Kicker-Sportmagazin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
kicker sportmagazin
Logo des Kicker-Sportmagazins
Beschreibung Sport-Fachzeitschrift
Verlag Olympia-Verlag GmbH
Erstausgabe 14. Juli 1920
Erscheinungsweise zweimal wöchentlich
Verkaufte Auflage
(IVW 2/2015)
163.982 Exemplare
Verbreitete Auflage (IVW 2/2015) 166.667 Exemplare
Reichweite (MA 2011 I) 3,36 Mio. Leser
Chefredakteure Klaus Smentek und
Jean-Julien Beer
Weblink kicker.de

Das Kicker-Sportmagazin (Eigenschreibweise auch kicker sportmagazin oder kicker-Sportmagazin; umgangssprachlich oft auch als kicker oder Der Kicker bezeichnet) ist eine traditionsreiche, zweimal wöchentlich erscheinende Sportzeitschrift. Sie beschäftigt sich zum größten Teil mit Fußball.

Chefredakteur ist seit 2010 Klaus Smentek, der seit 2012 zusammen mit Jean-Julien Beer eine Doppelführung bildet.[1] Die verkaufte Auflage der Montagausgabe liegt bei ca. 190.000 Exemplaren, die der Donnerstagausgabe bei ca. 160.000 Exemplaren (Stand IVW IV / 2012). Neben dem Hauptsitz der Redaktion in Nürnberg arbeiten Redakteure in vier Außenredaktionen (Berlin, Offenbach, Peine und Köln). Die Zeitschrift wird an bis zu 13 Druckorten gleichzeitig gedruckt.

Der Kicker ist Gründungsmitglied der ESM (European Sports Media), einem Zusammenschluss von Fußballpublikationen.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptsitz der Redaktion des “Kicker-Sportmagazin” in Nürnberg mit der Kicker-Statue vor dem Haupteingang
Titelblatt des ersten „Kicker“ vom 14. Juli 1920

Am 14. Juli 1920 erschien erstmals der von Walther Bensemann in Konstanz gegründete „Kicker“. Der Redaktionssitz wechselte in den darauffolgenden Jahren über Stuttgart (ab Oktober 1921) und Ludwigshafen (ab März 1925) nach Nürnberg, wo die wöchentlich erscheinende Zeitung ab 1. Oktober 1926 erschien. Kriegsbedingt fusionierte das Blatt 1943 mit der Zeitschrift „Fußball“ und wurde im Herbst 1944 schließlich ganz eingestellt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Heft im 1946 gegründeten Olympia Verlag als „Sport“ (ab Januar 1948 „Sportmagazin“) wiederbelebt. Nachdem 1951 der ehemalige Chefredakteur Friedebert Becker den „Kicker“ im Verlag Th. Martens & Co in München wiedergegründet hatte, erschienen beide Titel zunächst parallel.

1966 wurde der „kicker“ (mittlerweile war man zu der neuen Schreibweise übergegangen) an den Axel Springer Verlag verkauft. Im Juli erschien dort die erste Ausgabe.

1968 erwarb der Olympia Verlag in Nürnberg, eine Tochter des Verlag Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg, den „kicker“ und vereinigte ihn mit dem „Sportmagazin“, das seit August 1953 zweimal wöchentlich herauskam. Am 7. Oktober 1968 erschien die erste Ausgabe des „kicker-sportmagazin“, die Chefredakteure waren Karl-Heinz Heimann und Hans Fiederer.

Aufbau des heutigen Kicker-Sportmagazins[Bearbeiten]

Heute erscheint die Zeitschrift zweimal wöchentlich, montags und donnerstags, und seit 2009 auch komplett in Farbdruck. Bei Feiertagen kann sich der Erscheinungstag verschieben, zu Weihnachten und zum Jahreswechsel entfallen häufig einzelne Ausgaben. Die beiden Ausgaben des Kicker sind unterschiedlich aufgebaut.

Kicker am Montag[Bearbeiten]

Der Montagskicker kostet 2,60 € und enthält meist zwischen 80 und 96 Seiten. Er ist optisch in zwei Teile gegliedert. Es gibt einen Mantelteil, der geheftet ist und aus dünnem Magazinpapier besteht, und einen ungebundenen Innenteil, der aus herkömmlichem Zeitungspapier besteht. Der Mantelteil enthält ein Inhaltsverzeichnis und größere Berichte und Reportagen, während im Innenteil eher Aktuelles steht. Der Außenteil verfügt über einen für Magazine üblichen Anteil von Werbung, während der Innenteil fast werbefrei ist.

Der Inhalt hängt stark vom aktuellen Fußballgeschehen ab. Regelmäßig wird über Folgendes berichtet:

Kicker am Donnerstag[Bearbeiten]

Der Donnerstagskicker kostet 2,00 € und enthält meist 48 Seiten. Er besteht im Gegensatz zum Montagskicker komplett aus Zeitungspapier und enthält kaum Werbung. Im Vergleich zum Montagskicker berichtet der Donnerstagskicker fast nur über aktuelle Geschehnisse, Serien oder Reportagen sind die Ausnahme. Auf ein Inhaltsverzeichnis wird verzichtet. Thematisch gesehen sind die beiden Hefte bis auf kleinere Ausnahmen identisch.

Kicker Digital[Bearbeiten]

Am 14. August 2012 kündigte der Olympia-Verlag an, den kicker bereits am Sonntag- und Mittwochabend in einer digitalen Ausgabe herausbringen zu wollen. Der kicker am Sonntagabend sollte 2,39 € kosten, für den kicker am Mittwochabend stand noch kein Preis fest.

Hintergrund war die Ankündigung des Axel Springer Verlags, die SPORT Bild am Sonntagabend ebenfalls in einer digitalen Ausgabe zu liefern. Die ersten Ausgaben erschienen zum Start der Fußball-Bundesligasaison 2012/13.[2]

Ableger/Sonderpublikationen[Bearbeiten]

Sonderhefte[Bearbeiten]

Neben den zweimal wöchentlich erscheinenden regulären Ausgaben des Kicker gibt der Olympia-Verlag eine Vielzahl von Sonderheften heraus, die unter der Marke „kicker“ erscheinen.

Fußball[Bearbeiten]

Im Bereich des Fußballs erscheinen Sonderhefte:

Die Hefte vor Beginn der jeweiligen Turniere enthalten neben Mannschafts- und Spielerauflistungen alles rund um den Fußball, das Sonderheft Finale enthält vor allem Analysen und Statistiken zur vergangenen Saison und trägt den Stil einer Saisonchronik.

Andere Sportarten[Bearbeiten]

Neben dem Fußball erscheinen auch zu anderen Sportarten regelmäßig Sonderhefte:

Sportbücher[Bearbeiten]

In unregelmäßigen Abständen erscheinen vom Kicker noch zahlreiche Sportbücher, beispielsweise ein Fußball-Lexikon namens Kicker-Almanach und die Reihe Edition, bei welcher stets ein besonderes Fußballthema, wie z. B. das Wunder von Bern, behandelt wird.

Jugendkicker[Bearbeiten]

Von 1981 bis 1986 lag dem kicker-sportmagazin monatlich ein jugendkicker bei. Darin wurden Themen rund um den Juniorenfußball in Deutschland behandelt, z. B. die Endrunde der deutschen A- und B-Jugendmeisterschaften, Jugendnationalmannschaften oder Porträts junger Profis in der Bundesliga. Außerdem wurden Tipps für Jugendfußballer, z. B. Trainingsanleitungen, beschrieben oder Juniorenteams, auch von erfolgreichen kleineren Ortschaften, vorgestellt. Zu jedem jugendkicker gehörte am Ende ein Comic, ab 1987 feste Rubrik in der Montagsausgabe, die Mitte der 1990er Jahre wieder eingestellt wurde.

Zeitweise wurde vom jugendkicker die Auszeichnung Talent des Monats an Jugendfußballer und Jugendfußballerinnen verliehen.

kicker online[Bearbeiten]

Das Online-Angebot existiert seit 1997. Am Anfang des Jahres war es zunächst in AOL eingebettet, dann ab Juni über eine eigene Domäne zu erreichen. Kicker online wurde im Auftrag des Olympia-Verlags aus Nürnberg von der ebenfalls dort ansässigen digital nervous systems GmbH in große Datenbanken übertragen, in denen mittlerweile mehr als zehn Gigabyte an Spielernamen- und Daten, Analysen, Tabellen und Berichten abrufbar sind. kicker online beschäftigt ca. 30 – teils feste, teils freie – Mitarbeiter. Eine von der kicker-Redaktion unabhängige Online-Redaktion berichtet mit Hilfe eines Live-Tickers über alle großen Sportevents sowie über rund 80 internationale Ligen.

Mittlerweile werden die News auch als Web-Feed angeboten, außerdem gibt es kürzere Videos unter dem Titel kicker.tv. Neben täglichen Fußballnachrichten bietet dieses Angebot, welches in Zusammenarbeit mit Spiegel TV hergestellt wird, vor allem Hintergrundberichte.

Managerspiel[Bearbeiten]

Das seit 1991 in der Druckversion existierende kicker-Managerspiel ist seit 1997 auch online spielbar. Mehr als 270.000 registrierte Mitspieler versuchen Woche für Woche, mit der von ihnen aufgestellten Mannschaft möglichst hohe Wertungen zu erzielen. Die Punktzahl errechnet sich dabei aus den von kicker-Redakteuren vergebenen Noten für die Bundesligaspieler sowie Toren und persönlichen Strafen. Im Internet wird zwischen einer Classic- und einer Interactive-Version unterschieden; bei letzterer können die Mitglieder aus ihrem Kader jeden Spieltag eine andere Mannschaft zusammenstellen.

Seit der Saison 2006/07 gibt es das Managerspiel in beiden Varianten auch für die 2. Bundesliga und seit 2007/08 auch eine „Pro“-Variante, in der sich bis zu 18 Mitspieler zu einer Managerliga zusammenschließen können. Jeder Bundesligaspieler kann bei dieser Version nur von einem Ligamitglied erworben und der Kader wöchentlich durch Zu- und Verkäufe verändert werden. Zudem erhöhen die erspielten Punkte das zur Verfügung stehende Budget, der Wert der Spieler ist abhängig von ihren erzielten Punkten. Seit der Saison 2008/2009 sind die Classic- und Interactive-Variante auch für die neue 3. Liga verfügbar.

Vergebene Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Seit 1968 vergibt der kicker jährlich die Torjägerkanone an den Torschützenkönig der Bundesliga, die ab 1966 vom Sportmagazin vergeben worden war.
  • Die European Sports Media, bei der der Kicker Mitglied ist, vergibt jährlich den Goldenen Schuh (Golden Shoe) an den besten Torjäger Europas.
  • Zusammen mit den Mitgliedern des Verbands Deutscher Sportjournalisten (VDS) ehrt der kicker zudem jährlich die männlichen und weiblichen Fußballer des Jahres und prämiert das Sportfoto des Jahres[3].
  • Seit 1990 vergibt der Kicker außerdem an die herausragendste Persönlichkeit des deutschen Fußballs den Titel Mann des Jahres.
  • Darüber hinaus lässt der kicker seit 1974 von seinen Lesern am Ende jeder Bundesliga-Saison die Kicker des Jahres wählen. Kategorien bis 2010 waren Torhüter, Innenverteidiger, Außenbahn defensiv, Außenbahn offensiv, Mittelfeld defensiv, Mittelfeld offensiv, Stürmer, sowie Trainer. Seit 2011 lauten die Kategorien Torhüter, Abwehr, Mittelfeld, Sturm, Trainer und Newcomer. Die Sieger in jeder Kategorie erhalten das Goldene k. Maßgeblich für die Entscheidung der Leser soll laut kicker neben der Leistung der jeweiligen Saison vor allem Sympathie, Fairness und Auftreten sein.
  • Zweimal jährlich erstellt der Kicker zudem die Rangliste des deutschen Fußballs. Dies ist allerdings keine offizielle Auszeichnung, vielmehr eine Einordnung der Bundesligaspieler.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Der kicker ist Partner der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur.
  • 2008 rügte der Deutsche Presserat das Magazin wegen Verstoßes gegen den Pressekodex. Es hatte nach Feststellung des Presserats gegen das Gebot von Trennung zwischen redaktionellem Teil und Anzeigen verstoßen.[4] 2010 wurde dem Kicker-Sportmagazin erneut eine Rüge erteilt. Im WM-Sonderheft 2010 hatte der zuständige Ausschuss des Deutschen Presserats Schleichwerbung nach Richtlinie 7.2 erkannt.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Uwe Mantel: Beer rückt auf: "kicker" künftig mit Doppelspitze. DWDL.de, 15. Oktober 2012, abgerufen am 30. Januar 2013.
  2. DWDL.de: Kicker reagiert auf Sportbild Plus am Sonntag
  3. kicker prämiert das Sportfoto des Jahres 2014, kicker-online vom 1. Mai 2015
  4. Eigentor geschossen, Presserat
  5. Mehr Schutz für Opfer, Presserat