Kibbuz

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Als Kibbuz (hebräisch קִיבּוּץ „Sammlung, Versammlung, Kommune“; Mehrzahl Kibbuzim) bezeichnet man eine ländliche Kollektivsiedlung in Israel mit gemeinsamem Eigentum und basisdemokratischen Strukturen.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wort Kibbuz stammt aus dem Hebräischen. Es ist eine Pi'el-Bildung zu der Wurzel קבץ „sich versammeln“. Eine erweiterte Herleitung des Begriffs unternimmt Shoshana Feingold-Studnik in ihrer 2002 veröffentlichten Dissertation: „Der Begriff »Kibbuz« leitet sich vom hebräischen Wort »Kwuza« ab, was übersetzt »intim-kommunitäre Versammlung« und »Gruppc« heißt; in den zwanziger Jahren wurde die »Kwuza« durch »Kibbuz« abgelöst [..] . Auch »Kibbuz« meint in seiner Übersetzung »Versammlung«, unterscheidet sich aber von der ehemaligen »Kwuza« durch eine höhere Mitgliederzahl. Inzwíschen hat man sich als Bezeichnung für eine »planmäßige, kollektive ländliche Siedlung in Israel, heute vielfach mit angegliederten Gewerbebetrieben« [..] auf den Begriff »Kibbuz« geeinigt.“[1] Der Plural zu Kwuza (auch Kwutza) lautet Kwuzot.

In der Literatur werden die Begriffe Kwuza und Kibbuz meist als Synonyme benutzt. So, wie Feingold-Studnik in dem vorhergehenden Zitat aber auf eine Differenzierung aufgrund der Mitgliederzahlen verweist, gibt es auch Differenzierungen, die darauf beruhen, in einer Kwuza die Vorform oder Vorläuferin eines Kibbuz zu sehen, die auch auf einer Ausgründung beruhen kann: „Kwuza: ([Plural: Kwuzot] wörtl.: Versammlung, Gruppe) Vorläufer des Kibbuz. Der Begriff Kibbuz wird in der einschlägigen Literatur im allgemeinen für Kollektivsiedlungen mit größerer Mitgliederzahl benutzt, während die genossenschaftlichen Kleingruppen als Kwuzot bezeichnet werden. In den folgenden Teilen der Arbeit wird keine Unterscheidung zwischen den Begriffen Kwuza und Kibbuz gemacht und hauptsächlich der Begriff Kibbuz verwendet.“[2] In seiner engeren Bedeutung als Gruppe wird der Begriff Kwuza aber auch als organisatorische Einheit in der jüdischen Jugendarbeit benutzt.[3]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2014 noch 272 dieser Siedlungen mit einer Größe von bis zu 2000 Einwohnern. Zu Neugründungen kommt es seit 1999 kaum mehr. Zur Zeit der Gründung des Staates Israel lebten etwa 8 % der Israelis in einem Kibbuz, heute (2014) sind es etwa 1,8 %. Es gab bereits seit den 1990er Jahren Abwanderungen, besonders der Jugend, die nur teilweise durch Zuwanderung aus dem Ausland, beispielsweise aus den USA, Kanada und Europa, aufgefangen werden konnten. Der allgemeine Abwärtstrend setzt sich daher auch seit 2010 fort, da die meisten Jugendlichen spätestens nach Absolvierung ihres Militärdienstes den Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen außerhalb der Kibbuzim wahrnehmen und nicht mehr zurückkehren.

Zusammengeschlossen sind bisher 256 Kibbuzim in der säkularen Kibbuzbewegung (Kibbutz Movement), 16 weitere dagegen in der religiösen Kibbuzbewegung (Religious Kibbutz Movement).

Das Mitglied eines Kibbuz bezeichnet man als Chawer, („Kamerad, Freund“, Mehrzahl Chawerim) bzw. in der weiblichen Form Chawera (Mehrzahl Chawerot) oder auch als Kibbuznik (Mehrzahl Kibbuznikim).

Weitere landwirtschaftliche Siedlungsformen sind die zahlreicheren (etwa 400) Moschawim, die genossenschaftlich organisiert sind, sowie diverse Mischformen aus Kibbuz und Moschaw. Eine weitere Variante sind schließlich die (deutlich weniger als 100) Moschawot, die mit europäischen Dörfern vergleichbar sind und von Beginn an durch Privatinitiativen entstanden.

Die Kibbuz-Idee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee des Kibbuz war eine genossenschaftliche Siedlung gleichberechtigter Mitglieder, in der es kein Privateigentum geben und das tägliche Leben kollektiv organisiert werden sollte. Dies lässt sich auch mit dem Sozialismus im ursprünglichen Sinn in Verbindung bringen. Daher wird der Begriff des Kommunismus häufig auf Kibbuzim angewendet.[4] Eine Gleichsetzung mit Kollektivsiedlungen im ehemaligen Realsozialismus in Osteuropa oder in heute noch existierenden realsozialistischen Staaten wie Nordkorea ist jedoch irreführend, da z. B. Kolchosen in der einstigen Sowjetunion fast immer auf staatlichem Zwang basierten.

Unterscheiden lassen sich generell säkulare Kibbuzim, die die jüdischen religiösen Traditionen nicht mehr so streng sahen, und religiöse Kibbuzim, die in verschiedenen Richtungen die religiösen Traditionen pflegen und für ihre Mitglieder als verbindlich betrachten. Gleichwohl wurden in allen Kibbuzim die traditionellen jüdischen Feste begangen.

Die Ideen der Kibbuzgründer war sozialistisch und zionistisch geprägt. Diese Ausrichtung hatte vor allem zwei Gründe:

Diese beiden Gründe waren für die Kibbuzgründer entscheidend. Sie wollten einen jüdischen Arbeiterstaat auf eigenem Boden aufbauen. Geschaffen werden sollte eine klassenlose Gesellschaft mit der Betonung auf Gleichheit und Gemeinschaft. Jeder und jede sollte gemäß dem Zitat von Marx „nach seinen Möglichkeiten geben“ und „gemäß seinen Bedürfnissen erhalten“.

Geschichtliche Entwicklung des Kibbuz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Kibbuzim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als erster Kibbuz wurde Degania am 28. Oktober 1910[5] von einer zionistischen Gruppe aus Weißrussland gegründet. Degania A, der Stammsitz, liegt am Südende des Sees Genezareth, bald darauf folgten weitere Kibbuzim (vgl. Tabelle unten). Der Begriff wurde von Jehuda Ja'ari geprägt, einem aus Tarnobrzeg in Galizien stammenden jüdischen Dichter.

Die Kibbuzim spielten eine entscheidende Rolle bei der jüdischen Besiedlung Israels. Ein Vorteil der Kibbuzim bestand vor allem in der Anfangszeit darin, dass (Wehr-) Siedlungen in bisher kaum erschlossenen Gegenden leichter gegründet werden konnten (unter Umständen auch gegen den Willen von in umliegenden Dörfern wohnenden Arabern), als in dichter besiedelten Landesteilen. Das Land, auf dem die Kibbuzim gegründet wurden, befand sich im Regelfall im Besitz des Jüdischen Nationalfonds.

Es gab auch in Europa, sogar in Deutschland, Siedlungen in der Form eines Kibbuz, um im Rahmen der Hachschara auf ein Leben in Palästina, dem späteren Israel, vorzubereiten.[6]

Dabei ist meist nicht bekannt, dass die sozialistischen Gründer des ersten Kibbuz damit keine Radikalisierung ihrer Gesinnung durchmachten, sondern eine - leichte - „Verbürgerlichung“, da sie zuvor oft als Arbeitsbrigade durch Palästina gezogen waren, z. B. Straßen bauten, und dabei selbst feste Wohnsitze und jedweden Besitz (auch den einer Gruppe) ablehnten, weil dies wieder bürgerliche Abhängigkeiten schaffe und die revolutionäre Dynamik behindere: „Die Anfänge der Kibbutz-Bewegung waren eher anarchistisch.“[7]

Trotzdem war in den ersten Jahrzehnten der Lebensalltag der Kibbuzmitglieder, der Chawerim, stark von sozialistischen Lebensprinzipien geprägt. Entscheidungen wurden in der Mitgliederversammlung basisdemokratisch getroffen. Die einzelnen Chawerim besaßen kein Eigentum, sondern sie brachten ihre Arbeitsleistung unentgeltlich für das Kollektiv ein. Im Gegenzug stellte der Kibbuz Wohnung, Kleidung, Verpflegung und medizinische Versorgung zur Verfügung. Die Gleichberechtigung umfasste auch eine Rotation in allen wichtigen Ämtern und bei der Besetzung der Arbeitsplätze.

Die Gleichberechtigung sollte auch für Frauen gelten. Deswegen wurden innerhalb des Kibbuz viele hauswirtschaftliche Aufgaben als Dienstleistungen angeboten. Es bestanden zentrale Wäschereien, Schneidereien, sowie ein gemeinsamer Speisesaal (der „Chadar Ochel“); der Speisesaal war zugleich Kristallisationspunkt des gemeinschaftlichen Lebens, sowohl beim Essen als auch bei Festen und Versammlungen.

In den Kibbuzim war die patriarchalische Kleinfamilie aufgelöst und die Kindererziehung ebenfalls zentralisiert. Die Kinder wurden je nach Kibbuz schon von Geburt an in einem eigenen Kinderhaus mit Gleichaltrigen erzogen, die Geschwister lebten also jeweils in einer anderen Kindergruppe. Jede Gruppe wurde von einer eigenen Erzieherin, der sogenannten Metapelet (Mehrzahl: Metaplot) geleitet. Durch den Kontakt zu mehreren Metaplot und den täglich nur kurzzeitigen Kontakt zu den Eltern waren die jungen Kibbuzniks stark auf ihre Altersgruppe fixiert. Nach einem bestimmten Zeitraum – etwa einem Jahr – erfolgte ein Wechsel zu einer anderen Metapelet. Trotz der Erziehung außerhalb der traditionellen Familienstrukturen war Hospitalismus unbekannt, eine gesunde Persönlichkeitsbildung üblich.[8] Die strenge Orientierung auf die Erziehung im Kinderhaus löste sich in den folgenden Jahrzehnten langsam in Richtung Kindergarten bzw. Kindertagesheimen auf.

Entwicklung nach der Staatsgründung (1948–1999)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zeit der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 kam es zu einer Welle von Neugründungen (vgl. Tabelle). Gleichzeitig verloren die Kibbuzim, die in den 1930er Jahren teils als Turm- und Palisadensiedlungen errichtet worden waren, zentrale Aufgaben der Anfangszeit im Bereich von Besiedlung und Verteidigung, die an den neu gegründeten Staat übergingen. Die ersten Jahrzehnte nach der Staatsgründung gelten als die Glanzzeit der Kibbuzbewegung, obwohl nie mehr als sechs Prozent der Juden des Landes in einem Kibbuz lebten. Trotzdem war ein Leben in einem Kibbuz lange Zeit Inbegriff mustergültiger Lebensgestaltung.

Die hatten Kibbuzniks durch ihre Siedlungen die Grenzen des künftigen Staates bestimmt, nahmen sie Flüchtlinge aus Europa, Asien und Nordafrika auf, die sie erfolgreich in die Gesellschaft integrierten. Sie galten als eine kleine, einflussreiche Elite, die in der Knesset, Regierung und Armee dominierte.

Das Image begann zu bröckeln, als sich die Kassen leerten. Als 1977 der Likud erstmals die Arbeitspartei an der Regierung ablöste, wurden die Subventionen gekürzt. Zudem brachten die Wirtschaftskrise und die Inflation in den 1980er Jahren viele Kibbuzim in arge finanzielle Bedrängnis, Misswirtschaft trieb manche in den endgültigen Ruin.

Noch umfassender waren die Veränderungen der folgenden Jahrzehnte:

  • Die Rolle der Familie wurde wichtiger; das Kollektivbewusstsein nahm ab. Eine wichtige Konsequenz war die weitgehende Abschaffung der Kinderhäuser (die Frauen übernahmen gleichzeitig wieder eine traditionelle Frauen- und Mutterrolle). Eine weitere Folge war eine zunehmende Desintegration des Kibbuz. Es begann eine Privatisierung in „kleinen Dosen“.
  • Durch zunehmende wirtschaftliche Probleme waren viele Kibbuzim darauf angewiesen, neue Geschäftsfelder (vor allem in der Industrie und im Tourismus) zu erschließen. Auf manchem Gelände stehen Einkaufszentren, werden Hotels betrieben und zahlende „Mieter“ zugelassen, die keine Kibbuzmitglieder sind. Andere Kibbuzim beschäftigen in ihren Fabriken oder auf ihren Plantagen zu Niedriglöhnen Gastarbeiter aus dem Fernen Osten.
  • Im Vergleich zum privaten marktwirtschaftlichen Umfeld verlor der Kibbuz an Attraktivität. Die Israelis sind individualistischer, konsum- und profitorientierter geworden. Ein asketische Lebensstil genügte nicht mehr.
  • Basisdemokratie und Ämterrotation zeigten sich im Alltag oft als wenig praktikabel.

Die Folge dieser Änderungen war eine zunehmende Abkehr von den alten Prinzipien und nach und nach eine Annäherung an die umgebende marktwirtschaftliche Umwelt.

Entwicklungen im 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beschriebenen Entwicklungen haben sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts weiter beschleunigt. Viele Kibbuzim befinden sich wirtschaftlich und ideologisch unter Druck. Hinzu kommt das Problem einer zunehmenden Überalterung, weil die junge Generation den Kibbuz verlässt, um in Städte zu ziehen.

Viele Kibbuzim haben versucht, sich den Herausforderungen zu stellen. Häufig wurden die zentralen Dienstleistungen reduziert oder aufgegeben. Privates Eigentum ist inzwischen selbstverständlich; die meisten Chawerim beziehen ein Gehalt, über das sie verfügen können. Aus den Kinderhäusern sind meist Kindergärten geworden. Zusammenfassend kann man von einer deutlichen Entwicklung vieler Kibbuzim hin zu einem „normalen“ Dorf sprechen, von „sozialistischen“ Siedlungen ist immer seltener die Rede. Eine weitere Auflösung der Kibbuzim und ihrer ursprünglichen Ideale in der Zukunft scheint aus volkswirtschaftlichen Gründen unumgänglich.

Allerdings gibt es sogar Wiederbelebungsversuche. Jüngere Israelis etwa gründen Stadt-Kibbuzim oder Kommunen am Stadtrand. Zu diesen neuen Pionieren gehören oft auch Aussteiger aus der Hightech-Branche, die nach Jahren beruflicher Hektik einen beschaulicheren und zugleich sinnerfüllten Lebensstil suchen.

In dieser Umbruchphase werden die Kibbuzim (je nach dem Grad der beschlossenen Veränderungen) in 4 Gruppen eingeteilt, die auch für die israelische Regierungspolitik (z. B. Steuern) wichtig sind:

  • Der „kollektive Kibbuz“ (Kibbutz Schitufi): Hier wird das klassische Kibbuzmodell mit kleinen Korrekturen weitergelebt. Kollektiver Besitz und Einheitsgehälter bei umfassender Versorgung durch den Kibbuz beschreiben das Prinzip der „collective ownership of possession“.
  • Der „Stadt-Kibbuz“ (Kibbutz Ironi): Hier wird im Sinne der klassischen Ideale versucht, die Grundidee des Kibbuz auf urbane Umgebungen zu übertragen (Beispiele: Tamuz[9] und Migwan).
  • Der „sich erneuernde Kibbuz“ (Kibbutz Mitchadesch): Hier gilt allgemein das Prinzip der „collective partnership in possession“, also ist Privatbesitz in größerem Umfang erlaubt, und vor allem werden (aufgrund der Leistung) unterschiedliche Gehälter gezahlt. Es gibt aber überdurchschnittliche Sozialleistungen (z. B. kostenlose Versorgung im Altenheim für ältere Kibbuzniks) und genossenschaftliche Kooperation. Fast 75 % der Kibbuzim haben sich für dieses Modell entschieden, das mit dem klassischen Kibbuz nur noch wenig zu tun hat.
  • Der „Kibbuz der Verbindung“ (Kibbutz Meshulaw): Hier gibt es ein gleiches Grundgehalt, aber der andere Teil des Gehaltes wird nach Leistung gezahlt.

Volontäre aus aller Welt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon im Unabhängigkeitskrieg von 1948/49 halfen unter dem Namen „Machal“ (Abkürzung für: „Volontäre aus dem Ausland“) Freiwillige aus vielen Staaten, teilweise auch als kämpfende Soldaten.

Nach der Konsolidierung des Staates Israel kam seit den 1950er Jahren eine internationale Mischung von Volontären (hebr. Mitnadev (m), Mitnadevet (f), pl. Mitnadvim), vor allem um in der sich gerade entwickelnden Landwirtschaft der Kibbuzim mitzuarbeiten, aber auch in den anderen Lebensbereichen (Garten, Küche, Kinderhaus, Altenheim, Fabrik, Tourismus usw.). Sie blieben in der Regel ein halbes oder ein ganzes Jahr, manchmal auch nur vier Wochen. Die ersten deutschen Mitnadvim kamen um 1960. Die Zeit im Kibbuz wurden für viele junge Menschen zu einer prägenden Erfahrung, die sich auch in vielfältiger Literatur widerspiegelt.

Aufgrund der wirtschaftlichen Krise der Kibbuzim mit Arbeitskräfteüberschuss und der Technisierung der Landwirtschaft ging der Bedarf stark zurück. Trotzdem ist auch nach 2010 ein Volontärseinsatz möglich, vor allem in wirtschaftlich erfolgreichen Kibbuzim z. B. mit touristischen Einrichtungen.

Liste der Kibbuzim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Detailliertere Informationen zu den einzelnen Kibbuzim enthält die Liste der Kibbuzim.

Zahl der Kibbuzim und ihrer Bewohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Bevölkerung Anzahl der Kibbuzim[10]
1910 10 1
1920 805 12
1930 3900 29
1940 26.554 82
1950* 67.550 214
1960 77.950 229
1970 85.110 229
1980 111.200 255
1990 125.100 270
2000 117.300 268
*Nach dem Unabhängigkeitskrieg wurden im Jahr 1949 50 Kibbuzim neu gegründet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Liste der Kibbuzim
  • Eine Kolchose war ein landwirtschaftlicher Großbetrieb in der Sowjetunion, der genossenschaftlich organisiert war und dessen Bewirtschaftung durch das „sozialistische Kollektiv“ der Mitglieder erfolgte.
  • Weitere kollektivistisch motivierte Formen des Zusammenlebens:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

nach Autoren / Herausgebern alphabetisch geordnet

  • E. Avrahami: Kibbutz. An Evolving Community. Yad Tabenkin, 1992.
  • E. Avrahami: The Changing Kibbutz. Yad Tabenkin, 2000.
  • Claus Stefan Becker: Kibbuz, Moschaw und Freiwilligendienste (= Jobs und Praktika. Band 6). Interconnections, Freiburg im Breisgau 1997, ISBN 3-86040-010-X.
  • Bruno Bettelheim: The Children of the Dream. Simon & Schuster, New York 1969/2001, ISBN 0-7432-1795-0; deutsch: Die Kinder der Zukunft: Gemeinschaftserziehung als Weg einer neuen Pädagogik. Übersetzt von Ilse Winger. Molden
  • Shmuel Burmil, Ruth Enis: The changing landscape of a utopia. The landscape and gardens of the kibbutz, past and present . (= Grüne Reihe. Quellen und Forschungen zur Gartenkunst. 29). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2011, ISBN 978-3-88462-284-1.
  • Christiane Busch-Lüty: Leben und Arbeiten im Kibbuz. Aktuelle Lehren aus einem achtzigjährigen Experiment. Köln 1989, ISBN 3-7663-3008-X.
  • Jon Fedler: Kibbutz, What, When, When, Where. (Memento vom 7. Februar 2004 im Internet Archive) Israel Information Center, Focus on Israel, Jerusalem 2002.
  • Shoshana Feingold-Studnik: Der Kibbuz im Wandel: Wirtschaftliche und politische Grundlagen. Deutscher Universitäts-Verlag, Wiesbaden, 2002, ISBN 978-3-8244-0672-2.
  • Daniel Gavron: The Kibbutz—Awakening from Utopia. Rowman & Littlefield, Lanham 2000, ISBN 0-8476-9526-3.
  • Saadia Gelb: Almost One Hundred Years of Togetherness. Shmuel Press, Tel Aviv 1994.
  • Gunnar Heinsohn (Hrsg.): Das Kibbutz-Modell. Bestandsaufnahme einer alternativen Lebensform nach sieben Jahrzehnten. (= Edition Suhrkamp. 998). Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-518-10998-7.
  • Kibbutz Trends (Quartalsschrift). Ramat Efal, Yad Tabenkin, 1991– (formerly Kibbutz Currents and Kibbutz Studies).
  • David Leichman, Idit Paz (Hrsg.): Kibbutz — An Alternative Lifestyle. Yad Tabenkin, 1997, ISBN 965-282-045-8.
  • Mathias Lindenau: Requiem für einen Traum? Transformation und Zukunft der Kibbutzim in der israelischen Gesellschaft. (= Politica et ars. 11). Mit einem Vorwort von Herfried Münkler. Lit, Berlin 2007, ISBN 978-3-8258-0237-0. (zugleich Dissertation an der Humboldt-Universität zu Berlin 2006)
  • Ari Lipinski: Kibbuz konkret 88. Interconnections, Freiburg 1988, ISBN 3-924586-25-X. (online)
  • S. Maron: Kibbutz in a Market Society. Yad Tabenkin, 1993.
  • Hermann Meier-Cronemeyer: Kibbuzim. Geschichte, Geist und Gestalt. Verlag für Literatur und Zeitgeschehen, Hannover 1969. (Dissertation)
  • H. Near: The Kibbutz Movement — A History. Band 1: Origins and Growth, 1909–1939; Band 2: Crisis and Achievement, 1939–1995. Oxford Univ. Press, 1992/1997.
  • Franz Oppenheimer: Die Siedlungsgenossenschaft. 1. Auflage. Duncker & Humblot, Leipzig 1896.
  • Chaim Seeligmann, Gabi Madar: Kibbuz: ein Überblick. Ramat Efal, Yad Tabenkin, 2000.
  • Amos Oz: Ein anderer Ort (= Süddeutsche Zeitung Bibliothek. Nr. 71). München 2007, ISBN 978-3-86615-521-3.
  • Michael Tyldesley: No Heavenly Delusion? – A Comparative Study of Three Communal Movements. Liverpool University Press, 2003.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Kibbuz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Kibbutzim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Offizielle Infos der Kibbuzbewegung:

Christliche Volontärsprogramme aus Deutschland:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Shoshana Feingold-Studnik: Der Kibbuz im Wandel, S. IX (Vorwort)
  2. Stellung der Frau und der Familie im Wandel des Kibbuz: 1. Theoretische Grundlagen des Kibbuz
  3. Der Rest der Welt. Was Israel, eine Tram und meine Jugend in der Kwuza gemeinsam haben
  4. z.B. Mit Marx in die Wüste. In: Die Zeit. 50/2009, S. 102.
  5. Mordecai Naor: Eretz Israel. Könemann, Köln 1998, ISBN 3-89508-594-4, S. 51.
  6. Die Stadt Hameln und ihre Juden.
  7. Michael Wolffsohn, Douglas Bokovoy: Israel. Geschichte, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft. 4. Auflage. Opladen 1995, ISBN 3-8100-1310-2, S. 344.
  8. Benjamin Beit-Hallahmi: Kollektiverziehung und Persönlichkeitsentwicklung: Ergebnisse des Kibbutz-Experiments. In: Werner Fölling, Maria Fölling-Albers (Hrsg.): Leben im Kibbutz. Gießen 2002, S. 41–55.
  9. Informationen über den Stadt-Kibbuz Tamuz bei Bet Shemesh
  10. circle.org