Kiki Kogelnik

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Kiki Kogelnik, Female Robot, 1964, Öl und Acryl auf Leinwand, 123 x 184 cm. Kiki Kogelnik Foundation

Kiki Kogelnik (* 22. Jänner 1935 in Bleiburg, Kärnten; † 1. Februar 1997 in Wien) war eine österreichische Künstlerin. Ihr Werk umfasst Malerei, Skulptur, Grafik und Installation (Kunst). Kogelnik wird als österreichische Vertreterin der Pop Art bezeichnet, auch wenn sie sich selbst nicht als Pop-art-Künstlerin betrachtete.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1960er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kogelnik begann ihre künstlerische Ausbildung 1954 in Wien an der Hochschule für Angewandte Kunst und wechselte im Jahr darauf an die Wiener Akademie der bildenden Künste.

Bereits während der Jahre an der Akademie gehörte Kogelnik gemeinsam mit Arnulf Rainer, Wolfgang Hollegha, Josef Mikl, Markus Prachensky und Maria Lassnig zum Kreis der jungen Avantgarde um die Galerie nächst St. Stephan unter der Leitung von Msgr. Otto Mauer. Sie nahm an ersten Gruppenausstellungen der Galerie teil und präsentierte abstrakte Werke, die zum Teil von Serge Poliakoff der École de Paris beeinflusst waren.

1958/1959 verbrachte Kogelnik längere Zeit in Paris und befreundete sich mit dem amerikanischen Künstler Sam Francis, der sie 1961 zu ihrer Übersiedlung nach Amerika bewog. Sie verbrachte das erste Jahr in Santa Monica, Kalifornien, zog aber 1962 nach New York. Dort wurde sie Teil einer eng befreundeten Künstlergruppe, der Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, Andy Warhol, Larry Rivers, Tom Wesselmann und andere angehörten. „Pop became a way of life“[1], und durch ihre extravaganten Outfits und Kopfbedeckungen wurde Kogelnik selbst zum wandelnden Happening.

Kiki Kogelnik in den frühen 1960er Jahren, New York

Kogelniks Arbeit in dieser Zeit war stark von den Farben und Materialien der Pop Art beeinflusst, und sie produzierte zahlreiche bunte, euphorische Space-Art-Werke. Im Gegensatz zu den Pop-Art-Künstlern vermied sie die Verherrlichung des Kommerzes und die Darstellung alltäglicher Objekte, obwohl sie bekannterweise Plastik und das Künstliche als Thema bevorzugte.

In den frühen 1960er Jahren begann Kogelnik lebensechte Schablonen ihrer Künstlerfreunde aus Packpapier auszuschneiden, um sie danach auf die Leinwand ihrer Gemälde zu übertragen. Diese Schablonen wurden 1965 als die „Hangings“ zu eigenständigen Kunstwerken aus Vinyl, die auf Warenhausständern präsentiert wurden. Kogelnik sah solche Ständer täglich auf den Straßen des New Yorker Garment District, wo sich ihr Atelier befand.

1966 heiratete Kogelnik in London den Onkologen George Schwarz. Nach der Geburt ihres Sohnes Mono kehrte sie 1967 nach New York zurück.

1969 konzipierte Kogelnik ein Moonhappening in der Wiener Galerie nächst St. Stephan. Während der Liveübertragung der Mondlandung von Apollo 11 produzierte sie eine Serie von mondthematischen Siebdrucken.

1970er und später[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesang, Brunnen in Klagenfurt, Landhauspark

In den 1970er Jahren begann Kogelnik ihre Women-Werke und befasste sich mit der Kritik der Rolle der Frau in der Werbung. Feministische Themen mit Ironie, Humor und cooler Pop-Ästhetik anzugehen, war einzigartig in Kogelniks Arbeit zu dieser Zeit. 1974 begann sie gelegentlich mit Keramik zu arbeiten und benützte die plastische Form als Erweiterung der Bildfläche.

In den 1980er Jahren fingen zerstückelte menschliche Körper, Alltagsgegenstände und Zeichen an, Kogelniks Bilder zu füllen. Im Werkzyklus Expansions benützte sie keramische Elemente, die zusammen mit der Leinwand als Gesamtwerke gezeigt wurden. 1978 produzierte sie den 16mm-SW-Kurzfilm CBGB mit dem Schriftsteller und Punkmusiker Jim Carroll in einer Rolle.

In späteren Werken wurde der menschliche Körper immer mehr fragmentiert und manipuliert, bis in den 1990er Jahren ein Großteil der Arbeiten sehr abstrahierte Gesichter zeigte. In dieser Zeit produzierte Kogelnik auch eine Serie von Glasskulpturen, Zeichnungen und Grafiken, in denen sie Kommerz und dekorative Themen im Bereich der Kunst kommentieren wollte.

Tod und künstlerischer Nachlass[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kiki Kogelnik starb am 1. Februar 1997 in Wien an den Folgen eines Krebsleidens und wurde im Familiengrab in Bleiburg beigesetzt.[2] Die Österreichische Galerie Belvedere zeigte 1998 eine umfassende Retrospektive. Im gleichen Jahr wurde ihr posthum das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst verliehen.

Nach dem Tod der Künstlerin wurde die „Kiki Kogelnik Foundation“, eine amerikanische Privatstiftung, mit Sitz in Wien und New York gegründet. Die Foundation bewahrt und archiviert den künstlerischen Nachlass von Kiki Kogelnik und unterstützt Ausstellungs- und Forschungsaktivitäten.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brunnen in Klagenfurt, eine Maske als Detail

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brunnen in Bleiburg
  • 1997: Brunnen Der Gesang in Klagenfurt [3]
  • 2003: 55-Cent Briefmarke der Österreichischen Post mit Kiki Kogelniks Gemälde Prenez Le Temp d’Aimer von 1973

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kiki Kogelnik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Lüthy, Das Konsumgut in der Kunstwelt. Shopping: Ausstellungskatalog, Schirn Kunsthalle, Frankfurt 2002
  2. Wo Kärntens Künstler sanft ruhen. In: Kleine Zeitung vom 1. November 2013. Abgerufen am 25. April 2014.
  3. Klagenfurt Beschreibung des Brunnens Der Gesang in Klagenfurt