Kiel-Schilksee

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Schilksee
Stadt Kiel
Koordinaten: 54° 25′ 19″ N, 10° 10′ 21″ O
Höhe: 24 m ü. NHN
Fläche: 5,93 km²
Einwohner: 5030 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte: 848 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1959
Postleitzahl: 24159
Vorwahl: 0431
Karte
Lage von Schilksee in Kiel
Karte von Schilksee und Umgebung 1898

Schilksee (dä. Schilksø) ist ein 1959 eingemeindeter Stadtteil von Kiel. [1] Er liegt im Norden der Stadt an der Kieler Förde auf der Halbinsel Dänischer Wohld und ist zudem der einzige Ort, an dem Kiel an die offene Ostsee grenzt. Bekannt geworden ist Kiel-Schilksee durch das dort als Austragungsort der Segelwettbewerbe zu den Olympischen Spielen 1972 errichtete Olympiazentrum Schilksee.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Nennung Schilksees geht auf den hier damals lebenden Adligen Thimmo de Skildekesse zurück. 1274 erschien dies im Kieler Stadtbuch, das – auf Pergament geschrieben – noch heute im Stadtarchiv vorhanden ist. Seit 1575 gehörte das Bauerndorf Schilksee zum Gutsbezirk Seekamp. 1791 erfolgte die Aufhebung der Leibeigenschaft, Seekamp wurde zu einem Parzellenhof zurückgestuft, Stift zum Hauptsitz des lange bestehenden Gutsbezirkes Stift-Seekamp.

Da Schilksee nördlich der Levensau lag, gehörte es im Unterschied zu Kiel weder zum Heiligen Römischen Reich noch zum Deutschen Bund, sondern zum Herzogtum Schleswig. Erst 1876, wenige Jahre nach der Annexion des Herzogtums Schleswig, wurde Schilksee preußische Landgemeinde. Bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es in Schilksee nur Landwirtschaft auf sechs Halbhufen und vier Parzellenhöfen. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts leben und arbeiten ständig Künstler auf dem ehemaligen Gut Seekamp, zunächst Hans Olde, der Ältere (Mitbegründer der klassischen Moderne und Freilichtmalerei in Deutschland) sowie sein gleichnamiger Sohn. 1927 fand hier unter Beteiligung von verschiedenen Künstlern die Kinderrepublik Seekamp statt.

Seit den 1890er Jahren entwickelte sich in Schilksee ein reger Fremdenverkehr mit Strandleben, gefolgt vom Segelsport, der sich zwar erst nach 1950 hier richtig etablierte, seit 1972 aber dominierend im Stadtteil ist. Damals fanden hier anlässlich der Olympischen Sommerspiele die Segelregatten statt, für die das Olympiazentrum Schilksee gebaut wurde. Dabei wurde auch ein großer Segelhafen angelegt, der bis heute insbesondere zur Kieler Woche genutzt wird.

Ein Intermezzo stellte die Arbeit der überwiegend aus Sønderjylland zugewanderten Fischer dar, die den 1920 frei gewordenen Marinehafen in Beschlag nahmen und 1939 von der Marine wieder vertrieben wurden. Zum 1. April 1959 gab Schilksee seine Selbständigkeit auf und wurde Stadtteil von Kiel mit eigenem Ortsbeirat. Heute ist Schilksee ein moderner Stadtteil, der sich aber auch viel Altes bewahrt hat. Er ist der einzige Teil von Kiel, der nicht nur an die Kieler Förde, sondern auch an die offene Ostsee grenzt, und ist bekannt für seinen schönen Strand und den Segelhafen.

Nach dem Krieg lebte und wirkte Till de Kock in Schilksee, einer der für die Welt des Puppentheaters bedeutsamsten Holzbildhauer Deutschlands. Bemerkenswert ist auch der Skulpturenpark Seekamp, Werk des Bildhauers Hans Kock, der hier gelebt hat.

Wissenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Station Schilksee der DGzRS ist das Seenotrettungsboot Walter Rose stationiert, seit 18. Mai 2015 ist das außer Dienst gestellte Seenotrettungsboot Franz Stapelfeldt, das Vorserienboot der 8,5-Meter-Klasse der Seenotrettungsboote, als Ausstellungsstück vor der DGzRS-Station Schilksee aufgestellt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H. Pieper-Wöhlk, D. Wöhlk: 725 Jahre Schilksee, Kiel 1999
  • Diess.: Archivbilder Schilksee, Erfurt 2002
  • TSV Schilksee (Hrsg.): 50 Jahre TSV Schilksee, Kiel 1997

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landeshauptstadt Kiel: Die Bevölkerung in den Kieler Stadtteilen 2014, PDF-Datei