Khedive

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Ismail Pascha (Khedive von 1867–1879)

Khedive (seltener, veraltet: Chedive) oder türkisch Hıdiv (persisch خديو, DMG ḫidīw) war ein Titel, der den Gouverneuren der osmanischen Provinz Ägypten von 1867 bis 1914 verliehen wurde. Der Titel hat die ungefähre Bedeutung wie „(Groß-)Wesir“, „Fürst“ oder „Herr“ (englisch „Lord“). Ein Khedive stand im Rang über dem des Feldmarschalls, an dritter Stelle des Protokolls für Staatsbedienstete nach dem Sadrazam und dem Scheichülislam stehend.[1]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Angehörigen der Dynastie des Muhammad Ali in Ägypten führten den Titel eines Khediven (anstelle eines Wali). Dadurch sollte die nominelle Oberhoheit des Osmanischen Reichs über das faktisch unabhängige und zunehmend unter den Einfluss der europäischen Großmächte (vor allem Großbritanniens) geratene Ägypten zum Ausdruck gebracht werden.

Bereits Muhammad Ali Pascha war 1845 der Titel Khedive von der Hohen Pforte verliehen worden, er hatte diesen Titel jedoch selbst niemals gebraucht. [2] Nach dem Tode eines Nachfolgers Muhammad Said am 18. Januar 1863 wurde Ismail Pascha zum Wali (Gouverneur) proklamiert. Er bekam 1867, gegen die Verdoppelung des Tributs an das Osmanische Reich, von Sultan Abdülaziz den erblichen Titel Khedive verliehen.

Nach dem Kriegseintritt des Osmanischen Reichs auf deutscher Seite in den Ersten Weltkrieg am 1. November 1914 und der anschließenden Ausrufung des britischen Protektorats über Ägypten wurde der Titel in „Sultan“ geändert, um durch den Titel die Lösung Ägyptens vom Osmanischen Reich zu verdeutlichen. Ab 1922, nach der formellen Unabhängigkeit Ägyptens, trugen die Herrscher den Titel „König“ (arab. Malik).

Khediven von Ägypten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Yılmaz Öztuna: Tarih ve Politika Ansiklopedisi (deutsch: Geschichte und Politik Enzyklopädie) Herausgeber: Ötüken, 1. Auflage, 2006 ISBN 975-437-599-2 (türkisch)
  2. Khedive. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 3, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 907.