Kimratshofen

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Koordinaten: 47° 47′ 46″ N, 10° 9′ 29″ O

Kimratshofen
Markt Altusried
Wappen von Kimratshofen
Höhe: 781 m ü. NN
Fläche: 23,29 km²
Einwohner: 1520 (21. Dez. 2005)
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 87452
Vorwahl: 08373
Karte

Kimratshofen, im Vordergrund Oberhofen

Kimratshofen ist ein Ortsteil und eine Gemarkung in der Gemeinde Altusried im bayerisch-schwäbischen Landkreis Oberallgäu.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pfarrdorf liegt im Allgäu, umgeben von Feldern und Wiesen, etwa 4 km westlich von Altusried. Die Stadt Kempten (Allgäu) ist 14 km entfernt. Der Kimratshofer Bach, ein Quellfluss der Iller, fließt - größtenteils verrohrt - durch den Ort.

Zu Kimratshofen gehören die Dörfer bzw. Wohnplätze Behütgott, Bergen, Bischlagers, Bodenwalz, Bossen, Brand, Bronnen, Bruderhöfe, Buchen, Buchen a. Wald, Dezion, Duracherberg, Einsiedeln, Ettas, Greut, Grundbühl, Guntersthal, Häldele, Häuslen, Halden, Hettisried, Heuglosen, Holzmühle, Hubbrände, Kempterweg, Kohlstatt, Kühsteig, Mittelberg, Mühlengat, Mushanen, Naien, Neumühle, Oberhofen, Oberwalzlings, Reinthal, Sägmühle (Untersägen), Schieten, Schmidberg, Schorenmoos, Schreiers, Schreiloch, Schweineberg, Schwenden, Seefeld, Spöck, Steigberg, Tannschachen, Ungers, Ursulers, Waldsteig, Walzlings, Wasserbühl, Wassergat, Weitenau und Wies.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die westgermanischen Alemannen besiedelten ab ca. 400 n. Chr. die Ebene nördlich von Kimratshofen. Der ihnen angehörige Chunibert soll um 766 n. Chr. den Ort Chumbretzhouven gegründet haben. Der Name Kunebrechtishoven, aus dem im Laufe der Zeit dann Kimratshofen wurde, wird 1275 im Liber decimationis als Pfarrort genannt und zählte um 1353 insgesamt 50 Wohnungen. Als im Dreißigjährigen Krieg 1634 die Schweden das Allgäu besetzten, starben durch Plünderungen und die zeitgleich ausbrechende Pest das Dorf und seine Weiler fast völlig aus. Von 134 Familien überlebten 31. Erst durch den Zuzug von ca. 50 Exulanten-Familien aus Tirol, Vorarlberg und der Schweiz belebte sich die Gegend wieder.

1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Kimratshofen im Zuge der Gemeindegebietsreform in den Markt Altusried eingegliedert.[2]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein beliebtes Ausflugs- und Wallfahrtsziel auf einem Hügel in 880 m Höhe südwestlich von Kimratshofen ist das Gschnaidt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche St. Agatha, das heutige Wahrzeichen von Kimratshofen, musste 1877 wegen Baufälligkeit abgebrochen werden und wurde von 1886 bis 1889 neu erbaut. Vom alten Kirchbau ist nur der Turmsockel aus Tuffsteinquadern erhalten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsstraße St 2009 führt nach Altusried und Legau, die St 1308 nach Leutkirch sowie die Kreisstraße OA 14 nach Kempten. Daneben verbinden diverse Gemeindestraßen Kimratshofen mit dem Umland.

Berühmte Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf besondere Weise ist Kimratshofen mit dem Leben von Bert Brecht verbunden. Am 3. April 1919 wurde hier sein Sohn Frank Banholzer geboren und verbrachte hier auch seine ersten drei Lebensjahre.

Am 5. März 1883 wurde Georg Gromer in Kimratshofen geboren. Der katholische Priester, Gymnasiallehrer und promovierte Theologe war auch politisch in der Deutschen Zentrumspartei, der Bayerischen Volkspartei und der CSU aktiv. Von 1946 bis zu seinem Tod 1952 war er Mitglied des Bayerischen Landtags für den Stimmkreis Neuburg an der Donau. 1933 kam Gromer in Schwierigkeiten, da er den Hitlergruß nicht vorschriftsgemäß ausführte, sondern stattdessen den ähnlichen Gruß der Bayernwacht verwendete. (Quelle: Bayerisches Hauptstaatsarchiv München MK 16239).

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GenWiki
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 496.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kimratshofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien