläufern des Himalaya-Gebirges; dort bilden sie die Hälfte der Bevölkerung. Rund 35.000 Khasi leben im benachbarten indischen Bundesstaat Assam und etwa 100.000 im südlich angrenzenden Bangladesch. Die Khasi bilden eine matrilineare Gesellschaft über Mütterlinien, bei denen Abstammung, Familienname und Erbfolge nur von der Mutter hergeleitet werden, nicht von Vätern. Diese Verhältnisse sind offiziell in der Verfassung des Bundesstaates Meghalaya verankert; weitere Schutzrechte werden den Khasi gemäß der indischen Verfassung garantiert als anerkanntes, selbstverwaltetes Stammesvolk (Scheduled Tribe). Nach der Khasi-Tradition liegt der Besitz von Grund und Boden nur in den Händen von Frauen, er sichert den Gruppenmüttern und ihren Großfamilien soziale und wirtschaftliche Selbständigkeit. Männer gehören zur Großfamilie ihrer Mutter, erben von ihr Familiennamen und Gruppenzugehörigkeiten und tragen zu ihrem Unterhalt bei. Nach einer Heirat zieht der Ehemann meist zu seiner Ehefrau und ihrer Mutter (matrilokale Wohnfolge) – seine Kinder gehören ihrer Großfamilie an und werden dort mitbetreut von ihrem sozialen Vater (ihrem Onkel, dem Mutterbruder).

Die meisten Familien betreiben traditionellen Feldbau mit Tierhaltung als Bedarfswirtschaft und handeln mit ihren Erzeugnissen auf den Märkten der rund 3000 Khasi-Dorfgemeinschaften; zu Dorfvorstehern werden fast immer Männer gewählt. Zusammengehörende Familien bilden Verbände (Clans), die neben ihren Clanmüttern auch gewählte politische Anführer haben (Häuptlinge). Die 3363 teils sehr großen Clans der Khasi-Stämme organisieren sich politisch als Stammesgesellschaft, unterteilt in die heutigen sieben Stammesfürstentümer (Häuptlingstümer). Die ursprüngliche Herkunft der Khasi wird östlich vermutet, im Gebiet des Flusses Mekong (siehe unten), denn die Khasi-Sprache ähnelt in keiner Weise den benachbarten indischen Sprachen. Die Khasi sind zu etwa 70 % Christen verschiedener Kirchen, pflegen daneben aber ihre traditionelle, animistische Religion Niam Khasi mit heiligen Wäldern und einem eigenen Eier-Orakel. Einige Khasi-Dörfer gelten als die „saubersten Asiens“ und wurden weltbekannt für ihre großen Wurzel-Brücken aus lebenden Gummibäumen (siehe Bilder).[Doku 1]

Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Khasi ist keine indoeuropäische Sprache wie die meisten in Indien, sondern eine Mon-Khmer-Sprache, eng verwandt mit dem Kambodschanischen und dem Vietnamesischen. Angenommen wird die Verwandtschaft mit einigen isolierten Sprachen in Zentralindien: Das Khasi könnte eine Brückenfunktion haben zwischen diesen und der großen austroasiatischen Sprachfamilie, die ursprünglich aus China stammt.

Khasi ist untergliedert in zahlreiche Dialekte und gilt in Meghalaya seit 2005 als assoziierte Amtssprache;[7][8] die vier Hauptdialekte sind Khasi, Jaintia, Lyngngam und War (Namen von Unterstämmen). Eine eigene Schrift haben die Khasi nicht, ab 1840 führten britische Methodisten-Missionare das lateinische Alphabet ein, und ab 1890 erschien das erste Wörterbuch Khasi–Englisch und eine übersetzte Ausgabe der christlichen Bibel.[Ethno 1] Heute ist das Khasi in geschriebener und gesprochener Form eine äußerst lebendige Sprache mit eigener Literatur-Tradition. Das Kulturministerium Meghalayas leitete 2000 ein Symposium zu Leben und Werken von Khasi-Autoren (Life and Works of Khasi Authors in the field of Khasi Literature) und 2001 eine Konferenz zur Förderung des Khasi und des benachbarten Garo (Growth and Development of Khasi and Garo Languages), außerdem vergab das Ministerium den ersten literarischen Preis State Literary Award 2000 for Khasi book.[Kultur 1] In Meghalaya erscheinen mehrere Zeitungen in Khasi und es gibt Radioprogramme und zwei Fernsehsender, die ausschließlich auf Khasi senden (siehe unten zu aktuellen Konfliktthemen der Khasi). Die Khasi-Folklore kennt eine einzigartige Form der individuellen Dichtkunst, ki phawar genannt, die besonders beim Bogensport zum Einsatz kommt: Mit einfallsreichen Vorträgen in gereimten Zweizeilern werden eigene Vorteile beschrieben und Schwächen von Gegnern angeprangert (siehe unten).[9]

Siedlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Meghalaya (wörtlich „Heim­stätte der Wolken“) ist der Himmel meist bedeckt; Cherrapunji hält den Regen-Welt­rekord seit 1861 (Laitmawsiang, Khasi-Berge, 2004)
Piyain-Fluss in den südlichen Khasi-Bergen bei Jaflong (Division Sylhet, Bangladesch, 2011)
Frauen beim Kleiderwaschen am Piyain-Fluss bei Jaflong (Division Sylhet, Bangladesch, 2018)
Häuser eines Khasi-Dorfes in Jaflong (Division Sylhet, Bangladesch, 2007)

Das Gebiet des indischen Bundesstaats Meghalaya umfasst den Großteil einer Erhebung, die vor dem großen Himalaya-Gebirge liegt und von 0 Meter über Meeresspiegel schnell auf 1500 Meter ansteigt. In der Mitte umschließen die bergigen Hügelketten eine Hochfläche, auf der eine kleine Erhebung bis auf fast 2000 Meter steigt. Meghalaya entspricht grob einem Rechteck mit etwa 300 km Ausdehnung von West nach Ost und etwa 100 km von Süd nach Nord. Der große Fluss Brahmaputra umfließt den Staat im Norden und Westen, die waagrechte Südkante des Massivs fällt steil ab zum tiefliegenden Bangladesch. Das mittlere Drittel der Staatsfläche bilden die Khasi-Berge (Khasi Hills), deren Name abgeleitet ist von dem Volk, das um 1500 n. Chr. erstmals unter dem Namen „Khasi“ als hier ansässig erwähnt wird (siehe unten zur Herkunft). Die hügeligen Berge mit der ausgedehnten Hochebene sind unterteilt in drei Verwaltungsdistrikte: West Khasi Hills,[5] South West Khasi Hills (ab 2012)[6] und East Khasi Hills.[4] Die Mehrheit der Khasi lebt im Gebiet der Hochebene Shillong Plateau, auf der auch die Hauptstadt Shillong liegt (etwa 150.000 Einwohner); nahebei steigt der Shillong Peak auf 1966 Meter, die höchste Erhebung Meghalayas. Die ganze Hochfläche ist zergliedert, durchzogen von tief eingeschnittenen Schluchten und Tälern mit großen Höhenunterschieden von 600 bis 1900 Metern.

Wolkenland

Der neugebildete Sanskrit-Name Meghalaya bedeutet „Wohnstätte der Wolken“ (Abode of the Clouds) und beschreibt damit eine der regenreichsten Gegenden der Welt mit über 120 Regentagen in der ausgedehnten Regenzeit zwischen März und November. Die Bergstadt Cherrapunji hält hier seit 1861 den Weltrekord für die höchste Jahresmenge an Niederschlag (26,5 Meter) und bekommt jährlich über 11 Meter Monsunregen. Ein Teil dieser Regenmassen fließt im Süden ab in unzähligen Wasserfällen, die 340 Meter hohen Nohkalikai Falls sind die höchsten Indiens (siehe Bilder).

Vegetation

Der Pflanzenbewuchs des Khasi-Gebiets besteht hauptsächlich aus Monsunwäldern, unterteilt in drei Klimazonen:[Studie 1] In Höhen zwischen 30 und 300 Metern finden sich tropische Tiefland-Regenwälder und zwischen 300 und 1100 Metern subtropische Feuchtwälder, die sich bis in die gemäßigte Höhenstufe zwischen 1100 und 1900 Metern erstrecken, mit stellenweisen Nebelwäldern.[10] Die WWF-Ökoregion Meghalaya Subtropical Forests (IM0126) ist eine der artenreichsten von ganz Asien, mit vielen von hier stammenden Pflanzen- und Vogelarten. Einheimisch (endemisch) sind beispielsweise 265 Orchideen, mehrere Zitrusarten, einige Magnolien (Michelia) sowie die Kannenpflanze Nepenthes khasiana („khasiana/khasianum“ kennzeichnet endemische Arten der Khasi-Berge). 110 Säugetierarten leben in Meghalaya, beispielsweise der asiatische Elefant, der Königstiger, der Nebelparder und der Weißbrauengibbon (kleiner Menschenaffe). Der World Wide Fund For Nature (WWF) gibt an, dass bereits zwei Drittel der gesamten Ökoregion entwalded oder degradiert wurden und die sieben staatlich geschützten Gebiete weniger als 1 % der Ökoregion ausmachen.[11] Auch die über 100 heiligen Wäldchen der Khasi tragen nicht nennenswert zur dringend benötigten Aufforstung bei, gewähren aber kleine Flecken zum Artenschutz.

Khasi-Gruppen

Die verschiedenartige Natur zwischen Meereshöhen von 30 m an den Gebietsrändern bis 1900 m in der Mitte ist einer der Gründe, warum sich zwischen den vielen Khasi-Dörfern und -Gruppen deutliche Unterschiede herausgebildet haben bezüglich Wirtschafts- und Lebensweise und Dialekten und Traditionen, trotz ihrer gemeinsamen Sprache und sozialen Organisation.

Die Khasi sind umgeben von mehreren kleinen Stämmen, die sich zu den Khasi zählen und einen der Khasi-Hauptdialekte oder eine verwandte Mon-Khmer-Sprache sprechen:
   1.  die Bhoi im Nordosten an der Grenze zu Assam im Distrikt Ri Boi [3]
   2.  die Jaintia (Synteng/Pnar)[12] im Osten in den Jaintia-Bergen, seit 2012 unterteilt in die Distrikte West Jaintia Hills und East Jaintia Hills [2]
   3.  die War [Kultur 2] im Süden an der Grenze zu Bangladesch
   4.  die Lyngngam im Westen an den Garo-Bergen (Garo Hills)
Enge Verbindungen haben die Khasi auch zum benachbarten großen matrilinearen Volk der Garo im ganzen Westteil Meghalayas mit über 1 Million Angehörigen – gemeinsam haben sie 1972 ihre eigene Staatsgründung erreicht (siehe unten).

Dorfgemeinschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

5.500 Dörfer zählte die Volkszählung 1991 in Meghalaya (+12 % seit 1981), die 1,8 Millionen Einwohner lebten zu 80 % auf dem Lande; der Anteil der anerkannten Stammesbevölkerungen (Scheduled Tribes) betrug schon bei der Staatsgründung 1972 über 90 %.[Studie 2] 5.780 Dörfer wurden 2001 gezählt. Auch bei der letzten Volkszählung 2011 lebten nur 20 % der Gesamtbevölkerung in Städten (Khasi: 22 %), ein Viertel davon in der Hauptstadt Shillong (143.000 Einwohner, auf 1500 Metern Höhe). Die Gesamtbevölkerung war in 20 Jahren auf 3 Millionen angestiegen, die Khasi-Stämme stellten 55 % der Stammesbevölkerung und 48 % aller Einwohner (1.412.000 von 2.964.000, siehe unten zur Übervölkerung).[1]

Da es in ganz Meghalaya nur wenige ebene Flächen gibt und kaum breite Flusstäler, liegen die meisten der fast 3.000 Dörfer der Khasi etwas unterhalb von Hügelkuppen, in kleinen Absenkungen geschützt vor den zeitweise heftigen Winden und Stürmen und vor Fremden und Tieren. Alle Häuser stehen dicht beieinander, verbunden durch schmale Wege; kleine Steintreppen führen zu den Eingängen. Soweit möglich, hat jedes Haus einen kleinen Garten mit Obst und Gemüse anbei oder in der Nähe. In den Dörfern findet sich keine Aufteilung in reichere und ärmere Familien, sie wohnen gemischt nebeneinander, dazwischen laufen Schweine, Hühner und Hunde frei herum. Es gibt Dörfer, deren eine Teil 100  Meter höher liegt als der andere. Die wenigen großen Dörfer verfügen über ein öffentliches Gebäude, eine einfache, oft einräumige Grundschule und eine Kirche; der christliche Dorfpriester bewohnt mit seiner Familie ein eigenes Haus, ebenso der Häuptling, falls er aus dem Dorf stammt. Früher schlossen sich gelegentlich mehrere Dörfer zusammen, um sich gemeinsam zu verteidigen; alle nicht angebundenen Dörfer sind zwischenzeitlich in die öffentliche Verwaltung eingegliedert. Viele Frauen betreiben in ihrem Dorf einen kleinen Laden oder eine Teestube mit Kiosk.[Ethno 2][Ethno 3] In vielen Dörfern wohnen ein oder zwei Heiler, Nong ai dawai kynbat genannt.[13] Vor jedem Dorf gibt es einen kleinen Platz für den Wochenmarkt, je nach Gelände an einem Fluss oder unter einer Baumgruppe. Angrenzend findet sich ein weitläufiger Bereich mit den Familiengrabstellen und stellenweise sehr großen Erinnerungssteinen zur Verehrung der Vorfahren (siehe unten).[Doku 2]

Dorfgemeinschaft

Nach der Khasi-Tradition versteht sich jedes Dorf als Gemeinschaft, als eigenständige soziale, politische und wirtschaftliche Einheit, die sich selbst im Dorfrat verwaltet (durch Konsensfindung). Dörfliche Selbstverwaltung ist in Indien weit verbreitet (vergleiche dazu das Panchayati Raj-System: Selbstregierung durch fünf gewählte Ratsherren), aber im Stammesstaat Meghalaya hat sie eine staatlich anerkannte Ausformung: Hier umfasst jede Dorfgemeinschaft Angehörige von meist vier bis sechs verschiedenen Clans (Verbänden von Großfamilien), die sich zusammen als Eigengruppe verstehen, mit einem ausgeprägten Wir-Gefühl und teils eigenem Sprachdialekt und eigenen Traditionen. Dorfvorsteher werden in der Regel Männer (siehe unten zu den politischen Dorfstrukturen). Geheiratet wird nach Möglichkeit innerhalb des Dorfes, aber auf jeden Fall außerhalb des eigenen Clans (siehe unten zu Heiratsregeln). Die meisten Khasi bleiben lebenslang in ihrem Dorf wohnen, die meisten Dörfer bestehen seit Jahrhunderten, ihr Standort wird sehr selten geändert. Die Dorf-Solidarität steht oft vor der Clan-Solidarität, gemeinsam werden Feldbau-, Bewässerungs- oder Handelsprojekte umgesetzt; früher konnten dazu auch kriegerische Streifzüge oder Überfälle (raids) ungeliebter Nachbardörfer gehören.[Ethno 4]

Heilige Wälder

In ihrer Umgebung unterhalten viele Dörfer einen heiligen Hain, dort werden neben den Erinnerungssteinen für die Ahnen auch die Schutzgottheiten des Dorfes verehrt. Diese geheiligten Wäldchen werden als Ausdruck der Naturverbundenheit der Religion Niam Khasi geschützt und bewahrt. Offiziell sind 105 in Meghalaya anerkannt als sacred groves unter örtlichen Namen wie Law Niam, Law Kyntang oder Law Lyngdoh , fast alle auf Khasi-Gebiet; 58 der heiligen Wälder haben eine eigene Quelle.[Liste:][14] In den letzten Jahrzehnten versuchen die Dorfgemeinschaften, diese Naturwaldreservate zu vergrößern, verbunden mit einem wachsenden Umweltbewusstsein und der Nachfrage finanzieller Unterstützung bei der Wiederaufforstung. Die heiligen Khasi-Wälder werden international respektiert als Schutzzonen für die vielen einheimischen Pflanzen- und Tierarten, aber mit insgesamt 10.000 Hektar bilden die Flecken Ursprungswald nur winzige Inseln innerhalb der bereits zu zwei Dritteln entwaldeten Khasi-Berge.

Sauberstes Dorf Asiens

Khasi-Dörfer haben den Ruf, zu den saubersten von ganz Asien zu gehören, die Bewohner halten sie gepflegt und kehren in der Trockenzeit häufig. Sie berufen sich dabei auf die Khasi-Tradition, nach der Reinheit ihre eigene Schönheit zukomme. Landesweit verbreitet ist in den Bergen und Hügeln das wildwachsende „Besengras“ (broom grass), ein Süßgras der Art Amriso (Thysanolaena maxima), das bis auf Höhen von 1800 Metern wächst und mit seinem dichten Wurzelwerk die unterschiedlichsten Böden zusammenhält. Amriso wird auch von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) als anpassungsfähige zukunftsträchtige Pflanze gefördert, das deutsche Umweltministerium unterstützt eine Initiative im nahen Bergstaat Nepal, das in ähnlicher Weise durch Erdrutsche und häufige Erdbeben gefährdet ist. Das Abernten, Anpflanzen und Verkaufen des Besengrases wird von der Regierung Meghalayas seit 1995 gefördert, nachdem entsprechende Produkte auf einer Handelsmesse in Indiens Hauptstadt vorgestellt und stark nachgefragt wurden. Im Jahre 2000 ergibt eine erste Erhebung, dass 40.000 Familien vom Besengras und seiner Aufbereitung profitieren. Obwohl die einkaufenden Zwischenhändler gleichviel an den Produkten verdienen, ermöglicht das Besengras den Familien einen Zusatzverdienst vor allem in der einkommensschwachen Winterzeit. Es bietet auch eine Alternative zum schädlichen Wander-Brandroden (siehe unten) und wird zunehmend plantagenmäßig angebaut, als Cash Crops zum Verkaufen. Verbreitet ist das traditionelle (Kunst-)Handwerk des Besenbindens, dem ganze Khasi-Dörfer nachgehen und dazu gezielt verschiedene geeignete Pflanzen kultivieren. In ganz Indien kaufen 250 Millionen Haushalte jährlich zwei neue Besen, zumeist aus Besengras.[Studie 3][Doku 3]

Das kleine Bergdorf Mawlynnong 90 km südlich von Shillong in den südöstlichen Khasi-Bergen bekam 2003 die Auszeichnung als „sauberstes Dorf Asiens“ und 2005 als „sauberstes Dorf Indiens“ (vom Reisemagazin Discover India); 2004 machte eine Reportage des National Geographic das Dorf berühmt. In diesem Gebiet nahe Bangladesch lebt der Khasi-Stamm der War-Jaintia[Kultur 2], die auch für ihre Wurzelbrücken über Dschungelflüsse berühmt sind. Im angeblich 500 Jahre alten Dorf hat jeder der fast 100 Haushalte fließendes Wasser mit eigener Toilette. Vor jedem Haus steht ein handgefertigter trichterförmiger Papierkorb aus Bambus, der zum Dorfsymbol geworden ist. Mawlynnong sieht sich als „Gottes eigenen Garten“ (God’s own Garden), Plastiktüten und das Wegwerfen von Müll sowie das Rauchen sind verboten, Recycling gehört zum Alltagsleben. Die ganze Dorfgemeinschaft beteiligt sich an einem staatlichen Förderprogramm für ländliche Gebiete, die Einkommen der angestammten Familien haben sich in 15 Jahren verdoppelt, die Alphabetisierung ist auf 94 % gestiegen (Landesdurchschnitt: 74 %). Neben Betelnusspalmen (Arekanüssen) und Betelblättern (Paan) wird hier auch Besengras geerntet und verarbeitet, das tägliche Fegen ist Teil des Dorfprojekts; wie in vielen indischen Dörfern bestehen die Wege zwischen den gepflegten Häusern aus wetterfest betonierten Bürgersteigen. Sie bilden einen Kontrast zu dem mit Steinen befestigten Dschungelpfad, der sich zu der Jahrhunderte alten Wurzelbrücke schlängelt (siehe Bild).[15][Doku 4]

Gesungene Namen

Rund 30 km nördlich vor Mawlynnong liegt das etwa gleichgroße Khasi-Bergdorf Kongthong, das für seine Eigenart bekannt ist, jedem Baby eine Melodie als zusätzlichen „Namen“ mitzugeben. Eine abgekürzte Version dient dazu, die Person anzusprechen, und kann als gesungener Ruf durchs ganze Dorf zu hören sein. Entsprechend verständigen sich die Angehörigen der 105 angestammten Familien auch in den umgebenden Dschungelwäldern, wenn in der Regenzeit die Luft angefüllt ist mit den Geräuschen der Natur. Diese Jahrhunderte alte Tradition ist der mythischen Gründerin des eigenen Clans gewidmet und wird Jingrwai Lawbei genannt: „Lied der Großen Mutter“ des Clans (siehe unten zur Verehrung der Clan-Gründerin Lawbei-Tynrai ). Auch in elf Nachbardörfern findet sich dieser Brauch (siehe unten zu eigentümlichen Khasi-Namen).[16][Doku 5]

Häuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das typische Khasi-Haus ist recht einfach und rechteckig, mit einem Gras- oder Wellblechdach in Muschelform und drei Zimmern: dem Vorbau (Veranda: shynghup ), dem Schlafzimmer (rumpei) und dazwischen dem größeren Zimmer zum Kochen und Sitzen (nengpei). Traditionell bauen die Khasi Holzhäuser auf Pfählen, Nägel sind dabei unerwünscht, sie gelten als Tabu; eine angelehnte Holzleiter führt zum erhöhten Eingangsbereich. Außerdem soll ein Haus höchstens drei Steinmauern haben und der Altar im Zentrum darf nur aus einer Metallart bestehen. Die Gebäude von reicheren Khasi sind moderner, haben stabilere Metalldächer mit Abzugskaminen, Glasfenster und robuste Türen; einige haben Häuser und Einrichtungen im westlichen Stil.

Im Zentrum jedes Hauses befindet sich der Küchenherd, dessen glückbringende Lage bereits vor einem Hausbau mit einem Eier-Orakel ermittelt wird: Aus den Schalenteilen von geworfenen Eiern ist zu deuten, wo die Herdstelle stehen soll und ob das ganze Bauvorhaben günstig ausgeht oder nicht. Der Herd bildet abends das soziale Zentrum der Familie, begleitet von Erzählungen, Liedern und Musik (vergleiche Soziale und religiöse Bedeutungen des Herdes).[Kultur 3] In der kühlen Winterzeit mit Temperaturen um 5 Grad liefert das Herdfeuer die einzige Wärme.

Sobald ein Haus fertig ist und die Familie einzieht, beginnt nach der Zeremonie der Haussegnung der ka Shad-Kynjoh Khaskain: ein ritueller Einweihungstanz, der von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang dauert.

Khasi-Wurzelbrücke: mit über 50 Metern die längste lebende Brücke weltweit (bei Rang­thylliang, östliche Khasi-Berge, 1999)

Wurzelbrücken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die lang anhaltenden und sehr ergiebigen Monsunregen bewirken in den bis zu 2000 Meter hohen Bergen zwischen März und November ein gewaltiges Anschwellen von Gebirgsbächen und Flüssen, zeitweilig verhindert das ihre Überquerung und einzelne Dörfer werden monatelang vom Güteraustausch abgeschnitten. Für diese wechselnden Wasserstände hat insbesondere ein Stamm der Khasi Lösungen gefunden, um mit geringem Aufwand auf Kräfte der Natur zu bauen: Die War-Jaintia[Kultur 2] lassen die Luftwurzeln des indischen Gummibaums (Ficus elastica) entlang von Bambusstangen oder ausgehöhlten Stämmen der Betelnusspalme von einer Seite der engen Schlucht zur anderen wachsen. Nach etwa 20 Jahren beginnen die Pflanzen, eine stabile Verbindung über das Gewässer zu bilden. In das zunehmende Wurzelgeflecht werden weitere Pflanzen, Stöcke, Steine und festgestampfte Erde eingebunden, um eine die Jahrhunderte überdauernde „lebende Brücke“ zu erhalten. Fortlaufend gehegt und verstärkt, halten diese elastischen Gebilde ohne Schäden die Stürme und die gelegentlichen Erdbeben in der Region aus. Die stellenweise doppelstöckigen Brücken gehören zusammen mit den höchsten Wasserfällen Indiens zu den Sehenswürdigkeiten der südöstlichen Khasi- und Jaintia-Berge im Grenzgebiet zu Bangladesch (siehe Bilder: Brücken, Wasserfälle).[Doku 1]

Wirtschaft der Khasi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Brandrodungen im heutigen kleinen UNESCO-Biosphärenreservat Nokrek in den Garo-Bergen (2004)
Edelsteinwäscher am Piyain-Fluss in Ja­flong (Division Sylhet, Bangladesch, 2009)

Straßen-Verkäuferin von Paan : klein gehackte Betelnüsse und Gewürze, umwickelt mit Blättern des Betel­pfeffers und bestrichen mit gelöschtem Kalk; das legale Ver­kaufen und tägliche Kauen der leicht betäubenden Genuss­droge ist in Indien weit verbrei­tet, sie rötet Zahn­fleisch und schwärzt Zähne (Shillong, Meghalaya, 2014)

Die meisten Khasi-Großfamilien (iing) arbeiten in der Art eines Familienunternehmens und bilden übergreifende Zusammenschlüsse in der Art von Landwirtschaftskooperativen, vor allem in den Dorfgemeinschaften (siehe oben). Um 1800 beschreiben Dokumente der Britischen Ostindien-Kompanie die Khasi als ein sehr erfahrenes Markt-orientiertes Volk, mit einer stabilen Wirtschaft aus den drei Elementen Landbesitz, Feldarbeit mit Produktion sowie Handel auf den vielen örtlichen Märkten.[Ethno 4]

Viele Familien betreiben Landwirtschaft als Bedarfswirtschaft (Subsistenzwirtschaft) und nutzen verschiedene Arten des traditionellen Feldbaus (Pflanzbau), dazu kommt eine überschaubare Tierhaltung mit einigen Schweinen, Hühnern oder Bienenvölkern und vielleicht ein kleiner Dorfladen. Die Hauptnahrungsmittel der Khasi sind gekochter Reis, Gemüse und dazu Eier, Fleisch oder (getrockneter) Fisch; Hülsenfrüchte und Nüsse sind nicht verbreitet. Es gibt einige Nahrungstabus, so dürfen keine Kuh- oder Ziegenmilch getrunken werden. An Gemüse werden hauptsächlich Kartoffeln, Süßkartoffeln, Kohl und zunehmend Tomaten angebaut,[Studie 1] an Obst vor allem die süßen Khasi-Mandarinen,[17] Ananas und Bananen, verteilt auf verschiedene Höhenregionen. Auf den Hochflächen werden die Gärten mit Gemüse, Gewürzen und Orchideen von kleinen Wällen und Hecken geschützt. Hier gibt es einige Dörfer mit Kleinindustrie wie Messerschmieden, ansonsten findet sich im Khasi-Gebiet sehr wenig industrielle Produktion. Die Verbreitung der Nähmaschine hat die serienmäßige Herstellung von Kleidungsstücken in Heimarbeit ermöglicht, aber zunehmend verdrängt billige Kunststoffware auch das traditionelle Weben. Einige Dörfer sind spezialisiert auf das Binden von Besen, wozu verschiedene geeignete Pflanzen gesammelt oder angebaut werden (siehe oben).

In heutiger Zeit gehen Khasi zunehmend einer modernen Berufstätigkeit nach oder studieren an der 1973 gegründeten North Eastern Hill University in der Hauptstadt Shillong (etwa 150.000 Einwohner, gelegen auf 1500 m). Bei der Volkszählung 2011 wurden 40 % der Khasi als „arbeitend“ gezählt (61 % Lesefähigkeit, siehe oben zu Bevölkerungsdaten). Ihre Familien halten weiterhin eigene Tiere und bewirtschaften Gartenflächen (Hortikultur zur Selbstversorgung).

Fischfang

In den südlichen Ausläufern der Bergketten laufen die Monsun-Wassermassen in zahlreichen kleinen und größeren Flüssen ab und bilden zeitweise kristallklare Seen, das Netzwerk aus Gewässern ist sehr fischreich. Hier nutzt der Khasi-Stamm der War zur Selbstversorgung eigene traditionelle Methoden der Fischerei mit Techniken und Vorrichtungen für unterschiedliche Gewässerarten, Jahreszeiten und Tiere. Für die War sind Speisefisch und andere Wassertiere neben Fleisch die Hauptquelle ihres Proteins; wenn der Fang innerhalb von Stunden getrocknet wird, kann er einige Tage lang bevorratet werden. Auch essbare Wasserpflanzen werden gesammelt oder zur passenden Zeit abgeerntet. Es gibt sechs verschiedene Pflanzen, die zur Betäubung eingesetzt werden, so wird ein Saft von Beeren, der für Fische giftig ist, in das fließende Wasser eines Flüsschens gegeben, anschließend werden die betäubten Fische stromabwärts eingesammelt (vergleiche Fischfang mit Pflanzengiften).[Ethno 5] Elf Pflanzen werden als Köder für verschiedene Fangarten genutzt, unterschiedlich geflochtene Bambuskörbe dienen als Reusen, einige Froscharten werden gefangen. Diese traditionellen und kooperativen Formen der Bewirtschaftung schonen den Fischbestand und erhalten nachweislich die biologische Vielfalt der vielen Gewässer. Die Dorfgemeinschaften stellen seit jeher verbindliche Regeln für ihr Gebiet auf, legen die Fangquoten fest und erlassen Fangverbote während der Laichzeiten, um die Nachhaltigkeit der wirtschaftlichen Grundlagen ihrer Gemeinschaft zu bewahren. Meghalayas Regierung hat dazu Förderprogramme aufgelegt und chemische und sprengtechnische Hilfsmittel verboten, die an anderen Stellen zum Einsatz kamen.[Studie 4]

Landbesitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gesamte Landbesitz des Dorfes und seiner einzelnen Großfamilien wird in der Art einer Kooperative oder Genossenschaft geregelt und von der Dorfgemeinschaft beziehungsweise ihrem Dorfrat verwaltet: Es gibt rund 30 verschiedene Arten des Grundeigentums in einem Dorf, einige betreffen Allmenden und Gemeinbedarfsflächen (Dorfland) oder Kollektiv- und Miteigentum, andere Grundstücke werden nur innerhalb einzelner Familienlinien vererbt und weitere betreffen neu erschlossene oder privat erworbene Landflächen. Über Jahrhunderte haben sich dazu örtlich unterschiedliche Systeme mit stabilen Traditionen ausgeprägt, um das Wohlergehen der ansässigen Familien zu gewährleisten und die wirtschaftlichen Grundlagen des gesamten Dorfes zusammenzuhalten. Alle Dorfbewohner haben einen gleichberechtigten Zugang zur Bewirtschaftung des Gemeinschaftslandes, nicht unterschieden nach sozialem Ansehen oder Reichtum.[Kultur 4]

Konflikte: Zum Khasi-Gemeinschaftsland kam eine umfassende Studie von 2007 zur Frage der sozialen Absicherung innerhalb der Stämme Meghalayas zu dem Ergebnis, dass sich der Umgang mit Khasi-Land merklich verändert hat: Zunehmend wechseln Anteile des Dorf- und Familienlandes in Privateigentum, vor allem Khasi-Männer werden zu neuen Landbesitzern (Nicht-Indigenen ist Landkauf in Meghalaya verboten). Hierdurch werden die Wirtschaftsgrundlagen der Familien und Dörfer geschwächt, dazu kommt die Übernutzung des verbleibenden Gemeinschaftslandes (vergleiche dazu Tragik der Allmende – Tragik der Anti-Allmende). Viele Familien sehen sich durch die Privatisierungen gezwungen, auf weniger ergiebige Flächen auszuweichen, was wiederum die schädlichen Auswirkungen ihres Brandrodungsfeldbaus verstärkt (siehe unten). Die Frauen als Besitzerinnen des (Familien-)Landes sind anwachsenden sozialen Unsicherheiten ausgesetzt; zunehmend auch können Frauen einem gewünschten Ehemann keine soziale Absicherung zur Gründung einer Familie bieten, was wiederum den Wunsch der Männer verstärkt, eigenes Land zu besitzen. [Studie 5]

Feldbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Khasi-Berge steigen in Hügelketten bis auf 1500 Meter und bilden eine von Tälern und Schluchten durchzogene Hochebene, auf der auch Shillong liegt. Im Süden fällt dieses offene, sehr feuchte Plateau steil ab in Richtung Bangladesch, begleitet von vielen Wasserfällen, die das Wasser ableiten (siehe Bilder). Bis zu neun Monate zwischen März und November tränken tropische Monsunregen die Feucht- und Regenwälder der Berge und Hügel. Die Dschungel gehen über in ausgedehnte Flächen mit Strauch- und Buschwerk, auf der Hochfläche finden sich kleinere Grasland-Flächen.

Die Khasi bewirtschaften vier unterschiedliche Arten von Land: [Studie 1]

  1. ausgiebige Wald- und Dschungelflächen in den Hügeln zum Sammeln und für den wechselnden Brandrodungs-Wanderfeldbau (shifting cultivation)
  2. örtliche Grasflächen auf der Hochebene, vor allem für Mais und Hirse (Food Crops zur Selbstversorgung)
  3. feuchte Flächen, vor allem zum Reisanbau, vorwiegend im südöstlich benachbarten Jaintia-Gebiet (Cash Crops zum Verkaufen)
  4. kleine Feld- und Gartenflächen in der Nähe des Wohnhauses für gemischten Anbau

Entsprechend haben sich die Dorfgemeinschaften spezialisiert auf die Bewirtschaftung ihrer jeweiligen natürlichen Umgebung und dabei Unterschiede entwickelt in Lebensweise und Traditionen, bis hin zu eigenen Sprachdialekten (vergleiche Ökosystem-Menschen). Gleichzeitig hat die Unterschiedlichkeit der Bewirtschaftung zu dem intensiven Handelsaustausch auch zwischen weit entfernten Dörfern geführt, der einen der drei Stützpfeiler der Khasi-Wirtschaft bildet (neben Landbesitz und Feldarbeit).

Konflikte: Die Bevölkerung Meghalayas wuchs von 1,33 Millionen im Jahr 1981 auf 3 Millionen in 2011 (122 % in 30 Jahren). Dies führte zu großen Problemen, weil verfügbare Anbauflächen in den Berg- und Hügelgebieten begrenzt sind; es können kaum weitere erschlossen werden und neue Arbeitsplätze bieten. Zwar macht die Landwirtschaft 70 % der Gesamtwirtschaft aus, aber immer mehr Khasi-Familien können nicht mehr zu (neuem) Landbesitz kommen; ihre Angehörigen müssen ihr Glück vor allem in gering-bezahlter Lohnarbeit suchen (siehe auch oben zur Landprivatisierung). Bereits 2001 war die Armut in ganz Meghalaya erheblich angewachsen, wogegen die Regierung entsprechende Förderprogramme aufsetzte.[Studie 2] Die Zuwachsrate in den sechs Khasi-Verwaltungsdistrikten entsprach dem landesweiten Durchschnitt von 3 % jährlich (28 % von 2001 bis 2011), der Anteil der ländlichen Khasi lag mit 78 % knapp unter dem Landesdurchschnitt (siehe oben die Tabelle der Bevölkerungsdaten).

Brandrodung

In den bewaldeten Hügeln bedingt die Feldbauweise der Khasi wechselnde Brandrodungen zur Gewinnung neuer Anbauflächen (Wander-Pflanzbau), in Asien allgemein als jhumming bekannt (vergleiche die Stämme der Jumma) oder als slash and burn cultivation (Schnitt-und-Brenn-Kultivierung). Oft beschließt dazu die ganze Dorfgemeinschaft zu Beginn der dreimonatigen Trockenzeit im Dezember, eine ganze Hügelkuppe oder -flanke abzuholzen. Sämtliche Vegetation wird abgehackt und einige Wochen liegengelassen, damit sie in der Sonne austrocknen kann, bevor sie kontrolliert abgebrannt wird. Auch die verbliebenen Bäume und Wurzelstöcke werden angezündet. Die Asche liefert dem Boden Mineralien und macht ihn fruchtbarer. Ohne vorher zu pflügen, wird die Saat zu Beginn der neuen Regenzeit im März ausgebracht, wodurch keine Bewässerung nötig ist. Die Bewirtschaftung durch die einzelnen Familien folgt der Aufteilung des Landes, wie sie von der Dorfgemeinschaft festgelegt wurde. Normalerweise wird eine Fläche drei Jahre genutzt, danach werden neue erschlossen (deshalb „Wander-Anbau“). Das jhumming erfordert viele Arbeitsstunden, der Aufwand ist nur gemeinschaftlich zu leisten.

Konflikte: Die Zeitintervalle zwischen Brandrodungen an gleicher Stelle lagen früher bei 10 bis 15 Jahren, in denen sich der Boden und sein schützender Bewuchs wieder erholen konnte – zunehmend verkürzt sich der Wechsel. Seit Jahrzehnten führt dieser Raubbau zu starker Erosion der Böden (Bodendegradation), weil die Vegetation zum Bodenschutz und zur Speicherung der Monsun-Regenmassen fehlt; das abrinnende Wasser schwemmt den fruchtbaren Mutterboden talwärts, während andere Wasserläufe versickern. Um dem entgegenzuwirken, haben an Universitäten ausgebildete Khasi erfolgreich neue Anbaumethoden eingeführt, unter anderem den stationären Terrassen-Feldbau. Die Regierungsprogramme empfehlen vor allem einen Wechsel vom Wanderfeldbau zu plantagenmäßig angebauten Cash Crops zu Verkaufen, so wird seit 1995 auch der Anbau und die Verarbeitung von Besengras gefördert, das mit seinem starken Wurzelwerk selbst erodierte und ausgelaugte Böden zusammenhalten kann und sehr schnell sehr viel Biomasse produziert (siehe oben). Plantagenanbau bedingt aber einen grundsätzlichen Wechsel von traditionellen, gemischten Anbaumethoden zu Monokulturen, mit allen bekannten Nachteilen wie den hohen Investitionskosten, dem zwangsläufigen Einsatz von chemischen Düngern und Giften sowie dem Rückgang der Selbstversorgung. Darüber hinaus unterstützt die Regierung die Einrichtung von geschützten Bereichen und heiligen Wäldern nach dem Vorbild der Khasi (siehe oben). Besonders betroffen durch Entwaldung sind die westlich angrenzenden Garo-Berge, dort laufen internationale Projekte mit Alternativen zur Brandrodung unter bereitwilliger Beteiligung der Dorfgemeinschaften. Brandrodungen gehen allgemein zurück, weil ihr Ertrag sinkt, die Schäden haben zunehmende Auswirkungen auf die betroffenen Biome. In den Garo-Bergen leidet vor allem die Tierwelt darunter, die Zahl der wildlebenden Elefanten ist auf unter 1000 gesunken, die Zahl der Gibbons hat sich mehr als halbiert. Hier übernehmen die Garo, ein matrilineares Volk tibetischer Abstammung, die Khasi-Tradition der Naturwaldreservate; diese sollen auch die Wanderkorridore der Elefanten gewährleisten.[Doku 6]

Handel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn der Einflussnahme durch die Britische Ostindien-Kompanie ab 1750 betrieben die Khasi noch einen umfangreichen Handel mit ihren Nachbarvölkern, bis nach Kambodscha in Südostasien – ihre Mon-Khmer-Sprache ist mit dem Kambodschanischen verwandt; aus der Richtung wird auch ihre ursprüngliche Herkunft angenommen. Kurz darauf verhängten die Briten im Rahmen ihrer vordringenden Eroberungen einen umfassenden Boykott gegen alle Khasi-Waren, der zu einem anwachsenden Widerstand der Häuptlinge in den Grenzgebieten führte. In den Friedensverhandlungen ab 1860 wurden den Häuptlingstümern Steuerfreiheiten und Selbstverwaltung zugestanden, und der weiträumige Handel der Khasi blühte wieder auf. Die britischen Kolonialherren waren beeindruckt von den wirtschaftlichen und händlerischen Fähigkeiten der Khasi, diese waren aber auf grenzüberschreitenden Austausch angewiesen. Auch heute handeln fast alle Khasi-Großfamilien mit ihren Ernteüberschüssen oder eigens angefertigten Produkten, sind Zwischenhändler oder Vermittler oder führen einen Laden.[Ethno 4]

Konflikte:

  • Der landesweite Khasi-Handel wird im Süden begrenzt durch die grundsätzlich verschlossene Grenze zum muslimischen Bangladesch (420 km lang); auch dort leben rund 100.000 Khasi in der großen Division Sylhet. Bis 1971 spannte sich zwischen dem Brahmaputra-Fluss im Norden, den Khasi-Bergen und dem großen Gebiet des Ganges im Süden ein weitreichendes Handelsnetz, vor allem über Märkte entlang der Hauptverbindungsstraße zwischen Kalkutta über Shillong nach Guwahati, noch von den britischen Besatzern gebaut. Der (dritte) Indisch-Pakistanische Krieg brachte dieses Netzwerk zum Erliegen. 1972 kam es zur Abspaltung und Unabhängigkeit des Staates Bangladesch, Grenzverkehr war kaum mehr möglich. Über Jahrzehnte blieb der Warenaustausch schwierig, die Khasi konnten ihre begehrten Khasi-Mandarinen (Ursprungsart),[17] Betelnüsse (Arekanüsse) und Betelblätter (Paan) sowie Bodenschätze (vor allem Kohle und Edelsteine) nicht mehr in den Süden handeln. Obwohl die Grenze nach wie vor undurchlässig ist, gingen 2015 rund 90 % des Exports von Khasi-Mandarinen nach Bangladesch, während die Handelsverbindungen nach Nordindien allgemein gering sind und nur über einen engen Flaschenhals nach Westbengalen verlaufen.
  • Die reichhaltigen Uran-Vorkommen der Khasi sind ihrem Handel entzogen, weil das wertvolle Metall nur von der indischen Regierung ausgebeutet wird, ohne Einflussmöglichkeiten seitens der Behörden (Indien ist eine Atommacht). Dieser Sachverhalt sowie die weiträumigen Umweltschäden durch den giftigen Uranbergbau sind in Meghalaya zu einem öffentlichen Thema geworden, das von den drei wichtigsten Khasi-Organisationen unter dem Stichwort „Überfremdung“ mit ethno-zentrierten Argumenten besetzt wird (siehe unten).

Märkte

Wechselweise, der üblichen 8-Tage-Woche entsprechend, finden in den vielen Dörfern Märkte statt, auf einem dafür vorbereiteten Marktplatz am Dorfrand in der Nähe der aufgestellten Erinnerungssteine. Die häufigen Märkte erfüllen neben der wirtschaftlichen auch wichtige soziale Aufgaben, sie ermöglichen den ständigen Informationsaustausch, dienen als Heiratsmarkt und veranstalten manchmal sportliche Wettbewerbe. Am beliebtesten ist dabei das Bogenschießen, auf dessen ausgeprägte Tradition die Khasi besonders stolz sind (siehe unten zum Bogensport). Den größten Markt gibt es in der Hauptstadt Shillong (etwa 150.000 Einwohner): Police Bazar belegt ein ganzes Stadtviertel, ist täglich geöffnet und zieht Besucher und Händler aus der weiten Hochebene und den umliegenden Khasi-Bergen an.

Soziale Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Volk der Khasi besteht aus mehreren Stämmen und Unterstämmen, bei der Völkszählung 2011 gelistet als „Khasi, Jaintia, Synteng, Pnar, War, Bhoi, Lyngngam“ (1,412.000 im Bundesstaat Meghalaya, 48 % der Gesamtbevölkerung).[1] Jeder Stamm setzt sich zusammen aus eigenständigen Clans, jeder Clan besteht aus vielen Großfamilien, die miteinander verwandt sind. Die Stämme und weitere Unterstämme organisieren sich gemeinsam in der Form einer Stammesgesellschaft – über viele Jahrhunderte haben wechselnde Bündnisse und kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Häuptlingstümern zur Bildung der heutigen sieben großen Stammesfürstentümer der Khasi geführt (siehe unten zu den politischen Strukturen der Khasi).

Matrilineare Großfamilien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kleinste selbständige soziale und wirtschaftliche Einheit der Khasi ist die 3-Generationen-Familie, iing genannt (Haus, Familie), respekt- und liebevoll bezeichnet als shi iing „Ein Haus“: eine Frau mit ihren Kindern und den Kindern ihrer Töchter, also die Großfamilie einer Großmutter mit Enkeln. Alle Angehörigen der iing wohnen zusammen oder nahe beieinander in der Dorfgemeinschaft, auch die (unverheirateten) Söhne und Enkelsöhne. Geleitet wird diese Familie von der Großmutter, in Abstimmung mit allen erwachsenen Angehörigen (kooperativ). Oft wohnt ein Bruder oder Onkel der Großmutter mit, manchmal eine Schwester oder Tante, gerne mit Nachkommen.

Das folgende Schaubild zeigt beispielhaft eine iing, gegründet von der „Mutter“, auf sie sind die Verwandtschaftsnamen bezogen (Großmutter aus Sicht ihrer Enkel):

 
 
 
 
 
Stammmutter
Vormütter
(Urgroßmutter)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Mutterbruder
(Großonkel)
sozialer Vater
 
Mutter
(Großmutter)
Alter: 33 ~ 55
 
 
 
Mutterschwester
(Großtante)
…hat nur Söhne
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Söhne
soziale Väter
 
Erbtochter
jüngste
 
 
Tochter
…ohne Kinder
 
Tochter
ältere
 
 
Neffen (Cousins)
Heiratsverbot
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Enkelsöhne
 
Enkelin
jüngste
 
Enkelinnen
ältere
 
 
Enkelinnen
 
Enkelsöhne
…soziale Väter
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
…Urenkelkind
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  • Grundbesitz: Der gesamte Land- und Hausbesitz sowie das Vermögen der Großfamilie liegt ausschließlich in den Händen der „Mutter“, meist verwaltet von ihrem älteren Bruder („Mutterbruder“) oder ihrem Onkel (ihrem sozialen Vater), in Abstimmung mit allen erwachsenen Angehörigen der iing in der Art einer Kooperative oder Genossenschaft als Solidargemeinschaft.[Ethno 6] Die „Mutter“ startete ihre iing mit einem kleinen Stück Land (Feld und Wohnhaus), zu dem ihre Nachkommen nach und nach mehr Land erschlossen oder erwirtschaftet haben. Ihre jüngste Tochter wird das alles erben und ihrerseits an ihre jüngste Tochter weitergeben (siehe unten zur Erbfolge durch jüngste Töchter). Hat eine Frau keine Tochter, kann sie auch keine iing gründen, weil die Familie nicht fortgeführt würde; die Frau bleibt (vielleicht mit Söhnen) bei ihrer Mutter oder schließt sich einer Schwester und ihren Kindern an, um sie zu unterstützen.[Theorie 1]
Daten
A local woman asking about Govt. schemes during the interactive session, at the Public Information Campaign on Bharat Nirman, at Tynring, E. Khasi Hills district of Meghalaya on September 21, 2013

Eine Khasi-Frau stellt Fragen auf einer Informa­tions­veran­staltung zu Maß­nahmen des Bharat Nirman, dem staat­lichen Förder­programm für länd­liche Gebiete (Tynring, östliche Khasi-Berge, Meghalaya, 2013)

Matrilinearität

Prozente aller 1267 Ethnien weltweit: (1998)[18]

  • 584 = 46,1 % patri-linear = Abstam­mung, Gruppen­zugehörigkeit, Privilegien und Erbfolge vom Vater und seinen Vorvätern (nichts von der Mutter)
  • 160 = 12,6 % matri-linear = Abstam­mung, Gruppen­zugehörigkeit, Privilegien und Erbfolge von der Mutter und ihren Vormüttern (nichts vom Vater)
  • 52 =  4,1 % bi-linear, duolateral = Unter­schied­liches von der Mutter und vom Vater
  • 49 =  3,9 % ambi-linear = frei wählbar: ent­weder ganz von der Mutter oder vom Vater
  • 11 =  0,9 % parallel = Weitergabe von der Mutter an Töchter und vom Vater an Söhne
  • 349 = 27,6 % bilateral, kognatisch = Her­kunft von Mutter und Vater und allen Groß­eltern (auch in der west­lichen Kultur üblich)
  • 45 = 3,6 % gemischt • 17 = fehlend

1300 Ethnien sind weltweit erfasst (2018).[19]

Matrilokalität

164 matrilineare Ethnien weltweit – ihr ehe­licher Wohnsitz nach der Heirat: [Theorie 2]

  • 62 = 38 % wohnen avunku-lokal = beim Mutter­bruder der Ehefrau (Onkel mütter­licher­seits), selten beim Mutter­bruder des Mannes
  • 53 = 32 % wohnen matri-lokal = bei der Mutter der Ehefrau; auch: uxori-lokal = „am Ort der Ehefrau“
  • 30 = 18 % wohnen patri-lokal = beim Vater des Ehemannes; auch: viri-lokal = „am Ort des Mannes“
  • 19 = 12 % haben andere Regeln:
neo-lokal = an einem neuen Ort
bi-lokal = an beiden Orten (Mutter/Vater)
ambi-lokal = wählbar: bei Mutter oder Vater
nato-lokal = am jeweiligen Ort der Geburt = „Besuchsehe“: Mann kommt nur über Nacht

1 patri-lineare Ethnie von 584 wohnt matri-lokal.

Matriarchat?

Matrifokalität = „matrifokussiert, matrizentriert“
= moderner Forschungsstand:  eine Frau + ihre Kinder + die Kinder ihrer Töchter bilden den Kern [Theorie 3]

Matriarchat“ = latein. „Herrschaft der Mutter“
   feministisch: „am Anfang die Mütter“

Geschichte der Matriarchatstheorien =
1861: Johann Jakob Bachofens „Mutterrecht“…

Theorien
  • Identische Abstammung: Alle gezeigten Angehörigen sind blutsverwandt miteinander, alle sind Nachkommen derselben Frau: der Mutter der „Mutter“ (aus Enkelsicht: der Urgroßmutter). In ihrem Verständnis von Blutsverwandtschaft spielen die biologischen Väter der Angehörigen keine Rolle, sie gehören nicht der iing an. Diese Großfamilie umfasst auch keine Kinder des Mutterbruders, der Söhne oder der Enkelsöhne – wie die biologischen Väter gehören auch alle Kinder der männlichen Angehörigen zu den Großfamilien ihrer eigenen Mütter. Die gezeigte Familie ist also keine ganze, sondern nur eine halbe Großfamilie (nur 1 von 2 möglichen Abstammungslinien): Die Söhne aller Generationen erben zwar den Familien- und den Clan-Namen von ihrer Mutter, können diesen aber ihrerseits nicht weitervererben, und Söhne können keinen Grundbesitz, Titel oder Privileg von ihrer Mutter erben (ebenso wenig von ihrem Vater).
    Diese Beschränkung auf die mutterseitige Abstammung heißt fachsprachlich Matrilinearität: „in der Linie der Mutter“, und findet sich weltweit bei rund 160 Ethnien und indigenen Völkern.[18] Diese Linie geht weiter zurück über die leiblichen Vormütter bis zu einer Stammmutter (manchmal nur sagenhaft), die als Gründerin der gesamten Linie verehrt wird (siehe unten). Im Gegensatz dazu stehen Familien anderer Völker, die ihre Abstammung nur vom Vater und seinen Vorvätern ableiten (Patrilinearität: „in der Linie des Vaters“); bei manchen Völkern erben Kinder bestimmte Zugehörigkeiten und Positionen nur von der mutterseitigen Linie, andere nur von der Vaterseite (Bilinearität, Beispiel: Judentum von Mutter – Jüdin/Jude durch Vater).
    Die Khasi kennen auch Formen von Adoption: Nach der Annahme einer nicht verwandten Person „an Kindes statt“ wird diese zur Angehörigen der Familie der adoptierenden Mutter und erhält auch ihre Clan-Zugehörigkeit.
  • Soziale Väter: Alle Brüder kümmern sich um die Kinder und Kindeskinder ihrer Schwestern, in allen Generationen (siehe unten zur Bedeutung der Mutterbrüder und ihrer sozialen Vaterschaft).
  • Ehemänner: Bei den Frauen der iing können „eingeheiratete“ Ehemänner wohnen, als Unterstützer der ganzen Familie – aber sie sind keine Angehörigen des „Hauses“, denn sie sind Söhne von anderen iings, denen sie zugehören. Die verheirateten Männer der iing (Brüder, Söhne, Enkelsöhne) sind abwesend, sie wohnen in den iings ihrer Ehefrauen, als eingeheiratete Unterstützer; dorthin gehören auch ihre leiblichen Kinder (siehe unten zum Wohnsitz bei der Mutter). Da alle Ehemänner gleichzeitig soziale Väter für ihre eigenen Schwesterkinder sind, haben die biologischen Kinder eines Ehemannes immer auch einen sozialen Vater, oft mehrere (siehe unten zu den Rollen der Männer).

Vorteile der matri-linearen Großfamilie:

  • Die „Mutter“ hat zuerst für ihre Kinder gesorgt und tut das auch für die Kinder ihrer Töchter (die Eizellen der Töchter sind bereits im Bauch der „Mutter“ entstanden). Mit dem angesammelten wirtschaftlichen Vermögen der Familie sichert die „Mutter“ nun auch das Aufbringen ihrer Enkelkinder und kann sie umsorgen. Diese Unterstützung einer Mutter durch ihre Mutter wird als menschlicher Evolutionsvorteil gesehen, weil es messbar die Überlebensmöglichkeiten der Enkelkinder verbessert – im Vergleich zu anderen Primatenarten und auch zu den patrilinear geordneten Familien, in denen die Ehefrauen grundsätzlich getrennt von ihren Müttern leben und sich oft der Mutter des Ehemanns unterordnen müssen (vergleiche Befunde zur Bedeutung der Großmutter mütterlicherseits).[Studie 6][20][21]
  • Die Verfügungsgewalt über das wirtschaftliche Vermögen in den Händen nur einer Großmutter garantiert die Absicherung sämtlicher Angehörigen, einschließlich der nicht arbeitsfähigen Personen: Kinder, Kranke, Versehrte, Behinderte und Alte mehrerer Generationen. Dadurch sind alle Männer und Frauen als Angehörige ihrer Mutter- oder Schwesterfamilie abgesichert.[Theorie 4] Ihrer aller Interesse an dieser sozialen Absicherung wirkt als Kontrolle gegenüber der Gruppenmutter und ihrem beratenden Bruder oder Onkel, das Vermögen der Gruppe nicht durch eigensinnige Entscheidungen oder Interessen zu gefährden. Die Khasi-Großfamilie versteht sich als Solidargemeinschaft in der Art einer „Sozialversicherung“, zu der alle Angehörigen ihre verfügbare Arbeitskraft und Einkünfte „einzahlen“.

Lineage = kpohBauch

Spätestens mit der Geburt des im Schaubild angedeuteten „Urenkelkindes“ überlegt sich dessen Großmutter (die „ältere Tochter“), auszuziehen. Mit Ehemann, einem Bruder oder Onkel sowie ihren Kindern und den Ehemännern ihrer Töchter wird sie jetzt ihre eigene iing gründen, ein neues „Haus“ (vergleiche auch Adels-/Herrscher„haus“ und Unterschiede „Haus, Familie, Familiengeschlecht“).[Ethno 6] Dann hat die „Mutter“ aus ihrem leiblichen Schoß eine neue, eigenständige Großfamilie „produziert“: eine Großmutter mit Enkelinnen. Sie ist mittlerweile Urgroßmutter, wohl über 50 Jahre alt, und hat als erfahrene Familienmanagerin ihr Familienunternehmen erfolgreich geführt – in enger Kooperation mit den vielen anderen Familienzweigen ihrer Linie sowie den anderen Clan-Familien in ihrer Dorfgemeinschaft.

Mit dem Auszug der „älteren Tochter“ ist die verbleibende Großfamilie angewachsen zur nächstgroßen sozialen Einheit der Khasi, zu einer selbstbewussten kpoh, wörtlich „Bauch, Gebärmutter“, fachsprachlich Lineage: eine „einlinige Abstammungsgruppe“ mit mindestens 4 lebenden Generationen, bei den Khasi nach der Linie ihrer Mutter, deren Mutter, und so fort zurückführend (Mütterlinie). Weltweit leben einzelne Familien mit 6 Generationen, das Guinness-Buch nennt 7 als Weltrekord: eine Linie durch 6 Frauen-Generationen von der 109-jährigen Ur-Ur-Ur-Ur-Großmutter Augusta Bunge bis zu ihrem neugeborenen leiblichen Ururururenkelsohn 1989 in den USA (vergleiche Generationsbezeichnungen).[22] Das Schaubild einer lebenden Khasi-Ururururgroßmutter würde über 200 Angehörige ihrer 6 Nachfolge-Generationen abbilden.

Diese Lineage, respektvoll bezeichnet als shi kpoh „Ein Bauch“ (Ein Schoß, Eine Gebärmutter, einig, vereint),[Ethno 4][Ethno 6] wird von der Erbtochter und dann ihrer jüngsten Tochter fortgeführt und dabei mit jeder „älteren Tochter“ in jeder Generation neue iings ausgründen. Die Großfamilie der ausgezogenen älteren Tochter wird eine Generation später ihrerseits zu einer kpoh anwachsen, zu einer eigenen Lineage (auch als „Subclan“ bezeichnet). Khasi-Frauen werden im Allgemeinen nicht als minderwertig angesehen, wenn sie keine Kinder haben, oder nur Söhne, oder wenn sie sich nicht berufen fühlen zur Gründung eines eigenen Hauses – in einem schwesterlichen Haushalt ist ihre Unterstützung willkommen und wird ihnen Absicherung geboten.

Die Bezeichnung solcher großen Familiengruppen als „Sippe“ ist ungenau und veraltet, sie bezieht sich auf die alten Germanenstämme; ebenfalls vorbehalten ist den patri-linearen Großfamilien die Bezeichnung als „Geschlecht“ (Erbfolge nach dem „Mannesstamm“). Auch falsch ist die Bezeichnung einer Lineage als „Clan“, denn ein solcher versteht sich als übergeordneter Verband vieler einzelner Lineages, die ihre Gemeinsamkeit über Abstammung oder örtliche Herkunft oder andere identitätsstiftende Bezüge herleiten (vergleiche Totemistische Clans).

Ahnenverehrung

Die ursprüngliche Begründerin einer kpoh wird verehrt als „die Alte Großmutter“: ka Lawbei-Tymmen. Diese Stammmutter wird mit Zeremonien und Opfergaben um Schutz gebeten gegen vermutete äußere böse Einflüsse auf die ganze Familie. Die Verehrung von Vorfahren, fachsprachlich Ahnenkult, ist bei den Khasi ein selbstverständliches Bestandteil ihrer Weltsicht: Die erinnerten Wirkkräfte der Gründerin reichen bis in die Gegenwart und werden oft herbeigefleht, um ungewollte Wirkkräfte aus der umgebenden Natur oder durch andere Personen abzuwehren. Die kpoh-Gründerin wird ihrerseits als blutsverwandte Nachfahrin der ursprünglichen „Grundlegenden Großen Mutter“ der gesamten Linie angesehen, der ka Lawbei-Tynrai (lawbei: große Mutter; tynrai: grundlegend; siehe oben zu gesungenen Namen).[Studie 7] Im Laufe von Jahrhunderten können Hunderte von zueinander blutsverwandten Lineages dem „Bauch“ (kpoh) der Ahnherrin entwachsen sein – sie wird bei allen ihren Nachkommen in ehrenvoller Erinnerung gehalten. Diese Gegenwärtigkeit der gemeinsamen Urahnen bewirkt, dass sich alle diese Nachkommen als miteinander „verschwistert“ empfinden und eine Solidarität teilen, die sie von den Nachkommen der anderen Khasi-Ahnherrinnen unterscheidet. Sie verstehen sich als Mitglieder einer großen Familie und bilden einen „Clan“, in der Art eines Interessenverbandes, mit allen angehörenden kpoh als „Subclans“.

Neben der jeweiligen kpoh-Stammmutter wird auch ihr (damaliger) Ehemann geehrt und um Beistand gebeten: u Thawlang kann als „der Erste Vater“ spirituelle Hilfe vor allem bei Streitigkeiten innerhalb der Familie leisten. Mehr noch wird der älteste Bruder der Stammmutter verehrt, als u Suid-Nia: „der Erste Onkel“ (mutterseitig).[Ethno 7] Er findet sich oft als größter der drei aufrechten Erinnerungssteine (mawbynna), die teilweise mehrere Meter hoch sein können (vergleichbar Menhiren oder Megalithen). Die aufrecht stehenden Steine repräsentieren die männlichen Ahnen, die ihre liegenden Schwestern beschützen (siehe Bilder).[Doku 2]

Wohnsitz bei der Mutter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Khasi folgen ihren traditionellen Heiratsregeln, die eine Eheschließung innerhalb des eigenen Clans und verbieten und mit der endgültigen Verstoßung des Paares bestrafen können (siehe unten zum religiösen Inzesttabu). Diese allgemeingültige Vorschrift der Exogamie (Außenheirat) verhindert zunächst Blutschande (Inzest), da alle Abstammungsgruppen innerhalb eines Clans (kpoh, iing) über sich verzweigende Mütterlinien untereinander blutsverwandt sind – oder zumindest als leiblich verwandt angesehen werden. Weitergehend dienen exogame Heiratsvorschriften dem Bedürfnis der Erbgutmischung durch systematische Vermeidung ähnlichen Erbgutes innerhalb des eigenen Clans. Darüber hinaus dienen Heiraten zwischen Clans oft der sozialen Verbrüderung oder dem politischen Bündnis von Clans (Allianzbildung). Weltweit heiraten die meisten Clans nur Zugehörige anderer Clans, teilweise haben sie sich nur aus diesem Grund gebildet. Heiratspartner müssen in den Großfamilien anderer Khasi-Clans gesucht werden, darunter können auch die Kinder des Mutterbruders oder Mutteronkels sein, denn diese Cousinen und Cousins gehören nicht zum eigenen Clan, sondern zu den Clans ihrer Mütter (vergleiche dazu den ethnologischen Fachbegriff der Kreuzcousinenheirat). Vor einer geplanten Heirat werden die Mütter des Brautpaares genau prüfen, ob die beiden nicht doch in ferner Vergangenheit eine gemeinsame Vorfahrin hatten.[Ethno 4] Diese Vorschrift der Exogamie wird eingeschränkt durch gegenteilige endogame Ge- und Verbote (Innenheirat): So wird gerne gesehen, innerhalb der Khasi-Dorfgemeinschaft zu heiraten, aber grundsätzlich sollen keine Nicht-Khasi geheiratet werden (siehe oben zu den drohenden Verboten).

Vor Jahrzehnten noch heirateten Khasi-Frauen meist im Alter zwischen 13 und 18 Jahren und die Männer zwischen 18 und 35,[Ethno 6] mittlerweile gilt in ganz Indien ein Heiratsalter ab 18 Jahren. Um einen Ehemann zu finden, muss eine Frau entweder als Erbtochter eine soziale Absicherung durch den Besitz ihrer Mutterfamilie bieten, oder als „ältere Tochter“ die Möglichkeit, durch ihre Mutterfamilie gefördert zu werden. Die jüngste Tochter wird niemals aus dem Haus ihrer Mutter ausziehen, der Zukünftige muss zu ihr ziehen; ältere Töchter haben mehr Freiheiten und können im Laufe der Zeit mit ihrem Ehemann einen neuen Wohnsitz gründen, in der Nähe des Mutterhauses.

Im Allgemeinen geht der Kontaktwunsch von den Frauen aus, dazu dienen auch die örtlichen Märkte als Heiratsmarkt. Hierher kommen die jungen Männern gerne, oder sie präsentieren sich stolz der versammelten Damenschaft bei den monatlichen Festen und Festivals des Khasi-Kalenders. Auf Hochzeitsfeiern werden zwischen den beiden Familien rituelle Geschenke ausgetauscht wie die allseits geschätzten Betelnüsse und Betelblätter. Brautpreis-Zahlungen oder eine Morgengabe seitens des Mannes gibt es bei den Khasi nicht, ebenso wenig das in ganz Indien verbreitete Mitgift-System der dowry, bei dem Ehemänner hohe Aussteuern von den Brauteltern verlangen (vergleiche Mitgiftmord). Der Clan des Ehepartners wird respektvoll als kha bezeichnet (vergleichbar einer Schwägerschaft), während der eigene Clan liebevoll kur genannt wird.[Kultur 5] Sowohl nach der Khasi-Tradition wie ihrer Christianisierung nach führen die Khasi eheliche Beziehungen monogam („Einehe“). Eine Scheidung war traditionell recht einfach und konnte durchaus von der Frau ausgelöst werden, auch heute liegt die Scheidungsrate bei den Khasi etwas über dem indischen Durchschnitt. „Alleinerziehende“ Khasi-Mütter und damit verbundene Probleme gibt es so gut wie gar nicht, da zumindest weibliche Familienangehörige im Haus wohnen, hinzu kommt die Bedeutung des älteren Bruders oder des Onkels für die Mutter und ihr Kind.

Der erwählte Ehemann hat bisher seine eigene Mutterfamilie unterstützt und ihr zugearbeitet – nun erwartet die Ehefrau, dass er zu ihr und ihrer Mutterfamilie zieht und sie und die geplanten Kinder unterstützt. Diese Wahl des ehelichen Wohnsitzes heißt fachsprachlich Matrilokalität: „am Ort der Mutter“. Bei der Auswertung aller rund 1300 Datensätze zu ethnischen Gruppen und indigenen Völkern weltweit[19] findet sich Matrilokalität bei einem Drittel der rund 160 matrilinearen Kulturen, noch mehr bevorzugen eine Avunkulokalität: die eheliche Wohnsitzwahl beim Bruder der Mutter der Ehefrau (ihrem Onkel mütterlicherseits).[Theorie 2][Theorie 4] Im Falle einer nicht erbberechtigten Ehefrau wird in neuerer Zeit zunehmend auch ein Wohnsitz „an einem neuen Ort“ (neolokal) in Erwägung gezogen, wobei vor allem Arbeitsmöglichkeiten in Städten eine Rolle spielen.

Da eine Ehefrau in der Regel von ihrer Mutterfamilie abgesichert wird, ist sie nicht unbedingt abhängig von der Anwesenheit und dem Zuarbeiten ihres Ehemannes, in manchen Fällen hält sich der Ehemann weiterhin vorwiegend bei seiner eigenen Großfamilie auf, beide Ehepartner verbleiben jeweils „am Ort ihrer Geburt“ (natolokal).[Ethno 8] Schon frühere Ethnologen (Völkerforscher) berichteten von Beobachtungen, dass bei den Khasi und vor allem bei dem verbündeten kleinen Volk der Jaintia (Synteng/Pnar) der Ehemann am Wohnort seiner Mutter verblieb und seine Ehefrau nur gelegentlich besuchte, vor allem über Nacht.[12] Der deutsche Priester und Ethnologe Wilhelm Schmidt vertrat 1952 diesbezüglich die These einer „Besuchsehe“ als einer „noch älteren Form des Mutterrechts“ (vergleiche dazu auch das kleine südchinesische Volk der Mosuo).[23] Tatsächlich bringen Khasi-Ehemänner häufig nicht ihre gesamte Arbeitsleistung und Einkünfte in den Haushalt der Ehefrau ein oder verlassen ihre Partnerin (zeitweise) wieder;[Studie 8][Studie 6] dies wird ausgeglichen durch die mitwohnenden unverheirateten männlichen Angehörigen der Großfamilie sowie durch die Unterstützung der Mutter der Ehefrau (Großmutter der Kinder).

Nach einer Geburt stehen einer Khasi-Mutter in ihrer Großfamilie folglich nicht nur ihre Mutter und weitere erfahrene Verwandtinnen zur Seite, sondern auch ihr sozialer Vater (Onkel), ihr Lieblingsbruder, und – sofern erwünscht (und bekannt) – der biologische Vater des Kindes.

Erbfolge der jüngsten Tochter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis heute halten fast alle Khasi an ihrer traditionellen Lebensweise innerhalb einer matri-linearen und matri-lokalen Sozialordnung fest (fachsprachlich Matrifokalität: „matrizentriert, matrifokussiert“[Theorie 3]), in der die mutterseitige Abstammungslinie, Wohnsitzwahl und Erbfolge vorherrscht: Die Kinder werden der Mutter zugerechnet und Güter, Rechte, Privilegien und Pflichten werden von den Müttern an ihre Töchter vererbt, vorzugsweise an die jüngste. Auch die männlichen Nachkommen innerhalb einer Großfamilie erhalten den Familien- und Clan-Namen, werden der ganzen Lineage zugerechnet und wohnen am Ort ihrer Mutter (solange unverheiratet), im fortgeschrittenen Alter gerne bei einer Schwester und deren Kindern. Sie können diese Mitgliedschaft aber nicht an ihre leiblichen Kinder weitergeben, weil die von der Mutter abstammen, nicht von ihnen (vergleiche Deszendenzregeln zur Abstammung). Deshalb erben Männer keine Güter von ihrer Mutter, sie würden dem Familieneigentum entnommen, ohne einen Vorteil für die Großfamilie zu bieten.

Die Ländereien und Gebäude gehören der Gruppenmutter, verwaltet meist von ihrem Bruder oder ihrem sozialen Vater (Onkel). Auch die Erträge aus Arbeit, Landwirtschaft, Produktion und Handel der Familienmitglieder gehen an die Mutter. In früheren Zeiten kannten die Khasi außer ihrem persönlichen Schmuck kein ausgeprägtes Privateigentum, der Landbesitz einer Großfamilie wird auch heute zumeist in der Art einer Kooperative oder Genossenschaft geführt (siehe oben zur Großfamilie als Sozialversicherung).

Ultimagenitur

Die jüngste Tochter einer Khasi-Mutter trägt einen offiziellen Titel: ka Khadduh („die Verwahrerin“ des angestammten Besitzes), verliehen von der Mutter, wenn sie kein weiteres Kind möchte. Die Letztgeborene ist der Tradition nach als Haupterbin der Mutter vorgesehen und wird Haus und Land der Familie erben (vergleiche Erbtochter). In Ehren halten sie wird den Schmuck ihrer Mutter, der vielleicht schon seit Generationen angesammelt wurde. Ältere Schwestern erwarten einen kleinen Anteil am Erbe, besonders wenn sie vor der Gründung eines eigenen „Hauses“ (iing) stehen. Söhne bekommen keinen Erbanteil, vielleicht einige bewegliche Güter wie Tiere.

Die Erbfolge an das jüngste Kind heißt fachsprachlich Ultimogenitur (Letztgeborenenrecht), im Fall der jüngsten Tochter Ultimagenitur („die Letztgeborene als Nachfolge“) – im doppelten Gegensatz zur Primogenitur als Erbrecht des erstgeborenen Sohns in patrilinearen Familien. In manchen Khasi-Gebieten bekommt die jüngste Tochter von Beginn an die beste schulische Ausbildung; allgemein wird der Schulgang sehr hoch geschätzt, die Frauen haben eine etwa 4 % höhere Lesefähigkeit (Alphabetisierung) als Khasi-Männer und mit 63 % die höchste aller indischen Stammesbevölkerungen. Im Unterschied zu den Khasi erbt beim westlich benachbarten matrilinearen Volk der Garo bevorzugt die älteste Tochter (die Erstgeborene als Erbtochter: Primagenitur).[24][25]

Das folgende Schaubild zeigt die Erbfolge der jüngsten Tochter:

 
 
 
 
 
Mutter
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Söhne
 
jüngste =
Erbtochter
 
ältere
Tochter
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Enkelsöhne
 
(jüngste)
Enkelin
 
(jüngste)
Enkelin
 
Enkelsöhne
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Nach dem Tod der „Mutter“ erbt ihre jüngste Tochter den größten Teil oder das gesamte wirtschaftliche Vermögen und Familienland und wird zum neuen Vorstand der Großfamilie (iing) oder der größeren Lineage (kpoh). Sie könnte durchaus schon selber Großmutter sein. Auch das ka Bat ka Niam erbt sie, die religiöse, spirituelle Verantwortung für die Großfamilie (siehe unten zur Religion Niam Khasi ), sowie das ka Iing-Seng, das Zeremonienhaus der Gruppe (iing: Haus, Familie; seng: vereint).[25] Dabei verlangt das Verständnis der vereinten Khasi-Großfamilie als geleiteter Kooperative von der Erbin eine ständige Abstimmung mit allen erwachsenen Familienangehörigen, auch den erfahreneren und den respektierten Ältesten. Sie wird die Leitung und den Gesamtbesitz wiederum an ihre jüngste Tochter weitervererben; in dieser Form haben die Lineages ihr Land über viele Jahrhunderte zusammengehalten, dabei aber immer wieder die neu entstehenden Familienzweige mit einem Wohnhaus und einer kleinen Feldfläche unterstützt. Auch die jüngste Tochter einer „älteren Tochter“ erbt deren Besitz und Schmuck, sofern bereits angesammelt; auf jeden Fall erbt sie die Verantwortung für ihre Geschwister und die Kinder ihrer Schwestern (ihre Nichten und Neffen).

Erweist sich die vorgesehene Erbtochter als zu jung oder als ungeeignet oder wird vom Familienrat nicht angenommen, kann eine ältere Tochter oder eine Tochter der Mutterschwester an die Stelle treten: Im Falle der Wahl einer Schwestertochter (Cousine der Erbtochter) würde auch diese die gerade Linie der „Mutter“ fortführen, nur nicht mehr über die jüngste Seitenlinie (vergleiche Gradlinige gegenüber seitlicher Verwandtschaft, immer relativ: sämtliche Kinder und Kindeskinder einer Frau führen ihre gerade Linie fort, alle Kinder sind zueinander Seitenlinien).

Gründe der Ultimagenitur-Regelung und ihre Vorteile für die Großfamilie:

  • Die Bevorzugung nur eines Kindes (Alleinerbe) hält den angesammelten Besitz der ganzen Familie zusammen: Würden mehrere Kinder einen Anteil erben, schwächten sich das wirtschaftliche Vermögen und die soziale Absicherung und Wirkmöglichkeiten aller Angehörigen.
  • Die jüngste Tochter sichert länger die Pflege und Versorgung ihrer Mutter im hohen Alter: Traditionell erhält die Jüngste oft eine bevorzugte Schulbildung und übernimmt schon früh die Rolle der persönlichen Hilfskraft und Auszubildenden der Mutter, um sich auf ihre Leitungsaufgaben vorzubereiten (Ausbildung zu einer Familienmanagerin).
  • Bekommt eine Mutter nach der Erbtochter eine weitere Tochter, wird diese problemlos die Aufgaben übernehmen: Die Empfängnisfähigkeit einer Mutter ist aber zeitlich begrenzt (Menopause) – im Unterschied zu Vätern, die im hohen Alter noch viele Kinder zeugen können, allerdings oft mit nachfolgenden Problemen in Bezug auf Unehelichkeit oder gar Verwahrlosung der Kinder (bei den Khasi extrem niedrig: unter 2 %).
  • Die Jüngste überlebt im Normalfall ihre älteren Schwestern: Die Übergabe von einer Generation an die nächste wechselt seltener; alle Familienangehörigen leben in dem Bewusstsein, dass die Alleinerbin nach ihnen die Familienleitung übernehmen wird.
  • Die Erbin kann keine zusätzliche Autorität als Älteste oder Erfahrenste der Kinder beanspruchen: Sie muss sich mit allen erwachsenen Familienmitgliedern abstimmen (Konsensprinzip), außerdem hat sie ihren erfahrenen sozialen Vater (Bruder der Mutter, ihr Onkel) und meist einen älteren Bruder an ihrer Seite.

Konflikte: Die Erbtochter wird von Beginn an auf ihre Rolle vorbereitet – aber auch in die Verantwortung gezwungen. Für ein Mädchen der heutigen Zeit erfordert das eine weitreichende Einschätzung ihrer Lage, weil sie als Erbtochter niemals aus ihrer geliebten shi iing ausziehen kann. Zwar bietet sie dem späteren Ehemann eine „gute Partie“ mit sozialer Absicherung, aber der Zukünftige müsste sich ihrer Lebensperspektive gänzlich unterordnen – ein anderer Wohnort wäre ausgeschlossen, nicht ohne die „Mutter“ und ihrem Mann. Dazu aber sind nicht alle Männer bereit, viele ziehen lieber mit einer „älteren Tochter“ zusammen, und vielleicht außerhalb deren Mutterhauses. Die vorherrschende Einschätzung nennt keine Auffälligkeiten oder großen Reibereien, denn die Verbindlichkeiten der jeweiligen Erwartung sind nie zu strikt gefasst und lassen Gestaltungsraum zu ihrer Ausführung. Falls die vorgesehene Erbtochter es nicht schafft oder die Verantwortung nicht übernehmen will, gibt es naheliegende Alternativen: Ihre Schwester oder eine Cousine (Tochter der Mutterschwester) kann sich bereiterklären, bis ans Lebensende bei der Mutter zu bleiben und von ihr die Familienleitung zu übernehmen. Darüber hinaus helfen Schwestern und Brüder sowie Onkel und Tanten gerne, weil ihnen die geteilte Gemeinsamkeit wichtig ist.[Doku 7]

Matrilineare Clans[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeder Khasi-Clan versteht sich als ein Interessenverband von miteinander verwandten kpoh (Bäuchen) und iing (Häusern) und leitet seine gesamte Herkunft von einer gemeinsamen Vorfahrin ab, einer ursprünglichen Stammmutter, die vor vielen Generationen und Jahrhunderten gelebt haben kann.[Kultur 5][Kultur 6] Diese wird respektvoll „Die Große Mutter der Wurzel“ (des Clan-Baumes) genannt: ka Lawbei-Tynrai (lawbei: große Mutter; tynrai: grundlegend). Nicht alle Clans können ihre Gründerin und die ihr nachfolgenden Müttergenerationen mit Namen benennen, sie sprechen dann verallgemeinernd von ihren „Grundlegenden Großmüttern“, denen höchste Verehrung gilt. Immer wieder hatten sich zu speziellen Gelegenheiten auch einzelne Gruppen oder kleine Stämme anderen Khasi-Clans angeschlossen und dann eine gemeinsame Herkunft ausgeschmückt (eine „Ansippung“ mit fiktiver Genealogie).[Theorie 5] Für alle Clans gilt als selbstverständlich, dass keine dieser vielen Gründerinnen miteinander verwandt waren. Einige Clans leiten sich allerdings von verschiedenen Töchtern einer „Grundlegenden Großmutter“ ab, verstehen sich als jeweils eigenständige Clan-Linie und bilden oft zusammen einen Clan-Verband.[Studie 7][Ethno 6] So haben sich über Zeiten einzelne Familienzweige wiederum zu eigenen Clans verselbständigt, und vielleicht haben sich zwischendurch auch fremde Gruppen angeschlossen: Die von einem Khasi-Forscher gesammelten Namen der matrilinearen Clans beliefen sich auf 3363,[Kultur 5] zusammengeschlossen zu Clan-Verbänden und Häuptlingstümern.

Clanmutter

Geleitet wird ein Khasi-Clan von einer Clanmutter (vergleiche „Clanmutter“ bei Indianern[26]), normalerweise eine der ältesten und erfahrensten Frauen des großen Familienverbandes – während der von ihr mitbestimmte Häuptling verwaltungstechnische, repräsentative und politische Aufgaben außerhalb wahrnimmt. Clanmütter und Häuptlinge sind in der Regel an Beschlüsse des Clan-Rats (council) oder von Clan-Versammlungen gebunden und können in besonderen Fällen abgewählt werden. Wie andere indigene Völker kennen die Khasi in vielen Bereichen eine strenge und für einzelne Personen kaum zu durchbrechende Arbeitsteilung nach Geschlecht: Frauen sind für ihre Tätigkeiten verantwortlich, Männer für die ihren.[Theorie 6] Beide Bereiche werden einvernehmlich aufeinander abgestimmt. Einen besonders ausgeprägten Fall dieser Zuständigkeiten erzählt eine Legende aus dem Jaintia-Stamm, nach der die Clanmutter – als spirituelle Leiterin auch die Hohepriesterin – das gesamte Vermögen des Häuptlings und seines kleinen Reiches verwaltete und ihm nur bei Bedarf finanzielle Mittel zukommen ließ.

In Grenzgebieten oder bei gegebenem Anlass können ganze Familien von einer Lineage oder ihrem Clan „adoptiert“ werden (mit entsprechenden Aufnahmeritualen). Beim nördlichen Khasi-Stamm der Bhoi (Distrikt Ri Bhoi) werden in Verbindung mit patri-linearen Clans des benachbarten Volks der Karbi (Mikir) im assamesischen Distrikt Karbi Anglong Khasi-Abstammungslinien über Generationen versetzt fortgeführt: Dort wird eine Frau ohne Tochter ihren Sohn bitten, eine Karbi zu heiraten. Die Kinder der gemischten Heirat nehmen den (vaterseitigen) Clan-Namen der Ehefrau an, denn der Khasi-Vater kann seine Gruppenzugehörigkeiten nicht an seine Kinder weitergeben. Seine jüngste Enkelin aber übernimmt wieder den Namen ihrer Khasi-Urgroßmutter (der Mutter des Ehemanns) und führt deren Linie matrilinear fort. Solche Bündnisse zwischen entgegengesetzten Clan-Abstammungen gibt es in verschiedenen Grenzbereichen, in einigen Clans oder Stämmen fühlen sich manche Angehörige einem anderen Stamm oder Clan zugehörig – abhängig von der Abstammungslinie, die sie bevorzugen. Es gibt ganze Clan-Gruppen, die sich selbst als Garo-Khasi bezeichnen, während andere sich als eigener Unterstamm abzugrenzen versuchen von den anderen Khasi-Stämmen. Grundlegend bleibt bei der Stammesvielfalt die Einheit des Clans. Entsprechend leiten bei den Khasi die männlichen Anführer nicht die Stämme, sondern ihren Clan, wenn sie von ihrem Clan-Rat zum Häuptling gewählt wurden, mit Unterstützung der Clanmutter.

Doppelstöckige Wurzelbrücke: Gummi­bäume wachsen ent­lang Bambus­stangen über zeit­weise reißende Flüsse und bilden nach 20 Jahren eine stabile, Jahr­hunderte über­dauernde lebende Brücke zu Dörfern, die durch heftige Monsun­regen iso­liert werden (Khasi-Berge, Zentral-Meghalaya, 2011)

Rollen der Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie fast alle der weltweit rund 160 matrilinearen Ethnien[18] folgen auch die Khasi einer traditionellen Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern (vergleiche Unterschied: Geschlechtshabitus vs. Geschlechterrolle).[Theorie 6] Khasi-Männern kommt eine gleich wichtige Bedeutung zu wie ihren Stammesgenossinnen: Sie haben grundlegende Aufgaben innerhalb ihrer Kernfamilie, Großfamilie (iing) und Lineage (kpoh), darüber hinaus aber Aufgaben in der Außenvertretung, auch repräsentative und religiöse, die seltener oder kaum von Frauen wahrgenommen werden. Während das weibliche Prinzip verehrt wird in der Vorstellung der starken Göttin, der ein Ehemann zur Seite steht, versuchten schon die britischen Kolonialherren 150 Jahre lang, das Rollenbild für die landbesitzenden Frauen auf den familiär-häuslichen Bereich zu beschränken. Fortgesetzt wird dieser Druck auch innerhalb der Khasi-eigenen Organisationen durch ein anwachsendes männliches Selbstwertgefühl, das zunehmend maskulinistische Ausformungen annehmen kann, begleitet von nationalistischer und populistischer Meinungsbildung.

Wurzelbrücke in Mawlynnong, „sauberstes Dorf Asiens“ (südliche Khasi-Berge nahe Bangladesch, Meghalaya, 2016)

Die folgende Auflistung beschreibt die sozialen Rollen, die sich durch Verwandtschaft, Heirat und Politik für Khasi-Männer ergeben:

  1. Söhne sind genauso willkommen wie Töchter. 2011 lag die Geschlechterverteilung im Bundesstaat Meghalaya bei 1000 männlichen zu 970 weiblichen Babys (0,03 %);[1] die Khasi haben keinen Bezug zur Geschlechtsbevorzugung durch Schwangerschaftsabbruch, die in weiten Teilen Indiens und Chinas betrieben wird (dort als Abtreibung weiblicher Embryos). Söhne bekommen von ihrer Mutter den Familien- und den Clan-Namen als Ausdruck der Gruppenzugehörigkeit auch zum übergeordneten Clan, können aber nach der Khasi-Tradition keine Rechte, Titel oder Privilegien von ihrer Mutter erben, vor allem keinen Land- oder Hausbesitz. Vom Vater erben Söhne nichts, denn er kann seine Gruppenzugehörigkeit nicht vererben und besitzt in der Regel selber kein Grundeigentum oder Vermögen. Ein Sohn leistet einen Großteil des Unterhalts seiner Mutter, später den seiner Ehefrau und ihrer Mutter.
  2. Brüder sind für Schwestern sehr wichtig: Ein Bruder wird seine Schwester beschützen und unterstützen, vielleicht auch bei ihr und ihrem Ehemann wohnen, vor allem aber für ihre Kinder (seine Nichten und Neffen) die soziale Vaterschaft übernehmen, die Schwesterkinder werden auch ihn Vater nennen. Der älteste Bruder wird zum leitenden und beschützenden Onkel der Familie.
  3. Onkel (Mutterbrüder) haben neben ihrer sozialen Vaterschaft die Aufgabe, den Land- und Hausbesitz ihrer Familie zu verwalten: Sie sind die erfahrenen Berater ihrer Schwestern und Nichten und können Aufgaben als männliches Oberhaupt ihrer Großfamilie oder Lineage übernehmen (siehe oben zur Onkel-Verehrung). Die vaterseitigen Onkel (Vaterbrüder) haben als solche keine besondere Rolle, ebenso wenig die vaterseitigen Tanten (Vaterschwestern). Dagegen gehören die mutterseitigen Tanten (Mutterschwestern) zu den eng vertrauten Familienmitgliedern.
  4. Cousins werden danach unterschieden, mit welcher elterlichen Seite sie verschwistert sind: Die Söhne von Mutterschwestern gehören zur Familie, sind eigenen Brüdern gleichgestellt. Die Söhne von Vaterschwestern gehören einem anderen Clan an, werden nicht als blutsverwandt gesehen und können geheiratet werden (vergleiche Kreuzcousin-Heirat).
  5. Ehemänner sind immer willkommen in den Familien der Frauen, sie gelten als Familienvorstand ihrer Kernfamilie, tragen zum Unterhalt der Großfamilie bei und helfen bei der Mehrung und Verwaltung des Familienbesitzes. Ein Ehemann wohnt mit Ehefrau nahe bei oder in deren Großfamilie, kümmert sich aber auch weiterhin um die Kinder der eigenen Schwester. Es kann vorkommen, dass beide Ehepartner einvernehmlich bei ihren Mutterfamilien wohnen bleiben (vergleiche Besuchsehe: der Ehemann besucht seine Frau nur über Nacht). Zu anderen Kindern seiner Ehefrau (seinen Stiefkindern) hat er ein entspanntes Verhältnis: Er wird die Rolle ihres sozialen Vaters annehmen, ohne Abwägung, welches Kind er aus Erbgründen bevorzugen könne.
  6. Väter werden als Zugehörige eines anderen Clans gesehen (siehe Clan-internes Heiratsverbot), dessen Abstammungslinie zwar geehrt, aber von seinen Kindern nicht fortgeführt wird, weil sie nur zum Clan ihrer Mutter gehören. Während der Clan der Mutter liebevoll kur genannt wird, heißt der Clan des Vaters respektvoll kha, was eine Art Schwägerschaftsverhältnis ausdrückt. Der Khasi-Grundsatz „Kenne deine Kur, kenne deine Kha !“ (tip kur tip kha) drückt die Verbindung beider Clan-Abstammungen aus. Ein Vater kann nichts vererben, weiß aber, dass seine Kinder bei der Mutter gut aufgehoben sind; in seinem eigenen Clan übernimmt er als Bruder den Schutz der Schwester und als Onkel die soziale Vaterschaft für ihre Kinder.
  7. Großväter spielen keine besondere Rolle:[27] Der Vater des Vaters hat zu seinen Kindeskindern wenig Bezug – er lebt bei seiner eigenen Familie und ist dort als Großonkel wichtig für die Kinder und Kindeskinder seiner Schwester. Der Vater der Mutter lebt als Ehemann der Großmutter wahrscheinlich mit in der Großfamilie, ist aber auch sozialer Vater seiner eigenen Schwesterkinder.
  8. Der Familienvorstand (jaid) ist ein Mann: in der Kernfamilie der Ehemann (sofern er mitwohnt) oder der Onkel oder ältere Bruder der Ehefrau, in der Großfamilie der Ehemann der Großmutter im Zusammenspiel mit deren Bruder und Onkel. Der Familienvorstand hat vor allem offizielle Aufgaben bei religiösen Zeremonien. Die Christianisierung predigt den Khasi seit zwei Jahrhunderten die Vorstellung eines männlichen „Familienoberhaupts“, die Khasi-Tradition sieht den Onkel der Ehefrau (ihren sozialen Vater) als „Vorsteher“ und Beschützer.
  9. Der Dorfvorsteher (village head-man) wird vom Dorfrat ernannt, vergleichbar einem offiziellen Bürgermeister, in der Regel ein Mann. Auch das indische System der dörflichen Panchayati-Selbstverwaltung bevorzugt Männer für diese politische Aufgabe und verwendet nur männliche Bezeichnungen (siehe unten zur Dorfpolitik).
  10. Der Häuptling eines Clans (chief) wird vom Clan-Rat gewählt oder von der Clanmutter ernannt – nur in seltenen Fällen übernimmt eine Frau diese politische Aufgabe der Außenvertretung und Koordination mit anderen Dörfern und Häuptlingen. Bereits in der britischen Kolonialzeit wurde die Bedeutung der Clan-Häuptlinge gegenüber den Clanmüttern verstärkt (siehe unten).

Die Gewichtung der einzelnen Rollen und ihre Ausgestaltung kann sich bei den verschiedenen Khasi-Gruppen und Stämmen unterscheiden – grundlegend bleibt das Zusammenspiel von Ehemann und dem Onkel der Ehefrau (ihrem sozialen Vater) sowie dem älteren Bruder der Ehefrau (ihrem Beschützer und sozialen Vater ihrer Kinder): Wohnt der eine nicht bei der Frau, dann einer der anderen, Kinder haben auf jeden Fall einen „Vater“ an ihrer Seite.

Ländliches Foto aus dem Buch Folk-tales of the Khasis (1920)
Mutterbruder = sozialer Vater

Obwohl viele Khasi-Männer nach der Heirat zur Ehefrau ziehen (matrilokal), wo sie ihre Arbeit und Verdienste einzubringen haben, wird nach der Geburt eines gemeinsamen Kindes auch der (ältere) Bruder der Ehefrau einen engen Bezug zu dem Kind aufbauen, es wird ihn ebenfalls Vater nennen. Khasi-Männer sorgen grundsätzlich für ihre Schwesterkinder (ihre Neffen und Nichten) und übernehmen von Beginn an für sie eine soziale Vaterschaft (vergleiche Soziale Elternschaft).[Studie 9][Ethno 4][Ethno 6] Diese Bedeutung des Mutterbruders findet sich bei den meisten der rund 160 matrilinearen Ethnien weltweit.[18][Theorie 2] Zum Vergleich: Auch in der deutschen Sprache gibt es die alte Bezeichnung „Oheim“ für den Onkel mütterlicherseits, ihm kam eine besondere Bedeutung als Fürsorger der Kinder seiner Schwester zu (vergleiche auch Patenonkel). Im Lateinischen heißt der Mutterbruder avunculus, davon ableitet ist fachsprachlich das Avunkulat für die soziale Vaterschaft des mutterseitigen Onkels. Zusammen mit der Avunkulokalität (ehelicher Wohnsitz beim Mutterbruder) lässt sich das Avunkulat als Verwandtenselektion verstehen: die Förderung der Schwesterkinder als anteilige Träger des eigenen Erbgutes (Verwandtschaftskoeffizient: 25 %) zur Stärkung der biologischen Gesamtfitness. Ein weiterer soziokultureller Evolutionsvorteil kommt der Tatsache zu, dass Kinder der Khasi mehrere „Väter“ als Beschützer und Unterstützer an ihrer Seite haben können.

Einordnung: Der Ausschluss von Khasi-Männern am Erbe der Ländereien und Gebäude ihrer Mutterfamilien garantiert, dass der Besitz der wirtschaftlichen Grundlagen in den Händen der Frauen verbleibt, genauer: der (Groß-)Mütter. Diesen wird damit aber nicht an die Hand gegeben, zu eigenen Zwecken und aus persönlichem Interesse zu wirtschaften – die Mütter verwalten Land und Häuser als soziale Absicherung für die gesamte Großfamilie. Dadurch sind alle Männer (als Söhne und Brüder) über die Familien ihrer Mütter abgesichert, zu dem Zweck bringen sie dort ihre Arbeit und Verdienste ein (siehe oben zur mutterseitigen Sozialabsicherung). Mütter sichern zusätzlich die Kinder ihrer Töchter – nicht aber die Kinder ihrer Söhne, weil diese nicht zur Familie gerechnet werden, sondern der Familie und dem Clan der jeweiligen Mutter und deren Mutter zugehören. Für einen Khasi-Mann als Vater ergibt sich dadurch, dass seine leiblichen Kinder sozial und wirtschaftlich in der Familie der (Ehe-)Frau abgesichert sind, unter seiner eingeforderten Mithilfe; zusätzlich haben seine Kinder dort einen sozialen „Vater“, ihren Onkel. Ein Ehemann wird immer zumindest nebenbei seinem Bedürfnis nachgehen und die Kinder seiner Schwester schützen und fördern, für die er selber als Onkel der soziale Vater ist.

Konflikte:

  • Die Arbeitskraft und Verdienste eines Khasi-Mannes gehören vor seiner Heirat seiner Mutter – nach der Heirat seiner Ehefrau und ihrer Mutter. In den letzten Jahrzehnten ändert sich diese klare Aufteilung, und an Erbschaften wollen auch die älteren Töchter und die Söhne stärker beteiligt werden. Zunehmend beanspruchen Männer eigene Rechte in Bezug auf die eheliche Wohnsitzwahl sowie die Abstammung ihrer Kinder und die Weitergabe ihres eigenen Familiennamens. Als Lohnarbeiter, Handwerker, Händler oder Geschäftsmann wollen Männer über ihre Verdienste selber verfügen und eigenen Besitz ansammeln, auch Grundeigentum (siehe oben zu den Konflikten durch Landprivatisierung und Übervölkerung).[28] Hinzu kommt die verbreitete Landflucht (Urbanisierung), weil Männer und junge Ehepaare zunehmend in die größeren Städte ziehen und sich dem westlichen Lebensstil angleichen. 2011 lebten 22 % der Khasi in städtischer Umgebung (Landesdurchschnitt: 20 %) und es gab im Bundesstaat Meghalaya bei den 1,4 Millionen Khasi 1,6 % mehr Frauen als Männer (23.000).[1] Die Khasi wehren sich seit Jahrzehnten gegen die steigende Zuwanderung von alleinstehenden Männern aus dem hinduistischen Westbengalen und dem südlich angrenzenden muslimischen Bangladesch. Seit der Staatsgründung 1972 kommt es immer wieder zu Protestaktionen mit gewalttätigen Ausschreitungen gegen „Fremde“, besonders in der Hauptstadt Shillong, wo selbst seit Generationen ansässige Westbengalen, Nepalesen und andere als „nicht stammeszugehörig“ angefeindet werden.[29][Studie 10]
  • Der autonome Stammesrat der Khasi (KHADC: Khasi Hills Autonomous District Council ) ist fast nur von Männern besetzt, auch die beiden Interessenvertretungen Federation of Khasi Jaintia and Garo Peoples (FKJGP) und Khasi Student Union (KSU) werden von Männern und ihren Interessen geprägt. Mit der Verdopplung der Bevölkerung Meghalayas (von 1,3 auf 3 Millionen in 30 Jahren) haben auf sich selbst bezogene Abgrenzungen gegen „Überfremdung“ stark zugenommen (vergleiche Ethnozentrismus), verbunden mit nationalistischen und populistischen Einstellungen.[Studie 10] So beklagen die Organisationen zunehmende Heiraten von Frauen mit Nicht-Khasi, die teils mit finanziellen Interessen verbunden seien (beidseitig). Der Stammesrat bereitete 2018 dazu ein Gesetz vor, das Khasi-Frauen mit dem Verlust ihrer Volksangehörigkeit und ihrer indischen Stammesrechte bestrafen will, wenn sie einen Nicht-Khasi heiraten (vergleichbar dem religiösen Inzesttabu). Khasi-Männer wären von dem Gesetz nicht betroffen, außerdem würden sie selten Nicht-Khasi heiraten. Nach heftigen Protesten von Khasi-Frauenorganisationen und Menschenrechtlern hat der Gouverneur Meghalayas den Gesetzentwurf zurückgewiesen, weil er in grundlegenden Punkten gegen die indische Verfassung verstoße.[30]

Politische Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundlage der politischen Verhältnisse der Khasi ist bis heute die einzelne Dorfgemeinschaft (siehe oben). Der Dorfrat (dorbar shnong) verwaltet das Dorf und bestimmt einen männlichen Dorfvorsteher (rangbah shnong). Da in jedem Dorf Familien aus mehreren Clans wohnen, haben (entfernt wohnende) Clanmütter nur begrenzten Einfluss auf die örtliche Politik eines Dorfes. Der dorbar shnong bildet die übergeordnete dörfliche Einrichtung für gemeinsame Regelungen und Planungen. Der Dorfrat und sein rangbah sind auch zuständig für die Rechtsprechung gemäß der staatlich anerkannten Khasi-Stammesgesetze, sowie für die Durchführung religiöser Zeremonien und Rituale. Dabei gelten alle Khasi als gleichgestellt, es gibt keine Bevorrechtigungen (Privilegien), Statusunterschiede spielen keine Rolle. In diesem Sinne werden die Khasi als demokratisch bezeichnet. Diese Gleichheit gilt auch in Bezug auf die Nutzung des dörflichen Gemeinschaftslandes (zur Selbstversorgung), das vom dorbar einvernehmlich geregelt und verwaltet wird (siehe oben).

Geschlechtshabitus

Der traditionellen Aufgabenteilung zwischen Frauen und Männern folgend,[Theorie 6] wird fast immer den Männern die Aufgabe eines Dorfrats oder Vorstehers zugewiesen. Nur wenige Khasi-Frauen bringen die Bereitschaft auf, ein solches Amt zu übernehmen, zusätzlich zu ihren familiären und wirtschaftlichen Aufgaben, und ohne viel Vorwissen und Erfahrung (vergleiche Unterschied: Geschlechtshabitus vs. Geschlechterrolle). Auch das in Indien übliche System der Panchayat-Selbstverwaltung mit fünf gewählten Dorfräten bevorzugt Männer für diese Leitungsaufgaben, entsprechend werden nur männliche Bezeichnungen verwendet (village head-man). In den letzten Jahrzehnten wächst die Kritik an dieser Festschreibung der geschlechtlichen Aufgabenteilung, aber auch ihre selbstbewusste Verteidigung durch Khasi-Männer. Ein Artikel in Meghalayas alteingesessener Zeitung The Shillong Times erklärt 2015 zur Kritik der starren Einstellungen vieler Khasi-Dorfräte, weibliche Dorfräte nicht zu wünschen, dass diese Einschränkung der Frauen keineswegs der Khasi-Tradition geschuldet wäre, sondern einer zunehmenden hegemonialen Männlichkeit.[31]

Doppelstrukturen

Da der Khasi-Dorfrat nicht über Gelder aus staatlich erhobenen Steuern verfügt, kann er eigene Gebühren erheben, beispielsweise bei einem Besitzwechsel von Land. Gleichzeitig muss sich der Vorsteher um Fördergelder von seinem staatlichen Verwaltungsdistrikt bemühen und dazu die örtlichen Politiker für sich gewinnen. Dieses Zusammenspiel von stammesrechtlicher Selbstverwaltung und staatlichen Zuständigkeiten lässt breiten Spielraum für Willkür und Bestechlichkeit mit fehlender Transparenz, wohin staatliche Fördergelder versickern. Der Zeitungsartikel von 2015 prangert derartige Praktiken als verbreitet an.[31]

Clan-Häuptlinge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1947: die 25 Khasi-Staaten (Häuptlingstümer)

Jeder Khasi-Clan hat neben seiner leitenden Clanmutter einen Anführer: u Siem, den Chief oder Häuptling, in seltenen Fällen weiblich (vergleiche „Häuptling“ bei außereuropäischen Völkern, schottischer „Clan Chief“ und pazifischer „Big Man“). Während der Eroberungen ab 1765 und der folgenden britischen Kolonialzeit (1824–1947) stärkten die englischen Beamten gezielt die männlichen Anführer, um das politische Gewicht und die Autorität der Clanmütter zu untergraben und an Einfluss zu gewinnen.

Häuptling eines Clans wird meist ein Sohn der Clanmutter, oder ihr Neffe (Sohn der Schwester). Während die Clanmutter für die Leitung des ganzen Familienverbandes zuständig ist, nimmt der Häuptling verwaltungstechnische, repräsentative und politische Aufgaben außerhalb wahr, hat aber ein Vetorecht im Clan wie auch in seiner Familiengruppe im Rahmen des üblichen Konsensprinzips. Als diplomatischer Beauftragter muss der Häuptling große Jagden oder Anlässe wie Festivitäten für eingeladene Gäste anderer Clans organisieren und diese bewirten.[Ethno 9] Diese Aufgabenteilung besteht bei fast allen der rund 160 matrilinearen Ethnien weltweit.[Theorie 6]

Exekutivrat

Ein Häuptling nimmt exekutive und juristische Aufgaben wahr, braucht dazu aber die Zustimmung des Exekutivrats (executive council: oberstes Leitungsgremium). Beide Einrichtungen sind zuständig für die Rechtsprechung und das Verfolgen von Verstößen gegen Personen oder Besitz sowie für die Durchführung religiöser Zeremonien und Rituale für einzelne Dörfer oder Regionen.[Ethno 4] Da keine Grundsteuern erhoben werden, sind die Einkommensquellen eines Clan-Häuptlings vor allem das Erheben von Marktzöllen und Gebühren sowie die Vergabe von Lizenzen zum Brennen von rice whisky.[Ethno 3]

Traditionelle Klassen

Die Khasi-Clans waren traditionell eingeteilt in drei Klassen: Noble, Gewöhnliche und Dienende. Die Mehrheit sind Gewöhnliche (commoner), nur einige wenige sind Diener (servants, Unfreie), die als Hilfskräfte des Häuptlings auch Pflichten in seinem Haushalt zu übernehmen haben. Berater, Ratsherren und Wahlmänner des Häuptlings können nur Angehörige einer noblen Familie sein, ebenso die staatlichen oder dörflichen Priester.[Ethno 3]

Häuptlingstümer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Khasi bilden eine Stammesgesellschaft. Über viele Jahrhunderte haben wechselnde Bündnisse und kriegerische Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Clans und zwischen verschiedenen Häuptlingstümern (Syiemships) zur Bildung der heutigen sieben großen Stammesfürstentümer der Khasi geführt (vergleiche Unterschiede: Häuptlingstum vs. Stammeshäuptling und „Chiefdom“).

Die insgesamt 25 Häuptlingstümer, die sich früher selbst als Einzelstaaten sahen (states), entstanden vermutlich aus freiwilligen Zusammenschlüssen einzelner Dörfer, denen sich weitere anschlossen, gefolgt von gelegentlichen Kriegen und Eroberungen untereinander. Weil die einzelnen Dörfer ihre Bündnisse wechseln können, sind Häuptlingstümer noch heute gebietsweise nicht immer fest umrissen. Da in jedem der fast 3000 Khasi-Dörfer verschiedene Clans kooperativ zusammen wohnen, verlaufen die politischen Bündnisse der Dörfer teils quer zu den Clan-Linien, wodurch den Clanmüttern zusätzliche übergeordnete Leitungsaufgaben zukommen. Es ist vorgekommen, dass ganze Dörfer ihre Stammeszugehörigkeit gewechselt haben, oder Stammes-Untergruppen sich einem anderen Khasi-Clan oder Stamm angeschlossen haben; für derartige Anlässe gibt es soziale Aufnahmerituale, die auch fremde Gruppen einschließen können (vergleiche Rituelle Reinheit).

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Khasi-Erinnerungssteine zur Ahnen-Ver­ehrung: die aufrechten Steine reprä­sen­tieren männ­liche Urahnen, mittig der Mutter­bruder der Lineage-Gründerin, die liegenden Steine dienten als Opfer­tisch für die Gründerin – mittler­weile werden die Opfer für alle im Haus­inneren auf einem Altar platziert (Eco Park nahe Cherrapunji, südliche Khasi-Berge, Meghalaya, 2016)
Megalithische Erinnerungssteine aus dem Buch Folk-tales of the Khasis (1920)

Die Mehrheit der Khasi bekennt sich nach der Christianisierung während der Kolonialzeit zu einer der christlichen Kirchen, überwiegend des Protestantismus britischer Prägung.

Niam Khasi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die traditionelle Khasi-Religion Niam Khasi ist eine animistische Stammesreligion, in der neben einer allmächtigen, gleichzeitig männlichen und weiblichen Gottheit, gute und böse Naturgeister vorkommen, denen Opfer und Gebete dargebracht werden. Es gibt weder Tempel noch Idole oder Götterbilder.[Ethno 10] Über 100 Dörfer pflegen in ihrer Umgebung einen heiligen Wald.

Der Ahnenkult ist ein grundlegendes Bestandteil der alltäglichen Khasi-Kultur. Den Geistern der Vorfahren werden Nahrungsmittel hingestellt, damit sie für Sicherheit und Wohlstand der Abstammungsgruppe sorgen. Jedes Haus hat seinen heiligen Herd mit einem Altar. Viele der Familiengrabstellen mit ihren teils sehr großen Erinnerungssteinen liegen in geheiligten Wäldchen außerhalb des Dorfes. Die wichtigste Stammmutter jeder Abstammungsgruppe ist ihre ka Lawbei-Tymmen, die Gründerin der Abstammungslinie, sowie deren Ahnherrin, die erste Frau des gesamten Clans, die ka Lawbei-Tynrai (siehe oben zur Ahnen-Verehrung).[Ethno 11]

Zur Khasi-Religion gehören eine Reihe Gebote und Verbote (Tabus), die nicht verletzt werden dürfen:

  • Das umfassendste Verbot betrifft noch heute das Inzesttabu, das Heiraten innerhalb des eigenen Clans verbietet (siehe oben). Bricht eine Frau dieses Tabu, gibt es keine Vergebung – sie wird aus ihrer Abstammungsgruppe und dem Clan sowie aus der Religion verstoßen und darf niemals zurückkehren, auch nach ihrem Tod nicht. Ihre Gebeine werden nicht im Familiengrab beigesetzt, wodurch nach dem Glauben der Khasi abgesichert wird, dass ihr Geist die Lebenden nicht heimsucht (siehe auch oben zum Problem von Fremdheiraten).
  • Gaben und Geschenke dürfen nur mit der linken Hand gereicht werden, niemals mit der rechten.
  • Es gibt einige Nahrungstabus, so dürfen keine Kuh- oder Ziegenmilch getrunken werden.
  • Der Altar im Zentrum des Hauses darf nur aus einer Metallart bestehen.
  • Für den Häuserbau dürfen keine Nägel verwendet werden und ein Haus darf höchstens drei Steinmauern haben.
  • Nur alleinstehende Bäume dürfen geschlagen werden, keine Bäume aus einem Wald heraus.

Eierorakel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl die meisten Khasi ab 1750 durch unterschiedliche Missionare zum Christentum bekehrt wurden, behalten viele der traditionellen Regeln und Glaubensvorstellungen einen starken – wenn auch nachlassenden – Einfluss auf das Alltagsleben der Menschen. Es ist Teil des Khasi-Brauchtums, vor der Planung eines größeren Ereignisses oder dem Antritt einer Reise ihre Form des Eier-Orakels zu befragen (siehe dazu das Eierwerfen der Khasi):

  • Ein in diesen Angelegenheiten erfahrener Mann führt zuerst eine kleine Zeremonie auf einem kleinen Holzbrett am Boden durch, wobei er in der Mitte aus Reis und Pflanzenteilen ein kleines Boot formt. Dann wirft er stehend ein rohes Hühnerei darauf. Jetzt werden die aufgebrochenen Schalenteile des Eis gedeutet: Haben sich links des Brettchens mehr Teile angesammelt als rechts? Bilden sich Gruppen und Konstellationen von Schalenteilen? Deuten die hellen Innenseiten nach oben oder nach unten? Zur Interpretation der Gesamtlage wird ein kleiner Regelkatalog herangezogen und eine Tendenz ausgelesen in Bezug auf den günstigen oder gefährdeten Ausgang der geplanten Unternehmung. Auch die Ursache für eine Krankheit soll das Orakel angeben können. Um böse Geister oder andere unerwünschte Einflüsse abzuwenden, wird zuerst das Orakel dahingehend befragt, welche Ahnen oder Gottheiten zum Schutz anzurufen sind und was ihnen zu opfern ist. Das Eierwerfen ist auch wichtig vor dem Bau eines neuen Hauses, um die glückbringende Stelle für die Errichtung des Küchenherds auszulesen. Ist die Deutung eines vielfach wiederholten Eierwerfens nicht eindeutig genug, wird der Durchführende das Schlachten eines Huhns anregen, um aus der Eingeweideschau eine Wahrsagung abzuleiten. Die Betroffenen müssen dann entscheiden, ob ihnen der Kostenaufwand dafür notwendig erscheint.[Ethno 12]

Einen speziellen Priester für Orakel gibt es bei den Khasi nicht, zuständig ist das Oberhaupt der jeweiligen Familie (jaid), oder der Onkel mütterlicherseits (Mutterbruder), ansonsten jeder andere Mann, der sich mit dem Eierorakel auskennt.[Ethno 12]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Khasi-Frauen in traditio­neller Klei­dung beim Früh­jahrs­fest Shad Suk Mynsiem in Shillong (Haupt­stadt Meghalayas, 2010)
Männer tanzen beim Khasi-Früh­jahrs­fest Shad Suk Mynsiem in Shillong (2014)
Tangmuri-Spieler, als Beglei­tung von Unter­haltungs­tänzen und freudigen fest­lichen Anlässen (Haupt­stadt Shillong, 2010)
Die duitara ähnelt der persischen dotar und ist eines der Haupt­instru­mente der Khasi (2009)
Khasi-Namen

Die Khasi haben ihre eigene Art der offiziellen Namensvergabe an Neugeborene: Die Eltern lassen ihre Fantasie spielen und übernehmen oder erfinden Namen in Zusammenhang mit ihren Legenden, christlichen Erzählungen, der Popkultur oder Wörtern der englischen Sprache – Hauptsache, sie klingen gut. Es gibt einige Napoleons oder Bonapartes, Churchills, viele Melodys, und ein Brautpaar kündigte sein Fest an mit „Special heiratet Speed“. Zusätzlich tragen Khasi die Namen ihrer Abstammungsgruppe sowie ihres Clans (auf Khasi; je nach Gebiet die Namen beider Elternclans) und verstehen diese als ihre Familiennamen.[32]

Kleidung und Kostüme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionell tragen die Khasi-Frauen den Jainsem oder Dhara, ein recht einfach gehaltenes knielanges Stück Stoff, das um den Körper gewickelt und mit einem Gürtel und mit Spangen befestigt wird. Darüber wird eine weitere Stoffbahn geworfen, die frei über den Rücken und die Seiten fällt. Die Khasi-Männer tragen den Jymphong, eine Art Überwurf, der Arme und Nacken frei lässt; dazu eine Mütze, welche die Ohren bedeckt. Die traditionelle Tracht der Khasi ist bunt, die Weberei wird mit komplexen Mustern verziert.[33] In neuerer Zeit ersetzt billige Plastikware die handgefertigten Stoffe.

Als Schmuck tragen sowohl Männer als auch Frauen schwere silberne und goldene Ohrringe und Halsketten. Frauen tragen gerne silberne oder goldene Armbänder am Oberarm, die Mädchen tragen zu Tanzfestivals goldene oder silberne Kronen, geschmückt mit frischen Blumen.

Ritualfeste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie andere Bauernkulturen kennen die Khasi eine Reihe von Jahresfesten, die in Zusammenhang mit den Wachstumszyklen der Natur stehen. Diese werden traditionell mit rituellen Tänzen, Musik und Opfergaben begangen. Zu solchen Gelegenheiten wird ein leichtes, gewürztes Reisbier zubereitet aus zuvor tagelang vergorenem Reis; Inhaber einer Brennlizenz destillieren einen starken rice whisky (Reisschnaps).

Festivals und Tänze: [Liste:][Kultur 7][Doku 8]

  • Frühjahrsfest ka Shad Suk Mynsiem: zur Feier der neuen Aussaat finden rituelle Tänze statt, Frauen führen symbolische Fruchtbarkeitsriten durch
  • Erntedankfest ka Pom-Blang Nongkrem: fünf Tage wird getanzt, Opfergaben werden dargebracht, um der allmächtigen Gottheit für eine gute Ernte zu danken
  • Einweihungstanz ka Shad-Kynjoh Khaskain: der rituelle Tanz wird begangen, wenn ein neues Haus gebaut wurde und die Familie dort einzieht, er beginnt nach der religiösen Zeremonie der Haussegnung und dauert von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang
  • Trauertanz ka Shad-Shyngwiang-Thangiap: ein zeremonieller Tanz nach dem Tod eines Mitglieds der Abstammungsgruppe, die Tänze beginnen am Todestag und dauern bis zum Ende der Beerdigungszeremonie, die Männer spielen dazu auf Bambusflöten und Trommeln

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den typischen Musikinstrumenten der Khasi als Begleitung von Unterhaltungstänzen oder festlichen Anlässen gehören [Liste:][Kultur 8][Doku 9]

  1. Rhythmus: die Bambusschlitztrommel kdor – die kleine Kesseltrommel ksing – die größere Kesseltrommel ka bom oder ka nakra (namensverwandt mit der nagra) – die waagrecht gespielte Doppelkonustrommel synthieth (ähnlich der pung) – die mit Stöcken geschlagene Bambuszither sing diengphong (ähnlich der chigring)
  2. Begleitung: die viersaitige Langhalslaute duitara (namensverwandt mit der persischen dotar) – die Floßzither dinkhrang – die drei- bis viersaitige Fiedel maryngod (verwandt mit der sarinda)
  3. Melodie: das Doppelrohrblattinstrument tangmuri – bei Begräbnissen die Bambusflöte sharati

Bogensport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklungsminister Jitendra Singh erweist der Statue des legendären Khasi-Freiheits­kämpfers Tirot Sing die Ehre (Nangkhlaw, West Khasi Hills, 2016)

Die Khasi werden zunehmend von einem Lotto-Fieber befallen: Mit kleinen Einsätzen wird auf die Anzahl der Pfeile gewettet (auf Hindi Teer ), die Teams von Profi-Bogenschützen auf einem entfernten Bündel aus Schilfrohr landen. Diese tägliche Teer-Lotterie wurde vom Gouverneur Meghalayas erst genehmigt, als das verbotene Wettgeschäft begann, positive Auswirkungen auf die Wirtschaft zu haben. 5000 zugelassene Buchmacher gibt es landesweit, 1500 allein in Shillong. Die Regierung fördert das Bogenschießen mit Regulierungen und Anforderungen, um die sportliche Qualität der vielen örtlichen Clubs und Vereine zu steigern; regelmäßig ziehen große Bogensport-Wettbewerbe auch Teilnehmer aus umliegenden Staaten an. Das frühere Polo-Reitsportfeld von Shillong wird nur noch für Aktivitäten des Khasi Hills Archery Sports Institute genutzt („Khasi-Berge-Institut für Bogensport“), begleitet von ausgefeilten Lob- und Schmähreden zwischen den Teams und hektischen Wettabschlüssen.[34]

Die Legende erzählt von der Urgöttin ka Mei Hukum (Bewahrerin des Rechts), die der Göttin ka Shinam und ihrem Ehemann u Mangring Bögen und Pfeile zum Geschenk machte, zum Zeitvertreib und zur Belustigung. Die beiden gaben diese weiter an zwei ihrer Söhne, und mit Pfeil und Bogen entwickelten sich u Batiton und u Shynna zu unübertroffenen Scharfschützen, die gerne in Wettkämpfen gegeneinander antraten. Der ältere Sohn markierte seine Pfeile rot, der jüngere u Shynna die seinen schwarz – diese Unterscheidung der Pfeile wird auch bei heutigen Wettbewerben beibehalten, zusammen mit dem traditionellen Schilfrohrbündel als Ziel. Bei manchen Khasi-Gruppen bekommen die Jungs bereits zur Geburt einen rohen Bogen und drei ungeschmückte Pfeile ohne Federn geschenkt, die sie lebenslang aufbewahren als Zeichen ihres zu entwickelnden Kriegerseins. In den Anfangszeiten der britischen Eroberung ab 1800 konnte der berühmte Häuptling des Syiemlieh-Clans, Tirot Sing (1802–1835), mit seinen Bogenschützen die Briten besiegen,[35] den Feuerwaffen der vorrückenden Söldner-Armeen waren die trainierten Khasi-Krieger aber auf Dauer nicht gewachsen. Die Briten behielten allerdings ihren Respekt vor den Khasi, auch in wirtschaftlicher Hinsicht (siehe oben), und räumten ab 1860 den Häuptlingstümern der Khasi-Berge weitgehende Selbständigkeit ein. Tirot Sing Syiem wird mit einem eigenen Gedenktag als indischer Freiheits­kämpfer gewürdigt, in Meghalaya verbunden mit einem Festival.[34][36]

Der altüberlieferte Khasi-Bogensport (ka rongbiria) hat einen eigenen Stellenwert: Er ist frei von religiösen, familiären oder Clan-mäßigen Verpflichtungen – jeder Teilnehmer wird einzig nach seiner Fähigkeit im Bogenschießen beurteilt, das gilt auch für Nicht-Khasi. Mit einem kleinen Einführungsritual wird der Wettbewerb aus dem Einflussbereich der Götter, der Geister und der Verwandtschaften herausgelöst und es bleibt dem Schicksal überlassen, den besten Schützen gewinnen zu lassen.

Begleitet wird die Schießkunst mit kreativen Lobpreisungen und effektvollen Schmähvorträgen zur Schwächung der Gegner, auch wenn es enge Verwandte sein sollten.[36] Diese einzigartige Form der individuellen Dichtkunst, ka phawar genannt, ist Teil der Khasi-Folklore und wird versartig vorgetragen. Mit Reden oder Sprechgesang in gereimten Zweizeilern werden die Vorteile des eigenen Teams einfallsreich präsentiert und die gegnerischen Teams mit geschicktem Spott entmutigt (vergleiche Couplet und Spottlied). Zu Beginn werden die Legenden nacherzählt, dann tragen die Beteiligten vorbereitete „Kampfreden“ vor, wobei sie an Originalität und Unterhaltungswert gemessen werden (vergleichbar den Battles von Rappern). Die phawar-Vortragskunst kommt auch bei anderen Gelegenheiten und in gesungener Form mit Musikbegleitung zum Einsatz, beispielsweise auf Festivals, bei Gemeinschaftsarbeiten und gemeinsamen Jagd- oder Fischprojekten oder in längeren Erzählvorträgen; in neuerer Zeit werden phawar-Couplets sogar zu Zwecken des Wahlkampfs eingesetzt.[9][Doku 10]

Geschichte der Khasi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Shillong: Haupt­stadt von Megha­laya, rund 150.000 Einwohner, gelegen auf einer Hoch­ebene in 1500 Meter Höhe, umgeben von 2000 Meter hohen Bergen; war bis 1972 Haupt­stadt von Assam (2011)

Es gibt viele Studien zu der Geschichte der Khasi oder einzelner ihrer Stämme, aber zu den Zeiten vor 1500 n. Chr. gibt es keinerlei schriftliche Quellen, und archäologische Ausgrabungen finden bisher nur Zeugnisse späterer Zeit. Auch die Khasi-Legenden enthalten kaum Erzählungen von vorgeschichtlichen Abläufen, es gibt aber einen Sintflutmythos, der von einer Migration ausgeht. Die Zeit des Vorrückens der Britischen Ostindien-Kompanie ab 1765 wird zunehmend detaillierter aufgearbeitet, vor allem an der 1973 gegründeten North Eastern Hill University in der Hauptstadt Shillong.

Unbelegte Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1500 n. Chr. findet „Khasi“ als Eigenname eines Stammes oder Volkes erstmalige Erwähnung, in einer religiösen Schrift aus Assam (heute benachbarter Bundesstaat). Der Text gibt keine Auskunft zur bisherigen Dauer ihrer Ansässigkeit oder ursprünglichen Herkunft. Nicht lange nach der Ersterwähnung sprechen Quellen aus dem Jaintia-Königreich in Süd-Assam von 25 einzelnen Khasi-Fürstentümern in den westlichen Bergen (siehe Karte oben).[Ethno 13]

Auf das 4. Jahrhundert n. Chr. deuten archäologische Ausgrabungen in Myanmar (früher Burma) mit Überresten von Ackerbau, Keramik und Metallwerk, die auf verwandte Volksgruppen deuten. Vom Khasi als Mon-Khmer-Sprache ausgehend (verwandt zum Kambodschanischen und Vietnamesischen), wird auf eine Wanderung quer durch Myanmar geschlossen, aber eindeutige Belege fehlen.[Ethno 13]

Der Khasi-Forscher Hamlet Bareh macht bei den verschiedenen Khasi-Dialekten den Unterstamm der Amwi-Khasi als sehr ursprüngliche Sprecher aus, die andere Khasi-Dialekte kaum verstehen können und für diese schwer verständlich sind; ihre Sprache ist der Mon-Khmer-Sprachfamilie im Osten noch näher als das Khasi. Er sieht dies als Indiz, dass die verschiedenen Khasi-Stämme aus dem Osten eingewandert sind, zu unterschiedlichen Zeiten und zu unterschiedlichen Gebieten der Berge. Bei den Amwi gibt es das Wort mekong in der Bedeutung von „ältere Schwester der Mutter“ (Tante), das Khasi-Wort dafür ist ähnlich: meisan. Daraus folgert Bareh eine Herkunft vom großen Mekong, dem Grenzfluss zwischen Kambodscha und Vietnam, wahrscheinlich vom oberen oder mittleren Bereich des langen Flusses.[37]

Es gibt eine Khasi-Legende, die von einer Überschwemmungskatastrophe erzählt, bei der sich die Überlebenden in aller Not auf ein großes Boot oder Floß retten mussten, um das andere Flussufer zu erreichen (vergleiche Sintflut). Dabei fand kein Schriftgelehrter oder Schriftwerk der Khasi einen Platz, weshalb die Khasi ihre alte Schrift verloren. Als viel später britische Methodisten-Missionare ab 1840 begannen, den Khasi-Dialekt der südlichen Bergstadt Cherrapunji mit lateinischen Buchstaben zu schreiben, hatten die Khasi stellenweise die benachbarte bengalische Schrift benutzt. Die Bedeutung des Boots (vergleiche die Arche Noah-Legende) spielt auch eine grundlegende Rolle in der Zeremonie des Eier-Orakels der Khasi (siehe oben).

Britische Kolonialzeit (1765–1947)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wasserfälle der Nohkalikai Falls bei der Bergstadt Cherrapunji sind mit 340 Metern die höchsten Indiens (2014)
Die „Sieben Schwestern-Wasserfälle(7 Sister Falls) nahe der Bergstadt Cherrapunji: hier fällt das Hoch­plateau mit der Haupt­stadt Shillong schroff ab zum südlich gelegenen Bangladesch (2013)

Ab 1765 begannen die Auseinandersetzung zwischen Khasi und Europäern, als Truppen der Britischen Ostindien-Kompanie die wichtige Marktstadt Sylhet unter ihre Kontrolle brachten (heutiges Nordost-Bangladesch), um den landesweiten Handel zu kontrollieren. Die vor allem von Engländern finanzierte private „Handels“-Kompanie war dabei, ohne Rücksicht auf örtliche Interessen ganz Indien zu erobern. Der Stadtname Sylhet leitet sich ab vom altindischen sri „schön, geehrt“ (vergleiche Sri Lanka: Schöne Insel), und hatta „Markt“: Schöner Markt – der landesweite Mittelpunkt auch des Khasi-Handels. Einige Zeit später begannen Khasi-Häuptlinge aus den Grenzgebieten sich mit einzelnen Überfällen gegen die Einflussnahme zur Wehr zu setzen, woraufhin die Briten Festungen ausbauten und Khasi-Produkte von alle Märkten aussperrten. 1826 erlangte die Kompanie dann im Ersten Anglo-Birmanischen Krieg die Herrschaft über ganz Nordostindien (den heutigen „7 Schwesterstaaten“). Bis 1885 eroberten die Truppen Britisch-Indiens auch das östlich angrenzende Burma. Schon ab 1862 schlossen die Briten Frieden mit den meisten der Khasi-Häuptlinge im Grenzgebiet und räumten ihnen weitgehende Steuerfreiheiten und Autonomie ein. Die Auseinandersetzungen hörten auf und der umfangreiche Handel konnte wieder aufblühen (siehe oben zum Khasi-Handel).[Ethno 4][Ethno 14]

Siehe auch Geschichte der Sieben Schwesterstaaten

Eigene Staatsgründung (1972)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1960 gründete sich im damaligen indischen Assam (bekannt für Tee-Anbau) eine Interessenvertretung aller ansässigen Stammesvölker, die All Party Hill Leaders’ Conference (APHLC: All-Parteien-Konferenz der Führer des Berglandes). Diese forderte bald einen eigenen, selbstverwalteten Bundesstaat, ein Gebiet dafür sollte aus dem großen Assam herausgelöst werden. Dazu schlug der Geograph Shiba P. Chatterjee den neu gebildeten Namen Meghalaya vor (Sanskrit: „Heimstätte der Wolken“). 1972 wurde der neue Bundesstaat offiziell gegründet, als anerkannter Stammesstaat der damals mehrheitlichen Khasi und der Garo sowie benachbarter kleiner Stämme und Ethnien (Scheduled Tribes: in Indien staatlich anerkannte Stammesbevölkerungen).

Siehe dazu Geschichte Meghalayas

Die Stadt Shillong im Süden, auf 1500 Meter Höhe (143.000 Einwohner 2011), war bisher die Hauptstadt Assams gewesen, bereits ab der Gründung 1864 von den Briten als Residenzstadt ausgebaut – nun wurde sie Hauptstadt von Meghalaya. Assam verlegte seine Hauptstadt in die 100 km nördlich gelegene Metropole Guwahati, der größten Stadt in ganz Nordostindien (1 Million Einwohner), gelegen im Becken des großen Flusses Brahmaputra.

Heutige Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Problemkreise und Konflikte bestimmen seit Jahrzehnten die öffentliche Diskussion in Meghalaya und betreffen insbesondere die Khasi und andere Stammesbevölkerungen:

Für die Khasi-Wirtschaft als Ganze wirkt sich die von Bangladesch abgeriegelte Grenze weiterhin als großes Handelshemmnis aus, während die dortige Bevölkerung vor allem Früchte und Kohle aus dem Norden bräuchte. Nach Westen können die Khasi ihre begehrten Waren wie Khasi-Mandarinen, Betelnüsse und Betelpfefferblätter nur durch einen engen Flaschenhals nach Westbengalen handeln, zum indischen Hauptland bestehen kaum Verbindungen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2018: Sharmila Ghosh: Spatialisation of Khasi Culture: Land, Rituals, Folklore and Development. In: Jharkhand Journal of Development and Management Studies. Jahrgang 16, Nr. 1, XISS, Ranchi März 2018, S. 7597–7608 (englisch; Department of Anthropology, Panjab University, Chandigarh; PDF: 88 kb, 12 Seiten auf xiss.ac.in).
  • 2017: Sanbanielyne Ryndem: The Essence of Khasi Matriliny. In: Journal Of Humanities And Social Science (IOSR-JHSS). Jahrgang 22, Nr. 9, September 2017, S. 53–58 (englisch; North Eastern Hill University, Shillong; PDF: 300 kB, 6 Seiten auf iosrjournals.org).
  • 2017: Chandan Bharadwaj: Gender, matriliny, and politics: Negotiating the women’s agency and social structure in the Khasi matrilineal society. In: International Journal of Applied Research. Jahrgang 3, Nr. 2, 2017, S. 348–354 (englisch; PDF: 240 kB, 7 Seiten auf allresearchjournal.com).
  • 2015: David Reid Syiemlieh: Layers of history: Essays on the Khasi-Jaintias. Regency, Delhi 2015, ISBN 978-93-5222-003-8 (englisch; preisgekrönter Kenner Meghalayas).
  • 2014: Philippe Ramirez: People of the margins: Across ethnic boundaries in North-East India. Spectrum Publications, Guwahati/Delhi 2014, ISBN 978-81-8344-063-9 (englisch; Volltext: PDF, 5 MB, 236 Seiten auf hal.archives-ouvertes.fr).
  • 2014: Rajmoni Singha: Kinship and Marriage System among the Khasis of Bangladesh: A Study of Khasi Culture and Identity (= Bangladesh Development Research Working Paper Series. Band 24). Independent University, Bangladesh 2014 (englisch; PDF: 414 kb, 15 Seiten auf bangladeshstudies.org).
  • 2013: Berit Fuhrmann: Die Menschen des Mutterhauses – Soziale Beziehungen, rituelle Prozesse und lokales Christentum bei den Karow in Meghalaya, Indien. Philosophische Doktorarbeit Universität Münster 2013 (die Karow sind eine Khasi-Gruppe in den nördlichen Khasi-Bergen; PDF: 2,6 MB, 322 Seiten auf d-nb.info).
  • 2011: Eberhard Mühlan: Kapitel 5: Forschungsarbeit unter den Khasis in Meghalaya. In: Derselbe: Familienstrukturen in Indien – Fremden Kulturen eine christliche Familienlehre bringen (= Mission Academics. Band 33). VTR, Nürnberg 2011, ISBN 978-3-941750-57-9, S. 159–294 (fundamentalistischer Evangelikaner; Inhaltsverzeichnis; aufbauend auf seiner interkulturellen Doktorarbeit an der University of Wales 2010).
  • 2009: Barbara A. West: Khasi (Cassia…Ki Khasi). In: Encyclopedia of the Peoples of Asia and Oceania. Infobase, New York 2009, ISBN 978-0-8160-7109-8, S. 386–388 (englisch; Volltext bei Google).
  • 2008: Tanka B. Subba: Matriliny, Reproductive Health, and Reproductive Rights: An Essay on the Khasis of Meghalaya, Northeast India. In: European Bulletin of Himalayan Research. Band 32, 2008, S. 50–65 (englisch; PDF: 104 kB, 16 Seiten auf himalaya.socanth.cam.ac.uk).
  • 2007: Donna L. Leonetti, Dilip C. Nath u. a.: In-law Conflict: Women’s Reproductive Lives and the Roles of Their Mothers and Husbands among the Matrilineal Khasi. In: Current Anthropology. Jahrgang 48, Nr. 6, Dezember 2007, S. 861–890 (englisch; PDF: 450 kB, 32 Seiten auf digitalcommons.unl.edu; doi:10.1086/520976; Feldstudie mit 11 Kommentaren zu Heiratsstrategien und verringerter Kindersterblichkeit durch maternal-großmütterlichen Beistand).
  • 2007: Duncan McDuie-Ra: Civil Society and Human Security in Meghalaya: Identity, Power and Inequalities. Soziologische Doktorarbeit, School of Social Sciences and International Studies, Universität New South Wales, Sydney 2007 (englisch; PDF: 136 MB, 345 Seiten auf unsworks.unsw.edu.au; umfassende Studie zur sozialen Absicherung innerhalb der anerkannten Stammesvölker).
  • 2007: Anja Wagner: Kapitel II: Khasi und Garo – Ein Gesellschaftsvergleich. In: Berit Fuhrmann, dieselbe: Über Häuser und Fruchtbarkeit – Kulturelle Konzepte und tribale Gesellschaftsordnungen in Nordostindien; die ethnographische Literatur zu Garo, Khasi und Naga neu gelesen (= Berliner Beiträge zur Ethnologie. Band 12). Zwei überarbeitete ethnologische Magisterarbeiten Universität Berlin. Weißensee-Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-89998-102-5, S. 91–186 (Leseprobe auf weissensee-verlag.de).
  • 2007: Judith Dick: Offizieller Rechtspluralismus im Konkurrenzverhältnis unterschiedlich geregelter Geschlechterverhältnisse – Das Recht der Khasi im System der personalen Rechte (personal laws) Indiens (= Verfassung und Recht in Übersee. Band 22: Beiheft). Juristische Doktorarbeit Universität Gießen. Nomos, Baden-Baden 2007, ISBN 978-3-8329-2627-4 (Inhaltsverzeichnis).
  • 2007: Udoy Sankar Saikia: Endangered Gender in a Matrilineal Society: Evidences from the Khasi Tribe in Northeast India. In: Asian Social Science. Jahrgang 3, Nr. 11, 2007, S. 48–58 (englisch; PDF-Angebot: 1,7 MB, 165 Seiten: ganzes Heft auf scholar.google.com.au; Bevölkerungsforscher der Universität Adelaide).
  • 2007: Udoy Sankar Saikia: Threats from migration, socio-political injustice and reproductive behaviour in tribal communities: A study in the Khasi tribe in northeast India. 2007 (englisch; PDF-Angebot: 71 kB, 8 Seiten auf scholar.google.com.au; Konferenzpapier für Sixth Berlin Roundtables on Transnationality on »Population Politics and Human Rights«: State Intervention and Fertility Control ).
  • 2005: Tiplut Nongbri: Gender, matriliny, and entrepreneurship: the Khasis of North-East India. Zubaan, Delhi 2005, ISBN 978-8-1890-1376-9 (englisch; Jawaharlal Nehru University; neu verlegt 2008; durchsuchbar bei Google).
  • 2005: Udoy Sankar Saikia: High Fertility in Khasi Tribe of Northeast India: A Repercussion of the Fear of Identity Loss? Flinders University, Adelaide, Australien 2005 (englisch; PDF-Angebot: 287 kB, 40 Seiten auf princeton.edu; Konferenzpapier zur International Population Conference Frankreich).
  • 2005: John Kuttikottayil: Confronting Fear in Faith: A Psycho-pastoral Approach to the Problem of Fear in the Christian Life of the Khasi-Jaintias (= Europäische Hochschulschriften. Reihe 23: Theologie). Theologische Doktorarbeit Universität München. Lang, Frankfurt/M 2005, ISBN 978-3-631-54083-1 (englisch; ausführlich zur Khasi-Religion; Inhaltsverzeichnis).
  • 2002: Aurelius Kyrham Nongkinrih: Khasi Society of Meghalaya: A Sociological Understanding. Indus Publishing, New Delhi 2002, ISBN 81-7387-137-X (englisch; tiefgehende soziologische Feldstudie eines Khasi-Dorfes; Leseprobe bei Google).
  • 2001: Sabine Herzog: Das Matriarchat als geschlechtssymmetrische Gesellschaftsform? Die Khasi von Meghalaya/Indien (= Spektrum. Band 81). Soziologische Magisterarbeit Universität Berlin. Lit, Münster 2001, ISBN 3-8258-5404-3 (Leseprobe bei Google).
  • 2001: Barnes L. Mawrie: The Khasis and Their Natural Environment: A Study of the Eco-consciousness and Eco-spirituality of the Khasis. Vendrame Institute Publications, Shillong 2001 (englisch; Salesianer Don Boscos, Sacred Heart Theological College, Shillong; durchsuchbar bei Google).
  • 2000: Tiplut Nongbri: Khasi Women and Matriliny: Transformations in Gender Relations. In: Gender Technology and Development. Jahrgang 4, Nr. 3, S. 359–395, November 2000 (englisch; Centre for the Study of Social Systems, Jawaharlal Nehru University; Zusammenfassung: doi:10.1177/097185240000400302).
  • 1998: Parlyaram Mathew Chacko (Hrsg.): Matriliny in Meghalaya: Tradition and Change. Regency, Delhi 1998, ISBN 978-8-18603-069-1 (englisch; Universität Shillong; PDF-Angebot der Sikkim University).
  • 1997: Hamlet Bareh: The history and culture of the Khasi people. 3., überarbeitete Auflage. Spectrum, Guwahati 1997 (englisch; Erstauflage 1967; durchsuchbar bei Google).
  • 1996: Hugh R. Page Jr.: Culture summary: Khasi. HRAF Press, New Haven CT, USA 1996 (englisch; detaillierte ethnografische Übersicht mit Literatur; Volltext auf encyclopedia.com; alle HRAF-Publikationen zu Khasi).
  • 1984: Peter Gerlitz: Religion und Matriarchat: Zur religionsgeschichtlichen Bedeutung der matrilinearen Strukturen bei den Khasi von Meghalaya unter besonderer Berücksichtigung der national-religiösen Reformbewegungen. In: Studies in Oriental religions. Band 11, Harrassowitz, Wiesbaden 1984, ISBN 978-3-447-02427-3 (Leseprobe bei Google).
  • 1984: Pranab Kumar Das Gupta: Life and Culture of Matrilineal Tribe of Meghalaya (= Tribal studies of India series. Band 113). Inter-India, Neu-Delhi 1984 (englisch; durchsuchbar bei Google; Zusammenfassung 2009 von Barbara West).
  • 1981: Namita Catherine Shadap-Sen: The Origin and Early History of the Khasi-Synteng People. Überarbeitete Doktorarbeit Universität London. KLM, Kalkutta 1981 (englisch; durchsuchbar bei Google).
  • 1967: Chie Nakane: Garo and Khasi: A Comparative Study in Matrilineal Systems. Mouton De Gruyter, Paris/Den Haag 1967, ISBN 978-3-11-196796-7 (englisch; ausführliche kritische Besprechung: PDF: 383 kB, 4 Seiten auf onlinelibrary.wiley.com).
  • 1964: Anna P. McCormack: Khasis. In: Frank M. LeBar u. a. (Hrsg.): Ethnic Groups of Mainland Southeast Asia. HRAF Press, New Haven CT, USA 1964, S. 105–112 (englisch; Teil des HRAF-Forschungsprojekts; Zusammenfassung).
  • 1964: Hamlet Bareh: Khasi Democracy. Manimala, Shillong 1964 (englisch; durchsuchbar bei Google).
  • 1920: K. U. Rafy: Folk-tales of the Khasis. Macmillan, London 1920 (englisch; Folklore; 5 Fotos auf Commons).
  • 1907: Philip Richard Thornhagh Gurdon: The Khasis. 2. Auflage. Macmillan, London 1914 (englisch; Erstauflage 1907; Volltext auf archive.org; Oberstleutnant P. R. T. Gurdon war der erste Khasi-Ethnograf: Superintendent of Ethnography in Assam, Ehrendoktor der Ethnografie; mit Vorwort des Geografen Sir Charles Lyell; 2010 neu aufgelegt: ISBN 978-1-164-06643-9).

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dokumentarfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

The Khasis of Meghalaya (Indien 2011):
der Leiter des Nationalmuseum Neu-Delhi stellt die DVD des Dokumentar­films in der Hauptstadt Indiens vor
  • 2018: Uschi Madeisky, Dagmar Margotsdotter, Daniela Parr: Matriarchate weltweit – Wie sie einander kennenlernen und sich austauschen. tomult und Töchter, Frankfurt/M 2018 (119 Minuten; die ersten 22 Minuten besucht eine matrilineare Mosuo-Frau die Khasi; Trailer auf YouTube, abgerufen am 11. November 2018).
  • 2017: Global 3000: Wie lebt es sich im Matriarchat? (Khasi). W. Feuersenger, S. Barbaruah für Deutsche Welle, 28. August 2017 (5 Minuten; Vollversion auf YouTube, abgerufen am 11. November 2018).
  • 2015: Aditya Seth: Are They Better Off. Films Division, Ministry of Information & Broadcasting, Government of India, Mumbai 2015 (60 Minuten; englisch; “the traditions and culture of the matrilineal Khasi tribe of Meghalaya, as they discover their place in a fast-changing world”; Interview; Trailer auf YouTube, abgerufen am 11. November 2018).
  • 2012: Bettina Witte: Khasi – Im Land der Frauen. Nima Productions für arte/ZDF 2012 (43 Minuten; Vollversion auf YouTube, abgerufen am 11. November 2018).
  • 2011: Uschi Madeisky, Daniela Parr: Die Tochter – Eine Clansaga aus dem Matriarchat der Khasi. Göttert, Deutschland 2011, ISBN 978-3-939623-30-4 (54 Minuten; Trailer auf YouTube, abgerufen am 11. November 2018).
  • 2011: ohne Angabe: The Khasis of Meghalaya. Indien 2011 (englisch; siehe Bild rechts).
  • 1999: Uschi Madeisky, Klaus Werner: Wo dem Gatten nur die Nacht gehört – Besuchsehe bei den Jaintia in Indien. Colorama Film für NDR 1999 (54 Minuten; die Jaintia/Synteng sind ein Unterstamm der Khasi; Presse).[12]
  • 1997: Uschi Madeisky, Klaus Werner: Die Töchter der sieben Hütten – Matriarchat der Khasi in Indien. Colorama Film für arte/ZDF 1997 (54 Minuten; Presse).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Khasi – Khasi-Berge – Shillong, Cherrapunji, Sylhet – Meghalaya – Sammlung von Bildern und Mediendateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturministerium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Government of Meghalaya:

 = alle ohne Datum, teils mit Literaturlisten; abgerufen am 11. November 2018.
  1. Literaturförderung: Research branch of the Directorate: Research.
  2. a b c Die War(-Jaintias), ein Khasi-Unterstamm (Wurzelbrücken-Bauer): L. S. Gassah: The War-Jaintias.
  3. Journal Heritage of Meghalaya. Nr. 3:
    Erzählungen, Lieder und Musik am Herdfeuer („ums Herz, von Herzen“): Silbi Passah: The Title of the Theme »Sawdong ka lyngwiar dpei« – meaning »around the hearth«.
  4. Journal Heritage of Meghalaya. Nr. 3:
    Etwa 30 verschiedene Arten von Landbesitz: Julius L. R. Marak: Traditional Institutions of the People of Meghalaya, dort Abschnitt 5: Land System in Kashi Hills (südliche Khasi-Berge).
  5. a b c Journal Heritage of Meghalaya. Nr. 3:
    Konzept der Khasi-Clans (kur) : Smti. B. Kharlyngdoh: The Concept of »Kur« as part and parcel of the Khasi culture.
  6. Journal Heritage of Meghalaya („Kulturerbe Meghalayas“). Nr. 1:
    Meghalaya, eine matrilineare Gesellschaft: Minimon Laloo: Meghalaya: The Matrilineal Society.
  7. Journal Heritage of Meghalaya. Nr. 3:
    Khasi-Festivals und Zeremonien: Festivals and Ceremonies of the »Khasis«.
    Tanzkostüme von Frauen und Männern: Dresses and Ornaments of Dancers in Festivals: Meghalaya.
    Tänze, Kostüme und Instrumente des Khasi-Stamms der Lyngngam: K. Langrin: The Lyngngams and their Folk Dances.
    Bedeutung von Gemeinschaftsfestivals (mit Jaintia-Fallstudie): Functions of Community Festivals and a case study of Behdienkhlam Festivals of Jaintia Hills.
  8. Journal Heritage of Meghalaya. Nr. 3: Musik-Instrumente: Musical Instruments used during the festivals and ceremonies: Khasi and Jaintia.

Ethnografien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Völkerbeschreibungen:

  • 2009: Barbara A. West: Khasi (Cassia…Ki Khasi). In: Encyclopedia of the Peoples of Asia and Oceania. Infobase, New York 2009, ISBN 978-0-8160-7109-8, S. 386–388 (englisch)
 = Kurzbeschreibung; Volltext bei Google; basierend auf P. K. Das Gupta (1984).
  • 1996: Hugh R. Page Jr.: Khasi. HRAF Press, New Haven CT, USA 1996 (englisch)
 = ausführliche Beschreibung, Teil des HRAF-Forschungsprojekts (siehe alle HRAF-Publikationen zu Khasi); identisch zur Gesamtseite Khasi auf encyclopedia.com
 = Inhaltsverzeichnis (8 Kapitel und 13 Literatur 1879–1967): Khasi auf everyculture.com.
  • 1967: Heather M. Fellows: Culture summary: Society KHASI. In: Ethnographic Atlas – SCCS. Centre for Social Anthropology and Computing, University of Kent, Canterbury, um 1967 (englisch)
 = Kurzbeschreibung aus drei Quellen 1907, 1964, 1967: Society KHASI auf web.archive.org; Teil des HRAF-Forschungsprojekts und des Ethnographic Atlas by George P. Murdock (siehe Beleg zum Atlas[18]).
  • 1907: Philip Richard Thornhagh Gurdon: The Khasis. 2. Auflage. Macmillan, London 1914 (englisch; Erstauflage 1907; 2010 neu aufgelegt ISBN 978-1-164-06643-9)
 = Volltext auf archive.org; Oberstleutnant P. R. T. Gurdon war der erste ausführliche Khasi-Ethnograf: Superintendent of Ethnography in Assam, Ehrendoktor der Ethnografie; mit Vorwort des Geografen Sir Charles Lyell.
  1. Orientierung: H. R. Page Jr. (1996): Khasi: Orientation.
  2. Siedlungen: H. R. Page Jr. (1996): Khasi: Settlements.
  3. a b c H. M. Fellows (1967): Society KHASI (im Internet-Archiv).
  4. a b c d e f g h B. A. West (2009): Khasi. S. 387.
  5. P. R. T. Gurdon (1907): Fishing. S. 49/50.
  6. a b c d e f Verwandtschaft: H. R. Page Jr. (1996): Khasi: Kinship.
  7. P. R. T. Gurdon (1907): Religion. S. 112/113.
  8. Heirat und Familie: H. R. Page Jr. (1996): Khasi: Marriage and Family.
  9. Politische Strukturen: H. R. Page Jr. (1996): Khasi: Sociopolitical Organization.
  10. B. A. West (2009): Khasi. S. 388.
  11. Religion und Kultur: H. R. Page Jr. (1996): Khasi: Religion and Expressive Culture.
  12. a b Wahrsagen durch Eierwerfen: P. R. T. Gurdon (1907): Divination by Egg-Breaking. S. 226–228. Ebenda: Religion. S. 106.
    Dazu auf Deutsch (1918): C. Becker: Das Eierwerfen der Khasi. In: Anthropos. Band 12/13, Nr. 3/4, 1917/1918, S. 494–496 (Prof. Dr. Becker war Präfekt von Assam).
  13. a b B. A. West (2009): Khasi. S. 386.
  14. Geschichte: H. R. Page Jr. (1996): Khasi: History and Cultural Relations.

Studien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturvergleichende Sozialforschungen:

  • 2007: Donna L. Leonetti, Dilip C. Nath u. a.: In-law Conflict: Women’s Reproductive Lives and the Roles of Their Mothers and Husbands among the Matrilineal Khasi. In: Current Anthropology. Jahrgang 48, Nr. 6, Dezember 2007, S. 861–890 (englisch)
 = PDF: 450 kB, 32 Seiten auf digitalcommons.unl.edu, doi:10.1086/520976.
  • 2007: Duncan McDuie-Ra: Civil Society and Human Security in Meghalaya: Identity, Power and Inequalities. Soziologische Doktorarbeit, School of Social Sciences and International Studies, Universität New South Wales, Sydney 2007 (englisch)
 = umfassende Studie zur sozialen Absicherung innerhalb der anerkannten Stammesvölker; PDF: 136 MB, 345 Seiten auf unsworks.unsw.edu.au.
  • 2002: Aurelius Kyrham Nongkinrih: Khasi Society of Meghalaya: A Sociological Understanding. Indus Publishing, New Delhi 2002, ISBN 81-7387-137-X (englisch)
 = tiefgehende soziologische Feldstudie eines Khasi-Dorfes; Leseprobe bei Google.
  1. a b c Staatliches Agrikultur-Profil Meghalayas (2006): Meghalaya Agriculture Profile 2006 (Third Edition). Department of Agriculture, Government of Meghalaya, Shillong (englisch; PDF: 276 kB, 64 Seiten auf megagriculture.gov.in);
    siehe auch die 3 Klimazonen auf S. 34: “Agro-climatic Zones […] Tropical Zone (100–300 msl) | Sub-tropical Zone (300–1100 msl) | Temperate Zone (1100–2000 msl)” sowie auf S. 8: “Surma and Brahmaputra Valley (100-300m) […] Shillong plateau (600–2000m)”.
    → Ministerium für Agrikultur & Hortikultur: Department of Agriculture. Government of Meghalaya (englisch).
  2. a b Einführung: A. K. Nongkinrih (2002): Introduction. S. 11/12.
  3. Wechsel von Brandrodung zum Besengras mit Ernährungsauswirkungen (2015): R. N. Behera, D. K. Nayak, P. Andersen, I. E. Måren: From jhum to broom: Agricultural land-use change and food security implications on the Meghalaya Plateau, India. In: Ambio. Band 45, Nummer 1, Februar 2016, S. 63–77 (englisch; doi:10.1007/s13280-015-0691-3, PMID 26254789, PMC 4709356 (freier Volltext)).
    → Zur Besengras-Wirtschaft in Meghalaya, 5 Jahre nach ihrem Anschub 1995 (2000): Avirook Sen: Easy to grow, easy to sell: Broom growers in Meghalaya reap the benefits. In: India Today. 14. Februar 2000, abgerufen am 11. November 2018 (englisch).
    → Besengras-Studie zum Bhoi-Khasi-Stamm (2013): Ram Singh, A. Monika, S. M. Feroze: Minor Forest Product and Marketing – A Case Study of Broom Grass in Meghalaya. In: Indian Forester Journal. Jahrgang 139, Heft 9, Dehra Dun, Indien 2013 (englisch; Zusammenfassung).
    Deutsches Umweltministerium zum Besengras Amriso (2015): Ökosysteme in den Gebirgsregionen Nepals im Klimawandel. 14. Juli 2015, abgerufen am 11. November 2018 (Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative IKI).
  4. Ethnoökologische Fischerei-Studie zum War-Khasi-Stamm und seinen nachhaltigen Fangmethoden (2008): Hero Tynsong & B. K. Tiwari: Traditional knowledge associated with fish harvesting practices of War Khasi community of Meghalaya. In: Indian Journal of Traditional Knowledge. Jahrgang 7, Nr. 4, 2008, S. 618–623 (englisch; 9 Bilder auf S. 621; Centre for Environmental Studies, Northeastern Hill University, Shillong; Volltext auf researchgate.net).
  5. Zu Land-Privatisierungen: D. McDuie-Ra (2007), S. 184, Zitat : “Secondly, women in the Khasi Hills face extreme hardships related to growing landlessness and the changes to jhum agriculture. As women undertake the majority of the labour in the cultivation of common land, especially through jhumming (shifting cultivation), the privatisation of common land and the relegation of jhumming to poorquality land has been a major cause of insecurity. As Krishna argues, »women tend to lose status with the livelihood changes involved in the transformation from foraging/shifting cultivation to settled agriculture, communal to private ownership, and local to wider market interaction.« (2004b: 379)”.
  6. a b D. L. Leonetti (2007): S. 873, Zitat: “Child survival, however, tends to be reduced with husband headship, especially that of second husbands. We also know that Khasi men often leave wives or contribute less than 100 % of their income and labor and so their dependability is not complete. We also see that in the protective world of the mother’s household, where intergenerational resources are available (Leonetti et al. 2005), men are limited in their roles and children survive better.
  7. a b Zu Verwandtschaft: A. K. Nongkinrih (2002): Kinship and Marriage. S. 35.
  8. In D. L. Leonetti (2007): Evelyn Blackwood: Comment. S. 875, Zitat: “The norms of Khasi society support a different type of husband. The importance of the matrilineal unit and women’s ability to inherit land and wealth mean that where such resources are available women do not need to be dependent on husbands or look to husbands for their support. Husbands are important in bringing in additional resources, but marital stability and a husband in this case are not critical.
  9. D. L. Leonetti (2007): S. 862, Zitat: “The Khasi follow a matrilineal form of kinship, with the mother’s clan name and property being passed to her daughters and her sons often providing important managerial functions for their sisters. […] When a woman marries, her husband usually joins her household.
  10. a b Zur fremdenfeindlichen Ausschreitungen: D. McDuie-Ra (2007), S. 90, Zitat: “Since the formation of Meghalaya [1972], violence against non-tribals and non-Khasis has dramatically increased in the Khasi Hills mostly taking place in Shillong, the state capital (A. Baruah, 2004). Resisting the influx of non-tribals into the state has become the dominant discourse in civil society since the late 1970s. Civil society actors such as the Khasi Students Union (KSU), the Federation of Khasi Jaintia and Garo Peoples (FKJGP), and the Hyinniewtrep Youth Front (HYF), have opposed migration, often violently (Malngiang, 2002: 177). Furthermore, violence and intimidation has been directed at nontribal residents of Shillong and some other towns in Meghalaya, despite many of these residents being part of families that have lived in Meghalaya for generations (Malngiang, 2002: 187-8).”.

Theorien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matrilinearität + Matrilokalität = Matrifokalität ≈ „Matriarchat“:

  • 2012: Hans-Rudolf Wicker: Leitfaden für die Einführungsvorlesung in Sozialanthropologie (1995–2012). Institut für Sozialanthropologie, Universität Bern 2012
 = emeritierter Professor für Ethnologie: Vorlesungsskript mit Auflistung und Gegenüberstellung verschiedener Theorien, PDF: 387 kB, 47 Seiten auf boris.unibe.ch.
  • 2011: Gabriele Rasuly-Paleczek: Einführung in die Formen der sozialen Organisation (Teil 1–5). Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien 2011
 = damalige Assistenzprofessorin: ausführliches Vorlesungsskript; Teil 2/5: PDF: 1,8 MB, 58 Seiten + Teil 4/5: PDF: 747 kB, 43 Seiten auf web.archive.org.
  1. H.-R. Wicker (2012): Postmaritale Wohnregeln. S. 13-14, hier S. 13, Zitat: „In Gesellschaften, in welchen […] die matri- oder uxorilokale Wohnfolge dominiert, bilden gewöhnlich Mütter, Schwestern und Töchter eine Kerngruppe. Avunkulokalität steht in einem engen Zusammenhang mit Matrilinearität.“
  2. a b c H.-R. Wicker (2012): Postmaritale Wohnregeln. S. 13-14, hier S. 14, Tabelle oben.
  3. a b G. Rasuly-Paleczek zur Matrifokalität (2011): matrifocal. Teil 4/5: S. 152, Zitat: „matrifocal: Hierbei handelt es sich um eine Gruppe, die um die Mutter zentriert ist. Hier ist der Vater oft nicht vorhanden oder spielt eine sehr untergeordnete Bedeutung. Der Begriff Matrifokalität wird u. a. verwendet um darauf hinzuweisen, dass die Frau eine zentrale Figur der Familie, der Haushaltsidentität und der Kontinuität ist. (SEYMOUR-SMITH 1986: S. 184) […] Definition von »matrifocal« nach BARGATZKY [1985: S. 49/50]: »Damit bezeichnet man eine Familienform, die im Wesentlichen aus Haushaltsgruppen besteht, in der eine Frau, sowie ihre Kinder und die Kinder ihrer Töchter den Kern darstellen. Solch eine Familienform entsteht aufgrund einer scharfen Trennung in einen häuslichen sowie einen Öffentlich-politisch-rituellen Bereich, wobei die Geschlechterrollen den Frauen Aktivität (S. 50) und Dominanz im ersteren Bereich zuweisen, den Männern aber im letz[t]eren. Die Rolle der Männer im Öffentlichen Bereich ist relativ unabhängig von der Rolle, die sie im häuslichen Bereich übernehmen. […] Eheliche oder nicht-eheliche Verbindungen zwischen einer Frau und einem Mann können somit durchaus instabil sein, ohne dass die Stabilität der matrifokalen Familie dadurch beeinflusst zu sein braucht; eine Frau kann Beziehungen zu verschiedenen Männern unterhalten, die quasi ›Ehen auf Besuch‹ (visiting unions, siehe R. T. Smith 1973: 142) mit ihr.«“
    → Konzepte: Dieter Steiner: Merkmale matrizentrischer Gesellschaften: 1. Begriffliches. In: Soziales im engeren Sinne. Eigene Homepage, Zürich, 1998, abgerufen am 11. November 2018 (Professor für Humanökologie).
    → Theorie: Brian Schwimmer: Matrifocality: An emerging empirical and theoretical issue. In: Tutorial: Kinship and Social Organization. Universität Manitoba, Kanada, 2003, abgerufen am 11. November 2018 (englisch).
  4. a b H.-R. Wicker (2012): Matri-, Patrilinearität und die soziale Evolution. S. 27–32, ff. (Übersicht verschiedener Erklärungsmodelle).
  5. G. Rasuly-Paleczek (2011): Unterschied zwischen Lineage und Klan. Teil 2/5: S. 72/73, Zitat: „So vermerkt z. B. BARGATZKY bezüglich des Klans: »Solche Linien, die die gemeinsame Abstammung von einem Ahn nicht mehr nachweisen können, aber dennoch der Überzeugung sind, einen solchen gemeinsamen Vorfahren zu haben, bezeichnet man im allgemeinen als Clan.« [(1985: S. 58)] […] ist der Hauptunterschied zwischen Klan und Lineage der, dass im Fall der Lineage, »…die einzelnen Mitglieder einer Lineage ihre Deszendenz von einem Vorfahren nachweisen können, während die eines Klans dies nicht können. Die Klanmitglieder haben zwar eine Vorstellung von gemeinsamer Abstammung, sind aber in Wirklichkeit nicht imstande, diese im Einzelnen zurückzuverfolgen und nachzuweisen.« (VIVELO 1981: S. 22 7f)“.
  6. a b c d H.-R. Wicker (2012): Männerwelten, Frauenwelten. S. 32–36, hier S. 32, Zitat: „Auch E. Evans-Pritchard (1965) stellt fest, dass sowohl in Stammesgesellschaften als auch in hochentwickelten Gesellschaften bezüglich Geschlechterrollen eine grosse Vielfalt festzustellen ist, dass jedoch letztlich die politischen Felder durchgehend von Männern belegt seien. Diesen Umstand erklärt er jedoch nicht als »a matter of brute force«, sondern als Ausdruck tiefer biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren.“
    Anmerkung: Im Text folgt die Gegenüberstellung von marxistischen und biologistischen Erklärungsmodellen (vergleiche auch Geschlechtshabitus vs. Geschlechterrolle).

Doumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dokumentarfilme:

  • 2017: Global 3000: Wie lebt es sich im Matriarchat? W. Feuersenger, S. Barbaruah für Deutsche Welle, 28. August 2017
 = 5 Minuten; Vollversion auf YouTube, abgerufen am 11. November 2018.
  • 2012: Bettina Witte: Khasi – Im Land der Frauen. Nima Productions für arte/ZDF 2012
 = 43 Minuten; Vollversion auf YouTube, abgerufen am 11. November 2018.
  • 2011: Uschi Madeisky, Daniela Parr: Die Tochter – Eine Clansaga aus dem Matriarchat der Khasi. Göttert, Deutschland 2011, ISBN 978-3-939623-30-4
 = 54 Minuten; Trailer auf YouTube, abgerufen am 11. November 2018.
  1. a b Überqueren einer Wurzelbrücke (2012): 1,5 Minuten (ab 0:22:12) auf YouTube.
  2. a b Viele große Erinnerungssteine (2012): 30 Sekunden (ab 0:07:57) auf YouTube.
    Steelen an anderer Stelle (2011): 1 Minute (ab 0:00:24) auf YouTube.
  3. Straßenfegen und Besenbinden (2017): 40 Sekunden (ab 0:04:42) auf YouTube.
  4. Dokumentation zum Khasi-Dorf Mawlynnong (2014): Udipta Bhuyan: Mawlynnong village: Asia’s cleanest village in Meghalaya auf YouTube, abgerufen am 11. November 2018 (12 Minuten; englisch).
  5. Ein Dokumentarfilmer erklärt die Eigenart der gesungenen Namen im Khasi-Dorf Kongthong (2018): The Quint: The Village of »Song Names« in India auf YouTube, abgerufen am 11. November 2018 (5 Minuten; englisch).
  6. Internationale Projekte mit Alternativen zur Brandrodung in den westlich angrenzenden Garo-Bergen (englisch):
    Dokumentation des IUCN-Projektes What if we Change (2013): Jhumming: Shifting Cultivation in Sakal Aduma auf YouTube (18 Minuten).
    Dokumentation der IUCN (2013): Megan Haagh, Paul Hendrix: Abode of the Clouds (Jhumming in Meghalaya) auf YouTube (30 Minuten).
  7. Das Leben einer Khadduh, einer 16-jährigen Erbtochter (2012): 41 Minuten (ab 0:01:11) auf YouTube.
  8. Festivals und Tanzkostüme (2012): 4,5 Minuten (ab 0:14:25) auf YouTube.
    Festivals und Tanzkostüme (2011): 1 Minute (ab 0:03:03) auf YouTube.
  9. Dokumentationen von der Tribal Cultural Heritage in India Foundation (Stiftung zur Erhaltung des Stammeskulturerbes Indiens) – 6 kurze Live-Videos mit originalen Khasi-Instrumenten (2011): Khasi musical heritage of Meghalaya – introduction, abgerufen am 11. November 2018 (englisch).
    → Christliche Gruppe Summersalt mit traditionellen Khasi-Instrumenten (2017): Khasi beats auf YouTube, abgerufen am 11. November 2018 (2 Minuten; englisch).
  10. Phawar-Vortrag zum National Voter’s Day (2013): Phawar Khasi auf YouTube, abgerufen am 11. November 2018 (2 Minuten; englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Volkszählung Meghalaya 2011 – Sonderdaten der Scheduled Tribes (ST: staatlich anerkannte Stammesbevölkerungen): A-11: State Primary Census Abstract for Individual Scheduled Tribes. (MS-Excel-Datei: 38 kB, 1 Tabelle, Zeile 28: „Khasi…“). In: censusindia.gov.in. Government of India 2011, abgerufen am 1. Oktober 2018 –
    Summe aller Khasi-Stämme, Zitat: „Khasi, Jaintia, Synteng, Pnar, War, Bhoi, Lyngngam“:
    2011: 1.411.775 von 2.964.007 Gesamt­bevölkerung (47,6 %)
    2011: 1.717.221 Frauen (50,8 %)
    2011: 1.694.554 Männer (49,2 %) → Differenz: 22.667 (1,60 %)
    2001: 1.123.490 (56 % der Gesamt­bevölkerung: Census ST 2001)
    1971: 0.463.869 (ohne Angabe, damaliges Assam)
    1951: 0.363.599 (Volkszählung 1951; nach C. Nakane 1967, S. 95)
    1901: 0.176.614 (nach P. R. T. Gurdon 1907).
    → Allgemeine Bevölkerungsdaten: Meghalaya Population Census data 2011.
  2. a b c Volkszählung 2011 von East- und West-Jaintia-Hills: Jaintia Hills District: Census 2011 data.
  3. a b Volkszählung 2011: Ri Boi District: Census 2011 data.
  4. a b Volkszählung 2011: East Khasi Hills District: Census 2011 data.
    Bevölkerungsentwicklung 2001−2011: + 24.96 %
  5. a b Volkszählung 2011: West Khasi Hills District: Census 2011 data.
    Bevölkerungsentwicklung 2001−2011 (damals zusammen mit dem 2012er-Distrikt South West Khasi Hills ): + 29.53 %
  6. a b Eine Volkszählung des Distrikts South West Khasi Hills gibt es noch nicht – er wurde erst 2012 vom großen Distrikt West Khasi Hills abgeteilt und grenzt südlich an Bangladesch (nächster Zensus im Jahr 2021).
  7. Ethnologue-Lexikon: Khasi: A language of India. 2018, abgerufen am 11. November 2018 (englisch).
    → Langwhich-Lexikon von Ingmar Eschli: Khasi. Abgerufen am 11. November 2018.
  8. Regierungsdokument (2006): Questions and Answers: Official Languages. Meghalaya Legislative Assembly, 21. März 2006, abgerufen am 11. November 2018 (englisch);
    Zitat: “Dr. D. D. Lapang (Chief Minister) […] »Khasi & Garo Languages have been recognized and notified as Associate Official Languages of the State […] on the 1st May, 2005 […]« […].
  9. a b Zur Khasi-Dichtkunst phawar (2006): Desmond L. Kharmawphlang: Poetry, Lore and Language: The Khasi Phawar Tradition. In: M. D. Muthukumaraswamy (Hrsg.): Folklore as Discourse. National Folklore Support Centre (NFSC), Indien 2006, ISBN 81-901481-6-8, S. 95–101 (englisch; Folkloreforscher der Northeastern Hill University, Shillong; Volltext auf Google).
  10. Waldarten Meghalayas (1976): Josef Schmithüsen (Herausgeber): Atlas zur Biogeographie (= Meyers Großer Physischer Weltatlas. Band 3). Bibliographisches Institut, Mannheim/Wien/Zürich 1976, ISBN 978-3-411-00303-7, S. 19. Zusammenfassung: Im Khasi-Gebiet kommen „tropischer immergrüner Saisonregenwald“, „tropischer halbimmergrüner Tiefland-Regenwald“ (als Übergangsform zwischen tropischem und subtropischen Regenwäldern = Monsunwäldern) sowie „Lorbeerwald der Gebirgsstufe“ (= subtropischer Feuchtwald) vor.
    → Zur Tier- und Pflanzenwelt siehe die kurze Übersicht bei Meghalaya subtropical forests (englisch).
  11. WWF-Ökoregion Meghalaya (aktuell): Gopal S. Rawat, Eric D. Wikramanayake: Southern Asia, Eastern India: Meghalaya Subtropical Forests (IM0126). In: Tropical and subtropical moist broadleaf forests. World Wildlife Fund, ohne Datum, abgerufen am 11. November 2018 (englisch; ausführliche Übersicht);
    Zitat: “More than two-thirds of this ecoregion has been cleared or degraded; however, extensive stretches of intact habitat can still be found in the northeastern parts. The protected area system in this ecoregion amounts to a mere 154 km2, which is less than 1 percent of the ecoregion’s area (table 2). All seven protected areas are extremely small, with the largest being only 60 km2.
  12. a b c Dokumentarfilm zum Khasi-Stamm der Jaintia (1999): Uschi Madeisky, Klaus Werner: Wo dem Gatten nur die Nacht gehört – Besuchsehe bei den Jaintia in Indien. Colorama Film für den NDR 1999 (60 Minuten; Presse).
    Anmerkung: Die Jaintia (auch: Synteng/Pnar) sind ein Unterstamm der Khasi und werden bei der indischen Volkszählung von 2011 als gemeinsamer Eintrag geführt: „Khasi, Jaintia, Synteng, Pnar, War, Bhoi, Lyngngam“ – als zusätzlicher Eintrag werden andere „Synteng“ als eigene anerkannte Stammesbevölkerung (Scheduled Tribe) geführt mit 1.578 Angehörigen in Meghalaya. Ein weiterer Unterstamm der Khasi sind die War-Jaintia (kurz: War). Jaintia-Stämme hatten ab dem 15. Jahrhundert ein eigenes kleines Königreich im Südosten von Meghalaya, im Grenzbereich zum ehemaligen Burma (Myanmar).
  13. Forschungsprojekt zu Khasi-Heilern und 58 Heilpflanzen (2006): S. R. Hynniewta, Yogendra Kumar: Herbal remedies among the Khasi traditional healers and village folks in Meghalaya. Department of Botany, North Eastern Hill University, Shillong, Meghalaya 2006, in: Indian Journal Of Traditional Knowledge. Jahrgang 7, Nr. 4, Oktober 2008, S. 581–586 (englisch).
    → Das staatliche Agrikultur-Profil Meghalayas spricht von mehr als 800 gelisteten Medizinpflanzen (2006): “More than 800 medicinal plants species have already been listed”. In: Meghalaya Agriculture Profile 2006 (Third Edition). Government of Meghalaya, S. 44 (englisch; PDF: 276 kB, 64 Seiten auf megagriculture.gov.in).
  14. Staatliche Gesamtliste mit 105 heiligen Wäldern, fast alle auf Khasi-Gebiet (2018): Sacred Groves in Meghalaya. Envis Centre, Ministry of Environment & Forest, Government of India 2018, abgerufen am 11. November 2018 (englisch; mit Literatur von 1999 und 2006).
    → Literatur: Rekha M. Shangpliang: Forest in the Life of the Khasis. Soziologische Doktorarbeit an der Universität Shillong. Concept Publishing, Delhi 2010, ISBN 978-81-8069-667-1 (englisch; Leseprobe bei Google).
  15. Zu Mawlynnong (2017): Julie McCarthy: Welcome To »The Cleanest Village In India«. National Public Radio, Indien, 24. Dezember 2017, abgerufen am 11. November 2018 (englisch).
    → Volkszählung 2011: Mawlynnong Population – East Khasi Hills, Meghalaya. Daten: 77 Haushalte (2014: 95 Häuser), 414 Einwohner (210 Frauen, 204 Männer; 401 Stammesbevölkerung), 94 % Alphabeten (Frauen 1,4 % höher als Männer; zum Vergleich: 74 % in Meghalaya).
  16. Zu den gesungenen Namen (2018): Agenturmeldung: Bewohner von indischem Dorf rufen sich mit Melodien. In: Kurier.at. 27. September 2018, abgerufen am 11. November 2018.
    → Volkszählung 2011: Kongthong Population – East Khasi Hills, Meghalaya.
  17. a b Zu den Besonderheiten der Khasi-Mandarinen (2013): Google Arts & Culture: India: Khasi mandarin. In: Slow Food Foundation for Biodiversity – Ark of Taste. Italien 2013, abgerufen am 11. November 2018 (englisch; italienische Slow Food-Initiative).
    → Umfassende Studie zur Kultivierung in Meghalaya (2016): Amit Kumar Singh u. a.: Khasi mandarin: its importance, problems and prospects of cultivation in North-eastern Himalayan region. In: International Journal of Agriculture, Environment and Biotechnology. Jahrgang 9, Nr. 4, Indien 2016, S. 573–592 (englisch; Volltext auf researchgate.net).
    → Studie zur Erhaltung und Kultivierung von wildem Citrus in Meghalaya (2016): Anamika Upadhaya u. a.: Utilization of wild Citrus by Khasi and Garo tribes of Meghalaya. In: Indian Journal of Traditional Knowledge. Jahrgang 15, Nr. 1, Indien 2016, S. 121–127 (englisch; PDF: 142 kB, 7 Seiten auf niscair.res.in).
  18. a b c d e Daten zur Matrilinearität weltweit (1998): J. Patrick Gray: Ethnographic Atlas Codebook. In: World Cultures. Jahrgang 10, Nr. 1, 1998, S. 86–136, hier S. 104: Tabelle 43 Descent: Major Type (englisch; eine der wenigen Auswertungen aller damals weltweit 1267 erfassten Ethnien; PDF: 2,4 MB, 52 Seiten, ohne Seitenzahlen auf ss.uci.edu);
    Zitat: “584 Patrilineal […] 160 Matrilineal […] 52 Duolateral […] 49 Ambilineal […] 11 Quasi-lineages […] 349 bilateral […] 45 Mixed […] 17 Missing data […].
  19. a b Der Ethnographic Atlas by George P. Murdock enthält mittlerweile Datensätze zu 1300 Ethnien (Stand November 2018 im InterSciWiki, letzte Zufügung 2012), von denen oft nur Stichproben ausgewertet werden, beispielsweise im HRAF-Forschungsprojekt, einer groß angelegten Datenbank für ganzheitliche (holistische) Kulturvergleiche von 400 erfassten Völkern. Begründet wurde der Ethnographic Atlas Anfang der 1950er vom US-amerikanischen Anthropologen George P. Murdock (1897–1985) zur standardisierten Daten-Erfassung sämtlicher Ethnien weltweit.
  20. Rafaela von Bredow: Evolution: Der Teufel im Haus. In: Spiegel-Online. 13. März 2006, abgerufen am 11. November 2018.
    Zitat: „»Großmütter bedeuten einen erheblichen Überlebensvorteil für die Kinder«, glaubt Jan Beise vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock. »Allerdings trifft das hauptsächlich auf die mütterlichen Großmütter zu.« Überall dort nämlich, wo die Forscher nicht nur die absolute Zahl, sondern auch das Wohlergehen der Enkel im Blick haben, ist fast immer Mamas Mutti im Spiel […] »Die einzig wirklich helfende unter den Großeltern ist die mütterliche Großmutter« […].“
  21. Studien zur mutterseitigen Großmutter (2006): Annette Schäfer: Familienleben: Großeltern – die unentbehrliche Generation. In: Psychologie Heute. Nr. 9, 2006, S. 32 (PDF: 134 kB, 6 Seiten auf grosseltern-initiative.de).
    Zitat: „So gibt es Hinweise darauf, dass Seniorinnen sich für ihre Töchter und deren Kinder mehr ins Zeug legen als für die Familie von Sohn und Schwiegertochter […] »Zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass es eine Rangliste der großelterlichen Zuwendung gibt«, erläutert Harald Euler von der Universität Kassel. »Die mütterlichen Großmütter verwenden am meisten Zeit und Energie auf ihre Enkel, gefolgt von den mütterlichen Großvätern und den väterlichen Großmüttern. Das Schlusslicht bilden die väterlichen Großväter.«“
  22. Sechs Generationen in Kanada 2013 (vergleiche Generationsbezeichnungen): Gerd Braune: Ottawa: In einer kanadischen Familie leben sechs Generationen. In: Badische Zeitung. 19. Juli 2013, abgerufen am 11. November 2018 (mit Foto).
    Zitat: „Baby Ethan ist das jüngste Mitglied der Familie Steiner in Mississauga bei Toronto. Es ist vermutlich die einzige Familie Kanadas, in der sechs Generationen leben. […] Doreen Byers, seit dem Wochenende Ur-Ur-Ur-Großmutter, zählt 86 Jahre […] Mutter Priscilla (19), daneben Oma Stephanie (34) und Ur-Oma Steiner (51), im Hintergrund Ur-Ur-Oma Marilyn Cross (68) […].“
    Anmerkung: Das sind 5 matrilineare Frauengenerationen bis zum männlichen Baby (eine durchgehende Mütterline).
    → Sieben Generationen in den USA (Weltrekord 1989): Guinness-Buch der Rekorde: Most living generations (ever). 2015, abgerufen am 11. November 2018 (englisch).
    Zitat: “The most generations alive in a single family has been seven. […] Augusta Bunge (USA) aged 109 […] her daughter aged 89, her grand-daughter aged 70, her great-grand-daughter aged 52, her great-great grand-daughter aged 33 and her great-great-great grand-daughter aged 15 on the birth of her great-great-great-great grandson on 21 January 1989.
    Anmerkung: Das sind 6 matrilineare Frauengenerationen bis zum männlichen Baby (durchgehende Mütterline).
    → Fast 200 Nachkommen wurden einer lebenden 93-jährigen Ur-Ur-Großmutter bescheinigt (Australien 1912):
    Zeitungsmeldung: The Fifth Generation. In: The Brisbane Courier. Australien, 25. Mai 1912, S. 12 (Scan auf nla.gov.au);
    Zitat: “Mrs. Elizabeth Ann Crouch, Great-great-grandmother, 93; Mrs. John Negus, Great-grandmother, 64; Mr. John Edward Negus, Grandfather, 45; Mrs. Young, Mother, and her Baby. The total number of Mrs. Crouch’s descendants is nearly 200.
  23. Vergleiche zur Besuchsehe (1952): Wilhelm Schmidt: Entstehung der Verwandtschaftssysteme und Heiratsregelungen. In: Anthropos. Jahrgang 47, Nr. 5–6, Paulusdruckerei, Freiburg Schweiz 1952, S. 767–783, hier S. 781.
  24. Der respektierte französische Soziologe/Ethnologe Todd, Cousin von Claude Lévi-Strauss, erwähnt die Khasi-Ultimogenitur (2018): Emmanuel Todd: Traurige Moderne – Eine Geschichte der Menschheit von der Steinzeit bis zum Homo americanus. Beck, München 2018, ISBN 978-3-406-72475-6, S. 70 (französisch 2017; deutsche Leseprobe: 25 Seiten als PDF);
    Zitat: „Die Primogenitur kann sogar matrilinear festgelegt sein wie bei den Garo in den Bergen im nordindischen Assam. Dabei fällt die Nachfolge der ältesten Tochter zu. Bei den Khasi, die ganz in der Nähe siedeln, ist sogar die zuletzt geborene Tochter zur Nachfolge bestimmt (Ultimogenitur). Oft spielt in der Mechanik der matrilinearen Familiensysteme der älteste Bruder eine besondere Rolle.“
  25. a b Zur Khasi-Ultimogenitur (1969): F. K. Lehman: Book Reviews – Chie Nakane: „Garo and Khasi“ (1967). In: American Anthropologist. Jahrgang 71, Nr. 6, 1969, S. 1157, abgerufen am 11. November 2018 (englisch; ausführliche Buchbesprechung; PDF: 383 kB, 4 Seiten auf onlinelibrary.wiley.com);
    Zitat: “[…] sharing a system of heiresses in matrilineal succession (in the case of the Khasi, by ultimogeniture) […].
  26. Vergleiche die Irokesen-Indianer Nordamerikas, bei ihnen wurden matrilineare Clans ausgiebig erforscht: Dieter Steiner: Der matrilineare Clan. In: Soziales im engeren Sinne. Eigene Homepage, Zürich, 1998, abgerufen am 11. November 2018 (der Professor für Humanökologie bezeichnet Clanmütter als „Matrone“, der englischen Fachbezeichnung clan matron entsprechend; auch dort: Die matrilineare Grossfamilie der Irokesen).
  27. Studien zur Rolle von Großvätern im Allgemeinen (2007): Andreas Jahn: Lebenserwartung: Überflüssiger Opa. In: Spektrum der Wissenschaft. 26. Juli 2007, abgerufen am 11. November 2018;
    Zitat: „Es zeigte sich, dass Frauen um so mehr Kinder bekamen, je älter ihre eigene Mutter wurde. Außerdem erhöhte eine im Elternhaus lebende Großmutter deutlich die Überlebenschance der Enkel. […] Insgesamt konnte Opa den Reproduktionserfolg seiner Kinder jedoch nicht erhöhen.“
  28. Artikel-Übersetzung (2011): Where women of India rule the roost and men demand gender equality. In: The Guardian. London 2011, abgerufen am 11. November 2018 (englisch; aus Le Monde, Paris).
  29. Zu Shillong als tribal city und Gewaltausschreitungen (2017): Bengt G. Karlsson vom Department of Social Anthropology, Universität Stockholm: Shillong: tribal urbanity in the Northeast Indian borderland. In: The Newsletter. Nr. 77, International Institute for Asian Studies (IIAS), Niederlande 2017, abgerufen am 11. November 2018 (englisch);
    Zitat: “In the 70s the city also saw the first wave of ethnic violence, initially against the Bengali community, then later in the 80s, against the Nepalis, and then against various other ethnic groups; even smaller indigenous communities like Karbi and Rabha were targeted as outsiders (dhkars).
  30. Kritik am 2018er-Gesetzesvorschlag des KHADC (Khasi-Stammesrat): Manosh Das: Meghalaya women bodies oppose Khasi marriage bill. In: The Times of India. 28. Juli 2018, abgerufen am 11. November 2018 (englisch).
    → Überblick über die 7 Khasi-Stämme und Vermischungen: Bhogtoram Mawroh: How many types of Khasis are there?. In: Raiot – Challenging the Consensus. Menschenrechtsblog, Nordostindien, 22. August 2018, abgerufen am 11. November 2018 (englisch).
  31. a b Zu Dorfräten (dorbar shnong), Machtmissbrauch und Ausschluss von Frauen (2015): Vanessa Kharbudon Ryngnga: Does Meghalaya Need the Dorbar Shnong in the 21st Century?. In: The Shillong Times. 20. Februar 2015, abgerufen am 11. November 2018 (englisch);
    Zitat: “It is pathetic and traitorous on the dorbar’s part to (a) intentionally mislead people on the many schemes and public funding available; (b) influence or sway the electorate (especially in villages) to vote for a particular candidate in any election. I ask the Dorbar Shnong, since when is it »sacred« to introduce fees and percentages inclusive of playing dirty politics but sacrilegious to include women?
  32. Zu den einfallsreichen Khasi-Namen (2016): David Collin: Mein Name ist Frankenstein – Im nordindischen Shillong heissen die Menschen Adolf Hitler oder Napoleon. In: Background.ch. Bern 2016, abgerufen am 11. November 2018.
    → Hamkhein Helpme Mohrmen: Funny and unusual names amongst the Khasi-Pnar of Meghalaya. In: The Shillong Times. 23. April 2018, abgerufen am 11. November 2018 (englisch; die Namen des Autors: Hamkhein = Vaterclan; Helpme = selbstgegeben: „Hilf mir“; Mohrmen = Mutterclan).
  33. Bilder zur Khasi-Kleidung und Kultur (2017): Ami Bhat: My 10 delightful discoveries of the culture of Meghalaya. In: Thrilling Travel. Eigener Blog, Indien. 17. Juli 2017, abgerufen am 11. November 2018 (englisch).
  34. a b Zur Bogenschießen-Lotterie (2018): Charukesi Ramadurai: Cultural Traditions: In India, gambling with bows and arrows. In: BBC.com. 16. Mai 2018, abgerufen am 11. November 2018 (englisch);
    Zitat: “The daily teer lottery in Shillong in the Indian state of Meghalaya helps keep the ancient, divine skill of archery alive.
  35. Biographie des berühmten indischen Widerstandskämpfers (1984): Hamlet Bareh: U Tirot Singh. Indisches Ministerium für Information und Rundfunk, Dehli 1984 (englisch; Biographie mit umfassender Zeitgeschichte; Volltext auf archive.org).
  36. a b Zum Khasi-Bogensport (2016): Fabian Lyngdoh: Philosophy behind »ka Rongbiria« (Khasi archery). In: The Shillong Times. 13. Januar 2016, abgerufen am 11. November 2018 (englisch);
    Zitat: “the most popular sport or game among the Khasis”.
  37. Herkunft der Khasi vom Mekong (1997): Hamlet Bareh: The history and culture of the Khasi people. 3., überarbeitete Auflage. Spectrum, Guwahati 1997, S. 12 (englisch; Zitatstelle bei Google);
    Zitat: “In this regard it is more correct to say that they came from the East than from any other direction. There is a tradition that the Amwi-Khasis reached their present land from the East and that their ancestors were originally connected with the Mekong river. Mekong in Amwi or Meisan in Khasi has an equivalent of the senior Aunt, viz. mother’s elder sister in English.
  38. Ausstellung in Zürich (2003): Übersicht, Publikation, Völkerkundemuseum der Universität Zürich, abgerufen am 11. November 2018.